Samstag, 5. Dezember 2015

Tagebuchbloggen Dezember 2015

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" - hier ist meine heutige Antwort:

Kurzform: Es war ein scheiß Tag mit doofem Wetter, sodass ich praktisch nichts anderes getan habe, als mein quengeliges (vermutlich weil zahnendes, aber sicher sind wir da erst, wenn ein Zahn durchbricht) Baby zu bespaßen.

Langform:

2:00 Stillen

4:05 Der kleine Rabe weckt mich mit einem "verdächtigen" Geräusch, will aber erstmal stillen. Er schläft schon fast wieder ein, aber ich schaue doch kurz, ob es wirklich nur ein Pups war. Da fällt ihm ein, dass es keiner war und er noch nicht fertig ist. Also abhalten.

4:40 Die ganze Familie war auf dem Klo (inklusive Haselchen, das zwischendrin auch kurz nach uns schaute), wir können losreiten. Beziehungsweise zum wieder einschlafen nochmal stillen. Dabei checke ich kurz die Vorhersage für die Luftwerte. Den ganzen Tag rot. Also wohl kein Spaziergang.

5:48 den kleinen Raben wieder in den Schlaf stillen / kuscheln

6:48 den kleinen Raben wieder in den Schlaf stillen / kuscheln

8:16 den kleinen Raben wieder in den Schlaf stillen / kuscheln (und dabei vor lauter eigener Müdigkeit nicht realisieren, dass wir eigentlich auch aufstehen könnten)

9:25 Aufwachen. Feststellen, dass es schon nach 9 ist und beschließen, jetzt aufzustehen. Aber der kleine Rabe hat so gute Laune und das Haselchen kommt auch gerade zu uns. Also MÜSSEN wir erstmal ausgiebig kuscheln, kitzeln, schmusen, lachen und komische Geräusche machen.

10:20 Ich fange an, den kleinen Raben tagfertig zu machen.

11:00 Der kleine Rabe ist fertig und will erstmal stillen.

11:30 Haselchen schaut nach dem kleinen Raben und macht das Essen von Gestern warm, während ich unter die Dusche hüpfe und aus dem Schlaf- in den Jogginganzug schlüpfe.

12:00 Wir essen. Der kleine Rabe ignoriert die Möhrensticks, matscht aber interessiert mit dem gedünsteten Apfel umher und freut sich, dass seine Finger so lecker sind.

12:15 Der kleine Rabe wird langsam motzig. Er füllt kaum hörbar die Windel und mag dann nicht mehr sitzen. Verständlich, ich fände das auch unangenehm. Also trägt das Haselchen ihn ein wenig herum, während ich aufessen.

12:28 Eine frische Windel später schläft der kleine Rabe an der Brust nuckelnd ein.

12:58 Der kleine Rabe wacht auf. Erst noch gut gelaunt grabbelt er mein Gesicht und freut sich über Küsschen. Dann wird er motzig. Wir versuchen alles mögliche. Aber er wechselt ständig zwischen lachen und weinen. Egal, was wir tun.

13:26 Wir erhoffen uns eine Besserung der scheiß Laune unseres Sohnemännchens, als dieser geräuschvoll die nächste Windel füllt. Aber Pech gehabt. Einzig die kleine LED Lampe, die er derzeit so gerne anstarrt, hält ihn beim Windelwechsel vom Weinen ab.

14:00 Das Haselchen geht in die Küche, um die Schweinshaxe für das Abendessen vorzubereiten. Ich folge zunächst mit dem kleinen Raben auf dem Arm. Ein paar Minuten schaut der auch gebannt zu und brabbelt fröhlich vor sich hin - bis ihm das auf der Schwarte scharrende Messer plötzlich Angst macht und er mir ins Ohr schrillt.

14:15 Mit dem kleinen Raben unter dem Spielebogen neben mir versuche ich, eine neue Milchpumpe zu bestellen. Schließlich muss ich nächsten Monat wieder ins Büro und mit der Handpumpe bräuchte das Pumpen zu lange. Eine elektrische Doppelpumpe muss her. Das wird aber erschwert, da der kleine Rabe seiner Spielsachen recht schnell überdrüssig wird und wieder heult. Singen hilft nicht. Ihn auf den Schoß nehmen hilft nicht. Also gehen wir ins Schlafzimmer.

