Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 - Dezember 2017

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der Kater will unbedingt schmusen und verfolgt mich dazu gleich mit zum frühmorgendlichen Pullern. 

Der Rabe hat seine Gummibärchen schneller aus dem Kalender geholt, als ich fotografieren kann 

Die frisch gepackten Taschen für die Geburt werden inspiziert

Heute ein schnelles Frühstück mit leckerer selbstgemachter Erdbeer-Zitronenmelisse-Marmelade von meiner Mama 

Spaziergang mit dem kleinen Haifisch-Raben

Ich finde die Tür faszinierend, der Rabe will auf der Bank sitzen 

Fast am Ziel 

Wir suchen einen Weihnachtsbaum aus - für 5 EUR bringt der Mitarbeiter ihn dann morgen Abend zu uns nach Hause 

Für mich nur ein schnelles Mittagessen, während Rabe und Haselchen spielen. Ich muss gleich wieder los. 

Ich habe heute Vorsorge bei der Hebamme im Geburtshaus. Alles tip top. Ich höre den Herzschlag des baby bat mit dem Stethoskop und bin ganz begeistert - es klingt so viel realer als durch einen Doppler... Und der warme Tee hat sehr gut getan! 

Wieder zu Hause spiele ich mit dem Raben. Wir essen ein paar Plätzchen (auch von meiner Mama), bauen Duplo, machen Chaos, räumen auf, kuscheln und lauschen am Bauch

Nach dem Essen (Tortilla Española) und dem "bei der Einschlafbegleitung fast mit einschlafen" gönne ich mir nochmal Pralinen und Jamon. Mein Sodbrennen freut sich, aber mein Gaumen sich auch. 

Dienstag, 5. Dezember 2017

Tagebuchbloggen Dezember 2017

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier meine Antwort für heute - die im Vegleich mit den bisherigen Mutterschutz-Tagen tatsächlich sehr fleißig ausfällt.

 

1:39 Nachdem ich über Schätzungen zum Elterngeld und dem Antragsformular gebrütet habe und nochmal pullern war, will ich eigentlich schlafen. Ein zappelndes Baby im Bauch, das sich gefühlt mit aller Kraft gegen den Cervix stemmt, als wolle es jetzt sofort da durch raus, hält mich jedoch erfolgreich davon ab.

8:38 Der Rabe wacht auf. Er beschwert sich unglaublich niedlich theatralisch, dass er sooo traurig wäre, weil er gar nichts hätte. Ich werde derweil erstmal richtig wach.

8:50 Das Haselchen und der Kater kommen zu uns. Der Rabe freut sich und wir kuscheln, toben, streicheln und reden miteinander und durcheinander.

9:31 "Ein Türchen aufmachen" lockt den Raben dann doch aus dem Bett. Ich liebe es ja, dass mein Kind da morgens genauso gerne drin bleibt, wie ich... 

10:09 Frühstück. Joghurt, Haferflocken, Honig, Milch, Kaffee, Quarkstollen und Brot mit Fisch, Käse und Wurst. Alle essen alles wild durcheinander gewürfelt. 

11:03 Frühstück zu Ende. Ausnahmsweise lasse ich mal das Haselchen sitzen und räume selbst ab. 

11:30 Mit viel gutem Zureden bugsiere ich den Raben aus dem Bad. Er hatte offenbar Angst, dass ich zur Arbeit gehen würde. Dann mache ich mich fertig, während er mit dem Haselchen spielt.

11:54 Frisch gewaschen und angezogen mache ich mit der begeisterten Unterstützung des Raben eine Maschine Wäsche über. 

12:01 Ich versuche, ein bisschen zu arbeiten, während ich zeitgleich mit dem kleinen Raben spiele. Immerhin schaffe ich es, unser eBay Konto soweit auf Vordermann zu bringen. 

12:35 Alle gehen aufs Klo, ziehen sich Schuhe und Jacke an und wir machen uns auf den Weg zum Bürgeramt. 

14:15 Endlich fertig. Wir wollten nur eben schnell eine Gewerbeanmeldung (für den Verkauf von verschiedenen Sachen auf eBay - wir haben da noch so einiges an Neuware und wenn, dann machen wir das lieber von Anfang an richtig, statt uns hinterher abmahnen zu lassen) abgeben. Aber die Schlange war recht lang heute... 

