Sonntag, 3. Juli 2016

Der 1. Geburtstag des kleinen Raben

So, jetzt haben wir also zum ersten mal Geburtstag gefeiert. Also als Eltern. Das ist ja irgendwie nochmal was anderes...


Ich habe einen totalen Faible für stimmige Mottoparties, Themenoutfits, Farbschemen und all das. Dementsprechend beigeistert bin ich immer wieder, wenn ich auf Blogs Beiträge über die ganzen (teilweise echt aufwendigen und verdammt kreativen!) Themen-Kindergeburtstage lese. Wenn da alles zusammenpasst jubelt mein innerer Monk (von dessen Existenz man ja normalerweise bei dem Chaos, das ich überall hinterlasse, nicht viel zu spüren bekommt) vor Freude auf!

Ich hoffe sehr, dass ich dem kleinen Raben mit solchen Sachen später auch eine Freude machen kann.

Aber zum ersten Geburtag haben wir es insgesamt ein weniger ruhiger angehen lassen. Trotzdem hatten wir ein „Thema“, nämlich Autos. Und Farben, nämlich rot und blau. Da könnte man jetzt meckern von wegen Gegendere und bal bla blubb. Aber Fakt ist: Er hat einen totalen Narren gefressen an allem, was Räder hat. Vor allem seine beiden Aufziehautos, aber auch Autos auf der Straße draußen, dem Kinderwagen, Papas ferngesteuertem Auto, meinem Fahrrad... Alles, wo sich was dreht und sich dann bewegt. Deshalb also Autos. Und dazu passt blau und rot für mich einfach, weil das so ist.   

Am Vorabend buk ich, nach der Spätschicht und immer wieder unterbrochen dadurch, dass der kleine Rabe noch nicht genug Mama getankt hatte und etwa alle 5 Minuten wieder aufwachte und stillen wollte, Muffins. An sich ein sehr gesundes und zuckerfreies Rezept, ursprünglich auch vegan, von der Ökohippierabenmutter. Allerdings machte ich noch Schokolade dran. Ein bisschen Trinkschokoladenpulver sowie einige Stücke gute „Kazachstan“-Schoki (in ungleichmäßig große Stücke gehackt) und als Krönung auch noch in 4 von 6 Muffins einen Hershey’s Kiss mit Haselnuss. Da wir nicht genug reife Banene da hatten, konnte ich nur 6 Muffins machen.

Muffins in the making 

Das Haselchen war dann auch müde und ging ins Bett. Ich jedoch war total aufgedreht. Als sei es Silvester oder so. Also blieb ich noch wach und bereitete weiter vor.

Ich pustete die Luftballons auf, baute den Muffin-Ständer zusammen, suchte die Geburtsgaskerzen und packte alle Spielsachen aus ihren Plastikhüllen aus. Auf Geschenkpapier verzichteten wir dieses Jahr noch. Zum einen, weil es für den kleinen Raben noch nicht so den Unterschied macht und zum anderen, weil er das höchstwahrscheinlich eh nur würde in den Mund stecken wollen. Er versucht derzeit, alles, was er zerreißen kann, auch zu essen (und jedes einzelene Katzenhaar, das er in die Finger bekommt, ebenfalls).

Ohne Geschenkpapier, aber das gab es bei uns zum ersten Geburtstag 


Dann ging auch ich schlafen.

Am Samstag wachte der kleine Rabe wie immer mit bester Laune auf. Kurz vor 8, nachdem er mich schon über 2 Stunden beim Dauernuckeln ständig getreten hatte... Aber hey! Geburtstag!

Als aller erstes holten wir die Ballons ins Schlafzimmer. Und der kleine Rabe flippte fast aus! Wir hatten solche „Folien“-Ballons gekauft, wie man sie normalerweise mit Helium füllt. Ein blaues und ein rotes Auto (leider gabe es nur „Cars“ von Disney). Und jetzt wurde die erstmal bestaunt, vor lauter Freude mit hektischem „Äta! Äta! Äta Ätaätaätaätaäta! AAAaaaaahhhh“ angeschrien, geschüttelt, geworfen, weggestrampelt, gekniffen und so weiter.

Grimassen schneiden sollte olympisch werden... 

Da hat jemand die Kamera entdeckt 

Die Ballons waren wohl das zweitbeste Geschenk

Als der kleine Rabe damit soweit durch war und sich ein wenig beruhigt hatte, gingen wir Richtung Frühstückstisch. Unterwegs sah er schon auf dem Arm die Geschenke, ließ sich aber doch erstmal überzeugen, einen Muffin zu probieren. Das Kerze auspusten übernahm ich dann doch noch schnell, bevor er volle Lotte in die Flamme gelangt hätte. Aber da ich mir recht sicher bin, dass er das mit dem Wunsch zum Geburtstag noch nicht kennt, habe ich ihm wohl keines Wunsches beraubt. Der Muffin wurde dann fachgerecht erlegt und massakriert, während die Schokolade gleichmäßig auf Händen, Armen, Gesicht, Tisch und Hochstuhl verteilt wurde. Selstsamerweise bekamen seine Klamotten so gut wie nichts ab. Aber offenbar schmeckte es ihm.


