Samstag, 17. Oktober 2015

Die Tücken der Babypflege

Mit so einem kleinen Baby gibt es ja einiges zu tun. Und auch so manches, an das man im Vorfeld kaum denkt. Oder sich anders vorstellt, als es dann wirklich ist.

Ich dachte zum Beispiel, ich würde das Windelwechseln total nervig bis eklig finden und so oft als möglich "abgeben" wollen. Aber nein. Es stört mich gar nicht. Und selbst als der kleine Rabe mich (mehrfach) komplett vollgekackt hatte und ich mich dann erstmal umziehen und duschen musste, war da kein Ekel. Ich fand's urkomisch und war erleichtert, dass der Kleinen den Druck im Bäuchlein los war. Ich meine klar, in die Windel wäre es mir lieber gewesen und das müssen wir nicht unbedingt wiederholen, aber immherin ging nix in meine Haare und wir haben keinen Teppichboden.

Was ich allerdings ganz schrecklich finde und worüber ich zuvor nie nachgedacht habe, ist das Nägelschneiden. Die Dinger wachsen wie Unkraut, sind rasiermesserscharf und grundsätzlich immer so schwarz als hätte er gerade ein Grab damit ausgehoben. Also müssen sie alle paar Tage gestutzt werden. Das geht aber nur, wenn der kleine Rabe schläft. Ansonsten zappelt er viel zu viel. Also sitze ich regelmäßig abends mit einer kleinen Taschenlampe zwischen den Zähnen in den verquersten Positionen auf dem Bett und hantiere mit der Baby-Nagelschere als wäre ich beim Bombenräumkommando. In etwa so schlägt mir das Herz dabei auch bis zum Hals. Und bei jedem Zucken glaube ich, jetzt doch den Zünder erwischt zu haben und sofort von einer Schalldruckwelle aus Babygebrüll und der schmerzlichen Gewissheit, meinem Kind wehgetan zu haben, erschlagen zu werden. Dann realisiere ich, dass er nur gerade träumt.

Und bis jetzt hatten wir noch Glück und ich musste noch keine Fußnägel schneiden. Ohne Mist, so Baby-Mini-Zehennägel sind doch mit bloßen Auge kaum zu erkennen! Und es hat halt fei scho seine Gründe, dass ich mit meinen Woschtfingern keine Gefäßchirurging geworden bin...

Ja, und dann war da auch noch die Geschichte mit der Nabelpflege... Die fasse ich mal kurz¹ zusammen: Wir hatten (außer "Luft dran lassen") keine Ahnung, was man mit einem Nabelstumpf so tut. Nachsorgehebamme gibbet in China nüscht. Erklärung gab's auch von niemandem (Abholen in der Kinderklinik war: Ok, alles bezahlt, hier ist das Baby. Kommen Sie nächste Woche nochmal. Tschüß!). Und das Internet, der Freund und Helfer verunsicherter junger Eltern² spuckte 50 verschiedene Meinungen auf der ersten Google-Ergebnisseite aus. Nach vielen Sorgen fiel der Stummel dann ganz plötzlich ab, bzw. hing an einem so dünnen Fädchen, dass das Haselchen ihn wie einen sturen Wackelzahn abzwirbelte während ich gar nicht hinschauen konnte. Und drunter war alles schön verheilt.

Jetzt schicke ich jeden Tag Stoßgebete gen Himmel, dass auch so Mini-Baby-Zehennagel-Überstände immer weiter von alleine abfallen, wenn man nur genug Luft dran lässt...

¹ Ja, ich und mich kurz fassen... Öhm, möööp, geht nicht...
² Maybe in Bizzarroworld...

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