Samstag, 16. Juli 2016

Der schlimmste Tag meines Lebens

Triggerwarnung: In diesem Beitrag geht es um Fehlgeburt, Schmerz und Gewalt, insbesondere Gewalt durch Ärzte.

 

 

Warum ich diesen Beitrag schreibe

 

Ich weiß nicht, wie ich diesen Artikel anfangen soll. Und ich weiß eigentlich auch nicht, warum ich mir das eigentlich antue und alles hier noch einmal im Details aufschreibe. Alleine bei dem Gedanken daran, dass ich diesen Blogpost schreiben würde, sind mir in den letzten Wochen schon die Tränen in die Augen gestiegen. Und auch jetzt gerade sitzt mir ein dicker Klos im Hals und ich muss erstmal schlucken. Ja, auch zwei Jahre später sitzt das Trauma noch tief. Und das wird es wohl auch immer tun. Ein Trauma kann man nicht überwinden und hinter sich lassen. Man kann damit leben und umgehen. Man kann auch versuchen, es zu verdrängen, aber das ist nicht so ratsam. Dann werden die seelischen Narben tiefer, als sie es sein müssten.

 

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich euch heute über den schlimmsten Tag meines Lebens (bis heute zuminest*) erzählen will. Weil es manchmal raus muss. Der Schmerz, die Trauer und die Wut. Aber auch, weil es weiter geht. Das Leben geht weiter, ganz egal, welche Scheiße einem passiert. Hier und jetzt und heute bin ich nämlich so unglaublich glücklich, dass ich platzen könnte. Und das kann mir niemand wegnehmen. Egal, was morgen kommt. Das Wissen darum, wie sich pures Glück anfühlt, werde ich ein Leben lang mit mir tragen – ebenso wie das Wissen darum, wie ich eine Ausschabung ohne Schmerzmittel anfühlt. Aber so ist das Leben. Gut und Schlecht. Licht und Schatten. Nicht umsonst ist mein „Motto“ ein Zitat Goethes: „Himmelhochjauzend zum Tode betrübt – glücklich allein ist die Seele, die liebt“.

 

 

Kinderwunsch und Freudentaumel

 

Frühsommer 2014. Das Haselchen und ich hatten beschlossen, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, unseren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Denn dass wir beide Kinder wollten, am liebsten so 3-5, das wussten sowohl er, als auch ich, schon seit unserer Jugend. Also begannen wir das „Basteln“. Und BÄM – gleich im ersten Übungszyklus klappte es und am 2. Juli 2014 hielt ich zum ersten Mal in meinem ganzen Leben einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir freuten uns beide so überschwänglich wie noch nie zuvor über irgend etwas. Sofort begannen wir, Pläne zu schmieden, den ET zu errechnen (gut, wenn Frau genau weiß, wann sie ihren Eisprung hat!), Namen auszusuchen und so weiter. Noch am gleichen Tag ging ich in das nächstgelegenene Krankenhaus (hier in China geht man für alles ins Krankenhaus, niedergelassene Ärzte gibt es nicht) und die Schwangerschaft wurde mir per Bluttest bestätigt. Für einen Ultraschall sei es noch zu früh und ich solle in 4 Wochen wiederkommen, bis dahin sollte man dann auch schon einen Herzschlag sehen können.

 

Wir waren in einem wahren Freudentaumel. Nicht einen Gedanken verschwendeten wir daran, dass wir nicht Ende März ein kleines Baby im Arm würden halten können. Natürlich las ich auch von der theoretischen Möglichkeit einer Fehlgeburt. Aber es war eben genau das: Eine theoretische Möglichkeit.

 

 

Der Anfang vom Ende

 

Genau zwei Wochen später hatte ich eine unruhige Nacht und träumte wirres Zeug. Ich wachte mit leichten Krämpfen auf. Und mit großer Panik. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Aber ich versuchte, diese Stimme in meinem Kopf zu beschwichtigen. Ich ging ins Bad und ich wusste ganz genau: Wenn ich jetzt But auf dem Toilettenpapier finden würde, dann hätte ich mein Baby, unser Baby verloren. Und da war es. Mein Herz schlug bis zum Hals. Aber ich versuchte auch weiterhin, mich zu beruhigen. Alt und braun. Das kommt schonmal vor in der Frühschwangerschaft. Das haben ganz viele Frauen. Das muss erstmal nichts heißen. Aber es wäre doch gut, es vom Arzt abklären zu lassen.

