Mittwoch, 30. November 2016

Shanghai Alltag: Taobao

Es gibt Dinge, die ich in Deutschland vermissen werde. Was eindeutig dazugehört: Taobao! Taobao ist einfach DIE Shoppingwebsite schlechthin in China. Was auch immer man sucht – man findet es mit Sicherheit auf Taobao.

 

 

Sortiment

 

Wir kaufen ungelogen einfach ALLES auf Taobao. Kleidung, Schuhe, Möbel, Windeln, Spielsachen, Handyguthaben, Firlefanz, Deko, Getränke, Luftfilter, Medikamente, Kosmetik, Geschirr, Töpfe, Bettwäsche, Matratze, Elektrogeräte, bis hin zu Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven, aber auch frisches Gemüse, Fleisch und Fisch (klappt erstaunlich gut – die Händler, bei denen wir bestellen, liefern aus Shanghai und alles kommt in großen Styroporkisten mit tausend Eispacks und war bis jetzt eigentlich immer noch gut gekühlt. Im Hochsommer, wenn es draußen über 40 Grad hat, bestellen wir dann halt keinen frischen Fisch oder andere dolle temperaturempfindliche Sachen, weil der Liefermensch kommt ja trotzdem weiterhin auf dem Mofa und nicht mit nem Kühl-LKW). Also echt ganz einfach alles. Ok, Eiscreme haben wir noch nie bestellt. Möglich wäre es allerdings, glaube ich. Und Feuerwerkskörper gibt es INZWISCHEN auch nicht mehr, leider. Das war vor 2 Jahren noch anders. Und Zigaretten muss man ein bisschen suchen, wenn man die will, weil die eigentlich auch nicht angeboten werden dürfen, die Händler aber halt so ihre Schlupflöcher finden.

 

 

Anmeldung

 

Die Anmeldung des Taobao Accounts damals habe ich nicht richtig mitbekommen. Zu der Zeit war ich noch gar nicht in China, also ist das auch schon fast 7 Jahre her... Das Haselchen hatte damals allerdings Hilfe von einem Bekannten, der Chinesisch lesen kann und sich auch selbst schon einen Account eingerichtet hatte. Also unfaires Spiel, in gewisser Weise... ;-) Zwischendrin hatten wir immer mal wieder Probleme, dass etwas nicht klappte. Meist wurde die Sicherheit verbessert. Aber wenn man halt weiß „Klick da, dann klick den erste Button rechts, dann den orangenen Button, dann gib die Nummer ein“ oder so, dann macht schon eine Änderung der Reihenfolge der Button große Probleme. Vor allem, wenn die halt alle auf Chinesisch beschriftet sind... Irgendwie hat das Haselchen aber all diese Probleme lösen können. Mit viel Fluchen, google translate und manchmal auch einfach mit wildem Herumgeklicke (unter wüsten Flüchen).

 

 

Suche

 

Bei der Produktsuche auf Taobao ist es enorm wichtig, auf Chinesisch zu suchen. Sonst bekommt man nur sehr, sehr wenige und meist total überteuerte Angebote angezeigt, weil alle anderen nichts Englisches im Titel oder der Beschreibung oder sonstwo haben (außer mal ein „Hot!“ oder ein „Feel the beauty in the time“ oder „Happy times“ oder so in der Beschreibung). Nun sprechen wir ja aber kein Chinesisch. Daher übersetzen wir, wonach wir suchen. Dabei muss man manchmal Kreativ werden. Sonst kommt man ja auch nicht drauf, dass beispielsweise „Reifrock“ mit „Rock Käfig“ (oder so ähnlich) übersetzt wird. Also versuchen wir immer erstmal einen translator (Google oder Yandex) und suche mal drauf los. Klappt nicht? Ok, erstmal von einer anderen Ausgangssprache übersetzen, Synonyme oder Umschreibung versuchen. Wenn die Ergebnisse alle sehr komisch aussehen oder es gar keine gibt, suchen wir mal über Wikipedia und dann der Chinesischen Version des Wiki-Artikels. Wenn das auch nicht klappt, suchen wir nach einem ähnlichen Suchbegriff. Also zum Beispiel nach einem Hochzeitskleid, wenn ich eigentlich einen Reifrock will. Und dann gehe ich in einen Shop, schaue dort die Artikel durch und wenn ich ein Foto von einem Reifrock sehe, kopiere ich die Artikelbezeichnung, übersetze diese zurück, suche mir heraus, was genau davon „Reifrock“ heißen könnte und suche dann damit.

