Montag, 5. September 2016

Tagebuchbloggen September 2016

An jedem 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier ist meine heutige Antwort:

Ich bin Dank des Magen-Darm Virus, den der kleine Rabe wohl an uns weitergereicht hat, krankgeschrieben und gammle daher den ganzen Tag zu Hause rum.

0:00 Gerade, als ich richtig eingeschlafen bin, wird der kleine Rabe im Beistellbett untröstlich und ich hole ihn zu mir, wo er mal wieder dauernuckelt.

3-4 Uhr irgendwas Das Haselchen geistert durch die Wohnung und die knarzenden Dielen wecken mich. Gerade, als ich wieder - endlich mal bequem auf dem Rücken - einschlafen will, wird der kleine Rabe nölig und will nuckeln.

6:50 Der kleine Rabe wird total unruhig, will ständig die Brust wechseln und rollt sich hin und her. Ich hoffe, dass er nochmal einschläft. Schließlich schläft er normalerweise bis 8...

7:25 Die Nachbarn beginnen, illegalerweise (weil vor 8) zu hämmern. Der kleine Rabe wird nochmal wacher und beginnt zu quasseln. "Mama, gaka gaga kaka. Kaka, Mama." ja, ich finde es auch kaka. Hatte die Ärztin nicht was davon gesagt, ich solle mich ausruhen?!

7:40 Ich setze den kleinen Raben auf sein Töpfchen, in der verzweifelten Hoffnung er müsse vielleicht nur mal pullern.

7:52 Der kleine Rabe ist fertig und ich packe ihn hoffnungsvoll erstmal wieder in Windel und Schlafanzug. Wir leeren das Töpfchen aus und legen uns wieder hin. Er will nämlich unbedingt wieder an die Brust.

7:58 Die Nachbarn starten die Bohrmaschine. Ich will schreien.

8:04 Die Katze leckt im Wohnzimmer lautstark an einer Plastiktüte, der kleine Rabe beschäftigt sich mit der Brust, die Nachbarn bohren und hämmern, ich habe Menstruationsschmerzen und nebenan schnarcht das Haselchen vor sich hin. Ich will schreien und Dinge werfen.

8:07 Der kleine Rabe lacht mich an. Einfach so. Und alles ist gut. Wir kuscheln und stillen bzw nuckeln noch ein bisschen. Müde bin ich ja trotzdem noch...

8:20 Ich öffne den Vorhang und mache den kleinen Raben tagfertig. Aus einem alten Handtuch schneide ich probeweise einen Streifen als Einlage für die Stoffwindel. Mal sehen, wie gut das klappt. Dann setze ich den fertigen Raben im Esszimmer auf den Boden und fange an, ihm Frühstück zu machen.

8:45 Das Haselchen kommt. Er war über Nacht 5 Mal draußen. Hat wohl den gleichen Virus eingefangen. Oder es lag daran, dass er gestern noch scharf gegessen hat. Man weiß es nicht.

9:00 Ich gehe ins Bad. Da das Haselchen mich gefragt hat, was ich frühstücken will, beginne ich, von Schokocroissants und Rosinenschnecken mit Marzipan zu phantasieren. Wie sehr ich normale Bäckereien vermisse, bei denen man für einen Einkauf keine Bank ausgeraubt haben muss...

9:45 Das Haselchen hat den kleinen Raben fertig gefüttert. Letzterer spielt jetzt mit seinem Rutscheauto. Wir setzen noch fix Joghurt an, dann bereite ich mein Frühstück zu (Weetabix mit Rosinen, Apfel und Milch).

Das Frühstück dauert ein bisschen länger, da wir immer wieder den Raben auf seinem Rutscheauto nach vorne schieben müssen. Er kann nämlich wunderbar rückwärts fahren, aber ärgert sich dann immer, wenn es nicht mehr weiter geht. Außerdem muss ich schnell eine leicht auslaufende Windel wechseln.

10:30 Ich trinke noch ein Wasser mit Eisensprudeltablette und schaue dem Raben beim Spielen zu. Dann bringe ich ihn ins Bett.

10:52 Der kleine Rabe schläft ein und ich tue es ihm gleich.

12:10 Der kleine Rabe wacht auf. Ich auch. Das Haselchen setzt den Kleinen aufs Töpfchen. Während ich den einen wickle, bereitet der andere das Mittagessen für das jüngste Familienmitglied vor.

13:00 Der kleine Rabe beginnt mit dem Mittagessen. Er futtert 2 volle Portionen Gemüse-Fischsuppe mit Reis und ein bisschen von meinen Kartoffeln. Ich nehme erstmal nochmal Kohletabletten.

