Samstag, 16. Januar 2016

Besuch meiner Familie

Jetzt ist meine Familie schon wieder vor fast zwei Wochen abgereist. Zwei Wochen waren die drei hier. Von Heiligabend bis zum 5.Januar. Meinem ersten Arbeitstag nach der Babypause. Einen ganz ausführlichen 'Bericht' schreib ich jetzt nicht mehr, aber ein wenig festhalten will ich den Besuch doch.

Wir haben letztendlich im 3 Generationen Bett geschlafen. Das Haselchen auf der Luftmatratze im Büro, mein Papa und mein Bruder im zweiten Schlafzimmer und meine Mama, der kleine Rabe und ich im Masterbedroom. So hatten alle die besten Chancen auf genügend Schlaf.

Der kleine Rabe war zwischenzeitlich nachts ein wenig verwirrt und hat das eine oder andere mal bei seiner Oma nach Milch gesucht. Wir fanden es total süß, er total frustrierend.

Die Luft war die meiste Zeit ziemlich scheiße, sodass wir nicht oft draußen waren.

Wir wurden alle fünf krank und hielten einander immer wieder mit Hustenanfällen abwechselnd wach.

Wir gingen alle zusammen zum SWFC, dem Flaschenöffner-Wolkenkratzer. Da hat es unten die genialsten Stillräume, die ich je gesehen habe. Wir gingen zu Fuß hin, daher musste der kleine Rabe dann erstmal trinken. Dann war die Aussichtsplattform bis 15:00 an dem Tag gesperrt und wir gingen erstmal in den Luijiazui Park. In der Warteschlange vor der Eingang zum Turm wurde der kleine Rabe motzig und ich musste "eine Insel mit zwei Bergen" in Dauerschleife singen, bis wir drin waren und es uns allen aus den Ohren kam.

Im 97. Stock auf 410 m Höhe hatte der kleine Rabe dann Hunger. Und keine Geduld mehr. Also setze ich mich auf den Boden an einem der Fenster und stillte ihn mit der besten Aussicht.

Am Ende hatte ich an dem Tag den kleinen Raben insgesamt etwa 6 Stunden lang in der Manduca. Erstaunlicherweise blieben sowohl die Rückenschmerzen als auch seine Motztiraden, die ich beide erwartet hatte, aus. Stattdessen wurde ich abends sowas wie seekrank, wenn ich still stehen blieb und bekam ordentlich Muskelkater in den Beinen.

Meine drei Hübschen waren ansonsten noch alleine im Ocean Aquarium und gemeinsam waren wir spazieren und im Teppanyaki (da allerdings ohne kleinen Raben). Mein Papa hat dort gelernt, mit Stäbchen zu essen. Und meine Mama, die eher in die Kategorie "verschnäkelt" fällt, hat ALLES zumindest mal probiert.

Mein Papa hat den kleinen Raben so zum Lachen gebracht wie sonst nix (oder kaum was).

Wir haben neue alte Fingerspiele entdeckt und der kleine Rabe steht total drauf.

Wir hatten an Silvester viel zu viel zu essen - ganz nach russischer Tradition. Russischer Salat, koreanischer Salat, marinierte Zunge, gebratener Reis, Schweinebraten, Lachs, Käse und Brot. Getrunken hat keiner so richtig viel. Um Mitternacht haben wir eine Flasche Krim-Sekt geöffnet, vergebens auf Feuerwerk gewartet (wir hatten keines, weil man auf Taobao plötzlich keines mehr kaufen kann) und "Happy new year" sowie "Xinnian kuaile" aus dem Fenster gebrüllt. Dazu haben wir in Ermangelung von Blei einfach Wachs gegossen und mein Eichhörnchen mit der Deutung "der Teufel ist ein Eichhörnchen" machte mir nicht gerade Mut. Außerdem hat der kleine Rabe genau an Silvester beschlossen, von nun an plötzlich länger zu schlafen (fast 5 Stunden!). Das war nett und scheint sich zumindest als Trend durchzusetzen. Yeah!

Meine Familie, respektive meine Mama, hat mehrmals unsere ganze Wohnung geputzt. Zum einen, weil es zwischendrin schon wüst aussah (5 statt 2 Erwachsene machen halt auch mehr Schmutz). Und zum anderen, weil uns unsere Ayi an Silvester mal wieder in letzter Minute versetzt hat (worauf hin wir sie gefeuert haben, weil das jetzt so oft passiert ist, dass wir echt keine Lust mehr hatten, schließlich richtet man sich ja auch danach ein). So ein wenig peinlich war mir das ja schon. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber zu Protokoll geben, dass meine Mama mich diesbezüglich halt auch ein wenig verwöhnt hat. Also Memo an mich: Der kleine Rabe muss später mehr bei der Hausarbeit helfen, als ich als Kind, damit er es - im Gegensatz zu mir - gewohnt ist. XD Aber mit 3-4 Leuten putzen (während einer nach dem Baby schaut und einer kocht) geht auch viel schneller und angenehmer, als das mit 2 Leuten zu machen.

Und an einem Morgen kam ich in aller Herrgottsfrühe müde aus dem Schlafzimmer, wo ich gerade den kleinen Raben gestillt hatte, und fand meinen Papa auf dem Sessel. Er hatte so blöden Husten, dass er meinen Bruder wach gehalten hatte und bekam im Liegen kaum Luft, weshalb er dann auf den Sessel umgezogen war. Also verarztete ich noch meinen Papa, suchte ihm Medikamente raus und holte ihm ein Spray. Dabei schoss mir durch den Kopf, dass wir uns jetzt in diesem Lebensabschnitt befinden, in dem man wohl die meiste Verantwortung trägt. Jetzt sind wir so richtig erwachsen. Das ist so richtig seltsam...

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