 

 

Online-Banking und Alipay

 

Am Ende des Einkaufs steht die Zahlung. Man kann ich dafür einen Alipay Account einrichten. So ähnlich wie bei Paypal zahlt man darauf Geld ein, was dann da so herumliegt und was man eben überall, wo Alipay akzeptiert wird, ausgegeben werden kann. Wir haben auch einen Alipay Account, aber wir nutzen ihn nicht. Stattdessen hat das Haselchen sich für sein Chinesische Konto Onlinebanking einrichten lassen. Das ist eine kleinere größere Aktion hier. Und er musste auch zwischendurch noch manchmal zur Bank, weil da wieder irgendwas geändert wurde. Heute hat er einen Mini-„Taschenrechner“ von der Bank zu Hause. Sobald wir alles, was wir wollen, in den Warenkorb gelegt haben, muss das Haslechen (ich lasse da einfach die Füße draußen – das ist seine Domäne) die zu zahlenden Artikel auswählen und dann unsere Bank, aber den richtigen Link (die taucht in der Auswahl nämlich gleich 2 oder 3 Mal auf, aber dann klappt es nicht mit dem normalen Onlinebanking) und dann muss er die Kontonummer und ein Passwort eingeben, eine endlos lange Zahl vom Bildschirm in den Taschenrechner tippe, auf die orangene Taste am Taschenrechner drücken und dann eine von diesem ausgegebene endlos lange Zahl (ich glaube jeweils so 10 oder 12 Stellen, also deutlich mehr als eine gewöhnliche TAN in Deutschland hätte) am Bildschrim eingeben. Dann nur nur ein Captcha (zumindest war es mal da) und nochmal bestätigen und dann ist es erledigt. Ach ja, und alles im Internet Explorer, weil chinesische Webseiten grundsätzlich erstmal nur im IE rund laufen und in jedem anderen Browser keinerlei Online/Banking möglich ist.

 

 

Lieferung

 

Ein paar Tage später (mal ne Woche, mal am nächsten Tag, je nachdem) dann klingelt der Postbote. Oder besser: Die Postboten. Hier gibt es nicht nur 1 oder 2 Paketdienste. Hier werden die Sachen von locker 5 oder 6 verschiedenen Quaidies (= delivery companies) gebracht. Die düsen auf Mofas und Elektro-rollern durch die ganze Stadt und haben die Pakete mit teilweise atemberaubenden skills mit Gummies hinten auf den Rollern festgeschnallt. Kleintransporter oder so gibt es dafür nur von China Post – und die bringen so gut wie nichts, weil sie teuer und langsam sind. Es könnten auch 7 oder 8 sein. Und manchmal klingelt der selbe Bote sogar einmal am Morgen und einmal nochmal am Abend. Das allerdings meistens von der einen Firma, die ihr Depot direkt um die Ecke haben. Gut an dieser Vielfalt ist, dass die Lieferkosten sehr gering sind, weil die Konkurrenz sehr groß ist. Etwas nervig ist es, dass es halt teilweise dann 7 Mal am Tag klingelt, wenn wir viel bestellt haben. Auch, wenn der Postbote schon da war, kannst du halt nie wissen, ob dann nicht gleich der nächste vor der Tür steht und genau in dem Moment auf die Klingel drückt, in dem du dich gerade auf dem Klo niedergelassen hast. Aber das ist halt Jammern auf hohem Niveau...

Montag, 28. November 2016

Wir können sie nicht beschützen

Immer mal wieder lese ich in Texten davon, dass Mütter Ihre Kinder vor der bösen Welt da draußen beschützen wollen. Ich meine das nicht mit einem sarkastischen Unterton, der sich über diese Mütter lächerlich macht. Ich kann nämlich diesen Wunsch voll und ganz nachvollziehen. Auch für mich ist der erste Impuls: Ich will nicht, dass der kleine Rabe jemals etwas schlimmes erleben muss. Ich will nicht, dass er leiden muss – egal, ob es um emotionale oder um körperliche Leiden geht. Ich würde mir wünschen, dass ich ihm nie erklären müsste, warum Menschen andere Menschen verletzen. Ja, Themen wie Tod, Krankheit oder Trauer blieben auch in einer perfekten Welt ein Thema. Aber da müsste ich meinem Kind nicht irgendwann erklären, warum Menschen andere Menschen hassen, nur weil sie in einem anderen Land geboren wurden oder eine andere Sexualität ausleben, als die meisten. Oder warum „man“ Jungs auslacht, die rosa tragen. Oder Mädchen, die sich die Haare kurz schneiden lassen. Dann würde ich nicht bei dem Gedanken an eine Tochter auch an die Gefahr denken, dass sie später im Leben Opfer einer Vergewaltigung werden könnte (ja, das passiert auch Männern und wird leider wie zu oft totgeschwiegen, aber da die Assoziation nicht so schnell). Dann würde mich nicht jetzt schon hin und wieder der Gedanke heimsuchen, wie sicher so ein Schulweg wohl ist, wenn ich in den Nachrichten von Kindesentführungen lese. Aber Fakt ist leider:

 

Diese Welt ist nicht perfekt

 

