Donnerstag, 22. September 2016

Der kleine Rabe krabbelt

Hier, nachträglich fix eingefügt: Heute hat der kleine Rabe angefangen zu krabbeln. Woohoo!

Gothic Friday: The Internet is for.... EVERYTHING!

Bei uns geht es derzeit hoch her. Wir haben die definitive Zusage für die Wohnung bekommen und ziehen Anfang des Jahres nach Leipzig. Von der längsten Anreise zum WGT zur kürzesten... ;-) Ich habe heute meinem Teamleiter meine Kündigung angekündigt und wir warten gerade noch auf den Kostenvoranschlag des zweiten Umzugsunternehmens... Also viel Tumult hier bei uns.

 

Aber trotzdem habe ich jetzt mal eine ruhigen Moment (den ich im Büro gerade eh nicht viel anders nutzen kann) und will versuchen, auch weiter beim Gothic Friday mitzumachen.

 

Internet als Thema?

 

Das Thema für diesen Monat fand ich auf den ersten Blick irgendwie... Unerwartet. Es geht um das Internet. Unerwartet fand ich es deshalb, weil für mich das Internet einfach da ist. Ich nutze es täglich und es gehört fest zu meinem Alltag. Ich bin mit ihm zusammen groß geworden und könnte nicht mehr darauf verzichten. Absolut nicht. Natürlich ist es nicht wie die Luft zum Atmen oder etwas zu essen, dass ich ohne Internet Qualen leiden würde. Aber ich könnten nicht mehr darauf verzichten so, wie ich auch nicht auf Elektrizität oder fließend Warmwasser oder eine Mikrowelle in der Küche verzichten kann. Also so, dass man zwar auch ohne leben und auch mal eine Zeit ohne genießen kann, aber man merkt doch immer ganz deutlich, dass es fehlt.

 

Ich lese Nachrichten online, ich habe den Großteil meiner sozialen Kontakte online, ich bestelle meine Kleidung, Schuhe und Accessoires online, genauso wie Spielsachen, Dinge des täglichen Bedarfs etc, ich buche meinen Urlaub online, ich arbeite bei eCommerce-Unternehmen, ich bestelle mein Essen online, ich finde meine Musik online, ich finde die Filme und Serien die ich schaue online, ich suche nach Jobs online, ich suche nach Wohnungen online, ich informiere mich über alle möglichen Themen online, ich sehe die Wettervorhersage online,...

 

Ich finde es trotzdem doof, wenn auf einer Party jeder nur ständig an seinem Handy klebt und die erste Frage die nach dem Wifi Passwort ist. Keine Frage. WENN ich schon aus dem Haus gehe, dann ist das doof und es ist auch einfach unhöflich. Aber, seien wir ehrlich, da kann das Internet nix für. Die gleichen Leute könnten dann auch offline an einem Gameboy daddeln oder telefonieren. Oder sich von mir aus mit der Katze statt mit den Menschen unterhalten (das war früher immer so meine Rolle...).

 

Dann jedoch fiel mir ein, dass andere Menschen mit dem Internet ja wirklich ganz anders umgehen und es ganz anders sehen. Und dass die Selbstverständlichkeit, mit der ich das Internet sehe, selbst für meine Generation und ganz besonders für die vorhergegangenen eben nicht unbedingt der Standard ist.

  

 

Internet und Schwarzsein

 

Auch hier sah ich zunächst keinen Zusammenhang. Ich gehöre der schwarzen Szene an und ich bin online. Jupp. Ich trage auch schwarz und stelle mein Essen in die Mikrowelle, wenn es kalt ist. Ich fahre mit düsteren Songs auf den Ohren in der U-Bahn. Aber ich würde nicht großartige über Mikrowellen und Schwarzsein oder U-Bahn fahren und Schwarzsein nachdenken... Dann jedoch fiel mir ein, dass das ja alles nicht immer so war.

 

Also ja, das Internet ist eine riesen Bereicherung für mein persönliches „Schwarzsein“, weil ich so mit anderen Menschen, die ähnlich ticken, in Verbindung kommen und bleiben kann, egal, wo ich bin. Dazu geht das alles vergleichsweise anonym und bequem von zu Hause aus. Allein schon der Austausch, der hier, im Zuge des Gothic Friday, stattfindet, ist diesbezüglich eine riesige Bereicherung. Von den schier unendlichen Möglichkeiten, neue Musik kennen zu lernen und den „schwarzen“ genau wie den sonstigen Horizont immer mehr zu erweitern, wenn man das Wissen der Welt in seiner Hosentasche trägt, will ich gar nicht erst anfangen, sonst komme ich nämlich zu keinem Ende.