 

Also nahm ich mir einen halben Tag sick leave und fuhr – erst einmal alleine – zum Krankenhaus. Im Taxi wurde aus dem leichten Ziehen im Unterbauch ein richtiger Schmerz. Ich hatte Krämpfe und muste mich am Türgriff festklammern. Aus Angst, lächerlich zu wirken, veratmete ich die Krämpfe nicht (total bescheuert, ich weiß!), sondern biss die Zähne zusammen. Dann stieg ich aus und musste noch ein paar hundert Meter bis zum Eingang zur VIP Station über den Krankenhausparkplatz gehen. Auf diesen paar hundert Metern klappte ich fast zusammen. Ich musste mich an einem Baum absützen, weil mein Kreislauf schlapp zu machen drohte. Irgendwie schaffte ich es dann doch ins Gebäude und den Aufzug und hoch in die VIP Section. Während ich an der Rezeption stand, kam mir die Übersetzerin (dieses Krankenhaus hatte keine englischsprachigen Gynekologen, sondern stellte eine Übersetzerin) entgegen und fragte: „What are you doing here?You were supposed to come in two weeks!“. „Something is wrong. I have cramps and bleedings.“. Also wurde die Ärztin gerufen. Ich sollte derweil warten. Natürlich aber erst, nachdem ich meine consultation fee bezahlt hatte. Während ich so vor mich hin wartete, konnte ich vor Schmerzen und Kreislaufproblemen kaum noch sitzen und mir wurde sehr, sehr kalt. Also half einer Schwester mir, mich auf einer Bank auf die Seite zu legen, brachte mir eine Decke und ein Glas Wasser.

 

 

Traurige Gewissheit

 

Dann kam die Ärztin. Gemeinsam mit der Übersetzerin gingen wir ins Behandlungszimmer. Sie schaute kurz in meine Akte. Dann wurde mir ein frisches Papier auf den alten, ranzigen Gynäkologenstuhl gelegt und ich sollte mich darauf setzen. Beim Ausziehen sah ich, dass das nicht mehr nur ein bisschen altes, braunes Blut war. Die Ärztin untersuchte mich, wobei sie gefühlte drei Kilometer Gazestreifen in mich und mein Blut tunkte. Ich vermute mal, um besser sehen zu können, was in mir so los war. Keine Ahnung, denn mit mir sprach niemand.

 

Kaum wieder angezogen kamen dann die Worte, die ich nicht hatte hören wollen: „You are having a miscarriage.“. Obwohl ich es ja eigentlich schon gewusst hatte, traf es mich wie ein Schlag und schnürte mir die Luft ab. In meinen Ohren rauschte es. Ich wollte zusammenbrechen. Ich wollte weinen. Ich wollte in den Arm genommen werden. Und weinen und trauern um mein Baby, dass ich niemals würde in den Arm nehmen können. Aber ich saß da, in diesem Behandlungszimmer, und wurde einfach weiter abgefertigt. Weder die Ärztin, noch die Übersezterin, ließen mir Zeit. Auch an Mitgefühl kann ich mich nicht erinnern. Stattdessen wurde ich sofort weiter sachlich und trocken aufgeklärt.

 

 

Die Einverständniserklärung

 

Der Zervix sei mit Gewebe blockiert. Das müsse in einem kleinen Eingriff abgesaugt werden. Hier, dafür müsse ich diesen Zettel unterschreiben. Dabei wurde mir ein kleiner, etwa DIN A5 großer Wisch mit chinesischen Schriftzeichen darauf vorgelegt. Ob das wirklich notwendig sei? Ja, das wäre es, denn sonst könnte ich unkontrollierbare Blutungen bekommen, das sei sehr gefährlich. Was genau gemacht würde? Das Gewebe, das den Zervix blokiert, müsste entfernt werden. Ob man denn nicht vielleicht doch einfach abwarten könnte? Nein, das ginge nicht, das sei viel zu gefährlich. Mir fiel das englische Wort für „Ausschabung“ nicht ein. Und in meinem Schock kam ich natürlich nicht darauf, es online nachzuschlagen. Kam nicht auf den Gedanken, in Zweifel zu ziehen, dass diese ältere Ärztin wisse, was sie tue, und nur mein Bestes wolle.Also fragte ich nur:

 

„And will I need a narcosis for this?“ – “No, that is not necessary.”

 

Was ich den da unterschreiben sollte? Die Erklärung, dass ich mit dem Eingriff einverstanden sei und über die möglichen Risiken aufgeklärt worden bin. Welche das denn wären? Es könnte zu stärkenen Blutungen kommen, die man aber ja dann im Krankenhaus gut behandeln könnte. Ich solle doch jetzt bitte endlich unterschreiben, das sei notwendig. Also unterschrieb ich mit zitternden Fingern.

 

Dann riet die Ärtzin mir, ich solle mich zu Hause entspannen und etwas Essen. Ich würde meine Kräfte brauchen. Jetzt würde man noch schnell einen Ultraschall machen und dann sollte ich um 14:00 Uhr zurückkommen.

 

Dann war die Ärztin weg.

 

 

Der Ultraschall

 

Eine Schwester schob mich nun in einem Rollstuhl erst zurück an die Rezeption, um für den Ultraschall zu zahlen und dann durch die Klinik, in den Bereich, in dem die Ultraschallaufnahmen gemacht werden.** Unterwegs brachte ich das Haselchen auf den aktuellen Stand und kämpfte mit den Tränen. Warum, weiß ich bis heute nicht. Also ich meine, warum ich überhaupt kämpfte und sie letztendlich erfolgreich unterdrückte.

