Mittwoch, 2. März 2016

8 Monate kleiner Rabe

Ich glaube es kaum - schon wieder ist ein Monat rum und mein kleines Baby wird immer größer.

Wo ich anfangs noch das genaue Alter in Wochen wie aus der Pistole geschossen abrufen konnte, stocke ich heute und muss das erstmal nachrechnen. Nur den Monat weiß ich heute genau. Aber das ist schon ok. Bei mir selbst vertue ich mich ja manchmal sogar im Jahr.

Was mir derzeit immer stärker auffällt, ist, wie unterschiedlich etwa gleichaltrige Babies doch entwickeln. Du, mein süßer kleiner Rabe, bist wohl einer von der faulen Truppe.

Während zum Beispiel Pippi von Frau Rabe, die ein wenig jünger ist, schon fleißig krabbelt und sogar damit angefangen hat, sich an Möbeln nach oben zu ziehen, liegst du noch immer den lieben langen Tag herum. Du KANNST dich zwar drehen. Das hast du schon bewiesen. Aber du siehst offenbar keinen Grund dazu. Wir haben schon versucht, deine Spielsachen gerade so weit weg zu legen, dass du sie nicht mehr erreichen konntes und dich hättest drehen müssen, um heran zu kommen. Und was machst du? Streckst den Arm aus, merkst es reicht nicht, seufzt und spielst mit deinen Füßen weiter. Es fehlte nur noch, dass du mit den Schultern zuckst und "meh..." sagst.

Manch andere Male haben wir dich zum Üben auf den Bauch gelegt. Dann hast du so halbherzig versucht, dich zu drehen, aber es klappte meist nicht auf Anhieb. Dann wurdest du ganz schnell motzig, gabst auf und fingst an, ganz herzzerreißend zu heulen, bis wir uns deiner erbarmten.

Genauso faul bist du auch beim Essen. Du hast einen ordentlichen Appetit. Ganz besonders Kürbis und Mandarine haben es dir angetan. Aber irgendwie wird das mit dem Fingerfood nicht so recht etwas. Du greifst ganz wunderbar nach dem Essen. Sogar kleine Dinge wie Erbsen oder Brotkrumen kannst du schon super aufheben. Ja sogar schon mit Daumen und Zeigefinger übst du dabei fleißig den Pinzettengriff. Dann aber zermatschst du alles, klatschst es auf den Tisch, wirfst es herum, öffnest den Mund und schrillst wie ein kleines Vögelchen, bis wir dich füttern. Und wehe wir wagen es, selbst etwas zu essen, während du nicht gerade den Mund voll hast. Irgendwie war das ursprünglich nicht so gedacht... Aber du bringst uns halt immer wieder bei, dass man mit Kindern nicht planen kann. Auch nicht, was man alles toll und gut und richtig machen will. So wie die Sache mit dem Tragetuch...

Gar nicht faul hingegen bist du, wenn es ums Reden geht. Von Flüstern bis Kreischen lautierst du den lieben langen Tag vor dich hin. Da ist ganz viel "Wawawawa" und "aguaguagu". Du lässt die Lippen zu "Bawww Bawww Bawww" vibrieren als wolltest du Motorboot spielen. Du schnalzt mit der Zunge und zischst uns ein "th" entgegen, dass alle Englischanfänger vor Neid erblassen. Daneben versuchst du ganz intensiv, unsere Worte nachzuplappern. So wie neulich, als der Kater zu uns aufs Bett gesprungen kam. Während du ihn interessiert beobachtetest, erklärte ich dir "Das ist eine Katze". Und, kein Witz, du schautest den Kater an und wiederholtes drei Mal "atze".

Wir gehen aber davon aus, dass du nicht gar so schnell wirklich sprechen wirst. Denn, um beim Beispiel der Katzen zu bleiben, heißen die ja nicht nur "Katze", sondern haben beide noch einen Namen. Und der Papa sagt "kisa". Und dann sagen Mama und Papa auch noch beide "cat". Das ist schon ein wenig verwirrend, gerade so am Anfang.

Aber ich bin guter Dinge, dass du das schon hinbekommen wirst.

Ein Wort allerdings kannst du schon ziemlich gezielt verstehen und nutzen: Papa.

Wenn ich so richtig ganz ehrlich bin, macht mich das so ein kleines bisschen eifersüchtig. Aber nur ein bisschen. Denn dass du mich auch sehr lieb hast, weiß ich mit Sicherheit.

Und am aller glücklichsten bist du sowieso, wenn Mama und Papa beide da sind. Dann quietschst du vor Freude, bis uns die Ohren klingeln, zappelst wie wild und schaust immer wieder strahlend von einem zum anderen.

Und wir strahlen zurück. Du machst uns nämlich beide so glücklich, wie nichts und niemand sonst es könnte.

Ach mein Kleiner. Du wirst immer größer. Nicht mehr lange, und ich werde diese Babyzeit mit dir sehr vermissen. Ok, vielleicht nicht, dass du mir derzeit mit großer Vorliebe an den Haaren und Ohrringen ziehst oder meine Augenlider auf und zu schiebst (und dabei ganz schön feste zudrückst...). Aber alles in allem genieße ich jeden Tag, den ich mit dir verbringen darf. Du bist einfach das beste, das ich je gemacht habe. Und ich freue mich so sehr darauf, dich weiter dabei begleiten zu dürfen, wie du die Welt entdeckst und sehen zu können, was du selbst aus dir machst. Danke, dass es dich gibt!

Kommentare:

  1. Meine Mutter sagt, mein erstes Wort sei "Tatz" (Katze) gewesen, weswegen Mama und Papa etwas beleidigt waren.

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    1. Manchmal muss man halt Prioritäten setzen... ;) So eine Katze ist halt ganz spannend und reagiert nicht so vorhersehbar, wie Mama oder Papa. ;)

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