Far from it. Leider. Wir leben in einer sehr, sehr imperfekten Welt. Teilweise sogar einer mensch-gemachten Hölle, wenn ich beispielsweise an Krieg, Flucht und Diktaturen denken. Das sind alles Dinge, die es auch heute gibt. Genau jetzt gerade werden auf dieser Welt irgendwo Menschen gefoltert, brutal verfolgt, aller Würde beraubt und von Bomben und Gewehren umgebracht. Von anderen Menschen. Ja, wir sind in der unglaublich glücklichen Situation, weit weg von diesen Dingen zu leben, aber sie geschehen. Und bei uns zünden hasserfüllte Vollidioten dann noch die Notunterkünfte an, die die Menschen beherbergen, die vor all diesem Horror geflüchtet sind. Zeitgleich fordern Parteien, dass man Kindern schon ab dem Kindergarten indoktrinieren muss, dass „anders“ sein schlecht ist und wer nicht heterosexuell ist und heiratet und Kinder bekommt ist minderwertig. Oder zumindest darf man ihnen nicht beibringen, dass jeder Mensch so gut ist, wie er ist. Und diese Parteien bekommen teilweise 20% der Wählerstimmen. Und dann rennen Horroclowns durch die Gegend und attackieren Menschen auf offener Straße mit Messern und Baseballschlägern. Und auf der Autobahn sterben Unfallopfer, weil die Leute keine Rettungsgasse für den Krankenwagen freihalten. Ich könnte noch ewig weiter machen mit Beispielen. Das IST die Welt, in der wir Kinder gesetzt haben. Das würde ich gerne ändern (also die Welt, nicht das Kinder reinsetzen), aber ich kann die Welt nicht von heute auf Morgen umkrempeln. Diese Welt ist voll von Schlechtem, Gefährlichem und Bösem. Es ist überall und wir können ihm nicht entkommen.

 

Beschützerinstinkt vs Realität

 

Dann, so der nächste Impuls, beschütze ich mein Kind davor. Das ist absolut verständlich und auch ich will mein Kind schützen. Ich schütze ihn vor Kälte. Ich gehe mit ihm weg, wenn es irgendwo zu laut ist. Ich schnalle ihn im Auto in einer Babyschale bzw. einem Kindersitz an. Ich würde mit ihm niemals in ein Krisengebiet reisen. Das alles gebietet ja auch einfach der gesunde Menschenverstand. Ich behüte ihn und liebe ihn, ich gebe ihm Nähe, Wärme, Nahrung und Schutz. Wir teile uns ein Bett, weil er auch in der Nacht die Gewissheit braucht, dass jemand bei ihm ist und er sonst Angst leiden müsste. Ich schütze ihn vor übergriffigen Omis und haue denen auf die Finger, wenn sie ihm zu nahe kommen. Aber wie kann ich das in Zukunft weiter führen? Der kleine Rabe ist noch keine 1 ½ Jahre alt und die meiste Zeit bei uns zu Hause. Aber: Mit dem Umzug nach Deutschland planen wir ebenfalls, zumindest mittelfristig, einen Kindergartenplatz für ihn zu suchen. Da wird er wohl mit viele Bakterien und Viren in Verbindung kommen, die sein Immunsystem bis jetzt noch nicht kannte, und öfter krank werden. Aber er wird auch mit Rollenbildern und Erwartungshaltungen in Kontakt kommen, die wir zu Hause nicht an ihn stellen. Gruppenzwang kennen schon Kindergartenkinder. Schon dort werden beispielsweise Jungs ausgelacht, die Kleider tragen oder Pink mögen. Wenn man Pech hat. Schon dort herrscht Druck, auch von „oben“. Und vielleicht wird er dort nicht glücklich. Dann habe ich die Möglichkeit, ihn zu schützen und kann ihn aus dem Kindergarten nehmen und zu Hause zu betreuen. Aber dennoch sollte er ja nicht nur daheim eingesperrt werden, sondern auch mit anderen Kindern in Kontakt kommen. Und da wird er auf die gleichen Ansichten, Rollenbilder und Erwartungen aus der Peergroup heraus treffen. Und sobald er 6 Jahre alt ist, muss er in die Schule gehen. Berechtigte Kritik am deutschen Schulsystem jetzt mal ganz beiseite: Schulpflicht besteht in Deutschland. Und dann? Spätestens dann kann ich ihn nicht mehr vor allem beschützen. Klar, ich könnte ihn täglich bis ins Klassenzimmer begleiten und von dort wieder abholen, um die Gefahr von Entführungen oder Prügeleien auf dem Schulweg etc. Zu minimieren. Dennoch könnte ich Ausgrenzung, Mobbing oder Gewalt innerhalb der Schule nur sehr, sehr bedingt verhindern oder unterbinden. Und sobald er lesen kann, kann er die Zeitung lesen und erfährt von all dem, was auf dieser Welt passiert und ich muss ihm den Krieg, Mord und Totschlag und die Brandanschläge erklären.

