Samstag, 5. März 2016

Tagebuchbloggen März 2016

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" - hier ist meine heutige Antwort:

00:06 Eigentlich wollte ich jetzt schon schlafen. Stattdessen habe ich Spaß auf Twitter. Naja. Jetzt aber Handy auf Flugmodus und ab ins Land der Träume.

5:15 Der kleine Rabe nuckelt an der Brust. Ich werde davon wach, dass die andere Seite steinhart ist und schmerzt. Also klettere ich auf die andere Seite. Mein Baby will derweil weiter schlafen. Ich habe aber keine Lust auf Milchstau und animiere ihn so lange, bis er endlich andockt und ein paar ordentliche Schlucke. Ich habe Durst. Darf mich aber nachts nicht aus dem Schlafzimmer heraus bewegen, da der kleine Rabe sonst sofort hellwach wird und weint. Also schlafen wir einfach weiter.

6:irgendwas Ich habe gerade so schön von Urlaub auf Ko Lanta geträumt, als ein komisches Keuchen in meinen Traum kriecht. Dank des leichten Schlafs einer Mutter bin ich sofort hellwach. Es ist "nur" der Kater. Der klingt manchmal, als würde er ersticken, kotzt dann meistens und springt in bester Laune weg. Ich habe aber keine Lust, beim Aufstehen sofort in Katzenkotze zu treten. Also rollle ich aus dem Bett und leuchte mit dem Handy um zu sehen, wo er steckt. Von unter dem Bett kommt mir ein gut gelaunter Kater entgegen und will kuscheln. Gekotzt hat er nicht. Natürlich ist aber der kleine Rabe sofort aufgewacht und nölt auf der Suche nach mir herum. Ich lege mich zu ihm und kaum bin ich da, schläft er auch schon wieder ein.

7:40 Ich wache auf, der kleine Rabe stillt und wir dösen wieder weg.

7:50 Der Wecker klingelt. Der kleine Rabe ist gleich mit wach, trinkt aber nochmal ein bisschen. Mir fallen die Augen zu, aber der kleine Rabe schiebt mir die Lider wieder hoch. Das macht er derzeit gerne. Dann beginnt er, zu quatschen und ich kann nicht anders, als ihn zu schmusen und zu herzen und mich kichernd ins Gesicht schlagen und an den Ohrringe und an der Nase ziehen zu lassen.

8:22 Nun muss ich mich ein wenig sputen. Ich hole das Haselchen und er übernimmt das Baby-Kuscheln, Herzen und dann auch Felgen putzen und umziehen, während ich mich dusche, schminke und anziehe.

8:50 Frisch geschniegelt und gebügelt stillen wir noch eine Runde. Dabei zieht der kleine Rabe mir am Hals. Ouch, ich muss ihm dringend wieder die Nägel schneiden. Hoffentlich klappt das heute Abend.

9:05 Mein "Auf geht's!" Alarm klingelt. Ich trinke meinen Kaffee aus, ziehe die Schuhe an und verabschiede mich von meinen beiden Jungs.

9:37 Ich komme an meiner Station an und will mir im Family Mart Bautse zum Frühstück kaufen. Es gibt keine mit Gemüse, also gehe ich ohne Frühstück ins Büro.

9:50 Erstmal noch ein Kaffee und Cracker als Frühstücksersatz. In rund 2 Stunden gibt es eh schon Lunch. Meine Mittagspause ist zwar später, aber ich kann einfach am Platz was essen.

10:00 Los geht's mit der Arbeit. Heute ganz viel Picklist und nur 2 1/2 Stunden Telefon den ganzen Tag über. Yeah!

11:50 Pause. Pumpen.

12:30 Die Pause ist vorbei, aber ich habe Picklist und habe mir schon Mittagessen geholt. Reis, Kartoffeln, Chinakohl, Fleisch mit Zwiebeln und Sepia mit Sellerie. Das Fleisch bekommt dann heute Abend wieder das Haselchen und ich freue mich darauf, dass wir hier bald wieder Buffet haben sollen...

14:00 Lunchbreak. Gegessen habe ich ja eigentlich schon. Daher schreibe ich eine private Email und gehe wieder abpumpen. Dabei machen das Haselchen und ich einen Videocall und ich schaue dem kleinen Raben zu, wie er seine erste Erdbeere probiert und beim "Motorboot-bawwwwen" eine halbe Tasse Wasser durch die Gegend spuckt. Danach hole ich mir noch einen Kaffee.

15:00 Zurück an die Arbeit. Jetzt mit Telefon an. Mäh... Ich habe sowas von keine Lust auf Anrufe. Aber natürlich steht das Telefon nicht still. Ist ja auch kein Wunder, wir ersaufen seit rund einem Jahr in Anrufen und Email-Backlog. Das Unternehmen wächst nun schon seit Monaten deutlich schneller, als die Anzahl der Mitarbeiter und das merkt man halt. Ändert aber alles nichts an meiner fehlenden Motivation.

17:00 Pause. Pipi und eine heiße Schokolade.