 

Da ich aus der VIP Abteilung kam, mussten wir keine Nummer ziehen und warten, sondern ich kam sofort dran. Es wurde herumgeschallt und nach einigen Minuten fragte die US-Ärztin skeptisch:

 

„You are pregnant?!“ – „I was, at least.“ – “Well, now you are not.”

 

Nächste Fausschlag direkt in die Magengrube. Vielen Dank auch für dieses Übermaß an Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Entschuldigung bitte, dass ich ihre wertvolle Zeit damit verplempere, sicherzustellen, dass da nicht doch vielleicht noch ein kleines Menschlein in mir wächst, dessen Leben man VIELLEICHT noch hätte retten können.

 

 

Warum nochmal nachtreten?!

 

Natürlich hätten auch ein paar nett gemeinte Worte oder eine unbeholfene Hand auf der Schulter oder sonst eine Geste mein Baby nicht zurück gebracht. Natürlich kann niemand etwas daran ändern, dass ich eine Fehlgeburt hatte. Das ist eine Tatsache. Aber warum zum Teufel muss man denn in gerade so einem Moment, wenn man vor sich einen Menschen hat, dem es gerade richtig beschissen geht, so kalt und hart sein? Emotional nochmal nachtreten, wenn der andere doch eh schon auf dem Boden liegt? Ja, ein nettes Wort hätte mir mein Baby nicht zurück gebracht. Aber wenigstens hätte es mir nicht noch mehr weh getan, als die Situation an sich es schon tat. Nette Worte ändern nie etwas an einer beschissenen Situation. Nette Worte bringen keine Toten zurück und lindern keinen körperlichen Schmerz (oder zumindest nicht stark). Trotzdem sprechen wir sie. Trotzdem kümmern wir uns normalerweise doch auch um die Menschen um uns, denen es „nur“ emotional schlecht geht. Nicht so jedoch diese Ärzte. Nicht in diesem Krankenhaus. Hier war ich kein Mensch. Hier war ich nichts als eine Nummer, die abkassiert, abgearbeitetet und abgehakt werden musste. Fertig. Der nächste! (ohne „bitte“).

 

Gerne möchte ich ja glauben, dass es dem System hier in China geschuldet ist und dass so etwas in Deutschland niemals passieren könnte. Ich befürchte jedoch anhand vieler Berichte, die ich online gelesen habe, dass das reines Wunschdenken wäre. Auch hier in China habe ich – in einem anderen Krankenhaus nit anderen Ärzten und unter anderen Bedingungen - die Erfahrung gemacht, dass man auch menschlich behandelt werden kann. Und leider müssen offenbar auch viele Frauen in Deutschland und dem Rest der Welt die Erfahrung machen, dass der seelische Schmerz einer Fehlgeburt – inbesondere einer frühen Fehlgeburt – einfach ignoriert wird. Passier ja schließlich so oft. Damit muss Frau rechnen, wenn sie schwanger wird. Da soll Frau sich nicht so anstellen. Kleiner Spoiler: JEDER Mensch muss sterben. Ob die gleichen Ärzte wohl auch meinen, damit muss man halt leben, wenn sie gerade jemandem erklären, dass sein/e Mutter/Vater/Tante/Onkel/Oma/Opa gestorben sind?! Schließlich sterben ja alle. Oder dass der Patient selbst nicht gerettet weren kann? „Was weinen Sie denn? Sie wussten doch, dass Sie nicht ewig würden leben können.“ ?! Oder liegt es vielleicht daran, dass so ein kleiner Embyo/Fötus halt erst so kurz gelebt hat? Also ich hatte mit meinem Ungeborenen eindeutig eine stärkere Verbindung – sowohl körperlich, als auch emotional – als beispielsweise mit den meisten meiner Kollegen. Aber würde hier im Büro jetzt plötzlich jemand tot umfallen, dann hätte JEDER Verständnis dafür, dass ich geschockt wäre und trauern würde...

 

Ich weiß nicht, woran es liegt. Und letztenlich istes auch egal. Fakt ist: Ganz egal, wie kurz man erst schwanger war – ein ungeborenes Kind zu verlieren tut weh. Seelisch wie körperlich. Und eine Frau in diesem Moment wie ein Stück Vieh zu behandeln und kalt abzufertigen, ist scheiße. Egal, von wem und egal wann oder wo.

 

 

Leider nicht das End’ vom Lied

 

Es wäre schön, wenn hier die traurige Geschichte schon zu Ende wäre und nichts als die Trauer über den Verlust und die Wut über solche menschliche Kälte geblieben wäre. Aber leider ging es weiter.