 

Irgendwann bin ich tot

 

Und er wird ja nicht kleiner. Er wird immer größer und selbstständiger werden und irgendwann ist er ein junger Erwachsener. Und irgendwann ist er ein erwachsener Erwachsener. Und bleibt dabei ja doch immer mein Sohn, mein Kind. Wir bleiben ein Leben lang das Kind unserer Eltern. Kann ich ihn dann noch schützen vor dem Schlechten in der Welt? Ich könnte es versuchen, ja. Er könnte, um das mal ins Extrem zu denken, zu Hause wohnen bleiben, ich segne seinen Freunde/-innen ab und halte ihn so unselbstständig wie möglich, damit ich ihn vor falschen Entscheidungen beschützen kann. Und dann? Irgendwann bin ich tot. Spätestens dann kann ich ihn nicht mehr beschützen. Vor nichts und niemandem mehr, weil ich nicht mehr da bin. Und dann würde er dastehen und wäre nicht fähig, sein Leben selbst zu leben. Und mein unausweichliches Ableben würde sein Leben komplett ruinieren.

 

Vorbereiten und Begleiten statt nur schützen

 

Genau deshalb denke ich, dass es nicht unser Ziel sein sollte, unsere Kinder immer vor allem zu schützen. Ja, schützen und behüten können und müssen wir, wo es Sinn macht. Aber müsste ich den kleinen Raben vor Konflikten mit anderen Kindern beschützen? Müsste ich ihn vor schlechten Nachrichten schützen? Vor dem Kontakt mit – aus meiner Sicht falschen – Ideologien, Rollenbildern, Erwartungshaltungen? Muss ich ihn vor Fakten schützen? Ich glaube nicht. Ich glaube, das kann ich gar nicht. Ich kann ihn ebensowenig davor schützen, irgendwann auf dem Schulweg angesprochen und mit Süßigkeiten oder oder was auch immer gelockt zu werden. Ich kann ihn nicht davor schützen, dass seine Freunde ihn vielleicht später dazu drängen, zu rauchen, weil das „cool“ ist. Ich kann ebensowenig davor schützen, vielleicht keine Freunde zu haben und ein Außenseiter zu sein. Ich kann ihn nicht abschirmen, wenn Idioten auf der Straße „Ausländer raus!“ skandieren. Ich kann ihn nicht davor schützen, als Jugendlicher von anderen Halbstarken angepöbelt zu werden. Und ich glaube, ich muss es auch nicht. Meine Aufgabe als Mutter ist nicht, alles Schlechte von ihm fern zu halten, sondern ihn darauf vorzubereiten und ihm beizustehen. Ich kann ihm Liebe geben, ihn mit einem sicheren Rückzugsraum aufwachsen lassen. Ich kann meine Werte und Ansichten mit ihm teilen und darauf hoffen, dass er die Guten übernimmt. Ich kann sein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärken. Ich kann ihm beibringen, „Nein!“ zu sagen. Ich kann ihn begleiten und zur Seite stehen, wenn er mich braucht. Und das ist meine Aufgabe als Mutter. Nicht, ihn immer abzuschirmen und zu schützen, sondern ihm das Handwerkszeug und die Chance zu geben, mit dem Schlechten in der Welt selbst fertig zu werden. Ich muss ihm Wurzeln geben, aber ich darf ihm die eigenen Flügel nicht verwehren.

 

Was ich NICHT sage

 

All das heißt NICHT, dass ich finde, wir sollten unsere Kinder „abhärten“, weil die Welt da draußen so schlecht ist und ein verweichlichtes Kind darin untergehen würde. Wir sollten sie stärken. Stärken ist nicht gleich abhärten. Ich sage auch NICHT, dass beispielsweise das Betreuen von Kindern zu Hause statt Kindergarten oder sogar das Homeschooling per se falsch sind. Ja, jeder Mensch ist ein Individuum. Das gilt für Kinder ganz genauso wie für Erwachsene. Manche Kinder brauchen mehr Zeit und mehr Schutz, als andere. Dennoch bleibt es ein schmaler Grat, den wir als Eltern balancieren müssen. Und ich merke schon jetzt, dass dieser Balanceakt nicht leicht wird. Aber genauso wenig müssen wir verzweifeln, wenn unsere Kindern mit etwas Schlechtem Berührung gekommen sind. Wir müssen nicht verzweifelt ausrufen „Davor wollte ich ihn doch beschützen!“ und uns deswegen Vorwürfe machen. Das klappt nicht und nutzt doch am Ende nichts.

Samstag, 26. November 2016

DIY-Knete: Klappt

Irgendwann fangen Kinder an, mit Knete zu spielen. Ich mochte das als Kind sehr gerne. Nun wollte ich mal versuchen, ob der kleine Rabe da schon Freude dran hätte. Allerdings besitzen wir keine Knete. Und ich hätte gerne ungiftige gehabt. Ich hatte aber schon vor einiger Zeit entdeckt, dass man Knete auch selbst machen kann.

Das Rezept

Das Rezept habe ich von hier.
Allerdings habe ich erstmal nur die halbe Menge gemacht. Und da ich keine Zitronensäure hatte, mit Essig abgewandelt. 