14:30 Der kleine Rabe stillt ein bisschen, macht Bäuerchen, stillt noch ein bisschen und heult wieder los. Aus Verzweiflung schaue ich nach den Luftwerten und siehe da: 122! Wir gehen jetzt raus.

15:00 Bei 5°C und Regen spaziere ich mit dem kleinen Raben in der Manduca durch den Compound und singe ihm vor, während er nach ein paar Minuten umherschauen wieder zu motzen beginnt.

15:29 Der kleine Rabe ist eingeschlafen. Ich setze mich auf eine überdachte Bank und esse russisches Schokoladenkonfekt (noch von der Schwiegermama), während meine Füße trotz Winterstiefeln immer kälter werden. Außerdem regnet es mir ein wenig auf die Knie. Aber egal. Hauptsache, der kleine Rabe hat es trocken und warm.

16:05 Der kleine Rabe wacht auf und motzt. War aber auch meine Schuld - ich habe am Reißverschluss gefriemelt und ihn damit geweckt. Mir soll's aber auch recht sein. Ich habe kein Gefühl mehr in meinen Fingern und Zehen, mir läuft die Nase und - am schlimmsten - ich habe kein Konfekt mehr.

16:25 Stillen

16:45 Wir essen selbstgemachte haladez (Sülze) mit frischem Brot und ich trinke heißes Wasser mit Johannisbeersyrup. Der kleine Rabe ignoriert Möhren- und Apfelsticks, kaut aber fröhlich auf seinem Beißring herum.

17:15 Der nächste Windelwechsel steht an.

17:25 Der kleine Rabe meckert, motzt, heult und giggelt im fliegenden Wechsel. Wir versuchen, ihm möglichst viel von letzterem zu entlocken. Wir kuscheln und kitzeln, machen Geräusche und singen, das Haselchen spielt Gitarre und wir tragen den kleinen Raben durch die Gegend.

18:00 Das Haselchen bespaßt den kleinen Raben, während ich online Dekoration für den Weihnachtsbaum auszusuchen versuche. Da wir bis jetzt nie einen Baum hatten, haben wir auch keine Dekoration für einen. Stattdessen zicke ich jedoch immer wieder mit dem Haselchen herum und über die Frage "Silber, violett und türkis oder Silber, violett und rot" geraten wir fast genauso in Streit wie über "Lametta vs. Flitterglitterband". Fragen, die die Welt bewegen und im Hause Fleder für einen Ehekrach verantwortlich werden könnten... Letztendlich bewirft mich das Haselchen mit Schokolade (bzw Konfekt).

18:50 Wir haben uns wieder vertragen. Ich entschuldige mich für mein (ehrlich ungerechtfertigtes) Gemaule und Gezicke und wir umarmen uns. Christbaumschmuck haben wir noch immer keinen ausgesucht, vertagen das jetzt aber auf später. Es ist höchste Eisenhusch, dass der kleine Rabe ins Bett kommt. Der ist lustigerweise total unbeeindruckt davon, dass er jetzt normalerweise müde und motzig wäre und hat zum ersten Mal seit dem Aufstehen heute so richtig gute Laune.

19:36 Der kleine Rabe schläft ein. Nuckelt aber noch fleißig, sodass ich bei ihm liegen bleiben muss.

20:00 Der kleine Rabe wacht auf, strahlt mich mit den bezauberndsten Kulleräuglein an und kackt.

20:33 Der kleine Rabe hat nochmal ausgiebig gestillt, dockt ab und schläft ein. Ich liege ganz verdattert daneben, da er sonst viel mehr Begleitung in den Schlaf braucht.

20:50 Ich gönnen mir eine heiße Schokolade mit einem kleinen Schuss spiced Rum.

21:00 Wir essen zu Abend (japanisch-chinesische Reispapier-Röllchen, Fleisch von einer marinierten Schweinshaxe, buntes Gemüse und frisches Brot) und schauen erst Once upon a time und dann The walking dead.

22:30 Ich schreibe ins Babybuch des kleinen Raben, während das Haselchen mich mit zerknüllten Taschentüchern bewirft (jupp, den Mann hab ich ernsthaft geheiratet) und dann den Tisch abräumt.

22:55 Ich mache mich bettfertig. Im "zweiten" Badezimmern, weil im Master-Bathroom der Abfluss des Waschbeckens leckt und weil ich glaube, dass das nebenan laufende Wasser den kleinen Raben weckt.

23:25 Gute Nacht!

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