Samstag, 2. Januar 2016

6 Monate kleiner Rabe

Oh Gott, wie die Zeit vergeht! Jetzt bist du schon ein ganzes halbes Jahr alt. Und ja, du bist groß (ca. 69cm) und schwer (ca. 8200gr) geworden und du hast ganz viel gelernt.

Du suchst ganz bewusst nach der Quelle von Geräuschen und Sprache und drehst dich dazu auch schon mal in die verqueersten Positionen.

Alles, was in deiner Reichweite ist, wird zielsicher gegriffen und in den Mund gesteckt.

Du wechselst Gegenstände mühelos von einer in die andere Hand und mehrere Dinge greifst du sowieso, ohne etwas fallen zu lassen. Schließlich willst du ja ALLES in den Mund stecken.

Du übst das Drehen noch ganz fleißig und versuchst auf dem Bauch manchmal schon, irgendwie nach vorne zu kommen. Da ist dann nämlich kein doofer Arm im Weg.

Du kannst ganz viele Geräusche machen und Worte sagen. Zum Beispiel "Uwe" (oder Uwäää), "Cookie", "OK Google", "De Guo" oder "Ich will". Und irgendwann wirst du auch verstehen, was du da so von dir gibst.

Aber du verstehst auch schon ganz viel.

Du weißt genau, wann Tag und wann Nacht ist.

Du verstehst es sogar, wenn du morgens oder abends beim Umziehen mit etwas spielst und ich dich bitte, mir eine Hand zu geben. Dann lässt du das Spielzeug mit einer Hand los und hilfst meist dabei, diese in den oder aus dem Ärmel zu bekommen. Und auf meine Bitte wechselst du danach das Spielzeug in die jeweils andere Hand.

Du weißt auch genau, wo die Milch herkommt und kannst dich manchmal nachts ganz alleine bedienen.

Du kannst auf die Trommel deines Tambourine hauen und weißt, dass das Krach macht (du machst nämlich immer schon kurz vorher die Augen zu).

Aber das aller beste und schönste ist: Du lachst ganz viel. Viel mehr, als du motzt oder weinst. Manchmal war es sogar schon so, dass du weinen musstes, weil dir etwas weh tat - zum Beispiel deine wachsenden Zähne oder dein Bauch. Und während einer von uns dich herum trug, sahst du den anderen an und lächeltest zwischen zwei Schluchzen.

Du bist einfach so aufgeweckt und so bezaubernd und so voller Liebe, dass man gar nicht anders kann, als dich lieb zu haben.

Es bricht mir fast das Herz, dass ich in nur drei Tagen wieder arbeiten muss und dich nur noch morgens und abends sehen kann. Denn jede Minute mit dir, selbst die, die du mir ins Ohr brüllst oder mich ins Auge piekst, ist einfach nur pures Glück. Und dann werden wir dich auch zwingen müssen, aus einem künstlichen Plastikteil zu trinken. Denn leider kann ich dir meine Brust nicht zu Hause lassen. Könnte ich sie abschneiden und dir geben, dann würde ich das von mir aus auch jeden Morgen für dich tun. Aber leider gibt es Dinge, die wir dir als Eltern nicht abnehmen können. Egal, wie sehr wir es uns wünschen.

Aber ich bin guter Dinge, dass du diese Veränderungen meistert. Immerhin bist du dann halt bei deinem Papa und ich denke ganz viel an dich und komme jeden Tag so schnell wie möglich zu dir zurück.

Ach mein kleines Engelchen, es ist einfach so schön, dass es dich gibt. Ich könnte dich ständig nur drücken...

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