Samstag, 10. Oktober 2015

Vom Abstellbett und dem Walross

Bei uns im Schlafzimmer steht seit ein paar Wochen dort, wo ich vorher meinen Nachttisch hatte, ein praktisches neues Möbelstück: Das Abstellbett. Auf dem kann man alles abstellen und -legen, was man so braucht. Spieluhren, Kuscheltiere, Spucktücher, Klamotten - ganz egal. Eine bezogene Kokosfasermatratze bietet viel Platz. Denn eigentlich sollte das ein Beistellbett sein. Für den kleinen Raben. Der sieht das aber ein wenig anders und inzwischen stimmen wir ihm voll und ganz zu...

Der Spieluhr-Freund des kleinen Raben wartet ganz alleine im Abstellbett auf seinen Einsatz

Anfangs versuchten wir, den kleinen Raben im Beistellbett schlafen zu lassen. Das Haselchen und ich wollten in unserem Bett ("großes Bett" würde ich das mit 150 cm jetzt nicht nennen) bleiben. Dabei gab es jedoch ein paar Schwierigkeiten:

- Der kleine Rabe schläft nur auf dem Arm oder an der Brust ein. Letzteres lieber. Aber danach darf man ihn nicht bewegen, sonst wacht er gleich wieder auf.

- Der kleine Rabe stillt verdammt OFT.

- Selbst für ein kleines bisschen Kind herumheben muss ich richtig wach sein, sonst habe ich Angst, ihm aus Versehen weh zu tun (ich bin extrem tollpatschig, daher ist das gar nicht soooo abwegig)

- Wenn ich einmal richtig wach bin, brauche ich 10-45 Minuten, um wieder einzuschlafen (ja, auch mit Stillhormonen).

Letztendlich schlief ich dann doch immer wieder beim Stillen nachts ein. Mit Baby agedockt direkt neben mir schlief ich dann sogar besser als ohne, weil ich nicht bei jedem Mucks hochschreckte mit "Oh! Baby Hunger muss füttern uga uga Urinstinkt". Dass ich mich im Schlaf nicht bewegen konnte, störte mich nicht - immer, wenn es dann doch so ein wenig unbequem wurde, war eh wieder Zeit zum Stillen. Und so entschieden wir, den kleinen Raben "offiziell" in unser Bett zu holen.
Ein Problem hatten wir jedoch noch: Das Haselchen schnarcht wie ein altes Walross. Ohrstöpsel konnte ich nun mit Baby nicht nehmen - die komplette Stille weckte dann wieder die Urinstinkte, die glaubten, dass da was faul sein muss, wenn das Jungtier keinen Mucks macht.

Unsere Nächte waren somit eine Endloschleife aus:
- kleiner Rabe weckt Fledermama zum Stillen
- Fledermama stillt
- kleiner Rabe schläft ein
- Fledermama versucht einzuschlafen, wird aber von Haselchens Geschnarche davon abgehalten
- Fledermama rüttelt, schüttelt, tritt und stößt Haselchen, damit er mit dem Schnarchen aufhört
- das Bettbeben Starke 9.8 und das zischende Flüsterbrüllen der Konversation
"Hhhrrrmmmmpf"
"My dear!"
"Krrrrrcchhhhh"
"MY DEEEHEEEAR!"
"What? Lemme sleep..."
"You are snoring like hell"
"No. Kkrrrccchhhtssss" oder wahlweise "Sorry. Kkrrrccchhhtssss"
wecken den kleinen Raben, der wieder zum Nuckeln an die Brust will
- repeat

Also ausgesprochen erholsam für die ganze Familie. Außer Mama. Und Papa. Und Kind... Die Katzen haben aber gut geschlafen.

Und dazu kam jetzt, dass das Haselchen leider auch zu der Sorte " rücksichtsloser Schläfer" gehört. Den dann auch nix wach bekommt. Ihr glaubt nicht, wie oft ich schon mit nem Ellbogen in den Rippen oder nem Knie im Kreuz aufgewacht bin, ihn gerüttelt und angesprochen habe und nichts als Schnarchen zurück bekam. Erst mindestens halblautes Rufen und gezieltes Treten oder Schütteln wie zur Ernte an nem Obstbaum brachten mir dann genervtes Gegrummel und eine Drehung des Haselchens ein.
Leider änderte sich daran auch mit dem kleinen Raben im Bett kaum etwas.

Der bekam zwar keine Ellbogen oder Knie ab, aber doof war das alles trotzdem. Unsere Nächte waren so in etwa so entspannend wie ein 12 Stunden Nachtflug in der Holzklasse. Nur, dass uns niemand Tomatensaft brachte.

Das Haselchen ist jetzt daher erstmal ins zweite Schlafzimmer umgezogen (wo derzeit auch noch der Wickeltisch steht) und wir treffen uns morgens in einem der beiden Betten (beide fast gleich groß) zum Familienkuscheln. Seitdem schläft er wieder ganz normal gut und ich zumindest deutlich besser als zuvor.

Über Platzmangel kann er sich nun wirklich nicht beklagen.

Der Plan ist jetzt, dass wir den kleinen Raben langsam an sein Beistellbett gewöhnen, damit er darin schlafen kann, sobald die Stillabstände etwas humaner werden, er sich dreht (um die Gefahr des aus dem Bett fallens zu minimieren) und das Haselchen (zusammen mit dem Wickeltisch) im Winter wieder ins Masterbedroom zieht, damit wir nachts nicht in zwei Räumen die Klimaanlage (einzige Heizung aber heftiger Stromfresser) laufen lassen müssen.

Ich bin gespannt, wie und ob das funktioniert und werde weiter berichten. :-)

1 Kommentar:

  1. Liebe Fledermama,

    ich freue mich, dass du mit deinem Beitrag an meinem ElternRat zum Thema Familienbett teilgenommen hast und ich hiermit deinen Blog kennenlernen durfte :)
    Klingt wirklich spannend, was da in eurem Schlafzimmer passiert. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt ;)
    Liebe Grüße
    Christine

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