Sonntag, 5. Juni 2016

Tagebuchbloggen Juni 2016

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier ist meine heutige Antwort:

2:irgendwas Halb wach warden, Seite wechseln, unruhiges, strampelndes Baby so gut als möglich beruhigen. Dabei feststellen, dass das Haselchen offenbar auch gerade wach und im Bad ist. Yeah, schlechter Schlaf für alle!
 
4:irgendwas Noch einmal das gleiche Spiel

5:56 Und auf ein neues: Seite wechseln, kleinen Raben zurück in den Schlaf stillen. Und entscheiden, weiter liegen zu bleiben. Auch, wenn es nicht einmal eine halbe Stunde ist...

6:20 Der Wecker klingelt und weckt mich tatsächlich auf. Ich fühle mich wie gerädert. Aber immerhin schläft der kleine Rabe noch. Ich schleiche mich aus dem Bett, stelle den Babymonitor auf und gehe in die Küche. Weil ich Gestern vor 22:00 mit dem kleinen Raben eingepennt bin (und das Haselchen ebenfalls nur noch vollkommen fertig im Bett liegen konnte), habe ich kein Frühstück vorbereitet. Also mache ich Kaffee und Weetabix.

6:54 Der kleine Rabe wird unruhig und ist am Aufwachen. Ich gehe zu ihm, um ihn wieder in den Schlaf zu stillen. Allerdings will der Kater auch schmusen. Und stellt sich dabei auf die Beide des kleinen Raben und schnurrt um ihn herum. Woraufhin der kleine Mann wach wird, nach dem Kater greift und – erst ein wenig verpennt, dann hellwach und fröhlich – „Äta! Äta! Äta!“ sagt. Ok, Baby ist nun auch wach. Nur das Haselchen schnarcht noch hörbar im zweiten Schlafzimmer.

7:04 Ich wecke das Haselchen und bitte ihn, nach dem Kleinen zu schauen. Jetzt muss ich mich sputen. Ich hüpfe ins Bad und mache mich in Rekordzeit fertig. Schminke fällt aber hete mal flach.

7:20 Der „Jetzt aber los“-Wecker klingelt. Ich verabschiede mich von meinen Jungs und mache mich auf den Weg. Da es mal endlich nicht regnet, nehme ich das Rad und komme erstaunlich gut durch – ob die Ampeln wohl sonntags anders schalten?

8:00 Ich stelle mein Telefon auf „ready“ und es tut sich, zu meiner großen Erleichterung, erst einmal nichts. Letzte Woche war memorial day in den USA und unsere Telefone standen nicht still, weil gefühlt ALLE Hotels überbucht waren. In den USA überbucht man gerne mal und kümmert sich dann eine feuchten Dreck um die Gäste, die man einfach wegschickt. Dass die Amerikaner offenbar zu Feiertagen gerne reisen und oft NUR mit einem Vorgesetzten sprechen oder auch Überbuchungen einfach mal nicht akzeptieren wollen, macht das dann für uns natürlich nicht einfacher... Aber nun denn, heute ist nicht viel los. Ich schaue, ob es bei meinen noch offenen mass issues noch was zu tun gibt und nutze die Zeit zwischen den Anrufen (die natürlich weiterhin kommen – hier kann ein Agent mal eine Buchung nicht selbst stornieren, weil in der Vergangenheit, da muss eine Auszahlung genehmigt werden), um an meinen Bewerbungsunterlagen zu feilen.

9:40 Pause. Ich hole mir einen Kaffee mit Kakao.

9:54 Pause überzogen. Ooops, naja. Weiter geht’s.

10:42 Meine Kopfschmerzen, die ich seit dem Morgen habe, nerven langsam. Ich nehme eine Ibuprofen.

11:06 Shiiiit. Ich habe Aura. Alles fühlt sich weit weg an und das weiße Dach vor dem Fenster beginnt, zu pulsieren.

11:10 Ich beschließe, das heute mal ausnahmsweise nicht zu ignorieren, bis es eskaliert. Also gehe ich auf „personal time“ und ziehe mich im großen maternity room zurück. Dort lege ich mich aufs Sofa und mache Autogenes Training. Das klappt so gut, dass ich halb einschlafe und irgend etwas von einer toten Maus träume, während ich trotzdem noch höhre, wie die Ayi draußen die Kaffeeeemaschine befüllt und sich mit jemandem unterhält.

