Montag, 22. Mai 2017

Hallo, du

Hallo, du kleines Menschlein.

Du kamst in der Tat ganz unerwartet zu uns. Zumindest in diesem Moment. Wir wollten dich eigentlich in ein paar Monaten zu uns einladen. Vor allem, weil deine Mama gerade erst einen neuen Job angefangen hat und noch mitten in der Probezeit steckt und eigentlich ab September / Oktober dann ein eigenes Team übernehmen sollte. Lauter so Pläne. So dumme, langeweile Erwachsenen-Pläne. Die hast du jetzt erstmal ein bisschen über den Haufen geworfen. Du wolltest halt unbedingt schon jetzt zu uns kommen.

Und wir freuen uns so sehr darüber!

Dein Papa war gleich richtig aus dem Häuschen, als wir von dir erfahren haben. Du hast einen ganz lieben Papa. Er ist nicht perfekt, aber das ist niemand. Und er hat dich und deinen Bruder und deine Mama ganz, ganz doll lieb. Er spielt schön Gitarre. In ein paar Wochen, wenn du langsam anfangen kannst, zu hören, wird er dir in Mamas Bauch etwas vorspielen. Das ist besonders deshalb schön, weil du dann ein Stück seiner Seele hören kannst. Und er kocht ganz leckere Sachen. Das wirst du auch noch merken. So ein bisschen vielleicht schon in Mamas Bauch. Also wenn das Fruchtwasser besonders lecker ist, war das mit großer Wahrscheinlichkeit dein Papa.

Du hast außerdem einen großen Bruder, der sich schon jetzt sehr auf dich freut. Dein Bruder ist noch nicht ganz 2 Jahre alt. Da versteht man noch nicht soooo viel von der Welt und der Biologie. Aber er möchte dich gerne sehen. Und er hat dir auch schon Hallo gesagt. Also zu Mamas Bauch, in dem du drin bist. Er sagt, dass du ein Schwesterchen bist. Und er möchte gerne ein Schwesterchen haben. Aber auch ein Brüderchen. Also freut er sich so oder so auf dich. Und wenn du dann später auf der Welt bist und weinen musst, dann wird er dir immer einen Kuss geben.

Und dann hast du natürlich auch noch eine Mama. Das bin ich. Ich bin auch nicht perfekt. Aber ich habe dich und deinen Bruder und deinen Papa ganz, ganz doll lieb. Von mir wirst du wahrscheinlich in den nächsten Wochen am meisten mitbekommen. Ich werde dir und deinem Bruder ganz oft vorsingen. Und ich werde ganz oft mit dir reden. Meistens ganz leise. Dann werde ich dir erzählen, was so um uns herum passiert, während du in meinem warmen Bauch schwimmst und meinem Herzschlag lauschst.

Dann wird alles ein bisschen aufregend und anstrengend. Aber du brauchst keine Angst zu haben. Wir schaffen das zusammen. Und dann können wir alle dich in den Arm nehmen und küssen und kuscheln. Du wirst sehen, das wird ganz toll.

Also, mein kleines Baby, mach es dir bitte ganz gemütlich in meinem Bauch und wachse und fühle dich wohl. Du kamst früher als geplant zu uns, aber du bist uns mehr als willkommen. Wir freuen uns sehr über und auf dich. Wir lieben dich!

Mittwoch, 17. Mai 2017

Pink und Blau und überhaupt

Es gibt so Themen, da denkt man eigentlich sein halbes Leben gar nicht drüber nach. Und auf einmal wird es sehr präsent und man entwickelt eine ganz deutliche Meinung zu einem Thema, das einem bis kurz vorher noch ziemlich wurscht gewesen ist. So ging es mir mit der "Einteilung" von Babies oder Kindern in "Team Blau" und "Team Rosa".

 

In der Schwangerschaft war es mir tatsächlich sehr wichtig, das Geschlecht zu erfahren. Hauptsächlich, weil ich einfach sehr neugierig bin. Hätte man mir Augenfarbe, Haarfarbe, spätere Lieblingsfarbe, ob Rechts- oder Linkshänder, Körpergröße als Erwachsener oder Schuhgröße im Alter von 7 Jahren sagen können - ich hätte es ebenfalls wissen wollen. Und außerdem machte das unsere (sehr akribisch recherchierte und langwierige) Namenssuche ein kleines bisschen einfacher (nicht, dass wir nicht auch einen Mädchennamen ausgesucht hätten - aber dann konnten wir uns erstmal auf einen Namen einigen und dann nochmal neu suchen).