 

Ich fuhr also wieder mit dem Taxi nach Hause. Das Haselchen kam runter und holte mich direkt an der Autotür ab. Inzwischen hatte ich den ersten Schock tatsächlich verdaut und war soweit gefasst. Ich würde trauern müssen. Ich würde die ganzen Emotionen, die ich jetzt gerade nicht fühlen konnte und wollte, zulassen müssen. Das war mir bewusst. Aber jetzt stand noch das „Absaugen des Gewebes“ vor mir und machte mir Angst. Außerdem gab es Organisatorisches zu klären. Und erst einmal wollte ich aus den blutigen Klamotten raus.

 

So informierten wir unsere Familien. Und ich schrieb meinem Teamleiter, was passiert war und dass ich nicht am Mittag ins Büro würde kommen können. Die Antwort kam promt: Ganz viel Mitgefühl und jegliche Unterstützung, wenn wir welchen bräuchten. Um die Arbeit sollte ich mir keine Gedanken machen und wieder auf die Beine kommen. Und dann kurz darauf: nach Abklärung mit HR habe ich jetzt 15 Tage maternity leave***. Währenddessen zwang ich mich dazu, etwas zu essen. So,wie die Ärtzin es mir ja auch geraten hatte. Und ich suchte im Internet nach Informationen darüber, was da am Nachmittag wohl gemacht werden würde, fand aber keine passenden. Schließlich sollte ja nur Gewebe, das den Zervix blockiert, abgesagt werden und es sei keine Narkose notwendig. Das traf auf nichts zu, was ich online fand.

 

Ein wenig ratlos und sehr, sehr nervös fuhren wil also am Mittag wieder ins Krankenhaus.

 

 

Prelude

 

Wie genau wir von der Rezeption in der VIP Abteilung vor den OP-Saal kamen, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall hatten wir erst bezahlen müssen, so wie immer. Und dann standen wir vor der Schleuse. Eine Schwester war bei uns. Ich hatte Angst. Ich hatte solche Angst! Ich wusste noch immer nicht wirklich, was jetzt mit mir passieren würde. Niemand hatte mir irgend etwas mehr erklärt, als die Ärztin am Morgen es getan hatte. Aber ich musste da jetzt rein. Sonst könnte ich unkontrollierte Blutungen bekommen und womöglich sterben. Und das wollte ich ja auch nicht. Das Haselchen war bei mir und war stark für mich. Aber plötzlich sagte die Schwester, er müsse jetzt draußen bleiben. Er dürfe nicht mit hinein. Kurz noch versuchten wir, zu protestieren. Aber das ginge nicht. Und so fügte wir uns. Die Schwester ging mit mir in die Schleuse. Ich bekam kein Krankenhaushemdchen. Ich sollte mich nur unternherum ausziehen. Dann auf den Gynekologen-OP-Stuhl legen. Die Beine hoch und weit auseinander wurden sie mit Klettverschlüssen in den Halterungen fixiert. Ich fragte nicht, weshalb. Ein Teil von mir wollte es gar nicht wissen. Der andere wollte einfach nur weglaufen.

 

Und dann war ich erst einmal kurz alleine. Alleine mit meiner zugeschnörten Kehle, meinem vor Angst und Kälte zitternden Körper und dem Rauschen des Butes in meinen Ohren. Ich starrte an die Decke und wollte nur endlich alles hinter mir haben und nach Hause gehen und mich in mein Bett legen. Mich in den Armen meines Mannes zu einer Kugel einrollen, weinen, die Katze streicheln, weinen und schlafen. Reden und kuscheln und dann, in ein paar Wochen, verdammt nochmal wieder schwanger werden und ein Baby bekommen.

 

Selbst jetzt, während ich diese Zeilen schreiben, zittern meine Finger und mein Fluchtreflex setzt ein. Ich bekomme richtige, körperliche Panik. So mit Tunnelblick und Herzrasen. Ich will weglaufen und mich in eine Ecke verkiechen. Statdessen bleibe ich sitzen und schreibe auf, was mir passiert ist. JETZT würde das Weglaufen auch nichts mehr bringen...

 

Dann kamen die Ärztinnen/Schwestern. Meiner Erinnerung nach waren es allesamt Frauen. Wie viele weiß ich nicht mehr. Sie bereiteten neben meinen Beinen, außerhalb meines Blickfelds, die Gerätschaften vor. Ich hörte Metall auf Metall. Sie trugen alle OP-Masken. Ich konnte kein Gesicht erkennen und ich versuchte es auch gar nicht weiter. Ich starrte an die Decke, fixierte einen Punkt dort und wünschte mich weg und versuchte, mich in mich selbst zu verkriechen. Alles auszublenden, über mich ergehen zu lassen. Dissoziation kann ich. Unwillentlich zu disoziieren ist ein wenig blöd, aber einen entsprechenden Zustand bewusst herbeizuführen, kann manchmal hilreich sein.

