Montag, 4. April 2016

Tagebuchbloggen April 2016

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" - hier ist meine heutige Antwort:

0:30 Nachdem ich mich nicht loseisen konnte und ewig Infos zu Tragehilfen gelesen habe (weil wir nächsten Monat zum Heimaturlaub in Deutschland sind und die Manduca langsam klein wird und wir in Deutschland dann ja endlich die volle Qual der Wahl haben werden) ist es jetzt endgültig Zeit zum Schlafen.

5:42 Natürlich haben wir zwischendrin nochmal gestillt, aber jetzt werde ich richtig wach und schaue auf die Uhr. Wir wechseln die Seite und schlafen weiter.

Ich habe einen Alptraum und träume, dass der kleine Rabe aus dem Bett gefallen ist. Er hat sich aber mit den Armen abgefangen und es ist alles ok. Ich habe ein endlos hässliches Tragetuch im Schrank und beschließe, das Binden zu üben. Aber der kleine Rabe nuckelt an meinem Handgelenk und das Licht geht nicht an und dann ist da plötzlich ein Geist, der uns beiden Angst macht.

6:50 Der Wecker klingelt und ich bin erleichtert, dass der blöde Traum vorbei ist. Der kleine Rabe schläft weiter und ich schleiche aus dem Bett. Ich wecke das Haselchen, gebe ihm den Babymonitor, hole mir eine Tasse Kaffee und steige unter die Dusche. Dann mache ich mich fertig.

Kennt ihr noch „Der heiße Draht“? Dieses Spiel, bei dem man eine Metallöse um einen Draht herum bugsieren musste und wenn man den Draht berührte hatte man verloren? So ähnlich fühlt es sich an, BH und Top mit einem frisch tätowierten, roten, empfindlichen Arm anzuziehen! Und was ein Segen danach, einen frischen MuMi-Wickel aufzulegen!

8:06 Stillen

8:15 Zu spät! Zu spät! Aber noch im Rahmen. Vor allem, da ich ja heute Training habe und daher nicht eine Minute nach Shichtbeginn als „Verspätet“ dokumentiert wird. Doof halt, dass mein Rad noch am Büro steht, weil es Sonntag Abend geregnet hat.

8:20 Mir fällt ein, dass heute ja der 5. ist und ich fange an, diesen Post (wie ja eh immer auf dem Handy) zu tippen.

8:52 Ich weiß wieder, warum ich Menschen hasse. Ganz besonders Chinesen in der Rushhour. Hier ein paar Beispiele:

- Etwa 50jährigen mann auf dem Gehweg volle Breitseite angerempelt weil er nur auf sein Handy starrte, rechts von ihm andere Fußgänger, rechts von mir geparkte Mopeds und fliegen kann ich noch nicht...

- Auf der Treppe runter zur Metro fast gefallen weil: Wenn 8 Leute nebeneinander auf die Treppe passen, dann kommen einem von unten jeweils 12 Leute nebeneinander entgegen von denen 10 nur auf ihr Handy schauen und fliegen kann ich noch nicht...

- Slalomlaufen um Menschen am Bahnsteig

- Zug kommt an, Türen gehen auf, Handgemenge beginnt weil: Manche wollen raus, manche (mich inklusive) wollen rein, manche wollen drin bleiben und stehen wie die Esel in der Tür weil sie ja dann bei der nächsten Station raus wollen und deshalb nicht weiter ins Innere des Zugs gehen wollen

- Zug kommt an, Türen gehen auf, Handgemenge beginnt weil: Fast alle wollen raus (mich inklusive), ein oder zwei Leute wollen rein, manche wollen drin bleiben und eine ganz besonders helle junge Dame steht direkt an der Tür, will aber im Zug bleiben, stemmt sich mit alle Kraft gegen die gefühlt dröfzigtausen Leute, die aussteigen wollen und hält sich letzen Endes sogar motzend und schimpfend und keifernd an der Haltestange fest als wäre der Fußboden der Station aus Lava und würde sie kurz aus dem Zug steigen und neben der Tür warten, bis alle ausgestiegen sind und dann wieder einsteigen, würden ihr die Beine wegbrennen

- Gedrängel, Vordrängen und Chaos am Ausgang

Dank der viele lustigen Leute, die mir gegen den Arm gerannt sind, brennt mein Tattoo. Zudem knurrt mir der Magen, aber beim Family mart sind die Bautse alle.

9:03 Ein bisschen zu spät, ohne Kaffee oder Frühstück, aber wir haben noch nicht losgelegt, ich habe minen Laptop dabei und den richtigen Raum auf Anhieb gefunden. Teilsieg.

9:05 Das Training beginnt.