  

 

Soziale Medien

 

Auf Facebook bin ich angemeldet, aber nutzen es nur noch sporadisch. Das dortige Niveau spiegelt wohl leider zu oft den Durchschnitt der Gesellschaft ab. Und an unserer Gesellschaft möchte ich zu oft verzweifeln... Dennoch nutze ich es ab und an zum Zeitvertreib, beispielsweise in lustigen Gruppen, lasse mir immer wieder interessante Artikel (überwiegend über Elternschaft, Gleichberechtigung, etc pp) in meine Timeline spülen und diskutiere hier und da mal mit (beispielsweise über Stillen in der Öffentlichkeit). Letzteres versuche ich jedoch, mir so oft wie möglich zu verkneifen, denn Spaß macht es letztendlich nicht...

 

Whatsapp habe ich installiert. Genauso wie Wechat, das chinesische Pendant dazu. Als Chat-App um mit Freunden, Kollegen, Verwandten und Bekannten in Kontakt stehen zu können. Denn ich HASSE es zu telefonieren und schreibe lieber eine Nachricht. Und wenn ich ohnehin eine Internetflatrate auf dem Handy habe geht das über einen solchen Messenger einfacher und ohne die Zeichenbegrenzung einer SMS.

 

Eine besondere „Liebe“ habe ich für Twitter entwickelt. Das liegt nicht gar so sehr an der Plattform an sich, denn an den Menschen aus meiner dortigen Filterbubble. Ich weiß nicht mehr, wer es schrieb, aber neulich laß ich eine ganz treffenden Tweet. Sinngemäß stand da: Auf Facebook sind die Leute, die man kennt, aber nicht mag. Auf Twitter die, die man mag, aber nicht kennt. Und das stimmt in weiten Teilen tatsächlich. Auf Twitter kann ich nachts um drei schreiben, wenn mein Kind Fieber hat und ich es gerade wie ein Neugeborenes in den Schlaf geschuckelt habe, nachdem es alles vollgekotzt hat und ich selbst völlig am Ende bin und bekomme von wildfremden Menschen aus der anderen Ecke der Welt Zuspruch, virtuelle Umarmungen, Schokoladen-Emojis und Tips. Auf Twitter werden Aktionen wie #offeneTuer gestartet, bei der Münchner nach dem Amoklauf Getrandeten, die sonst nirgendwo unterkommen konnten, bei sich zu Hause aufgenommen haben. Und dann ist Twitter auch einfach viel lustiger. Nicht umsonst gibt es ganze Webseiten voll von geklauten Twittersprüchen.

  

 

Sinkendes Niveau

 

Oh... oh... Schwerer Brocken hier. Ja, die Diskussionskultur auf Facebook ist absolut das letzte. Wie erwähnt, dort zu diskutieren, macht einfach keinen Spaß. Da werden Rundumschläge verteilt, es wird verallgemeinert, beleidigt, getrollt, gedroht, überhaupt nicht gelesen, worum es eigentlich geht,... Im echten Leben würde ich solche Diskussionen gar nicht führen, sondern mich einfach umdrehen und gehen. Im Internet legt der andere dann immer nochmal nach und wird damit schwerer zu ignorieren. Außerdem fühlen sich viele durch die empfundenen Anonymität geschützt. Ich glaube kaum, dass mir im echten Leben jemand ins Gesicht sagen würde „Du stillt dein Kind mit über einem Jahr noch? Du bist ja pädophil!“. Im Internet jedoch wird es teilweise genau so geschrieben. Das frustriert gegebenenfalls, das regt auf und das ist nicht schön. Aber es ist auch, leider muss man wohl oft sagen, ein ehrlicherer Blick in die oft verqueren Meinungen mancher Zeitgenossen.