 

 

Die Ausschabung

 

Es wurde kalt zwischen meinen Beinen, als man mich größflächig mit rotbraunem, anntiseptischem Zeug einrieb. Ich zitterte und starrte stumm an „meinen“ Punkt an der Decke. Dann kam das – den meisten Frauen wohl so bekannte wie unangenehme – Gefühl der „Schuhlöffel“. Von irgendwo her glaube ich auch ein „Relax!“ gehört zu haben. Hahaha ha ha. Klar. Sonst noch irgendwelche Wünsche? Mein Kiefer spannte sich an. Ich spürte ein starkes Stechen, als mein Muttermund weiter geöffnet wurde. Ich biss die Zähne zusammen. Das ist der Zervix. Genau da muss ja irgendwas entfernt werden, damit der nicht blockiert. Das kann nicht lange dauern. Das ist gleich wieder vorbei. Es geht gleich wieder vorbei. Sie sind gleich fertig. Vielleicht kommt jetzt gleich ein gruseliges Geräusch, so wie beim Zahnarzt, aber dann ist es auch gleich wieder vorbei. Mir traten die Tränen in die Augen.

 

Dann begann scheinbar die „richtige“ Ausschabung. An diese kann ich mich, glaube ich, nicht komplett zusammenhängend in zeitlicher Abfolge erinnern, was ja für ein Trauma nicht unbedingt verwunderlich ist. Alles in allem hat es wohl nur so 10-15 Minuten gedauert, es kam mir jedoch vor, als habe ich mehrere Stunden dort ausgeliefert, hilflos und gequält auf dem OP-Stuhl gelegen.

 

Und so sehr ich auch versuchte, zu disoziieren und mich von meinem körperlichen Empfinden zu trennen – derartige Schmerzen hatte ich noch nie erlebt (und auch seitdem nie mehr wieder – trotz schmerzhafter Geburt) und sie holten mich sofort wieder zurück. In meinen Körper im Hier und Jetzt. Das war nicht mehr nur Demütigung und Angt. Da war nur noch Schmerz in mir. Schrecklicher Schmerz ganz tief in meinem Körper. Dort, wo noch vor wenigen Stunden ein kleiner Mensch in mir gewachsen war, wurde jetzt die Schleimhaut an der Innenseite meiner Gebärmutter mit metallischen Instrumenten abgekrazt. Und ich war live dabei.

 

Unbewusst und unkontrolliert zuckte ich im Stuhl und brüllte durch zusammengepresste Lippen und fest aufeinander gebissene Zähne.

 

Eine Frau fuhr mich an: „Don’t move!“. Aber ich konnte nicht anders. Ich zuckte weiter. Ich glaube es war eine andere Frau, die nun auch zu meinem Kopf kam und mir eindringlich, mit Sorge in ihrer Stimme aber in einem harschen Ton erklärte: „Your can scream. Scream as loud as you can. Scream it all out. But do not move. If you move, we can pierce your uterus. DO NOT MOVE!”.

 

Und es ging weiter. Ich verwendete allen Willenkraft, die ich hatte, um meinen Körper mit Gewalt ruhig zu halten. Und ich schrie. Ich schrie lauter und schriller, als ich gedacht hatte, dass ich es kann. Ich schrie vor Schmerzen und ich hatte Todesangst. Vor meinen Augen begann es zu flimmern und ich hoffte mit jeder Faser meines Seins, ich möge bitte einfach ohnmächtig werden. Das Bewustsein verlieren, um das nicht mehr miterleben zu müssen. Aber mein Körper war nicht so gnädig mit mir. Nach Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, hielt ich es nicht mehr aus. Schreiend und brüllend und weinen und flehend rief ich mit sich überschlagender Stimme: „No! No! No! Stop! I will move!“. Ich glaube, irgend jemand versuchte, mit mir zu sprechen, aber ich rief einfach immer weiter „Stop! Please! Stop! I can’t take this any more! I can’t help it, I will move!Please! Please stop!“.

 

In eine kurze Atempause meinerseits hinein hörte ich dann: „We already stopped. We are not doing anything right now.“. Und tatsächlich: Es fühlte sich noch immer so an, als würden mir Messer im Unterleib stecken. Aber immerhin wurden sie nicht weiter durchgerührt und neue Klingen hinzugefügt. Ich hyperventilierte heftig und weinte und wimmerte immer wieder etwas wie „Please, make it stop. Just put me under. Give me something...“. Dabei nahm ich am Rande wahr, wie das OP-Team sich auf Chinesisch beriet. Nach einigen Momenten ging jemand weg und kam mit jemand anderem wieder. Eine Anästesistin. Die fragte mich dann, wann ich zum letzten Mal etwas gegessen habe. Wahrheitsgemäß erzählte ich von den Nudeln und dem Apfel, die ich mir mittags hineingewürgt hatte. Weil mir ja die Gynäkoligin am Morgen ausdrücklich gesagt hatte, ich müsse etwas essen. Dann, so das niederschmetternde Ergebnis, können sie nichts für mich tun. Und ging wieder. Ich brüllte ihr hinterher „But the doctor told me so!“. Doch es half nichts.

