Samstag, 26. September 2015

Erstes "Mama"-Treffen

Am Freitag, also Gestern, habe ich mich zum ersten Mal mit einer anderen Mama verabredet. Über Shanghaimamas kam ich zu einer Gruppe für Muttis von kleinen Babys. Die Gruppe war auch schon fleißig am Treffen vereinbaren. Allerdings in Puxi, also auf der anderen Seite des Flusses. Das ist hier so n bisschen wie in einer anderen Stadt. Und je nach Verkehr dauert da auch die Fahrt rüber gerne mal ne halb-dreiviertel Stunde. Und bis man ein Taxi hat, dann wahrscheinlich ohne Gurt und den KiWa kann ich noch nicht zusammenklappen... 

Kurzum, ich mag (noch) nicht nach Puxi fahren, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Und während ich wegen meiner diesbezüglichen Faulheit noch ein bisschen haderte (denn MÖGLICH ist es ja schon, ich MÖCHTE halt nur nicht, weil ich ein Schisser bin) schrieb mich eine Mama aus der Gruppe direkt an. Und weil sie wohl merkte, was für ein Schisser ich bin und selbst aber keiner ist, bot sie von sich aus sofort an, dass wir uns bei uns in der Nähe treffen können.

Und so kam es, dass ich zum ersten Mal ein Date für einen gemeinsamen KiWa Spaziergang hatte.

Man, war ich aufgeregt! Das klingt vielleicht bescheuert. Aber ich mag andere Menschen schon, neue jedoch machen mich immer erstmal nervös bis panisch. Und so malte ich mir in den buntesten Farben aus, M. sei bestimmt DIE Supermutti schlechthin und käme mit perfekt gebundenem Tragetuch, in dem sie ihr Baby zwischendrin stillen würde ohne dass selbst ich das bemerken würde und würde mir dann vom Babyschwimmen und dem Pekip Kurs erzählen. Außerdem könnte sie ihrem Baby natürlich auf der Stirn ablesen, was ihm fehlt, noch bevor er sich lautstark melden müsste. Und von mir wäre sie bestimmt total genervt. Der kleine Rabe würde unentwegt schreien, ich bekäme das mit dem Stillen draußen entweder gar nicht oder nur durch exzessiven Exibitionismus hin und wäre ab dann in der gesamten internationalem Community als die Rabenmutter verschrien (hihi^^ zwei Sticker ins Wortspielheftchen, bitte^^).
Klingt alles jetzt total überzogen und irgendwie lächerlich. Dieses Bild geisterte aber tatsächlich am Vorabend genau so durch meinen Kopf... Und dann kam unser Treffen.

Kurz nach dem Verlassen des Hauses fing der kleine Rabe natürlich schon gleich das Schreien an. Da das Haselchen verpennt hatte und nicht mitkam blieb mir nichts anderes übrig, als das Baby auf den Arm zu nehmen, mit einer Hand den KiWa irgendwie vorwärts zu bewegen und in Dauerschleife "Sag mir wo die Blumen sind" zu singen. Und tatsächlich schlief der kleine Rabe nach wenigen Minuten ein und schlummerte friedlich im KiWa weiter.
Und M. war plötzlich auch eine ganz normale junge Frau, keine Übermutti mit Superkräften. Ok, der kleine L. hat nicht geweint in den 1 1/2 Stunden, die wir unterwegs waren. Aber er ist auch über einen Monat älter als der kleine Rabe und nimmt einen Nucki (der bei uns gekaut und dann ausgespuckt wird).

Der kleine Rabe fing zwischendrin ganz bitterlich zu weinen an, weil er Hunger hatte. Da die Flasche, die ich extra mitgenommen hatte, doch viel zu kalt war, wagte ich den Versuch zu stillen und es klappte tatsächlich ohne zuuuu viel Exibitionismus oder Schreien und Zappeln. Kurz darauf war es dem kleinen Raben dann wohl doch zu viel und zu heiß und er ließ sich im KiWa gar nicht mehr beruhigen, weshalb ich mich dann verabschieden musste.

Es war aber trotzdem einfach toll! Wir waren beide im gleichen Krankenhaus bei der gleichen Ärztin und sind uns beide einig, dass es schön wäre, die eigene Mama in der Nähe zu haben.

Was mir aber am Besten getan hat war M's Reaktion, als der kleine Rabe schrie. In so Momenten (draußen) werden das Haselchen und ich immer total nervös. Ich habe dann immer das Gefühl, alle Passanten starren uns an und verurteilen uns, weil wir unser Kind so quälen und ihm ja offenbar nicht geben, was er braucht, da er sonst ja nicht weinen würde. Ohne Mist. So fühle ich mich. M. hingegen blieb ganz ruhig, was mir auch half, entspannt zu bleiben und meinte dann "Yeah, I always feel so sorry when he is crying and have to remind myself that ACTUALLY nothing is happening and he will not die if he needs to wait a minute...".

Mein Fazit: Ich muss gelassener werden. Und sich mit anderen Mamas zu treffen ist toll. :-)

Kommentare:

  1. Hallo, das klingt schön! Ich hatte anfangs auch ähnliche Gedanken, aber ich kann dich beruhigen, das wird besser. ;) Soweit kann ich das mit der über die Jahre gewonnenen Weisheit *hüstel* sagen.

    Die Shanghai Mamas treffen sich freitags um 10:00 Uhr im "La Parisienne" in Pudong, warst du da schon mal? Meine Nachbarin/Freundin geht da auch hin. Ich bin im Deutschen Club und da gibt's jetzt auch einen "Mami Talk" - http://www.schanghai.com/deutscherclub/?p=3 Der findet in wechselnden Locations statt, übernächsten Monat ist der auch mal im Pudong.

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  2. Ja, das mit den Treffen im La Parisienne wusste ich, habe aber bis jetzt noch nicht die Kutve gekriegt...

    Vom Deutschen Club wusste ich noch gar nix. Danke für den Tip! :-)

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