 

Dazu kommt dann auch noch, dass im Internet der ganze nonverbale Teil der Kommunikation fehlt. Ich habe auf Twitter schon mitbekommen, dass ein Satz, der als echte und aufrichtige Bewunderung gemeint war, als Sarkasmus aufgefasst wurde und zum Blocken der anderen Person führte. Da wollte jemand eigentlich wirklich nett sein und verletzte dann komplett ungewollt jemanden, schlichtweg weil die Stimmlage, die Gestik und Mimik fehlten oder auch vielleicht einfach die Situation beim Schreiben und die beim Lesen eine andere war.

 

Zeitgleich jedoch kann man im Internet ganz wunderbar fruchtbare Diskussionen führen. Denn, was in einer Debatte von Angesicht zu Angesicht nicht möglich ist, man kann seinen Standpunkt auch mit Belegen, Studien, Statistiken etc untermauern. Links zu weiterführenden Informationen setzen, einen ordentliche Argumentationsstruktur ganz nach Lehrbuch aufbauen und so tatsächlich überzeugen. Zudem gefällt mir persönlich das geschriebene Wort besser, da es nicht so vergänglich ist und man sich bei der Formulierung auch mal Zeit lassen kann.

  

 

Selbstdarstellung

 

Uyuyuyuyuy, aber sowas von! Ich muss da immer an die WGT Facebook-Gruppe denken. Wer da nicht drin ist: Vor und während des WGT posten die Damen und Herren dort tägliche Selfies von sich und ihren Outfits und lassen sich dann dafür feiern, wie toll sie aussehen. Und wehe dem, der widerspricht... Und in der Mera Luna Gruppe wird davon geschrieben, dass dieses Jahr wieder so viele schöne KOSTÜME zu bewundern waren...

 

Aber ich glaube, das hat weniger mit dem Internet an sich und mehr mit dem Drang nach Selbstdarstellung und dem Geltungsbedürfnis der einzelenen Personen zu tun. Also auch hier kann das arme Internet ja echt nix für die Menschen, die es nutzen. Das Internet macht aus einem schüchternen, zurückhaltenden bescheidenenen Menschen mit Sicherheit keinen geltungsbedürftigen Protz. Es mag ihn für mich SICHTBAR machen, aber er war schon vorher so. Und über die Kostüm-Geschichte mag ich mich schon gar nicht mehr aufregen, sonst bekomme ich nur Blutdruck...

  

 

Bestandsaufnahme

 

Tatsächlich sind die Spontis die einzige „schwarze“ Seite, die ich regelmäßig verfolge. Im Zuge dessen dann natürlich auch jeweils immer die Blogposts der Teilnehmer des Gothic Friday. Klar, ich bin auch bei Facebook in den Gruppen für WGT und Mera Luna sowie bei der „Schwarzen Familie“, aber das überfliege ich meist einfach.

 

Ansonsten bin ich mehr die Elternblog-Leserin. Da das aber für den Gothic Friday nur so mäßig spannend ist, klammere ich das jetzt mal aus und erwähne nur die, die auch irgendwie schwarz-bunt sind. Da wären Traumzweiplus bzw. Traumverliebt, die ja auch beim Gothic Friday mitmacht, Frau Hamschta, die sich selbst zwar nicht mehr als Gothic bezeichnet, aber trotzdem, die dunkelbunte Erdbeerlila und das 2KindChaos, dessen Frontfrau früher die gleiche Stammdisco hatte wie ich, und mit der ich mir auch noch den Vornamen teile. Habe ich noch irgendwen vergessen? Ja, mit Sicherheit. Sorry, mein Hirn ist heute Matsch...

 

Auf YouTube folge ich nix und niemandem. Da schaue ich manchmal Musik- und meist lustige Katzenvideos, wenn wir keinen Film zum schauen haben. Und die Anstalt. Außerdem das Sandmännchen zusammen mit dem kleinen Raben.

  

 

Teil des Netzes

 

Oh Wunder, surprise surprise, ich blogge. Und twittere. Mehr mache ich nicht, aber das reicht auch schon neben dem normalen Alltag.

Freitag, 16. September 2016

Im Osten viel Neues

Twitter weiß es schon. Hier halte ich es auch nochmal fest: Es wird hier auf absehbare Zeit ein bisschen ruhiger werden. Denn wenn jetzt nichts ganz unerwartetes dazwischen kommt, ziehen wir voraussichtlich noch in diesem Jahr um!

Das ist sehr, sehr, sehr krass!