14:43 Während das Haselchen noch schnell einkaufen geht, sind der Rabe und ich zu Hause angekommen. Einer von uns darf auf dem Töpfchen Video schauen und einer macht das Essen warm. 

Dann kommt das Haselchen auch heim und während die Jungs zusammen essen, mache ich mir aufgrund akuten Heißhungers Pizza Baguettes und Feldsalat. 

15:22 Ich fange jetzt auch an zu essen. 

16:05 Ich hänge die Wäsche vom Vormittag auf und werfe ein paar Teile in den Trockner. Derweil schicke ich Mann und Kind zusammen einen Spaziergang machen. Der Rabe ist aktuell so unausgeglichen, dass er das wirklich braucht. 

16:24 Ich lege mich ein wenig hin. Der Bauch ist heute irgendwie besonders schwer... 

16:49 Mann und Kind kommen wieder. 

16:54 Meine Bettruhe wird vom Raben als beendet erklärt. Er will jetzt mit mir spielen. Zwischendurch bereite ich noch ein paar Dinge für das Gewerbe vor. Wir haben jetzt auch ein Template für die Rechnungen und eine Tabelle zur Übersicht über die Verkäufe. Außerdem eine für die EÜR. Ich bin ganz froh darum, dass ich das nicht zum ersten Mal mache... 

18:38 Der Rabe heult eine Weile, weil er unbedingt ein Kaubonbon haben will. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass er auch einfach ganz normal fragen kann, wir aber auf ein behfehlsmäßiges "Kaubonbon!" nicht so gerne reagieren, beruhigt er sich langsam. Dann geht er in die Küche und fragt das Haselchen mit süßer Zuckerstimme und "pashalsta". Und bekommt, oh Wunder, sein Kaubonbon. Anschließend räume ich den Wäschetrockner aus.

18:54 Ich habe es endlich geschafft, mit meiner "zweiten" Hebamme (also der zweiten, die zur Geburt Rufbereitschaft für mich haben und auch bei der Geburt dabei sein wird) einen Termin für die Vorsorge nächste Woche auszumachen. Dann bauen der Rabe und ich ein wenig Duplo. Während ich mich einer schiefen Ebene aus Schienen widme, baut er ganz alleine eine "Kosmostruck" mit Augen. Der hat einen gelben Spoiler und Augen und kann bis in den Kosmos fliegen. 

19:19 Wir gehen zum Abendessen. Der Kosmostruck kommt natürlich mit. Es gibt auf meinen Wunsch hin Spinat, Kartoffeln, Eier und Tomate-Gurke-Zwiebel-Feta Salat.

20:29 Das Essen ist zu Ende. Der Rabe darf nochmal Video schauen, während das Haselchen und ich den Tisch abräumen. Dann machen wir ihn bettfertig. Im Schlafzimmer sagt das Haselchen ihm Gute Nacht. Ich lese ihm noch eine Geschichte vor. Er kuschelt sich ganz nah an mich und legt seine Hände auf meine Wangen. So fallen ihm langsam die Augen zu. 

21:15 Der kleine Rabe schläft.

21:45 Nachdem ich noch ein wenig auf Twitter gelesen habe, gehe ich leise aus dem Zimmer. Das Haselchen hat heute keine Lust, einen Film zu schauen. Ich mache mir eine Gesichtsmaske und erledige mit Schokolade ein paar Sachen am Computer. Dann schreibe ich auf, was ich den Tag über so gemacht habe.

 

23:10 Ich bin soweit mit allem fertig. Ich nehme meine Eisentabletten, putze mir die Zähne und gehe ins Bett.

Sonntag, 26. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 34. Woche

33+2

... Und es hat PLOPP gemacht. Naja, nicht so ganz wirklich. Also es ging komplett geräuschlos und Stück für Stück vor sich, aber jetzt schaut mein Bauchnabel hervor. Beziehungsweise er ist ganz platt und nicht mehr nach innen gewölbt. Ich glaube, beim Rabe kam der Moment früher. Aber ich bin mir nicht sicher.

In other news: Aufstehen oder mich im Bett umdrehen ist inzwischen ziemlich anstrengend. Noch schaffe ich es irgendwie, aber ich schnaufe dabei ganz schön.

Und Sodbrennen. Urgs. Praktisch jeden Abend brodelt es im Hals und es nervt. Ich muss wohl etwas mehr aufpassen, was ich esse und trinke...