 

Nun gehört der kleine Rabe zu den Menschen, die mit ihrem "Pinsel am Popo" (wie mein ca. 2jähriges ich gesagt hätte) Pipi machen. Als uns das nach dem Ultraschall gesagt wurde, waren wir total aufgeregt. Und freuten uns einen Ast. Obwohl wir beide eigentlich eher auf ein Mädchen gehofft hätten (ich war wegen eines Traumes davon ausgegangen, das Haselchen kam eigentlich immer mit Mädels besser klar und hat auch deutlich mehr weibliche denn männliche Freunde). Und dennoch freuten wir uns einen Ast, weil wir ein klitzekleines bisschen mehr über unser Baby wussten. Lediglich die Sache mit dem Pinkeln beim Wickeln machte mir auf einmal große Sorgen, die letztendlich in der Sache berechtigt, aber letzendlich als Sorgen doch unbegründet waren (Will heißen: jupp, er hat sich selbst und mich und alles um uns herum mehr als einmal voll gestrullt, aber das war überhaupt nicht schlimm).

 

Nach dem Artzbesuch gingen wir essen und kauften uns vorher noch schnell in einem Convienience Store was kühles zu trinken (in China nimmer man seine Getränke von draußen problemlos mit rein). Da sahen wir dann an der Kasse "Kinder Joy" in blau und rosa. Und kauften ganz übermütig ein blaues. Ein Foto davon wurde zu unserem "Outing" an Freunde und Familie gesendet.

 

Ein rosafarbenes Ei hätte ich eher nicht genommen. Weil ich rosa nicht leiden kann. Noch nie. Für mich ist rosa so hässlich, wie beige oder ocker oder khaki. Das hat mit Sicherheit auch ganz viel mit den Assoziationen für "typisch Mädchen" zu tun, von denen ich mich immer schon weitmöglichst distanzieren wollte. Ich war eigentlich immer gerne ein Mädchen und ich bin sehr gerne eine Frau. Aber keine Prinzessin, die die Hände in den Schoß legt und brav ist. Ich trug Latzhosen, kletterte auf Bäume und saute mich von oben bis unten mit Schlamm voll. Ich kann Lampen aufhängen, Löcher bohren (wenn es denn sein muss) und Reifen wechseln.

 

Aber ich finde rosa trotzdem auch einfach hässlich.

 

Das ist einer der Gründe, weshalb der kleine Rabe nichts in rosa hat. Und wenn wir eine Tochter bekommen, dann werden wir auch ihr nichts rosafarbenes anziehen. Zumindest nicht, so lange sie nicht selbst danach fragt. Genauso möchte ich das auch beim kleinen Raben handhaben. Er fängt derzeit an, pink zu mögen. Und hat sich zum Geburtstag eine LKW-Party in pink und blau (oder vielleicht schwarz, er war noch nicht sicher) gewünscht. Und bekommt sie.

 

Hätte er gerne eine ocker-Party, dann würde er auch die bekommen.

 

Eine Farbe ist schließlich nur das. Nicht mehr und nicht weniger. Kann ich hässlich finden, aber muss ja der Rest der Welt nicht genauso sehen.

Und für die Assoziationen, die wir damit verbinden, sollte das gleiche gelten. Was ich persönlich so sehe, muss ein anderer Mensch nicht ebenso sehen. Und dass auch eine kleine Prinzessin in pink Reifen wechseln oder ein Bauarbeiten im Blaumann Ponys mögen kann, sollte doch eigentlich klar sein. Eigentlich...

Klar, gefeit bin ich vor den ganzen Klischees bei Weitem auch nicht. Deshalb würde ich auch nie behaupten, dass der kleine Rabe genderneutral aufwächst. Das wäre gelogen. Er trägt hauptsächlich Jungsklamotten (bis auf ein Set mit Leggins in Türkis und T-shirt mit lila, das laut Waschzettel für Mädchen ist - es steht ihm, ist super niedlich und sein Genital ist bis jetzt noch nicht davon abgefallen...). Wir sagen ihm, dass er einen Penis hat und dass er ein Junge ist. Das Gros seiner Spielsachen ist "jungstypisch". Er hat einen Faible für Bagger und Laster und Autos. Er hat ebenfalls einen Puppenwagen, den er absolut liebt. Die Puppe dazu interessiert ihn hingegen nicht. Genauso wenig, übrigens, wie seine Plüschtiere. Da sind keine Räder dran. Ergo recht unspektakulär für ihn. Ist einfach so.