 

Ich war am Boden zerstört. Und wütend. Und verzweifelt. Dann sprach wieder die gleiche Schwester oder Ärztin wie zuvor mit mir. Sie müssten jetzt weitermachen. Sie müssten die OP zu Ende führen. Denn wenn zu viel Gewebe zurückbleiben würde, sei das sehr gefährlich. Ich weinte. Aber ich musste aufhören. Weil ich beim Schluzen bebte und mich ja nicht bewegen durfte.

 

Und wieder blieb mir nichts, als aus Leibeskräften zu schreien und mich mit Gewalt zum Stillhalten zu zwingen. Denn die Vorstellung, die Ärzte könnten meine Gebärmutter verletzen – wovon ich wusste, dass es bedeuten könnte, niemals Kinder haben zu können – war effektiv. Hätte man mir ein Messer an die Kehle gehalten – ich hätte nicht stiller daliegen können. Und so ähnlich fühlte ich mich auch. Bedroht, hilflos, ausgeliefert, erniedrigt, verletzt und verängstigt. Um ein paar meiner Emotionen zu nennen. Wäre ich gläubige, hätte ich wohl gebetet. Darum, dass es endlich aufhört. Und darum, dass es gelingt. Ich keine Komplikationen davontrage und Kinder bekommen kann. Aber vor allem, dass es endlich aufhört.

 

Aber ich bin nicht gläubig. Und so schrie ich. Und schrie. Und schrie „How much longer?“.Und die Ärztin sagte “Maybe five minutes.”. Ich versuchte, die Seunden zu zählen, aber schaffte es nicht. Ich versuchte, mir selbst einen Countdown zu schaffen. Ein Ufer zu sehen, auf das ich zusteuern und an dem ich aus diesem Meer an Schmerz aussteigen konnte, bevor ich darin ertrinken würde. Aber diese Zahl. 300. 300 Sekunden. Es hätten genauso gut 300 Tage sein können. Oder 300 Jahre. Das würde ich nicht schaffen. Nicht aushalten. Nicht durchstehen.

 

Ich glaube, ich weinte. Ich weiß es nicht genau. Auf jeden Fall jedoch rief ich wieder zwischen meinen schrillen Schmerzenensschreien „And now? How much longer?“. „Just one more minute. We are nearly done.”. Auch die Zahl 60 war zu groß, um sie abzuzählen. Beziehungsweise war der Schmerz zu groß, um so lange konzentriert bleiben zu können, um so weit zu zählen. 10, das hätte ich vielleicht noch schaffen können. Glaube ich. Ich weiß es nicht.

 

Irgendwann, eine gefühlte Ewigkeit später, fragte ich (also brüllte ich in meine Schmerzensschreie hinein) wieder: „How much longer?“ und wieder bekam ich die selbe Antwort: „Just one more minute. We are nearly done.”. Jetzt stieg wieder Panik in mir auf. Die Panik, als müsse ich nun für immer hier liegen bleiben und miterleben, wie meine Gebärmutter ausgekrazt wird. Da sollte doch ein Baby drin sein! Keine metallenen Dinger, mit scharfen Kanten, die durch mein Gewebe stechen und mich umbringen oder unfruchtbar machen könnten. „You are fucking lying to me! You just fucking said that before! Stop lying!”.

 

Dann konnte ich nicht mehr. Endgültig. Ich konnte das nicht mehr ertragen. Die Panik übermannte mich. Die Panik und der Schmerz und die Wut und nochmal der Schmerz. Meine Belastungsgrenze war erreicht. Ich konnte einfach nicht mehr. Und so schrie ich aus vollen Lungen „No! Please! Please stop! I can’t! I just can’t! Please, stop it! Please! I beg you!“. Ich lag auf dem OP und bettelte und flehte und weinte und schrie. Das Team beriet sich nochmal kurz und beschloss dann, es gut sein zu lassen. Ich müsste allerdings in zwei Tagen nochmal für einen Ultraschall kommen um zu sehen, ob wirklich genug Gewebe abgetragen worden war oder ob ich noch einmal in den OP müsste. Die Vorstellung war grausam, aber ich konnte wirklich nicht mehr. Meine Kraft, um still zu halten, war aufgebraucht.

 

Dann bekam ich noch eine Plastiktüte mit Antibiotika und Anweisungen, wie ich diese einnehmen sollte. Danach dufte ich mich wieder anziehen und auf ein normales Bett legen. Mit diesem wurde ich dann auf ein Zimmer geschoben, wo ich zwei Stunden zur Beobachtung bleiben sollte.

 

 

„Abortion“

 

Irgendwo bei diesem Prozedere fiel dann ein Wort, dass ich auch zwei Tage später beim Ultraschall wieder zu hören bekam und dass mich zutiefst verletzte und wütend machte: „Abortion“. Ja, so nannte man hier offenbar auf Englisch der Einfachheit halber jede Ausschabung. Aber verdammt nochmal. Ich hatte keine Abtreiung. Ich hatte eine Fehlgeburt. Ich WOLLTE diese Schwangerschaft nicht beenden. Das war alles nicht meine Entscheidung. Ich WOLLTE das doch alles nicht. Ich WOLLTE ein Baby, dieses Baby, behalten. Dann zu hören, ich hätte eine Abtreibung gehabt, tat verdammt weh. So ähnlich muss es sich wohl für ein Vergewaltigungsopfer anfühlen, wenn ihr hinterher noch gesagt wird, sie habe es doch auch gewollt... Wäre ich dazu emotional und körperlich in der Lage gewesen – ich wäre den jeweiligen Leuten am liebsten mit dem nackten Arsch ins Gesicht gesprungen. Aber das war ich nicht und so korrigierte ich jeweils nur, einmal ton- und kraftlos, einmal scharf gezischt „Miscarriage!“.