Die wunderbare Frau Rabe hatte mich vorher noch auf Twitter darauf hingewiesen, dann etwas weniger zu nehmen, weil die Säure von Essig stärker als die von Zitrone ist.

Also habe ich:

- 200 gr Mehl
- 100 gr Salz
- 3/4 EL Apfelessig (der mildeste Essig, den wir im Haus hatten)
- 1 1/2 EL Speiseöl
- 250 ml kochendes Wasser

In einer Schüssel mit dem Löffel verrührt und dann mit der Hand durchgeknetet. Dann noch Lebensmittelfarbe rein und fertig.

Ergebnis

Das Ergebnis ist tatsächlich eine richtige Knetmasse. Ich habe meine eigene Knete als Kind etwas "fettiger" in Erinnerung und es bleibt doch auch mehr Knete an den Fingern kleben. Ggf muss ich noch mit der Menge an Essig und Öl experimentieren. Außerdem war ich ein bisschen sparsam mit der Farbe. Aber gar so eilig ist es nicht.

Spielspaß beim Raben

Denn bis jetzt hielt sich die Begeisterung des kleinen Raben noch in Grenzen. Er hat die Knete hauptsächlich als Klumpen herumgeworfen, sich drauf gesetzt, sie plattgedrückt, den Finger hinein gebohrt, einen salzigen Finger angeleckt, sich über Knetreste an den Finger beschwert und sich übers Händewaschen gefreut.

Haltbarkeit

Angeblich soll sich die Knete luftdicht verpackt bis zu 6 Monaten halten. Es mag an der hohen Luftfeuchtigkeit hier gelegen haben, aber bei uns war sie schon am nächsten Tag matschig und viel zu weich, sodass sie ziemlich unangenehm an den Fingern klebt.

Bis auf das Wasser alle Zutaten in der Schüssel 

Mit dem Löffel durchgeknetet

Der kleine Rabe tastet sich beim Durchkneten langsam heran

Der Kater macht den Geschmackstest

Das Einfärben beginnt 

Pro-Tipp: Beim nächsten Mal vielleicht mit Handschuhen färben? 

Fertig! 

Da flog sie auch schon. Ebenfalls im Bild: Gut, dass am nächsten Tag die Ayi kam^^


Donnerstag, 24. November 2016

Rabenschnabel: Mein Wochenende

Hallo. Ich bin der kleine Entdecker. Ich glaube, ihr kennt mich als den kleinen Raben. Was ein Rabe ist, weiß ich schon. Ein Vogel ist das. Den kann man toll in den Schnabel beißen und der ist ganz weich und plüschig. Ich will euch mal von meinem Wochenende erzählen. Also so heißt das doch, wenn Mama und Papa beide zu Hause sind, oder? Weil wenn ja, dann war Gestern und Vorgestern bei uns das Wochenende. Und das war sehr schön. Also vor allem das Vorgestern.

 

Ich fand es sehr schön, dass meine Mama gleich zwei Tage nacheinander zu Hause geblieben ist. Das war schon ganz lange nicht mehr so. 6 Wochen, sagt Mama. Ich weiß nur, dass es lange war. Weil: Ich mag das nicht, wenn die Mama morgens zur Arbeit gehen muss. Ihr Mofa ist toll. Obwohl sie behauptet, es wäre ein Fahrrad. Aber wenn sie damit erst ganz spät wieder kommt, wenn es schon dunkel ist... Das ist doof. Ich bin gerne bei meinem Papa. Der spielt ganz viel mit mir und kitzelt mich durch und wirft mich, wenn die Mama nicht guckt, gaaaaanz hoch und fängt mich wieder auf. Und der macht auch ganz lecka Essen und geht mit mir spazieren. Aber trotzdem mag ich es am liebsten, wenn Mama un Papa beide da sind.

 

Am ersten Tag von unserem Wochenende war die Mama morgens noch ganz müde. Der Papa auch, glaub ich. Aber der Papa ist trotzdem mit mir spazieren gegangen. Es fiel Wassa vom Himmel. Deshalb hat der Papa die Plastikhülle über mein Brrrumm gemacht. Und weil es auch ganz windig war, hat er das die ganze Zeit festgehalten. Das sah lustig aus. Wir sind dann zum Bäcker gegangen. Das ist ein Laden, in dem es ganz leckere Sachen zu kaufen gibt. Am liebsten mag ich daMassa. Mama und papa sagen, das wären Muffins, aber die sagen manchmal so komische Worte und sind sich dann nicht mal einig... Also ich sage, da gibt es Massa. Dann hat der Papa noch was gesucht, aber nicht gefunden. Nämlich einen Laden mit Blumen für die Mama. Ich mag Blumen auch. Die kann man so toll auseinander pflücken! Babaka, zu denen die Mama Schmetterlinge sagt, auch, aber wenn ich das mache, gucken alle so komisch...