14:00 Mittagessen ist fertig. Nochmal Töpfchen, frische Windel, noch mehr Handtuchstreifen schneiden und dann spielen.

15:20 Wir gehen ein bisschen im Compound spazieren. Dabei futtert der kleine Rabe fast eine ganze Banane.

16:00 Wir gehen nach Hause und ich lege mich mit dem kleinen Raben nochmal hin.

16:17 Der kleine Rabe schläft ein. Ich versuche derweil, meine Twittertimeline durchzulesen, schaffe es aber doch nicht ganz, da ich auch noch etwas für die Arbeit regeln muss. Das ist halt der Nachteil, sobald man für etwas verantwortlich ist: Wenn man plötzlich ausfällt, gibt es Schwierigkeiten...

17:07 Der kleine Rabe wacht auf. Wir packen Essen für ihn, schmieren uns fix ein paar Brote, schmeißen die Decke in den Buggy. Alle gehen nochmal aufs Klo und dann reiten wir los.

17:45 Wir setzen uns auf der Picknickdecke in den Compound und picknicken zu Abend. Es beginnt bereits, zu dämmern. Ich frage mich, wie um Himmels Willen eigentlich meine Mama immer die Familienausflüge und - urlaube mit Packen und Organisieren und Brote schmieren und Kaffee kochen und das Haus sauber und ordentlich zurücklassen geschafft hat. Ohne Wichtiges zu vergessen, Tage für die Vorbereitungen zu brauchen oder den Verstand zu verlieren. Ob man das wohl mit der Zeit lernt? Oder ob der Zug für mich abgefahren ist und ich auf ewig chaotisch und zu spät sein werde? Ich befürchte ja tendenziell eher letzteres, hoffe aber auf ein Zwischending...

18:05 Die Fledermäuse fangen an, über uns herum zu schwirren.

18:30 Es ist schon so düster, dass wir ohne die Lampen im Compound Schwierigkeiten bekämen, alles von der Decke einzusammeln. Also packen wir zusammen. Das Haselchen kauft noch schnell Eier und Gemüse im Gemüselädchen und wir gehen heim.

Dort verputzt der kleine Rabe noch den Rest Suppe mit Reis und zum Nachtisch Joghurt mit Kekskrümeln.

Dann spielt er noch ein bisschen und hat einen Videoanruf mit seiner Babulya, während ich die Wanne einlasse.

19:45 Der kleine Rabe und ich baden zusammen. Er hat einen riesen Spaß dabei, beim Schampooauswaschen zu strampeln wie ein Frosch und das halbe Bad unter Wasser zu setzen. Dann holt sein Papa ihn aus der Wanne.

20:10 Ich bin abgetrocknet und fange an, den kleinen Raben einzuölen, während das Haselchen Faxen macht. Kurz darauf sagt er Gute Nacht und verabschiedet sich Richtung Küche. Ich mache das wuselige Kleinkind weiter bettfertig. Dann lesen wir wie immer die kleine Raupe Nimmersatt und der kleine Rabe schaltet selbst das Licht aus. Auch nach dem Schlaflied rollt er sich immer wieder von der Brust weg, kommt zurück, nuckelt, rollt wieder herum etc. Er war halt noch nicht ganz 4 Stunden wach und ist damit noch nicht müde genug, um sofort wie ein Steinchen einzuschlafen. Aber lange kann es nicht dauern.

20:58 Der kleine Rabe schläft ganz eng an mich gekuschelt und nuckelnd ein.

21:17 Ich habe den Raben in sein Beistellbett verfrachtet und schleiche mich leise aus dem Schlafzimmer. In der Küche wird gerade das Abendessen fertig. Ich bereite noch Porridge für morgen Früh vor und stelle den fertigen Joghurt in den Kühlschrank. Dann setzten das Haselchen und ich uns aufs Sofa, essen und schauen Captain America.

22:40 Nachdem das Haselchen den aufgewachten kleinen Raben beruhigt hat, hängen wir die Wäsche auf. Danach vertagen wir den Rest des Films auf Morgen und gehen Zähne putzen.

23:10 Zeit für unsere obligatorischen 5 Minuten Kuscheln am Abend. Denn: Wegen 5 Minuten geht die Welt nicht unter, aber ein wenig Zeit miteinander, zum Kuscheln und Reden ohne Film oder Essen oder Kind oder sonstwas im Vordergrund tut uns gut und ist für unsere Beziehung wichtig.

23:33 Ich liege im Bett und hoffe, dass der kleine Rabe nicht gleich wieder aufwacht... Gute Nacht!

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