Ich platze da gerade ein bisschen vor Dankbarkeit für meine Eltern, die uns aber sowas von helfen und unterstützen, dass einem ganz schwindelig werden kann.

Und ich renne ein bisschen schreiend im Kreis weil Umzugsunternehmen finden, Seefracht, Katzen vorbereiten, Wohnung kündigen, Job kündigen, packen, Flug buchen, Wohnsitz ummelden, Krankenversicherung, beim Arbeitsamt melden, Ehe eintragen lassen, deutsche Geburtsurkunde für den kleinen Raben,... Und das alles wohl noch vor Jahresende. AAAAAAAAAAAAaaaaaaaaaaaaAAAaaaaaaaaaa....

Montag, 12. September 2016

12 von 12 September 2016

12 Bilder vom 12. Des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf Draußen nur Kännchen.

8:00 meine Schicht beginnt 

9:00 Kaffee 

10:00 CHKR-KAKA und Schokolade 

11:00 Ich mache mir Notizen dazu, was wir unbedingt noch machen müssen, bevor wir hier weg ziehen 

12:00 die Aussicht von der Kaffeemaschine aus 

13:00 Mittagessen 

14:00 meine coole Kaffeetasse 


15:00 am Telefon 

16:00 auf dem Weg zu einem Meeting 


17:00 so ganz leicht widersprüchliche Schilder 

18:00 Spaziergang im Compound 

19:00 Tanzen bis zum gehtnichtmehr 



Samstag, 10. September 2016

Die Würfel sind gefallen

Vor rund 10 Jahren war ich gerade mit der Schule fertig und plante, wo ich studieren würde. Dabei kam Leipzig in die engere Auswahl. Und bei meinem ersten WGT verliebte ich mich endgültig und wollte unbedingt dort an die Uni.

Dann kam die Zeit, die Bewerbungen an die Unis zu schicken. Aus irgendeinem Grund war ich ein wenig später dran, aber schickte den Maxibrief nach Leipzig noch gerade zeitig ab. Dachte ich. Denn ich hatte nicht mit der Deutschen Post gerechnet, die das Teil einfach mal ein paar Tage verbummelte und statt 2-3 Tagen über eine Woche für die Zustellung brauchte. So verpasste ich die Deadline der Bewerbung gerade so. Ich meine, einen Tag zu spät wäre der Brief angekommen. Sowas in der Art.

Seitdem blieb Leipzig immer eine meiner Lieblingsstädte. Auch, aber bei Weitem nicht nur, wegen des WGT. Als ich meine Bachelorarbeit abgegeben hatte, kaufte ich mir ein Zugticket und verbrachte einen Abend (plus Nacht bis zum nächsten Morgen) in der Sixtina und dem Darkflower (und dann wieder der Sixtina zum Frühstück).

Als nun hier die Überlegung begann, wohin in Deutschland wir ziehen würden, sagte mein Kopf "Dahin, wo ich einen Job bekommen kann". Mein Herz und mein Bauch sagten "Leipzig!". Erstmal gewann mein Kopf.

Dann fand ich ein Stellenangebot in Leipzig und meine Intuition sagte mir sofort "Das ist es!". Dasselbe Gefühl hatte ich damals bei der Stellenausschreibung für meinen jetzigen Job gehabt.

Nun habe ich den Job noch nicht bekommen. Noch nicht, weil die Firma mich gerne erst wirklich persönlich kennen lernen will. Nicht nur per Skype.

Und so dachten das Haselchen hin und her. Was wir jetzt tun sollten, wann ich frühestens vor Ort sein könnte für ein Gespräch, ob ich zwischenzeitlich weiter suche, ob wir dann vielleicht einfach innerhalb Deutschlands bald wieder umziehen würden. Wir drehten unsere Optionen gedanklich hin und her. Und waren irgendwie mit nichts ganz glücklich. Dann hatten wir beide heute unabhängig voneinander einen Gedanken. Einen total verrückten Gedanken. Wir ziehen einfach in die Stadt, in der wir gerne leben möchten. Und alles andere finden wir dann schon.

Und deshalb fangen wir jetzt an, unseren Umzug nach Leipzig vorzubereiten.

Das war keine Kopfentscheidung. Das war Bauch und Herz. Und es fühlt sich richtig an.