 

Auf jeden Fall sind wir dann wieder nach Hause gekommen und ich habe die Mama gesucht. Ich dachte schon, sie wäre wieder weg. Aber plötzlich kam sie aus dem Schlafzimmer und hat sich gefreut. Ich mich auch. Ich habe dann mit meinen Autos gespielt und sie alle der Mama gegeben. Die sollte sie in derHand halten. Weil Mamas Hand ist groß, da passen ganz viele Autos drauf. Dann saß die Mama am Tisch und hat Kaffee aus einer Tasse getrunken und einen von den leckeren Sachen aus der Bäckerei gegessen. Der Papa war in der Küche und hat was mit Obst gemacht. Ich wollte dann auf Mamas Schoß und habe dabei die Banan auf dem Tisch gefunden und ein bisschen davon gegessen.

 

Dann hat der Papa mir ein Video gezeigt. Da kam einMann drin vor. Und eine Tante. Und ein Kamas. Ein ganz großer LKW. Und dazu spielte Musik. Ich fand das ganz toll. Plötzlich war es zu Ende. Da musste ich erstmal weinen. Aber der Papa hat es wieder an gemacht und ich habe mich gefreut. Dann war es wieder zu Ende und ich musste wieder weinen und habe nach dem Kamas gerufen. Und dann hat die Mama es wieder angemacht. So ging das eine ganze Weile.

 

Dann brachte mir die Mama so buntes Zeug. Das war ein bisschen nass. Ich habe ein bisschen meine Finger hinein gedrückt und es dann herumgeworfen. Das machte aber gar nicht so richtig Krach. Deshalb war es mir ein bisschen langweilig und ich wollte lieber noch mal das Video mit dem LKW sehen. Und nochmal. Und nochmal. Dabei habe ich dann die Schubladen mit den Fernbedienung und Kabeln entdeckt. Als ich die wieder zu gemacht habe, tat plötzlich mein Finger weh und ich musste weinen. Die Mama hat mich aber gleich in den Arm genommen und meinen Finger gesund geküsst und dann sind wir sogar noch zum Papa in die Küche gegangen. Da hatte ich schon vergessen, warum ich weinen musste. Da darf ich auf Mamas Arm nämlich immer die Dunstabzugshaube an und aus machen und das macht Spaß.

 

Dann hat der Papa mir leckere Suppe geben. Und Brot. Und dann hat er behauptet, er würde mir Obstpüree geben, das er selbst gemacht hat. Aber das stimmte bestimmt gar nicht! Weil Mango und so, das ist lecker. Aber was der Papa mir gegeben hat, das war gar nicht lecker. So habe ich dann auch geguckt und der Papa hat ganz laut gelacht und der Mama gesagt, dass es mir nicht schmeckt. Also essen Mama und Papa das jetzt selber. Warum die das überhaupt essen wollen, weiß ich nicht...

 

Dann hat mir die Mama noch die Winde gewechselt. Wenn die Mama das macht, ist das gar keine Pamba, sondern eine Stoffwindel. Aber das ist ein schweres Wort.

 

Dann hat sich die Mama mit mir ins Bett gekuschelt. Zuerst dachte ich, ich soll jetzt schlafen und habe nach dem Papa gerufen. Aber dann hat die Mama gesagt ich muss gar nicht schlafen, wenn ich nicht möchte und wir würden uns nur ein bisschen ausruhen. Das kann ich ja auch mit der Mama. Erst habe ich der Mama von einem anderen Tag erzählt. Da war ich mit Papa beim Anker und am gleichen Tag haben wir einen großen Brumm LKW und (Feuerwehr-)Männer gesehen. Irgendwann war ich dann nach "Papa Jaker. Kamas Brumm Manner!" mit dem Erzählen fertig. Also habe ich ein bisschen Milch getrunken und die Mama hat mir was erzählt. Da wurde es mir ganz warm und gemütlich und ich habe die Augen zu gemacht. Und die Mama hat mir versprochen, dass sie bei mir bleibt. Und da bin ich doch eingeschlafen. Zwischendurch habe ich immer kurz geschaut, dass die Mama wirklich noch da ist. Weil ich ja dabei noch halb geschlafen habe, habe ich ihre Hand gedrückt. Oder mich näher an sie geschmust. Oder nochmal ein bisschen Milch getrunken. Und sie war wirklich die ganze Zeit bei mir. Das war zwar ganz schön warm und ich habe ein wenig geschwitzt, aber es war auch sehr schön. Sonst muss ich nämlich immer erst nach Mama oder Papa im Bett suchen und manchmal sogar fragen, bis ich sie finde.

 

Als ich wieder wach war, ist der Papa nochmal mit mir spazieren gegangen. Er hat behauptet, wir würden Mango kaufen gehen. Aber in dem Laden gab es gar keine. Deshalb haben wir Banan gekauft. Die Mama war wieder zu Hause. Sie hatten Kopfschmerzen, hat sie gesagt.