17:10 Pause vorbei. Wieder Telefon... Und nebenbei mache ich Vorschläge, wie unser Büro nachhaltiger werden könnte und schicke meine interne Bewerbung als Senior ab. Die Teamleiterstelle habe ich vorerst nicht bekommen. Nächste Woche erfahre ich im halbstündigen Feedbackgespräch, woran ich für das nächste Mal noch arbeiten müsste. In der Zwischenzeit kann es nicht schaden, mich dann halt erstmal als Senior zu bewerben.

18:20 Feierabend für heute. Ich habe keinen Bock, meine Sachen zusammen zu packen. Da morgen mit Sicherheit nicht so viele Kollegen im Büro sind, wird schon keiner im hot seat meinen Platz brauchen. Also lasse ich alles liegen, packe meine Milch aus dem Kühlschrank in die Kühltasche und mache mich auf den Weg.

18:46 Ich komme an der Station an. Ich gehe noch Haferflocken und Cola und Milchbrötchen und frische Kokosnüsse für mich kaufen und kämpfe dann mit meinen kaputten Kopfhörern darum, bitte doch noch ein wenig Musik hören zu können.

19:26 Der beste Moment des Tages: Die Wohnungstür geht auf. Dahinter steht das Haselchen mit dem kleinen Raben auf dem Arm. Der kleine Rabe sieht mich, erkennt mich und quietscht vor Freude. Dann will er erstmal meine Brille haben, jauchzt und zappelt aber auch darüber mir an der Unterlippe zu ziehen. Ja, seine "Liebkosungen" werden derzeit ein wenig schmerzhaft...

Anschließend stillen wir erstmal. Und kuscheln. Ich lasse mich noch mehr an den Haaren und den Ohrringen und der Nase ziehen und kratzen. Derweil steht das Haselchen in der Küche und bereitet das Abendessen vor.

Dann halte ich den kleinen Raben ab, wickele ihn und packe ihn in den Schlafsack. Wir stillen, ich singe sein Schlaflied und spiele die Spieluhr ab.

20:30 Der kleine Rabe schläft ein. Als er tief genug zu schlafen scheint, drehe ich mich vorsichtig weg und hole die Taschenlampe und die Baby-Nagelschere.

21:00 Der kleine Rabe wacht auf.

21:15 Und schläft wieder an der Brust ein.

21:17 Und beginnt, zu weinen. Ich nehme ihn auf den Arm. Er macht ein winziges Bäuerchen, schmiegt sich entspannt an mich, drückt sich wieder weg und weint weiter. Ich lege ihn wieder hin und er stillt erneut.

21:24 Und schläft wieder ein.

21:30 Ich nehme die Taschenlampe zwischen die Zähne und fange an, dem kleinen Raben die Fingernägel zu schneiden.

21:47 Fertig und er schläft. Ich schleiche aus dem Schlafzimmer.

21:55 Das Haselchen und ich geraten darüber in Streit, ob er zu viel Tattoo Goo auf seinen Arm schmiert. Natürlich kommen wir dabei auf grundlegende Themen wie wer wem was zu sagen hat und wer was für wen tut und so weiter. Da wir beide müde und gestresst sind, haben wir keine gute Streitkultur und blaffen uns nur noch an.

22:15 Ich habe das Haselchen gefragt, ob er vielleicht seine Tage bekommt. Er fand das nicht so lustig und geht jetzt ins Bett.

22:20 Ich habe mir eine Schüssel mit Essen genommen (buntes Gemüse und Shrimps in Tomaten-Käsesoße und Reis dazu) und stelle mich mit selbiger in der Hand vor das Bett, wo ich die Diskussion weiterführe. Genau die falsche Taktik und das weiß ich eigentlich auch, aber ich bin gerade zu sauer.

22:30 Ich lasse den armen Mann endlich in Ruhe (Unrecht hat er doch!) und esse alleine auf dem Sofa weiter.

22:45 Der kleine Rabe wacht auf. Ich versuche, ihn in den Schlaf zu stillen, damit ich Zähne putzen gehen kann. Aber sobald ich mich bewege, wacht er auf. Dann wird er plötzlich ganz wach, windet sich und weint. Bauchweh, scheinbar.

23:00 Ich versuche, ob Abhalten hilft. Er schreit ganz bitterlich, beruhigt sich, schreit wieder usw. Zwischendrin lässt er Fürze wie wild. Zumindest dabei hilft das Abhalten. Deshalb hatten wir damit ja ursprünglich auch mal angefangen. Nach einer Weile wird er sichtlich müde und ruhiger. Wir ziehen eine frische Windel an und ich packe ihn wieder in den Schlafsack.

Dann versuche ich, mich bettfertig zu machen. Ich muss ihn beim Zähne putzen zunächst auf dem Arm halten, weil er im Liegen nur schreit. Dann geht es plötzlich doch und ich kann sogar mein Gesicht waschen gehen.

23:45 Der kleine Rabe schläft ein. Sehr unruhig, aber er schläft.

0:01 Das Haselchen wünscht mir in Wechat Happy birthday und schweigt dann weiter. Mir jetzt auch wurscht. Ich schlafe jetzt.

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