Ansonsten ist morgen der erste Tag, an dem ich theoretisch hätte arbeiten müssen, aber praktisch nicht mehr arbeiten werde. Und ich freue mich tierisch über diesen Luxus. Ich bin der Meinung, eigentlich noch ein paar Wochen arbeiten zu können. Aber ich muss es nicht und verliere dadurch nichts, sondern gewinne nochmal etwas extra exklusive Zeit mit dem Raben, bevor er für den Rest seines Lebens ein großes Geschwisterkind sein wird. Das wird eine große Umstellung für ihn. Und für uns.



Samstag, 25. November 2017

Warum eigentlich Shanghai?

Ich habe offenbar noch gar nicht die (tatsächlich immer wieder gestellte) Frage erläutert, weshalb wir ursprünglich eigentlich in Shanghai gelandet sind. Also:

 

Nachdem das Haselchen und ich uns kennen gelernt hatten, ging ich ziemlich bald (also noch im selben Jahr, wir kannten uns da dann knapp ein halbes Jahr) nach Bali. Dort machte ich ein Auslandssemester in Denpasar.

 

Das Haselchen studierte derweil weiter in Madrid.

 

Aber das Ende seines Studiums rückte immer näher. Und damit die Frage, was er danach machen würde. In Spanien, da war er sich ziemlich sicher, sah die berufliche Zukunft nicht gerade rosig aus. Es war 2009 und das Land war von der Wirtschaftskrise gebeutelt.

 

Nun war er ja letztendlich jung und frei. Er hatte schon immer einen Faible für China gehabt. Und China, BRIC, Potential für Zukunft und so. Also beschloss er, nach dem Bachelor seine Zelte in Europa für 2-3 Jahre abzubrechen und nach China zu gehen. Der Plan war, Mandarin zu lernen und Kontakte zu knüpfen, um sich ein business aufzubauen.

 

Er erzählte mir von diesem Plan. Ich saß gerade in einem Restaurant mit WLAN an meinem Laptop (in meiner Unterkunft hatte ich kein Internet). Und erstmal sackte mir ein großer Klos in den Hals.

 

In meinem "Plan" kam China nicht vor. Aber eigentlich kam darin ja auch er nicht vor. Und überhaupt hatte mich die Zeit im Ausland bereits derart verändert und mir so viel neue Perspektiven geöffnet, wie ich es zuvor nicht für möglich gehalten hätte...

 

Und ohne zu zögern und ohne, dass er mich gefragt hatte und ohne Angst antwortete ich ihm sofort, dass ich mitkommen würde.

 

Später erzählte er mir übrigens, dass er von dieser Entscheidung sehr überrascht war. Im positiven Sinne. Aber er hatte gar nicht damit gerechnet.

 

In den kommenden Wochen dann konkretisierten wir die Pläne weiter.

 

Da China jetzt doch etwas größer ist, mussten wir zunächst die Stadt festlegen. Es sollte auf jeden Fall eine Großstadt werden. Es standen also hauptsächlich Peking oder Shanghai im Raum. Und da Shanghai noch mehr Internationalität, angenehmeres Klima und vor allem bessere Luftwerte zu finden sind, fiel die Entscheidung auf Shanghai.

 

So zog erst das Haselchen los. Er wohnte die ersten Wochen bei einer Bekannten (was mich so lange eifersüchtig machte, bis ich sie kennengelernt hatte sie meine beste Freundin wurde) und zog dann in unsere erste Wohnung. Das war dann Mitte 2010. Zum Jahreswechsel kam ich zum ersten Mal für 2 Wochen in die Stadt. Aber ich war mit der Uni noch nicht ganz durch und musste erstmal wieder nach Deutschland, um die letzten Vorlesungen und Prüfungen zu absolvieren und meine Bachelor-Arbeit zu schreiben. Kaum war das erledigt, saß ich auch schon praktisch im Flieger und landete am 2.5.2011 in Shanghai.

 

Noch mit meinem Touristenvisum fand ich ein Praktikum in einem deutschen Start-up.

 

Das Haselchen gab den Sprachkurs auf (so, wie fast alle Teilnehmer ohne Vorkenntnisse und ohne Erfahrungen mit Zeichen - der Kurs war wirklich Mist für Anfänger) und machte kleine Jobs.

 

Aus meinem Praktikum wurde eine Festanstellung mit richtiger Aufenthaltsgenehmigung. Das Haselchen begann, sich ein business aufzubauen. Wir adoptierten den Kater. Wir heirateten, zogen in eine größere Wohnung, adoptierten die Katze, ich wechselte den Arbeitgeber und wir lebten so unser Leben.