Und klar, sagen wir ihm, dass er später einmal groß und stark wird. So wie sein Papa. Weil das einfach das bessere Beispiel ist, da ich einfach objektiv kleiner bin als das Haselchen und weniger Körperkraft habe. Aber ich käme niemals auf die Idee, ihm zu sagen, dass Jungs nicht weinen. Oder dass Feen (die er auch mag) nicht für Jungs seien. Oder sonst irgend einen Käse.

Aber überhaupt sind wir in unserer Familie ja weder Team Rosa, noch Team Hellblau. Wir sind Team schwarz. Und das steht allen Menschen gleich. ;)

Freitag, 12. Mai 2017

12 von 12 Mai 2017

12 Bilder vom 12. Des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Eigentlich ist das mein Mittagessen. Ich futtere es bereits eine Stunde zuvor. 

Dafür hole ich mir noch etwas zu Mittag. 

Auf dem Rückweg von der Bäckerei zur Arbeit 

Aussicht aus dem Bürofenster. 

... Obwohl wir es natürlich dürfen. Feministischer Vandalismus ftw. 

Sogar die Fenster im Treppenhaus hier sind schön. ❤

Unsere Flurlampen hängen. ❤

Ich muss mich erstmal kurz hinlegen. Der kleine Rabe kümmert sich derweil um die Post. 

Magnesium für Mama. 

Und eine tolle Aussicht! 

Die Hälfte des Abendessens (Gemüse noch nicht auf dem Tisch). 

Überall verfügbares, bezahlbares und trinkbares alkoholfreies Bier. Ein weiterer Segen für mich zurück hier in Deutschland... 














Freitag, 5. Mai 2017

Tagebuchbloggen Mai 2017

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wissen: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" - here we go:

0:26 Ich muss nochmal kurz Pipi und treffe dabei lustigerweise gerade zufällig das Haselchen im Flur, dem es ebenso geht.

5:45 Ich wache kurz auf, schaue auf die Zeit, drehe mich um und schlafe sofort wieder ein.

6:20 Der Wecker klingelt. Thank Goth it's Friday...

6:25 Ich stehe auf und packe mir meine Klamotten für den Tag zusammen. Heute schläft der kleine Rabe einfach friedlich weiter. Seit ca. 22 Uhr komplett durch, übrigens.

Ich gebe dem Haselchen das Babyphone und gehe ins Bad. Zum Schminken und Frisieren muss ich allerdings wieder in den Flur, weil im Moment nur da (und halt im Schlafzimmer, aber dort schläft ja gerade der kleine Rabe) ein Spiegel hängt.

7:00 Ich bin fertig und schaue, ob ich nicht doch noch Cranberries finden kann. Aus Gründen, wie man so schön sagt.

7:05 Ich finde keine Cranberries und gehe jetzt aber los. Ich will mir noch ein Frühstück beim "Backwerk" besorgen.

Ich hüpfe sofort in eine Straßenbahn. Das Backwerk ist jedoch recht voll und angesichts der Warteschlange lasse ich es dann doch sein.

7:19 Direkt vor der Bürotür fällt mir ein, dass ich mein am Vorabend noch liebevoll gerichtetes Brot für den Mittag zu Hause vergessen habe. Wenigstens gibt es in der Küche im Büro noch (trocken) Brot von Gestern und ein paar Mandarinen. Ich kann also wenigstens irgendwas frühstücken.

7:30 Wir beginnen unsere Schulung mit einer Fragerunde zur Wiederholung. 3-letter Codes, Airline-Codes, Datenschutz etc pp.

8:51 Erste Pause. Das Haselchen fragt mich, wann ich später runter kommen könnte, damit er mir meine Brotdose bringen könnte.

9:07 Weiter geht es mit dem Thema Versicherung.

11:20 Ich rufe das Haselchen an um herauszufinden, wo er ist. Er bringt mir nämlich mein vergessenes Mittagessen und wir machen jetzt Pause. Wir treffen uns, ich knuddle den kleinen Raben und nehmen meine Tupperdosen in Empfang.