Ich denke gerne immer alles durch. Ich plane und organisiere, überlasse nichts dem Zufall und bin absolut nicht spontan. Aber ich habe heute binnen weniger Stunden mit meinem Mann den Entschluss gefasst, in eine neue Stadt zu ziehen. Ohne Familie oder ähnliches vor Ort, ohne Jobzusage, ohne alles. Sobald, wie es möglich ist. Und alles andere findet sich dann schon noch.

Und ich weiß, dass es das wird. Und ich weiß, dass das die richtige Entscheidung ist.

Weil meine Intuition mir das sagt. Nicht mein Kopf.

Kopflastig habe ich schon so viele vollkommen falsche Entscheidungen getroffen. Aber die besten Entscheidungen in meinem Leben, die kamen alle aus dem Bauch heraus. Oft entgegen dem, was mein Kopf für gut und richtig hielt. Mein Studienort. Ja, ich konnte die Entscheidung auch logisch begründen, aber letztendlich getroffen hatte sie mein Bauch. Das Praktikum in Madrid. Da hatte ich nicht viel Wahl, aber ich hätte auch noch weiter suchen können. Der Kerl, der heute der Mann an meiner Seite ist. Gegen den hatte mein Kopf sehr viel einzuwenden und ich war mir damals sicher, mich nur unglücklich zu machen, konnte aber nichts gegen meine Gefühle tun. Shanghai. Eine vollkommen spontane Entscheidung, während eines tropischen Regengusses mit dem Laptop in einem Restaurant mit WiFi beim Chatten mit einem Kerl, den ich kein halbes Jahr kannte und dem ich nun zusagte, mit ihm ans andere Ende der Welt zu ziehen.

Und jetzt also Leipzig.

Leicht werden sie nicht, die kommenden Wochen. Aber ich freue mich!

Montag, 5. September 2016

Tagebuchbloggen September 2016

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier ist meine heutige Antwort:

Ich bin Dank des Magen-Darm Virus, den der kleine Rabe wohl an uns weitergereicht hat, krankgeschrieben und gammle daher den ganzen Tag zu Hause rum.

0:00 Gerade, als ich richtig eingeschlafen bin, wird der kleine Rabe im Beistellbett untröstlich und ich hole ihn zu mir, wo er mal wieder dauernuckelt.

3-4 Uhr irgendwas Das Haselchen geistert durch die Wohnung und die knarzenden Dielen wecken mich. Gerade, als ich wieder - endlich mal bequem auf dem Rücken - einschlafen will, wird der kleine Rabe nölig und will nuckeln.

6:50 Der kleine Rabe wird total unruhig, will ständig die Brust wechseln und rollt sich hin und her. Ich hoffe, dass er nochmal einschläft. Schließlich schläft er normalerweise bis 8...

7:25 Die Nachbarn beginnen, illegalerweise (weil vor 8) zu hämmern. Der kleine Rabe wird nochmal wacher und beginnt zu quasseln. "Mama, gaka gaga kaka. Kaka, Mama." ja, ich finde es auch kaka. Hatte die Ärztin nicht was davon gesagt, ich solle mich ausruhen?!

7:40 Ich setze den kleinen Raben auf sein Töpfchen, in der verzweifelten Hoffnung er müsse vielleicht nur mal pullern.

7:52 Der kleine Rabe ist fertig und ich packe ihn hoffnungsvoll erstmal wieder in Windel und Schlafanzug. Wir leeren das Töpfchen aus und legen uns wieder hin. Er will nämlich unbedingt wieder an die Brust.

7:58 Die Nachbarn starten die Bohrmaschine. Ich will schreien.

8:04 Die Katze leckt im Wohnzimmer lautstark an einer Plastiktüte, der kleine Rabe beschäftigt sich mit der Brust, die Nachbarn bohren und hämmern, ich habe Menstruationsschmerzen und nebenan schnarcht das Haselchen vor sich hin. Ich will schreien und Dinge werfen.

8:07 Der kleine Rabe lacht mich an. Einfach so. Und alles ist gut. Wir kuscheln und stillen bzw nuckeln noch ein bisschen. Müde bin ich ja trotzdem noch...

8:20 Ich öffne den Vorhang und mache den kleinen Raben tagfertig. Aus einem alten Handtuch schneide ich probeweise einen Streifen als Einlage für die Stoffwindel. Mal sehen, wie gut das klappt. Dann setze ich den fertigen Raben im Esszimmer auf den Boden und fange an, ihm Frühstück zu machen.