 

Die angedachten 1-2 Jahre vergingen schnell, aber wir hatten jetzt eine schöne Wohnung, zwei Katzen, ich hatte einen festen Job, das business des Haselchens lief nicht schlecht. Und so sahen wir irgendwie keinen Grund dafür und keinen richtigen Sinn darin, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen und woanders hin zu ziehen. Und wohin auch?

 

Wir zogen erneut in eine größere Wohnung und der kleine Rabe wurde geboren. Erst mit ihm kam ein wirklicher Grund für uns, China wieder zu verlassen. Ohne den Raben wären wir wohl noch immer in Shanghai. Aber so ist der Rest nun Geschichte.

Montag, 20. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 33. Woche

32+3
 
Ich habe das erste Kolostrum. Gestern Abend saßen wir beim Essen und der Rabe war etwas mäkelig und wir waren uns nicht sicher, ob er satt oder gelangweilt war. Außerdem wollte er partout kein Gemüse. Ich dachte also so darüber nach, dass das alles mit Stillbaby ja erstmal viel einfacher sein würde. Weil: Milch ist immer richtig und das Baby macht ja ganz deutlich, wenn es Hunger hat... Und plötzlich fühlten sich meine Brüste so an, als habe gerade mein Baby Hunger und mir würde gleich die Milch einschießen. Und zack, dass war sie auch schon. Also nur minimal und so, aber eindeutig da...
 
Tja, und heute hat mein Chef mich darauf angesprochen, ob ich nicht vielleicht besser doch meinen Resturlaub noch verbraten könnte, damit ich nicht so viel ins nächste Jahr schleppen würde. Und zack, jetzt ist dieses schon meine letzte Arbeitswoche und ich habe nächste Woche frei und gehe dann direkt in den Mutterschutz. Sehr krass, aber ich freue mich sehr. Der Rabe sich übrigens auch, der jauchzte richtig laut, als ich ihm das heute Abend erklärte. Und das Haselchen freut sich sowieso. Also alle happy hier.





Mittwoch, 15. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 32. Woche

31+5
 
Es geht mir wirklich deutlich besser. Mein Bauch hat sich soweit beruhigt, dass ich ein moderates Maß an Übungswehen habe, die ich aber kaum spüre.
 
Heute habe ich übrigens meinen Antrag auf Mutterschaftsgeld an die Krankenkasse und auf Elternzeit an die Personalabteilung in München geschickt. Jetzt bin ich sehr hibbelig und freue mich tierisch auf die Zeit mit meinen Lieben. Vor allem die Vorstellung, nach 6 Monaten Elternzeit erstmal ganz langsam mit 20 Wochenstunden wieder einzusteigen, statt gleich von 0 auf 100 gehen zu müssen, ist ein toller Luxus!



Shanghai Alltag: Drink hot water und ähnliche Tipps

Auch, wenn unser Leben sich nicht mehr in Shanghai abspielt, gibt es doch noch immer so ein paar Stories und Dinge, die ich nicht unaufgeschrieben lassen möchte. Daher hier nun eine kleine Sammlung kurios anmutendender, aber durchaus nett gemeinter Tipps und Tricks, die uns in China geraten wurden:

Warmes Wasser trinken

Warmes oder auch heißes Wasser ist in China eine Art Wundermittel für einfach alles. Egal, ob Erkältung, Kopfweh, Rückenschmerzen, Schwangerschaftswehwehchen, Husten, Magenprobleme oder sonstwas. Jeder rät eigentlich immer dazu, man sollte möglichst viel heißes Wasser trinken.

Zitronenwasser

Zum Schutz vor bzw als Behandlung bei Erkältungen und als Frau überhaupt immer zum Abnehmen oder Figur halten wird Wasser mit Zitrone getrunken. Das wäre ja an sich gar nicht ganz so abwegig. Wenn ich nicht live dabei gewesen wäre, wie sich eine Kollegin in Ermangelung frischer Zitronen ein Bonbon mit Zitrusgeschmack in heißem Wasser aufgelöst hat, weil sie erkältet war.