 

 

Zur Beobachtung

 

Als ich auf dem Zimmer lag, in das immer wieder der gestank von Zigarettenrauch zog, lies man endlich das Haselchen zu mir.

 

Und so lag ich, eingerollt in der Embryonalstellung, in diesem Krankenhausbett und blutete vor mich hin. Ich muss wohl wie ein richtiges Häufchen Elend ausgesehen haben. Gefühlt habe ich mich so allemal. Ich war leer und aufgebraucht. Ich hatte keine Kraft mehr, konnte kaum einen Finger heben. Ich weinte leise und immer wieder ächzte und stöhnte ich vor Schmerz auf und krümmte mich zusammen. Ich konnte kaum sprechen. Das Haselchen hielt meine Hand, streichelte mir über den Kopf und litt mit mir. Jedes Mal, wenn ich aufstöhnte, konnte ich sehen, wie er alterte. Er hatte Sorge um mich und in diesen zwei Stunden hat er seine ersten grauen Haare bekommen.**** Er weinte nicht. Nicht in diesem Moment. Aber wenngleich er in seinem Leben selbst in der Vergangenheit Dinge durchmachen musste, die man niemandem wünscht und die manch Anderen vielleicht komplett kaputt gemacht hätten, selbst wenn er – traurigerweise – sozusagen „erprobt“ im Durchmachen von traumatishen Erlebnissen ist, hat dieser Nachmittag ihn gezeichnet. Uns beide.

 

Zwischendrin versuchte er, eine Schwester zu finden, die mir doch endlich Schmerzmittel geben sollte. Aber die vertröstete nur auf später, es würde ja gleich besser werden, und ward nie wieder gesehen. Später dann suchte er vergebens nach einer Krankenschwester, wollte mich aber auch nicht zu lange alleine lassen oder zu weit weg gehen. Irgendwann dann dämmerte ich weinend weg.

 

Als die zwei Stunden vorbei waren, kam endlich zufällig jemand vorbei und bejahte, dass wir jetzt nach Hause gehen dürten. Ich wurde nicht untersucht oder angeschaut, kein Blutudruck gemessen oder sonstwas. Obwohl ich noch immer kaum stehen konnte, bekamen wir auch keine Hilfe, geschweigedenn einen Rollstuhl. Also stütze mich das Haselchen (oder trug er mich?) und wir gingen durch die leeren Krankenhausflure zum Parkplatz und fuhren mit dem Taxi wieder nach Hause.

 

 

Nach“sorge“

 

Bei der Kontrolle zwei Tage später trafen wir wieder auf die Ärztin, die gemeint hatte, eine Narkose sei nicht notwendig. Das Haselchen brüllte die halbe VIP-Abteilung zusammen, aber sie ignorierte ihn einfach als sei er Luft und sagte mir dann, das sei in China so üblich und ich wäre dann halt wohl besonders empfindlich. Wie sich diese verbale Ohrfeige angefühlt hat, muss ich wohl nicht genauer ausführen. Allerdings hat sie mich weiger hart getroffen, als ich vermutet hätte. Denn dass ich nicht einfach nur eine Mimose bin, die sich anstellt, war mir voll bewusst. Wäre das alles so easy peasy, dann wäre der Standard keine Vollnarkose. Letztendlich konnte ich über diese Ärztin nur den Kopf schütteln.

 

Niemand hat sich jemals bei mir entschuldigt für die falschen Informationen oder den Vorgang an sich. Wir haben das Ganze dann nicht mehr weiter verfolgt. Nicht noch mehr Kraft und Nerven investiert. Aber ich warne hiermit eindrücklich davor, jemals das Changning District Central Hospital (VIP Section) zu betreten!

 

 

Was bleibt

 

Es war dann zum Glück alles soweit ok, dass ich nicht ein zweites Mal in den OP musste. Und – wie man hier ja überall nachlesen kann – weniger als ein Jahr später habe ich ein wunderbares, gesundes, tolles kleines Baby bekommen.

 

Für mich ging also letzendlich doch alles gut aus.

 

Das Trauma wird wohl bleiben. Jede vaginale Untersuchung ist für mich ein Graus und ohne ganz viel Selbstbeherrschung und Konzentration nicht zu schaffen. Aber trotzem hatte ich Glück. Ich hatte das Glück, dass es keine Komplikationen gab. Ich hatte das Glück, dass ich einen liebenden Mann an meiner Seite hatte, der sich um mich gekümmert hat. Ich hatte Glück im Unglück.