8:45 Das Haselchen kommt. Er war über Nacht 5 Mal draußen. Hat wohl den gleichen Virus eingefangen. Oder es lag daran, dass er gestern noch scharf gegessen hat. Man weiß es nicht.

9:00 Ich gehe ins Bad. Da das Haselchen mich gefragt hat, was ich frühstücken will, beginne ich, von Schokocroissants und Rosinenschnecken mit Marzipan zu phantasieren. Wie sehr ich normale Bäckereien vermisse, bei denen man für einen Einkauf keine Bank ausgeraubt haben muss...

9:45 Das Haselchen hat den kleinen Raben fertig gefüttert. Letzterer spielt jetzt mit seinem Rutscheauto. Wir setzen noch fix Joghurt an, dann bereite ich mein Frühstück zu (Weetabix mit Rosinen, Apfel und Milch).

Das Frühstück dauert ein bisschen länger, da wir immer wieder den Raben auf seinem Rutscheauto nach vorne schieben müssen. Er kann nämlich wunderbar rückwärts fahren, aber ärgert sich dann immer, wenn es nicht mehr weiter geht. Außerdem muss ich schnell eine leicht auslaufende Windel wechseln.

10:30 Ich trinke noch ein Wasser mit Eisensprudeltablette und schaue dem Raben beim Spielen zu. Dann bringe ich ihn ins Bett.

10:52 Der kleine Rabe schläft ein und ich tue es ihm gleich.

12:10 Der kleine Rabe wacht auf. Ich auch. Das Haselchen setzt den Kleinen aufs Töpfchen. Während ich den einen wickle, bereitet der andere das Mittagessen für das jüngste Familienmitglied vor.

13:00 Der kleine Rabe beginnt mit dem Mittagessen. Er futtert 2 volle Portionen Gemüse-Fischsuppe mit Reis und ein bisschen von meinen Kartoffeln. Ich nehme erstmal nochmal Kohletabletten.

14:00 Mittagessen ist fertig. Nochmal Töpfchen, frische Windel, noch mehr Handtuchstreifen schneiden und dann spielen.

15:20 Wir gehen ein bisschen im Compound spazieren. Dabei futtert der kleine Rabe fast eine ganze Banane.

16:00 Wir gehen nach Hause und ich lege mich mit dem kleinen Raben nochmal hin.

16:17 Der kleine Rabe schläft ein. Ich versuche derweil, meine Twittertimeline durchzulesen, schaffe es aber doch nicht ganz, da ich auch noch etwas für die Arbeit regeln muss. Das ist halt der Nachteil, sobald man für etwas verantwortlich ist: Wenn man plötzlich ausfällt, gibt es Schwierigkeiten...

17:07 Der kleine Rabe wacht auf. Wir packen Essen für ihn, schmieren uns fix ein paar Brote, schmeißen die Decke in den Buggy. Alle gehen nochmal aufs Klo und dann reiten wir los.

17:45 Wir setzen uns auf der Picknickdecke in den Compound und picknicken zu Abend. Es beginnt bereits, zu dämmern. Ich frage mich, wie um Himmels Willen eigentlich meine Mama immer die Familienausflüge und - urlaube mit Packen und Organisieren und Brote schmieren und Kaffee kochen und das Haus sauber und ordentlich zurücklassen geschafft hat. Ohne Wichtiges zu vergessen, Tage für die Vorbereitungen zu brauchen oder den Verstand zu verlieren. Ob man das wohl mit der Zeit lernt? Oder ob der Zug für mich abgefahren ist und ich auf ewig chaotisch und zu spät sein werde? Ich befürchte ja tendenziell eher letzteres, hoffe aber auf ein Zwischending...

18:05 Die Fledermäuse fangen an, über uns herum zu schwirren.

18:30 Es ist schon so düster, dass wir ohne die Lampen im Compound Schwierigkeiten bekämen, alles von der Decke einzusammeln. Also packen wir zusammen. Das Haselchen kauft noch schnell Eier und Gemüse im Gemüselädchen und wir gehen heim.

Dort verputzt der kleine Rabe noch den Rest Suppe mit Reis und zum Nachtisch Joghurt mit Kekskrümeln.