Bloß keinen Kaffee

Sehr interessant für mich als Deutsche, die ich an einen eher hohen Kaffeekonsum meiner Umwelt gewöhnt bin, war für mich die Beobachtung zum Thema Kaffee. Niemals hat auch nur ein Kollege in Shanghai (also von den Chinesen natürlich) je morgens gesagt "Puh, ich brauche erstmal nen Kaffee!". Unzählige Male wurde mir beim zweiten Kaffee des Tages geraten, nicht so viel Kaffee zu trinken. Das sei total ungesund. Auf Erklärungen, dass es in Deutschland völlig normal sei, dass man an manchen Tagen zumindest auch gerne mal 3 oder 4 Tassen Kaffee trinken kann, wurde richtig schockiert reagiert. In der Schwangerschaft verzichtet ich dann - auch auf Anraten meiner OB Gyn komplett auf Kaffee. Und als ich wieder arbeiten ging und Kaffee im Büro trank, waren sich alle sicher, dass ich nicht mehr stillen würde. Denn Stillen und Kaffee ginge überhaupt nicht, das sei ganz schlecht für das Baby.

Tee

Statt Kaffee solle ich doch besser grünen Tee trinken. Der sei total gesund. Davon könne man immer zu jeder Tageszeit so viel trinken, wie man wollte. Mein Einwand, dass Teein und Koffein ja doch letztendlich das gleiche seien, wurde skeptisch angehört und beflissentlich ignoriert oder vielleicht auch als Quatsch abgetan. Und dass ich von vielen Tees Herzrasen bekomme, konnte sich auch absolut niemand vorstellen.

Strahlenschutz

Ein weiterer Punkt, der besonders in der Schwangerschaft scheinbar ganz wichtig wurde: Schutz vor gefährlicher Strahlung. Obwohl sie im Büro von verschiedenen Kolleginnen getragen wurden, hat mir direkt niemand zu einer Schwangerschafts-Strahlenschutzschürze geraten. Wohl jedoch zu Aufklebern für das Handy, die die schlechte elektromagnetische Strahlung neutralisieren sollen. Außerdem sei es vollkommen unverantwortlich, in der Schwangerschaft direkt neben der Mikrowelle stehen zu bleiben. Das sei total gefährlich wegen der Mikrowellenstrahlen und ich müsse einen großen Abstand einhalten, um mein Baby nicht zu gefährden.

Nur nichts zu kaltes!

Kaltes wie Getränke mit Eiswürfeln oder auch Eiscreme sind nach chinesischer Auffassung schlecht für die Gebärmutter. Warum, weiß keiner, aber isso. Deshalb verzichteten die meisten Chinesinnen während ihrer Menstruation auf alles Kalte. Und mir wurde in der Schwangerschaft immer wieder gesagt, eine Limo aus dem Kühlschrank sei aber doch viel zu kalt und jetzt gar nicht gut für mich. Und auch meine Entscheidung, Eiscreme zu essen (im Hochsommer, mind you) wurde immer mal wieder kritisch beäugt.

Ionen an die Macht

Viele Chinesen lieben Ionen. Daher kann man überall Geräte kaufen, die die Luft ionisieren sollen. Die gibt es in groß zum aufstellen und in klein zum Beispiel mit USB-Anschluss für den Schreibtisch. Durch die Ionisierung der Luft wird angeblich die Luftverschmutzung unschädlich gemacht und die Luft soll nach Aussage mancher sogar mehr Sauerstoff enthalten. Während ich also im Büro regelmäßig umher ging, um bei miserablen Smog-Werten und laufenden Luftfiltern und Klimaanlage die Fenster zu schließen, drängten andere Kollegen darauf, ich solle mir besser einen Ionisator mit USB-Anschluss holen. Das wäre doch viel effektiver.

Kälte gegen Bakterien

Eine andere Anekdote zum Thema offene Fenster: Im Winter müsse man lediglich immer die Fenster offen stehen lassen. Bakterien, zum Beispiel auf der Toilette, würden dadurch abgetötet. Desinfektion mit 3°C.

Wäsche raus hängen

Und noch was zum Desinfizieren: Klar, UV-Strahlung hat eine desinfizierende Wirkung. In China geht man dafür aber auch gerne mal soweit, seine frische Wäsche bei übelstem Smog an der Hauptstraße auf rostigen Zäunen aufzuhängen. Hauptsache draußen. Dann wird die Wäsche nämlich keimfrei. Ich denke mir das wirklich nicht aus. In unserem compound hingegen regelmäßig die Zäune voll und die halb wilden Compound-Katzen streunerten zwischen frisch gewaschenen Bettlaken und Kinderklamotten umher. Alles im Namen der Hygiene...