Mittwoch, 2. Dezember 2015

5 Monate kleiner Rabe

Mein süßes kleines Baby! Heute ist es genau 5 Monate her, dass du aus deiner Einzimmerwohnung ausgezogen bist. Ich mag noch immer nicht so gerne an diesen Tag denken, denn wir durften dich ja erst eine Woche später so wirklich begrüßen, in den Arm nehmen, kuscheln und stillen. Ich befürchte, ein bisschen wird es immer wehtun, dass wir einen so holprigen Start hatten...
 
Aber während ich anfangs oft den Eindruck hatte, dass du noch von diesen negativen Erfahrungen und der Trennung in den ersten Tagen geprägt warst, hast du inzwischen eindeutig dein Urvertrauen zu Mama und Papa gewonnen.
 
Und während du anfangs ein hilfloses, kleines Neugeborenes warst, erstaunt es mich richtig, wie unglaublich schnell du schon groß wirst.
 
Damit meine ich nicht nur, dass du dein Geburtsgewicht schon mehr als verdoppelt hast. Oder dass du über 15 cm an Länge gewachsen bist. Nein, nicht nur.
 
Du bist auch so wach und aufmerksam. Du beobachtest deine Umwelt ganz genau. Du hast Vorlieben und Abneigungen, die du auch ganz deutlich zum Ausdruck bringst. Nicht nur durch Weinen oder Lächeln. Du hast ein solch beeindruckendes Repertoire an Gesichtsausdrücken und Lauten, an Gesten und Körperhaltungen, dass es manchmal einfach nur faszinierend ist, dich zu beobachten.
 
Manchmal ist es auch einfach urkomisch, wenn du zum Beispiel plötzlich vor irgend einem Geräusch, das wir machen, Angst bekommst. Oder, so wie heute, vor deinem Papa im Spiegel. Oder wenn dir etwas nicht schmeckt. Dazu erzähle ich dir bald nochmal genauer. Aber du hast heute zum ersten Mal in deinem Leben ein Stück Karotte gegessen.
 
Es ist einfach so wunderschön und so spannend, dabei sein zu dürfen, während du die Welt entdeckst...
 
Übrigens freundest du dich so langsam aber sicher auch mit den Katzen an. Oder sie sich mit dir, wie man es nimmt. Auf jeden Fall beobachtest du die beiden mit größtem Interesse, während sie endlich keine Angst mehr vor dir haben.
 
Ach mein Kleiner, ich sehe dich schon fast als Kleinkind statt als Baby. Und trotzdem überrascht es mich dann doch immer wieder, wenn du plötzlich etwas Neues kannst. Wenn du zum Beispiel auf die Seite und sogar fast auf den Bauch rollst, um ein Spielzeug zu erreichen, statt nach dessen Verlust hilflos zu weinen. Oder wie selbstständig du dich nachts an der Milchbar bedienst und mich dabei kaum weckst. Oder wie erstaunlich lange du dich grundsätzlich selbst beschäftigen kannst, aber dann doch die Gesellschaft vorziehst. Oder wie du es gefühlt von heute auf morgen schaffst, in deinem Hochstuhl angelehnt zu sitzen, ohne wie ein Besoffener zu torkeln - und welch einen Heidenspaß es dir macht, uns aus dieser neuen Perspektive zu beobachten.
 
Dein Lachen ist das schönste Geräusch, das ich mir vorstellen kann.
 
Ich bin so froh, dass es dich gibt.

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