 

Dann kamen wir wieder nach Hause und ich habe ein bisschen mit meinen Autos aus dem tas (Wäschekorb) gespielt. Außerdem habe ich versucht, „Ei“ bei den Ma-Katzen zu machen, aber die waren schneller, als ich krabbeln kann. Währenddessen waren Mama und Papa in der Küche. Es roch dann bald sehr lecker. Zum Abendessen gab der Papa mir dann Brot mit Tamataund Käse und Banan. Und dann kam die Mama aus der Küche und das, was so lecker gerochen hatte, waren Muffins. Die Mama behauptet, da wäre Fruchtpüree drin gewesen. Von dem ekeligen. Aber das stimmte gar nicht, da waren kleinen Stückchen Schokolade drin und die waren total lecker! Als ich mit meinem Abendessen done war, war ich so satt, dass ich nichtmal ein weiteres Stück Muffin essen konnte.

 

Dann hat die Mama mich im Bat ganz nass gemacht, mir erst die eine und dann die andare Seite aus ihremBH mit Milch gegeben , mir meinen Schlafanzug und die S(J)acke, die sie Schlafsack nennt, angezogen und mich in unser Schlafzimmer gebracht. Früher haben mir in dem hohen Bett geschlafen. Aber weil es mir sehr dolle wehtut, wenn ich nicht rechtzeitig merke, wo das zu Ende ist, sind wir jetzt in das andere Schlafzimmer umgezogen, wo das Bett ganz niedrig ist. Ob das da weh tut, weiß ich noch nicht. Da bin ich noch nicht raus gefallen. Da ist es aber auch jeden Fall lauter und ich kann immer genau hören, wenn auf der Straße ein Kamas oder ein Bus fährt. Bus sage ich übrigens immer auf Englisch. Dann hat der Papa mir noch gute Nacht gesagt, ich habe mich mit „Paka, Papa!“ verabschiedet und wir haben ein Buch gelesen. Ich wollte gerne das mit dem Mamaf und dem Gaga. Ich habe ein bisschen mit der Mama debattiert, dass das gar kein Traktor, sondern ein Bagger ist, aber sie hat das noch nicht eingesehen. Nur beim dem grünenGass waren wir uns einig. Sie wollte mir auch noch andere Bilder in dem Buch zeigen, aber die finde ich nicht so spannend.

 

Dann haben wir zusammen die (L)Ampa ausgemacht, ich habe nochmal ein bisschen Milch getrunken, die Mama hat mir unser Schlaflied vorgesungen und dann habe ich ganz schnell geschlafen.

Dienstag, 22. November 2016

Shanghai Alltag: Tischsitten

Vorgestern hatten wir es ja erst davon, dass man sich hier eben NICHT so oft den Magen verdirbt, wie viele scheinbar immer annehmen. Heute möchte ich ein wenig über die Tischsitten plaudern, die mir hier so begegnet sind.


Warum rülpset und furztet ihr nicht

...hat es euch nicht geschmacket? Das soll Martin Luther einmal gesagt haben. China hat ihn gehört und beteuert lautstark, wie gut es schmeckt. Hier wird beim Essen oft lauter geschmatzt, als gesprochen. Manchmal sieht man Paare, bei denen beide in ihr Smartphone vertieft am Tisch sitzen, und die (trotzdem oder gerade deshalb) mit halb offenem Mund (wie so ein Wiederkäuer auf der Wiese) kauen, dabei lautstark schmatzen. Getränke werden ebenfalls geräuschvoll geschlürft. Und am Ende – oder auch einfach mal zwischendrin – wird ungeniert so laut gerülpst, dass man als Unbedarfter denkt da stünde ein Elch hinter einem. Gerülpst wird auch auf offener Straße einfach so. Was raus muss, muss halt raus, ne? Ein wenig befremdlich finde ich das ganze halt noch immer im Büro. Ich bin diesbezüglich eigentlich sehr unempfindlich. Aber ich habe zum Beispiel einen Kollegen, der schmatzt beim Öffnen des Mundes und dann bei JEDER einzelnen Kaubewegung derart laut, dass ich es nicht ertrage, mit ihm zusammen am Tisch zu sitzen, wenn er isst. Ebenso schlürft er JEDES Getränk bei JEDEM Schluck, als sei es brühend heißer Tee. Andere Kollegen rülpsen auch mal mitten in einem Gespräch. Neulich machte einer ein derart lautes und börksiges Bäuerchen, dass mir beinahe übel wurde (und ich bin auch hier WIRKLICH nicht empfindlich – meine Eltern können noch heute ein Lied von meinen Versuchen dazu, wie ein Rülsper möglichst laut wird, singen (Lösung: Bei mir ohne Kohlensäure, das schäumt zu sehr. Dafür mit Stillem Wasser und Strohhalm aus dem Maßkrug^^)). Es klang echt so als stecke da jetzt schon das Mittagessen wieder auf halbem Weg nach draußen... Reaktion der restlichen Belegschaft „Hahahahaha, so lustig!“.