11:25 wir haben noch immer keine Pause gemacht und meine Laune ist im Keller. Meine Motivation sitzt im Weinkeller und trinkt sich einen. Besser wird das alles auch nicht dadurch, dass die Aussprache der – eigentlich total lieben – Trainerin mir tierisch auf den Senkel geht. „Lawyer“ statt „lower“, zum Beispiel. Sowas nervt mich.

11:30 Pause. Kaffee, Früchtetee und Cracker stimmen mich ein bisschen versöhnlicher.

13:00 Lunch. Schnell essen. Heute endlich wieder Buffet und sie haben es sogar geschafft, nicht in ALLES Fleisch oder Wurst zu schnibbeln. Stattdessen Tofu, ich bin seelig. Dann muss ich mich ein bisschen abhetzen, um mein tattoo zu waschen, einen neuen Mumi-Wickeln anzulegen und abzupumpen.

14:05 Ein bisschen zu spät, aber wir haben noch nicht angefangen. Puh. Training geht weiter. Mein Arm brennt derweil. Fuuuu... Großflächige Tattoos sind nicht angenehm!

Während des Nachmittags baue ich immer weiter ab. Ich fühle mich fiebrig und elend, meine Schulter tut weh und ich will nur noch nach Hause.

18:00 Endlich Feierabend! Ich fahre mit dem Rad nach Hause. Mein Geisteszustand dabei: Mein Helm hat eine kleine "Lichterkette" eingebaut. Die funzelt so ein bisschen vor sich hin. Also kein Ersatz für die Trillion an Reflektoren, die das Haselchen überall befestigt hat, oder für richtiges Licht, aber es schadet zumindest nicht. Ich schalte also dieses Licht am Helm ein. Es ist noch nicht ganz dunkel und die Straßenlaternen leuchten schon. Also werfe ich auch einen ordentlichen Schatten. So schaue ich also auf meinen Schatten und grübele vor mich hin, warum wohl das Licht nicht an ist. Ich sehe es ja nicht. Bis mir auffällt, dass Licht keinen Schatten wirft. Ich fahre weiter und ungelogen keine drei Minuten später wieder der selbe Gedankengang. Und das insgesamt drei mal auf dem Weg nach Hause.

18:30 Zu Hause begrüßen mich ein leicht gestresstes Haselchen und ein motziger kleiner Rabe. Wir stillen erst einmal. Ich versuche, ihn abzuhalten, aber trotz Unterhaltungsprogramm von Papa wird nur gebrüllt. Also trage ich ihn durch die Gegend, lasse ihn den Kater betatschen, wir stillen noch mehr und versuchen es noch einmal. Diesmal klappt es. Allerdings kippe ich fast vom Wannenrand. Das Haselchen bringt mir ein Glas Wasser und bereitet die Wanne vor, während ich den noch immer irgendwie nicht ganz ausgeglichenen kleinen Raben bespaße. Eigentlich wäre es ja Zeit für einen frischen MuMi-Wickel... Aber nun denn. Baby geht vor und meine Haut heilt schon. Das tut sie immer. Das Haselchen badet den kleinen Raben ganz fix (ich darf ja frisch gestochen nicht in die Wanne) und geht danach zum Kochen in die Küche. Derweil mache ich den kleinen Raben bettfertig.

20:02 Der kleine Rabe schläft ein. Aber nuckelt und nuckelt und nuckelt. Jeder Versuch meinerseits, mich aus dem Bett zu schleichen, wird mit Suchen im Halbschlaf quittiert. So ist das halt als zweibeiniger Nucki...

20:44 Ich dachte, der kleine Rabe würde nun schlafen. Nun ja, falsch gedacht. Ich schließe die Tür hinter mir und er brüllt los.

21:00 Er schläft wieder ein. Und nuckelt und nuckelt und nuckelt...

21:18 Herzschmelzmoment: Ich küsse den kleinen Raben sanft auf die Wange und er lächelt im Schlaf.

21:20 Ich schleiche wieder aus dem Schlafzimmer. Diesmal erfolgreich. Ich wasche mein Tattoo und lege einen frischen MuMi-Wickel auf. Nicht, dass ich grundsätzlich so Öko wäre, aber von jeglicher sonstiger Pflege (sogar nativem Kokosöl!) bekomme ich derzeit Ausschlag. Einzig feuchte Wundheilung mit MuMi funktioniert.

21:46 Wir beginnen, zu essen. Kartoffeln mit verschiedenem Gemüse und Tomatensauce.

Dabei reden wir über unsere Träume von letzter Nacht.

22:30 Wir beschließen, ins Bett zu gehen. Ich putze mir nur die Zähne und ignoriere Vorhaben wie Gesicht waschen oder bloggen.

22:43 Ich gleite ins Land der Träume.

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