11:31 Es geht weiter. Wir beginnen mit der ersten, gemeinsamen Buchungsbearbeitung.

12:35 Mittagspause. Ich esse und unterhalte mich mit Kolleginnen über Zahnärzte, Kinderärzte und das Leben in China.

13:10 Kollektiv leicht verspätet geht es weiter.

14:37 Auch der doppelte Espresso, den ich mir in unserer nachmittäglichen Pause jetzt hole, kann meine Müdigkeit nicht ganz vertreiben.

14:49 Es geht wieder weiter und wir müssen die ersten Buchungen selbst bearbeiten. Ich kämpfe derweil darum, dass mir die Augen nicht zufallen.

16:00 "Hoch die Hände, Wochenende!" ruft die Kollegin und ich kann mich gerade noch beherrschen, mit "Du twitterst?" zu reagieren.

16:07 Die Punks vorm Bahnhof hören lautstark Orgelmusik.

16:14 Die frische Luft tut mir sehr gut und ich fühle mich nicht mehr so, als müsse ich das komplette Wochenende durchschlafen.

16:22 Ich komme zu Hause an. Erst ignoriert mich der kleine Rabe ein wenig, weil er gerade auf dem Töpfchen sitzt und ein Video schaut. Dann begrüßt er mich doch noch und schmust sich ein wenig an, bevor er wieder spielen geht.

Ich lege mich kurz hin und trotz laut spielendem Rabe und Gitarre spielendem Mann schlafe ich halb ein. Für fast eine Stunde.

Dann gehen wir hoch in den 4. Stock, wo Hermes ein Paket für uns abgegeben hat. Es ist, wie erwartet, der Couchtisch und dementsprechend ein wenig schwer. Aber das Haselchen trägt den großen Karton souverän nach unten.

18:23 Wir ziehen alle drei Schuhe und Jacke an. Ich trage den kleinen Raben. Das Haselchen trägt das Dreirad. Wir gehen lediglich ein paar Meter hoch zu der kleinen Grünanlage vor der Kirche. Dort dreiradelt und läuft der Rabe ein wenig, wir knuspern Snacks und trinken Cola. Zufällig treffen wir einen meiner neuen Kollegen. Irgendwann können wir den Raben davon überzeugen, doch endlich nach Hause zu gehen.

19:24 Wir sind wieder zu Hause. Den kleinen Raben parken wir kurz vor YouTube auf dem Töpfchen. Er musste sowieso und so können wir in Ruhe den neuen Couchtisch aufbauen.

Danach kümmere ich mich ums Kind, während der Mann das Essen warm macht. Es gibt Nudeln mit chinesischem Gemüse in Tomaten-Kräuter-Sauce und Sandwiches aus dem neuen Sandwichmaker.

19:53 Wir essen in aller Seelenruhe. Danach bringe ich den Raben wieder aufs Töpfchen und bereite sein Bad vor, während das Haselchen den Tisch abräumt und die Spülmaschine startet.

21:18 Der kleine Rabe sitzt glücklich in einer Wanne voller Schaum und fordert "Noch mehr ganz viel Schaum machen!".

21:56 Das Kind ist fertig gebadet und abgetrocknet und angezogen. Ich habe ihm seine Schlaflieder gesungen und jetzt übernimmt der Papa die Einschlafbegleitung, während ich mich abschminke, mein Gesicht wasche und mich eincreme.

22:08 Sowohl ich, als auch das Haselchen haben jetzt Feierabend. Um jetzt noch viel zu erledigen sind wir heute zu müde. Und Morgen ist ja auch noch ein Tag. Während ich die letzten Stunden hier aufschreibe, mixt das Haselchen uns Drinks.

22:26 Mit einem perfekten Gin Tonic lassen wir den Abend ausklingen.

Dienstag, 2. Mai 2017

Alles neu macht der Mai

Hier war es ja in letzter Zeit ein bisschen sehr ruhig. Das lag, selbstredend, hauptsächlich am Umzug. Und daran, dass wir die Tage - neben Chaos und Stress - als Familie und Paar genossen haben. Bis zum Umfallen (also vor Müdigkeit). Aber jetzt wird vieles anders. Und es kommt wieder etwas mehr Alltag und Struktur in unser Leben. Einerseits traurig um die wüste Freiheit, andererseits aber auch gut für sehr viel.