 

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele Frauen auf der ganzen Welt ähnliche Situationen erleben und nicht so viel Glück haben.

 

Für mich leite ich aus dem schlimmsten Tag in meinem leben drei Dinge ab:

 

1. Ganz egal, welche Scheiße dir passiert: Du kannst trotzdem glücklich werden! Vielleicht nicht heute und vielleicht auch nicht morgen, aber du hast so lange du lebst die Chance, dein Glück zu finden. Immer. Und das kann dir nichts, was gestern passiert ist oder was heute passiert, kaputt machen.

 

2. Ärzte sind bei Weitem nicht unfehlbar. Natürlich wusste ich das schon vorher. Aber vielleicht sollten sich das manchmal auch Ärzte bewusst machen. Genauso wie die Tatsache, dass Ärzte nur Menschen sind – ihre Patienten jedoch auch. Und so sollte man sich einander auch behandeln und begegnen.

 

3. Liberale Abtreibungsgesetze sind verdammt wichtig. Ich will mir gar nicht genauer überlegen, wie viele Frauen und Mädchen weltweit genau solche Schmerzen durchstehen, wie ich sie an diesem Tag hatte, dabei aber in irgend einem schmuddelligen Hinterzimmer liegen und aufgrund der hygienischen und sonstigen Bedingunen und der fehlenden Antibiotika ganz real und wirklich um ihr Leben bangen müssen. Und es vielleicht sogar in der Folge verlieren. Oder danach niemals Kinder bekommen können. Oder erst viel Geld bezahlen und dann dafür auch noch ins Gefängnis müssen. Nur, weil ein paar „Konservative“ (ich würde in dem Zusammenhang ja den Begriff „frauenfeindliche Arschgeigen“ vorziehen) in ihrem jeweiligen Land Gesetze durchgesetzt haben, die eine Abtreibung in ihrer Situation illegal machen (so, wie in Polen jetzt JEGLICHE Abtreibung verboten und mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft werden soll – auch bei Lebensgefahr, nach Vergewaltigung oder Inzest usw.). Sowas darf einfach nicht sein. Keine Frau, kein Mädchen, sollte so etwas über sich ergehen lassen müssen. Egal, aus welchen Gründen.

 

 

So. Und jetzt fühle ich mich tatsächlich besser. Also vielleicht noch etwas gelernt: Wenn dir etwas Schlimmes passiert, rede darüber und fresse es nicht in dich hinein.

 

 

 

 

*Nein, das ist nicht pessimistisch. Das ist reiner Realismus – da ich nicht vorhabe, Morgen Früh tot umzufallen, kann noch viel passieren. Tolles, sowie auch schreckliches, bevor mich das zeitliche segnet.

 

** In China läuft das alles ein wenig anders. Auf jeden Fall mussten wir dazu einmal quer durch ganze Krankenhaus, in einen Bereich, in dem Männer gar keinen Zutritt haben und in dem nur geultraschallt wird – mehrere Frauen gleichzeitig im gleichen Raum, teilweise eben auch vaginale US, weshalb auch keine Männer rein dürfen. Im Übrigen auch keine werdenen Väter...

 

*** DAS ist was Gutes am Chinesischen Arbeitsrecht: Für eine Fehlgeburt vor dem 4. Monat bekommt man 15 Tage bezahlten Mutterschutz, um sich davon erholen zu können. Danach sind es 42 Tage.

 

**** Kein Witz und keine Rhetorik

Kommentare:

  1. Es war nicht einfach, das zu lesen, ich habe sehr mitgelitten. Das tut mir einfach nur wahnsinnig leid. Das ist so grausam. Psychisch und physisch und überhaupt - mir fehlen die Worte und ich nehme dich virtuell in den Arm.

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  2. Oh mein Gott, das hört sich alles so schrecklich an. Mir selber blieb (und bleibt...Familie ist komplett ) solch eine Erfahrung zum Glück erspart.
    Aber beim Lesen ist es mir echt kalt den Rücken runter gelaufen. Solch ein Drama und dann noch in einer anderen Kultur! Hut ab!!!
    Umso schöner, dass es wenigstens ein happy End mit eurem kleinen Raben gab. Alles Gute und toll, dass du darüber schreiben/sprechen kannst, das hilft bestimmt auch anderen Betroffenen. VG aus Deutschland Janina
    P.S. Deinen Blog lese ich wahnsinnig gern.

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  3. Ach. Du. Scheiße. Mir fehlen die Worte. Ich habe beim Lesen deine Schreie gehört und mir hat sich der Unterleib zusammengezogen. Ich bin so froh, dass deine kleine Familie dir ein solches Glück beschert und so wütend, dass dieser Schmerz und die Verzweiflung für immer in dir sind. Was für eine riesige Scheiße.
    Viele entsetzte, aber auch dankbare Grüße für diesen Beitrag.
    Sophie

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