Dienstag, 27. Oktober 2015

Ausgang

Ich hatte am Samstag zum ersten Mal seit der Geburt des kleinen Raben alleine Ausgang. Es ging (auf Einladung) zur Eröffnungsparty von "Betrayers paradise", einer Ausstellung für "Dark Art".
 
Ich gebe zu, ich hatte mir ein wenig mehr Party und ein bisschen weniger Eröffnung erhofft. Also auch mal tanzen statt nur Networking und genuine schwarze Gestalten statt 99 % nur verkleidet für den Dresscode. Aber Spaß hatte ich dann doch.
 
2 Gläser Wein habe ich getrunken und fühlte mich schon davon richtig heftig beschwipst. Merke: Nach so langer Abstinenz merkt man jeden Tropfen. So fiel mir mit meiner generellen Angst vor neuen Leuten dann allerdings das Quatschen und Networken deutlich einfacher. ;-)
 
So habe ich ggf eine Möglichkeit gefunden, kostenlos in Beijing tätowiert zu werden - gegen ein professionelles Photoshooting und die Erlaubnis, die Bilder dann für Webezwecke für das Tattoostudio verwenden zu dürfen. Aber bevor ich euphorisch werde, will ich mir die Arbeit des Artists erstmal anschauen. Im Zweifelsfall warte ich dann doch lieber, bis wir wieder in Bangkok sind...
 
Sehr schmeichelhaft fand ich die erstaunten Gesichter und Blicke auf meine (endlich wieder ordentlich ins Korsett geschnürte) Taille wenn ich erzählt habe, dass zu Hause mein 3 1/2 Monate altes Baby auf mich wartet. Daran hingegen, dass mich alle für eine Künstlerin hielten, habe ich mich hier schon fast gewöhnt. ;-)
 
Derweil hütete das Haselchen Heim, Herd und Kind und wir waren ständig über Wechat in Kontakt. Gegen 23 Uhr wachte der kleine Rabe dann wohl auf. Anders als bei meinem Frisörbesuch von vor ein paar Wochen wollte er dann aber die (zuvor abgepumpte) Milch aus der Flasche nicht trinken, sondern kaute nur auf dem Sauger herum. Das Haselchen sendete mir immer nervösere Nachrichten. Bis ich fast einen Herzinfarkt nach der Zeile "We had a little accident..." bekam. Ich sah uns schon aufgelöst mitten in der Nacht in der Chinesischen Notaufnahme sitzen... Bis er mich aufklärte, dass er lediglich dem Baby Milch über geschüttet hatte und er eine Katzenwäsche und einen frischen Schlafanzug brauchte. Die außerplanmäßige Dusche schien dem kleinen Raben aber zu gefallen. Zumindest ließ er sich danach endlich dazu überreden, auch in Papas Arm etwas zu trinken. Und ein wenig später schlief er sogar wieder ein.
 
Etwas komisch war es dann für mich, den 3. Wein (sowie den Vodka Cranberry und den Gin Tonic) abzulehnen und am Ende direkt nach Hause zu fahren. In bester Shanghai - Manier wurden die verbliebenen Gäste nämlich immer angeheiterter und gingen dann alle zusammen ins Dada (ein Club). Früher endete in Shanghai keine Nacht für mich vor frühestens 4:00 (normalerweise eher) und der Frage "Wie bin ich eigentlich nach Hause gekommen?". Ich fühlte mich also so ein bisschen wie Aschenputtel, als ich gegen halb eins schon wieder daheim war. Nur, dass ich noch beide Schuhe an hatte...
 
Also ein bisschen ungewohnt ist das alles so noch. Aber schön. Und jetzt noch ein paar Fotos:

Ausgehfertig daheim 


Zwei Bekannte getroffen 

Die Mädels hier: Eine Designerin, die Organisatorin und die Fledermama 

Rotwein hmmmm 

Keine Ahnung, was die Künstlerin uns sagen will, aber cool schaut es aus... 

Schicke Deko kann auch Kunst sein 

Mit Bekannten und punkrave Designern 

Nicht ganz die Art von Party, die ich mir erhofft hatte... 

Das Dollhouse of horror 

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