Ich habe einen neuen Job gefunden und hatte bereits heute meinen ersten Arbeitstag - nachdem ich die Zusage am Freitag bekommen habe. Ich bin derzeit sehr, sehr zufrieden mit der Situation. Klar, das Einstiegsgehalt könnte besser sein und die Arbeitszeiten zumindest im ersten Halbjahr sind auch mehr so lala. Aber dafür stimmt die Atmosphäre und die berufliche Aussicht. Das Team ist super nett, offen und bunt gemischt und der Geschäftsführer scheint von meinem Potential ziemlich überzeugt. Alles in allem gute Voraussetzungen für einen beruflichen Neustart in Deutschland.

Der kleine Rabe wird immer mehr zum waschechten Kleinkind. Dem geneigten Leser mag die Abwesenheit eines Monatsupdates aufgefallen sein. Einerseits mangelt es dafür ein wenig an Zeit - andererseits entwickelt sich dieser unglaublich tolle kleine Junge, den ich mein Kind nennen darf, zwar noch immer rasend schnell weiter, aber in einem anderen Tempo. In einem, das nicht nach monatlichen Updates, sondern nach Festhalten bestimmter Momente und Entwicklungsschritte schreit. Und so soll es denn auch sein.

Für mich selbst will ich außerdem auch noch etwas tun. Zwei Dinge sogar: Regelmäßige Gesichtspflege (Masken etc. in einem ausgeklügelten Turnus) und wieder mehr Bloggen. Letzteres habe ich mir erstmal 15 Minuten am Tag vorgenommen. Also jeden Abend vor dem Einschlafen schreibe ich ein bisschen. Das sollte klappen.

Samstag, 8. April 2017

Umzugsgedöns #5

Es hat sich viel getan, seit dem letzten Umzugsupate...

Inzwischen sind wir nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Leipzig angekommen! Und es ist alles noch viel, viel besser, als wir es erwartet hätten. Wir hatten einen worst case ("Wir hassen die Wohnung und fühlen uns da total unwohl und die Stadt ist eigentlich auch nur zu Pfingsten schön... ") und einen best case ("Tolle Wohnung, tolle Leute, schöne Stadt, happy happy happy!") und eine Erwartung irgendwo in der Mitte. Dementsprechend wurden unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen! Und sogar den best case, den ich mir so ausgemalt hatte, hat die Realität wirklich noch getoppt! Und dabei sind wir noch gar nicht fertig...
 
Kater

Der Kater hat sich super eingelebt. Der ist aktuell noch bei meinen Eltern und kommt dann zu Ostern mit rüber. Er traut sich dort inzwischen sogar in den Garten und kuschelt mit der gesamten Familie, als habe er sich niemals panisch verkrochen.
 
Seefracht 

Wir haben endlich einen Termin für die Lieferung. Am 13.4. kommt der Laster und bringt all unseren Kram. Die Lagerkosten werden von der Hausverwaltung übernommen. An uns gibt es nochmal eine Rechnung wegen X-ray im Zoll. Aber gut, was will man machen, ne?


Der erste Trip

Das Haselchen, der kleine Rabe und ich waren in der letzten Märzwoche für 4 Nächte in einer Ferienwohnung gerade gegenüber unserer Wohnung. Eigentlich hätten wir zu diesem Zeitpunkt den Schlüssel bereits haben sollen. Praktisch jedoch gab es sogar in den letzten Tagen nochmal Verzögerungen beim Parkettleger. Dennoch bekamen wir unsere Päckchen (W-LAN Router und Matratzen) und es klappte sogar, dass der Schreiner, der das Hochbett brachte, extra für uns, bzw den noch weiter verzögerten Parkettleger, eine Nacht länger in Berlin übernachtete (wo er vorher einen großen Auftrag hatte) und dann gerade so kam, dass man den am Vortag geölten Boden vorsichtig in Socken betreten konnte. Und dann machten wir die offizielle Wohnungsübergabe. Aber es war ein besonderer Nervenkitzel, bis sich alles fügte.
 