Dann spielt er noch ein bisschen und hat einen Videoanruf mit seiner Babulya, während ich die Wanne einlasse.

19:45 Der kleine Rabe und ich baden zusammen. Er hat einen riesen Spaß dabei, beim Schampooauswaschen zu strampeln wie ein Frosch und das halbe Bad unter Wasser zu setzen. Dann holt sein Papa ihn aus der Wanne.

20:10 Ich bin abgetrocknet und fange an, den kleinen Raben einzuölen, während das Haselchen Faxen macht. Kurz darauf sagt er Gute Nacht und verabschiedet sich Richtung Küche. Ich mache das wuselige Kleinkind weiter bettfertig. Dann lesen wir wie immer die kleine Raupe Nimmersatt und der kleine Rabe schaltet selbst das Licht aus. Auch nach dem Schlaflied rollt er sich immer wieder von der Brust weg, kommt zurück, nuckelt, rollt wieder herum etc. Er war halt noch nicht ganz 4 Stunden wach und ist damit noch nicht müde genug, um sofort wie ein Steinchen einzuschlafen. Aber lange kann es nicht dauern.

20:58 Der kleine Rabe schläft ganz eng an mich gekuschelt und nuckelnd ein.

21:17 Ich habe den Raben in sein Beistellbett verfrachtet und schleiche mich leise aus dem Schlafzimmer. In der Küche wird gerade das Abendessen fertig. Ich bereite noch Porridge für morgen Früh vor und stelle den fertigen Joghurt in den Kühlschrank. Dann setzten das Haselchen und ich uns aufs Sofa, essen und schauen Captain America.

22:40 Nachdem das Haselchen den aufgewachten kleinen Raben beruhigt hat, hängen wir die Wäsche auf. Danach vertagen wir den Rest des Films auf Morgen und gehen Zähne putzen.

23:10 Zeit für unsere obligatorischen 5 Minuten Kuscheln am Abend. Denn: Wegen 5 Minuten geht die Welt nicht unter, aber ein wenig Zeit miteinander, zum Kuscheln und Reden ohne Film oder Essen oder Kind oder sonstwas im Vordergrund tut uns gut und ist für unsere Beziehung wichtig.

23:33 Ich liege im Bett und hoffe, dass der kleine Rabe nicht gleich wieder aufwacht... Gute Nacht!

Freitag, 2. September 2016

14 Monate kleiner Rabe

Mein armer kleiner Schatz. Während du sonst immer größer und selbstständiger wirst, bist du derzeit wieder sehr bedürftig. Du bist nämlich krank. Beziehungsweise bist du jetzt gerade auf dem Weg der Besserung. Aber dir hat eine fiese Magen-Darm Grippe übel zugesetzt. Über Tage hast du praktisch nichts gegessen und das ging an die Substanz. Ich war nur sehr, sehr froh darum, dass wir noch stillen und dass du die Brust wolltest. So hast du wenigstens ein bisschen Nahrung zu dir genommen. Abgesehen davon hast du diesen Monat recht viele neue Wörter gelernt und einen stabileren Tagesrythmus mit einem einzigen Mittagsschlaf bekommen. Mal sehen, wann wir den wieder erreichen. Aktuell ist der natürlichen hinüber. Aber auch absolut zweitrangig. Wichtig ist jetzt erstmal, dass du wieder komplett fit wirst. 
 
 
Gesundheit

Du erholst dich derzeit von deiner ersten Magen-Darm Grippe. Nicht schön. Gar nicht.
  
  
Sozialverhalten

Wir waren zwischendurch mal bei der Spielgruppe. Da hast du die anderen Kinder soweit eigentlich ignoriert. Allerdings gab es da auch soooo viele Autos...
 
 
Essen

Wenn du nicht gerade krank bist und gar nicht isst, isst du einfach alles. Dabei hast du auch unterschiedlich Appetit und etwas, das du sonst liebst, wird links liegen gelassen, wenn du gerade Lust auf etwas anderes hast. Allgemein magst du Knoblauch, Zwiebeln, Kürbis, Haferflocken, Nudeln, Tomate, Fisch, Brot, Kekse, Apfel, Joghurt und Wassermelone besonders gerne.

Du trinkst am liebsten einfach Wasser (oder Muttermilch). Was anderes probierst du höchstens, aber so recht mögen tust du es nicht.
   
