Mittwoch, 10. August 2016

Mein Mann die Glucke

Ich liebe das Haselchen ja wirklich sehr. Er ist der beste Ehemann, den ich mir nur wünschen könnte. Und er ist absolut der beste Papa, den ich mir für unseren kleine Raben nur wünschen könnte. Aber ich muss einfach mal loswerden, wie amüsant ich es finde, dass er auch die größte männliche Glucke ist, die ich kenne.

Es gibt ja immer diese ganzen mehr oder minder lustigen Bilder dazu, wie „salopp“ Väter angeblich mit ihren Kindern oder Babies umgehen. Das kann ich für uns auf keinen Fall bestätigen. So von wegen am Fuß haltend tragen, nicht wissen nicht wie ein Body angezogen wird, sperren sie in Käfige um in Ruhe Konsole spielen zu können usw. All sowas ist bei uns gar nicht. Aber so absolut und überhaupt gar nicht. denn das Haselchen betüddelt und behütet einen Sohn fast wie ein rohes Ei.

Was im Übrigen noch, wie ich finde, viel amüsanter wird, wenn ich dabei bedenke, wie er aussieht: Fast 190 cm, 115 kg, lange schwarze Haare, langer schwarzer Bart, viele Ringe, mehrere Piercings, einen Arm komplett volltätowier, auf einer Hand einen Totenkopf, auf der andere eine Schlange tätowiert und grundsätzlich IMMER irgendwas mit Totenköpfen und Nieten an sich. Also jetzt nicht unbedingt so der behütend-mütterliche Typ, wie man ihn sich im Allgemeinen vorstellt...

So sieht Vaterliebe auch aus 

Es wird so ganz langsam aber sicher ein wenig „besser“*, aber er behütet den kleinen Mann trotzdem noch immer sehr.

Wenn ich nicht zu Hause bin, lässt er den kleinen Raben nie mehr als 2 Minuten aus den Augen. Und das auch nur, wenn er irgendwo sitzt, wo er sich weder wehtun, noch irgend etwas, das er nicht essen sollte, essen könnte (Taschentücher etc). Der Kleine sitzt also auch auf seinem Spieleteppich im Wohnzimmer mit einem Kissen hinter sich nie länger als 2 Minuten alleine. Für das Haselchen heißt das auch, dass er, so lange ich nicht zu Hause bin, keine Haare waschen geht. Zum Beispiel. Er kocht auch immer erst dann, wenn ich von der Arbeit zurückgekommen bin. Also zumindest für uns bzw. für sich.

Für den kleinen Raben kocht er regelmäßig (nicht täglich, da er auch was einfriert). Immer eine Extraportion abseits von unserem Essen wegen der Gewürze, aber mit genauso viel Phantasie und Hingabe wie für uns. Er hat jetzt sogar schon angefangen, es toll anzurichten. Und ich bin mir sicher: Sobald der kleine Rabe das ein bisschen mehr zu schätzen weiß, wird er ihm auch die dollsten Lunchboxen packen. Ich sehe uns schon hunderte von Euros für Bentosets etc pp raushauen... ;-)

Papa ist ein richtiger Sternekoch 

Der kleine Rabe hat, seit er bei uns ist, noch nie länger als 1-2 Minuten weinen müssen. Und das dann in wirklichen Ausnahmesituationen, wenn er schlief, nur einer von uns alleine zu Hause war, und der Kleine genau dann wach wurde, wenn derjenige gerade das Katzenklo sauber gemacht hat (wo man den Babymonitor nicht so aufstellen kann, dass man ihn sieht, sondern halt erst was hört, wenn es dann schon etwas lauter ist) und sich noch schnell die Hände waschen musste zum Beispiel. Ansonsten reagiert das Haselchen sogar noch schneller als ich auf Bekundungen von Unmut. Beispielsweise abends warte ich inzwischen immer erstmal ein bisschen ab, wenn der kleine Rabe unruhig wird. Also ich lasse ihn nicht weinen oder gar schreien, aber wenn er im Begriff ist, aufzuwachen, im Halbschlaf mit den Armen wedelt oder den Beinen strampelt und leicht griesgrämige Laute von sich gibt, warte ich erstmal ab, ob er sich nicht vielleicht doch wieder beruhigt und weiter schläft. Das bringt mir regelmäßig böse Blicke und Schimpfe vom Haselchen ein.

Und tja, dass der kleine Rabe unter MEINER Obhut einmal vom Bett gefallen und einmal in der Wanne weggeflutscht und halb eingetaucht ist, das trägt mir das Haselchen bis heute noch nach. Denn bei IHM ist so was noch nicht einmal im Ansatz passiert – und ich schätze, das wir es auch in absehbarer Zukunft nicht...


* Nicht, dass ich es "schlimm" finden würde. Ich finde das toll und unglaublich süß. Also ihr wisst schon, was ich mit "besser" meine...

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