RIESEN Hilfe

Kaum waren wir zurück, schon fuhren meine Eltern und mein Bruder rüber. Mutti fuhr mit dem Zug, Papa und mein Bruder im komplett bis oben hin vollgeladenen Auto. Sie bauten Lattenroste, fuhren in Baumärkte, hängten Glühbirnen auf, fuhren in noch mehr Baumärkte, nahmen die Möbel entgegen, kauften ein bis der neue Kühlschrank voll war und kamen wieder. Ohne die drei hätten wir damit mindestens eine, eher zwei Wochen Arbeit gehabt...
 
Der Umzug

Dann kam der "große Tag". Wir fuhren zu dritt mit dem Zug in unser neues Zuhause. Der kleine Rabe war erst total begeistert und rennkrabbelte im Kreis durch "neue Wohnung! Neue Wohnung! Neue Wohnung!". Dann hätte er eigentlich dringend schlafen müssen, war aber zu aufgedreht. Irgendwann schlief er endlich ein. Und schlief und schlief. Bis fast 16:30. Vorsicht weckten wir ihn auf. Er wurde wach, nölte ein wenig, wir boten ihm Waffeln an, er nahm ein paar Bissen und fing an, zu weinen. Er heulte, er weinte, er schrie. Er war nicht zu beruhigen. Unter lautstarkem Protest zogen wir ihm etwas an. Kaum waren wir vor der Tür, beruhigte er sich. Ich hatte Sorge, dass sich das alles in der Nacht wiederholen würde. Aber das blieb zum Glück aus. Am nächsten Tag wollte er dann gerne mit dem Kinderwagen nach Hause fahren. Wir versuchten, ihm zu erklären, dass die neue Wohnung jetzt unser neues Zuhause ist. Ich bleibe gespannt, ob er das so annehmen wird. :)


Wohnung

Die Wohnung ist der absolute Oberhamner! Sie ist noch um Längen schöner, als gedacht. Aber ein Bild zeigt mehr als tausend Worte (OK, derzeit ist halt alles noch umzugsbedingt chaotisch und weil die Decke 3,40m hoch ist, sehen die Räume sehr klein aus...):

Flur

Wohnzimmer mit absolut genialem Sofa 

Das Wohnzimmer hat eine Tür zum Kinderzimmer 

Das Schlafzimmer ist praktisch fertig 

Im Gästeklo können wir waschen und trocken 

Dem künftigen Esszimmer fehlt noch die Eckbank

Behelfsmäßiger Sichtschutz im Bad 

Große Stuckliebe 

Das Kinderzimmer hat auch eine Tür zum Flur 

Badewanne, serviert an Chaos 

 
Papierkram

Ist soweit durch. Wir haben alle unsere Krankenversicherungskärtchen bekommen. Wir haben alle eine Steuernummer. Das Haselchen hat eine Rentenversicherungsnummer erhalten. Und auch der Kindergeldbescheid ist da und das erste Kindergeld wurde sogar schon gezahlt.  
 
 
Arbeit

Ich habe am Mittwoch gleich zwei Vorstellungsgespräche und bin dementsprechend hibbelig. Also ein paar Daumen könnte ich auf jeden Fall dafür gebrauchen... ;)

 
Baustellen

Jetzt müssen wir noch:

- schauen, wie das Angebot der Raumausstatterin für die Vorhänge wird (die Stoffe, die wir bis jetzt ausgesucht haben, liebe ich schonmal)
- Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung abschließen
- mich arbeitssuchend melden
- Lampen aussuchen und kaufen (und entweder hängt mein Papa die an Ostern auf, oder wir rufen den Elektriker an, der eh schon die ganze Verkabelung hier gemacht hat)
- Wohnzimmermöbel aussuchen und kaufen
- Fernseher und 5.1-Anlage aussuchen und kaufen
- Garderobe planen, aussuchen, kaufen und aufbauen
- selbes Prozedere für weitere Schränke (vor allem Kinderzimmer und Flur)
- Spielzeugtruhe aussuchen und kaufen (da haben wir schon tolle Sachen auf Amazon gesehen)
- unseren bereits gebuchten Termin beim Einwohnermeldeamt wahrnehmen
- hoffen, dass der Kinderarzt, der als 8. Anruf ENDLICH neue Patienten aufnimmt, auch wirklich gut ist
- Hausarzt, Zahnarzt und Gynäkologen suchen und Termine ausmachen
- Teppiche besorgen (es hallt derzeit echt krass hier drin!)
- Dekorieren

Und dann, würde ich sagen, sind wir erstmal fertig. Reicht dann aber auch fürs Erste.