Feuer hat einfach eine besondere Faszination... 

Wir stießen derweil mit einem blauen Sekt (der kam echt so aus der Flasche, schmeckte aber auch mehr nach Limo denn nach Sekt) und einem Grenadine-Wasser auf ihn an.

Auch der Kater will wissen, was das ist 

Sogar die Getränke passen zum Farbschema^^

Dann ging es (nach einem kurzen Boxenstopp zum Händewaschen) an die Geschenke. Und BÄM hatte er sich sofort in sein Rutscheauto verliebt. Wir fuhren ihn darauf ein bisschen durch die Gegend, aber noch viel toller fand er es, daneben zu sitzen und es selbst hin und her zu schieben und an den Reifen zu drehen.

Die Jungfernfahrt 

So spielte und spielte er, während das Haselchen in der Küche hantierte.

Nach nur drei Stunden wurde der kleine Rabe dann bereits motzig und müde. Wir legten uns zusammen hin und er schlief fast zwei Stunden lang, während auch ich eine Mütze Schlaf nachholen konnte. Das Haselchen werkelte derweil weiter in der Küche.

Nach dem Aufwachen gab es Mittagessen für den Raben und Kaffee für mich. Schon da musste ich das Auto herbei holen, weil er sich sonst beim Essen immer wieder umdrehte, zum Auto zeigte und ganz aufgeregt „Äta! Äta!“ sagte. Zwischendrin fiel mir dann auf, dass wir nun ja nur noch 3 Muffins hatten, wovon einer noch ohne Nuss und damit für den Raben reserviert war. Aber später würde noch ein Bekannter zu Besuch kommen und dann hätten wir ja gar nicht mehr genug Kuchen für alle... Also buk – trotz Protest des Haselchens und letzendlich auch total unnötig - ich noh ganz fix eine zweite Ladung Muffins – diesmal mit Zucker und Vanillezucker und dem ganzen ungesunden Kram. ;-)

Einmal frisch aufgefüllter Muffin-Ständer 

Wir skypten mit Babula und meinen Eltern. Das Handy des Haselchens vibrierte dauernd, weil seine ganze Familie auf Whatsapp gratulierte und Freunde sich über vk meldeten. Und über Twitter kamen auch ganz viele Glückwünsche für den kleinen Raben (über die wir uns sehr gefreut haben!).

Aber, um ganz ehrlich zu sein, ich vermisste es schon, dass es kein „normaler“ Geburtstag sein würde. Also keine Familie zu Besuch, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und so. Aber es kann halt niemand einfach mal schnell in den Flieger steigen für einen Nachmittag mit Kuchen...


Am Nachmittag kam dann aber ja doch Besuch. Wir redeten, das Haselchen kochte, der kleine Rabe spielte mit dem und lernte das Wort für „Auto“ (was wir jetzt sowohl auf Deutsch, als auch auf Russisch besser nicht mehr sagen, wenn er gerade NICHT mit dem Auto spielen kann oder soll, weil er dann nämlich wieder dran denkt und zu heulen beginnt, wenn er dann eben nicht zum Auto kann). Außerdem spielte er zum ersten mal in seinem Leben Memory. Zwar mit aufgedeckten Karten, aber er hatte trotzdem sicht- und hörbar Spaß daran, die Paare zu finden.

Memory 

Erstaunlicherweise war er dann schon wieder recht bald müde und hielt nochmal ein zweites Nickerchen.

Dann aßen wir eine ganze Weile. Es gab Pulpo a la gallega, Glasnudelsalat und chinesischen Gurken-mit-Erdnuss Salat für die Erwachsenen und Gemüsesuppe, Tomatensuppe mit Reis und Fisch, Kartoffeln, Glasnudelsalat und Muffin für den Kleinen.

Wir spielten noch ein bisschen, dann verabschiedete „Djadja Loscha“ sich und der kleine Rabe aß nochmal eine zweite Portion. Danach ging es ab in die Wanne und ins Bett für ihn, wo er dann erstaunlich gut schlief, während wir einen guten Wein öffneten und seit Langem mal wieder ganz entspannt bis nach Mitternacht beisammen saßen und einfach redeten und redeten und redeten.

Ein bisschen Paar-Zeit 


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