11:40 Ich bin wieder an meinem Platz. Es geht mir schon deutlich besser. Die Aura ist noch nicht ganz weg, aber jetzt fühlt es sich mehr wie verpennte geistige Abwesenheit an. Nicht mehr so, als stünde mir ein lustiger Trip bevor (denn tatsächlich – wenn Linien schwimmen, Bilder pulsieren und Wände atmen finde ich das jedes Mal aufs Neue mehr faszinierend denn beängstigend – ganz im Gegenteil zu meiner Umwelt, was wohl auch daran liegen könnte, wie ich in dem Moment dabei aussehe und mich verhalte...).

11:50 Lunchtime. Heute mit Lunchbox weil Wochenende. Natürlich sind in 3 von 4 Gerichten (2 x Fleisch, 2 x Gemüse) Fleisch drin.Aber immerhin, 1 x Spinat. Yeah! Trotzdem hole ich mir im 7Eleven noch ein bisschen Tofu zum Reis und ein paar Instantnudeln just in case.

12:30 Satt geht es zum Abpumpen.

12:55 Lunch ein bisschen überzogen, aber egal. Weiter geht’s. Noch immer ist es relativ ruhig. So dürfte es von mir aus auch gerne bleiben! Ich feile derweil an meinen Bewebungsunterlagen auf Englisch.

15:10 Und wieder Pause. Ich hole mir ein paar Cracker.

15:06 Da ich eh nix besseres zu tun habe, gehe ich wieder auf "available".

16:00 Feierabend! Noch, ja noch habe ich eine Stunde maternity break pro Tag. Allerdings nur noch bis zum ersten Geburtstag des kleinen Raben.

16:28 Ich komme zu Hause an. Der kleine Rabe interessiert sich mehr für meine Schlüssel, denn für mich. Bis ihm einfällt, dass ich ja auch die Brust mitgebracht habe. Dann wird er ganz ungeduldig und brüllt schonmal los, während ich mir noch fix die Hände wasche.

16:36 Der kleine Rabe ist an der Brust eingeschlafen.

17:22 Der kleine Rabe wacht auf. Wir spielen und kuscheln, er foltert den Kater, bis dieser wegläuft und wir freuen uns einfach gemeinsam unseres Lebens.

19:30 Wir essen zu Abend. Pulpo a la gallega für die Großen und Buchstabennudelsuppe mit Fisch für den Kleinen. Zum Nachtisch noch ein bisschen geriebenen Apfel und Birne.

Dann gehen wir baden. Also der kleine Rabe und ich. Das Haselchen räumt in der Zwischenzeit den Tisch ab und spült. Wir baden ausgiebig und mit viel Geplansche. Dann wird der kleine Rabe noch eingeölt. Ich versuche, ihm die Nägel zu schneiden. Aber da er die Schere essen will und sich sehr ärgert, wenn wir ihn nicht lassen, verschiebe ich das wieder auf später. Ob ich ihm wohl auch in einem Jahr die Nägel noch im Schlaf werde schneiden müssen?

Der Papa sagt Gute Nacht, wir lesen zusammen die kleine Raupe Nimmersatt, ich singe unser Schlaflied und dabei stillt der kleine Rabe sich langsam ins Land der Träume.

21:05 Der kleine Rabe ist eingeschlafen. Nun beginnt mein Einsatz. Mit der Melodie von Mission: Impossible im Kopf und der Mini-Taschenlampe zwischen den Zähnen beginne ich, dem schlafenden Raben die Fingernägel zu schneiden.

21:40 Operation geglückt. Nägel gekürzt, Baby schläft. Jetzt noch Frühstück vorbereiten.

22:00 Wir fangen an, Zootopia zu schauen.

22:20 Der kleine Rabe wird wach und ich stille ihn wieder in den Schlaf.

22:40 Und weiter Film schauen. Dabei Zähne putzen.

0:11 So, jetzt aber ab ins Bett. Morgen früh ist die Nacht rum, wie meine Mama immer so treffend sagt.

Kommentare:

  1. Hihi.Das mit den Fingernägeln kenne ich auch. Ich empfehle eine Stirnlampe!

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    1. Hihi, das stelle ich mir amüsant vor. Ich nehme immer so eine Mini Lampe, die wir mal zu irgendwas kostenlos bekommen haben. Der kleine Rabe wacht halt zwischendurch immer mal wieder doch auf und dann kann ich die Funzel schnell verschwinden lassen. Bei der Stirnlampe hätte ich dann die "Sorge", dass er die total spannend findet und so richtig wach wird... ;)

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