   
Gewicht und Größe

10,1 kg, da du Dank der doofen Viren die Tage sehr abgenommen hast
75,5 cm
  
   
Tagesrythmus

Du wachst oft auf, wenn ich mich morgens aus dem Bett schleiche. Oder kurz danach. Aber wenn nicht, ist deine Gewöhnliche Aufwachzeit zwischen 7:30 - 8:30. Dann gibt es Frühstück, Spazieren, Spielen, gegen 12:00 Essen. Danach Mittagsschlaf für meist so 1 1/2 Stunden. Danach wieder Essen (so wie deine Mama auch wachst du nach einem Mittagsschlaf fast immer hangry auf). Spielen. Ab 17:00 -  18:00 Uhr Spazieren (halt immer nur, wenn die Luft ok ist). Ab 18:30 -  19:00 Abendessen (was gerne auch mal über ne Stunde dauern kann). Danach bettfertig machen mit Mama, was viel kuscheln und Buch anschauen und spielen zwischen Töpfchen und Waschen und Zähneputzen und Umziehen bedeutet. Aber am Ende stille ich dich in den Schlaf oder, wenn ich Spätschicht habe, streichelt Papa so lange über deinen Bauch, bis du schläfst. Das ist meist so gegen 21:00 der Fall.
    
  
Spiele und Spielsachen

Autos. Autos. Autos. Quads. Motorräder. LKW. Roboter auf Skateboards. Einfach ALLES, das Räder hat. Eine Sonderstellung haben dabei nur Bagger. Und ich weiß nichtmal, wieso. Allerdings fandest du Draußen beim Beobachten der Baustelle die Betonmischer noch spannender. Vielleicht, weil die Bagger nicht in Aktion waren...

Eine deiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, auf dem Boden zu sitzen und deinen Reisebuggy hin und her zu rollen. Da vergisst du sogar dein Rutscheauto.

Ansonsten magst du Bücher. Dein Lieblingsbuch, das wir jeden Abend lesen müssen, ist die Kleine Raupe Nimmersatt. Aber auch sonst schaust du gerne Bilder und hörst immer mehr zu, wenn man dir die Geschichte dazu erzählt.

Extrem niedlichste war neulich, als du versucht hast, dein Quad mit Brot zu füttern. Bei so viel Hingabe ist es dann wohl jetzt Zeit für eine Puppe. Ich habe extra eine rausgesucht, deren Mund leicht geöffnet ist, damit du sie dann auch füttern kannst. ;)  Und die ist 50 cm groß. Also fast so groß, wie du bei deiner Geburt. Zum einen brauchen wir dann nicht viele Puppensachen und zum anderen können wir uns dann immer gegenseitig dran erinnern, wie klein du mal gewesen bist.
  
 
Wortschatz

- Mama
- Papa (du sagst allerdings auch zum Papa lieber Mama)
- Kaka
- Ma (Miau - sagst du jetzt auch zu Katze)
- Gaga (Bagger oder auch "Ich muss mal aufs Töpfchen")
- Ende (nur beim Lesen)
- Hände (Handy)
- Äta (das da auf Russisch)
- Dat da (das da)
- Ecka (lecker)
- Schto (was)
- Dada (Djadja - Onkel auf Russisch für alle Männer außer Papa und alle Figuren etc bei und auf Spielsachen)
- Tota (Tjotja - Tante auf Russisch für alle Frauen außer Mama)
- Auto
- La (meist als Aufforderung: Sing! Oder Tanz!)
 
 
Fortbewegung

Du krabbelst nicht und läufst nicht. Du rutschst auf dem Po durch die Gegend, wenn der Untergrund es zulässt. Du fährst rückwärts auf dem Rutscheauto und kannst dich im Buggy an der Wand entlang hangeln, um durch die Gegend zu fahren. Du kniest dich hoch und steckst dich aus der Position auch nach Dinge aus. Dabei vergisst du manchmal, mit den Händen nachzugreifen, während du mit den Beinen weiter schiebst, und bremst dann mit dem Gesicht. Du stellst dich nicht alleine hin, aber bleibst lange stehen, wenn wir dir hoch helfen. Du bist sehr vorsichtig, wenn du dich dann wieder hinsetzt und lässt dich nicht einfach plumsen, sondern setzt dich langsam hin, sofern du dich dabei irgendwo festhalten kannst.