Knochen und anderes ausspucken

In China wird etwas, das Knochen, Gräten etc hat, sehr, sehr oft auch mit eben diesen noch drin serviert. Fischfilet ist eine Seltenheit, Huhn kommt mit Knochen, Frosch sowieso. Nun wird aber am Tisch das Fleisch nicht vorsichtig um den Knochen herum abgenagt. Oft wäre man da sonst echt lange mit beschäftigt... Stattdessen nimmt man einfach einen Mund voll. Und dann kommt ein faszinierendes Talent: Filetieren IM Mund. Also die Chinese essen dann das Fleisch drumherum weg und separieren den Knochen oder die Gräten. Das muss dann aber ja auch wieder aus dem Mund raus. Während ich in Deutschland da eher dezent und verschämt zur Serviette greifen würde, wird hier nicht lange gefackelt. Kopf über eine leeren Teller, Mund auf und alles fallen lassen. Gegebenenfalls noch mit der Zunge nachgeschoben. Ganz ähnlich verfährt man mit allem, was man zwar angekaut hat, aber nicht durchgekaut bekommt. Harte Spelzen an Gemüse, vertrockne Körner im Mais, alles einfach ausspucken. Am Tisch. Wo  und wie denn auch sonst?!


Rauchen

Mit dem Nichtraucherschutz ist es in China nicht so weit her. Offiziell gilt zwar an vielen Orten Rauchverbot. Durchgesetzt jedoch wird das nur selten. So ist es vollkommen normal, dass man im Restaurant sitzt und direkt neben einem, direkt vor dem großen „Rauchen verboten“ Schild, zünden sich dann Gäste ihre Zigaretten an. Einem Hinweis auf das Rauchverbot seitens anderer Gäste wird bestenfalls mit großen Augen und Unverständnis begegnet. Schlimmstenfalls mit Aggression bis hin zu Schlägen. In manchen Nichtraucher-Restaurants versuchen die Wirte deutliche zu machen, dass Rauchen nicht gestattet ist, indem sie keine Aschenbecher zur Verfügung stellen. Den Wink mit dem Zaunpfahl ignoriert ein durchschnittlicher chinesischer Raucher aber grundsätzlich. Da wird stattdessen einfach auf den Boden oder in die Essensreste geascht und die Kippe auch dort entsorgt. *börgs*
Ich muss aber auch anmerken, dass das in den letzten Jahren schon langsam besser wurde. So gaaaanz langsam aber sicher sickert auch hier durch, dass Rauchen ungesund ist und das auch für Passivrauchen gilt und dass es nett ist, wenn man sich an ein Rauchverbot hält. Es sollen dazu auch noch schärfere Gesetze erlassen werden, die das Problem endlich ein wenig eindämmen. Hoffentlich.


Essen übrig lassen

In schlauen Büchern über die Chinesische Kultur wird einem immer geraten, man solle beim Essen immer ein bisschen was auf dem Teller übrig lassen. Das gelte als Höflich. Hierzu habe ich allerdings teilweise andere Erfahrungen und Erklärungen von den Chinesen selbst bekommen.
Ja, Ein wenig Essen übrig zu lassen ist traditionell höflich. Wenn ich bei jemand zu Hause gegessen habe. Dann bedeutet es nämlich, dass der Gastgeber mir genug aufgetischt hat und ich wirklich, wirklich satt bin. ALLERDINGS kann man es auch so verstehen, dass der Gastgeber halt ein schlechter Koch ist und es mir nicht geschmeckt hat. Daher sollte man keinesfalls zu viel liegen lassen. Ein bisschen Reis und so ein Blatt vom Gemüse reichen vollends. Wer noch hungrig wäre, der hätte das dann noch gegessen. Wem es nicht geschmeckt hätte, der hätte mehr liegen lassen. Und nein, einfach eine offene Kommunikation über Geschmack des Essens und Sättigungsgrad des Gastes ist leider in China kulturell nicht so einfach. Kann aber auch klappen, wie ich am eigene Leibe erfahren durfte. Indem uns Gäste einfach sagten "Das war sehr lecker. Aber jetzt bin ich echt satt.".
Im Restaurant ist das Liegenlassen von Essen KEINE Höflichkeitsgeste. Da gibt es nämlich meist keinen Gastgeber, der einem zu wenig auftischen könnte, sondern man selbst hat dann höchstens zu wenig bestellt. Trotzdem – oder gerade deshalb – sieht man hier regelmäßig, wie im Restaurant teilweise über die Hälfte des bestellten Essens unangetastet in den Müll wandert. Überschätzen die Chinesen so oft ihren Hunger? Kann man sich Reste nicht einpacken lassen? Doch. Einpacken kann man sich Reste ganz wunderbar lassen. Überall und immer. Machen wir auch jedes Mal. Und bei den Chinesen sind die Augen nicht größer als der Magen (hihi, mir fällt gerade auf wie politisch unkorrekt man mir diese Aussage auslegen kann^^). Der Grund ist ganz einfach, dass man damit angeben will, es sich leisten zu können, Essen zu bestellen und zu bezahlen und dann nicht zu essen. Angeben ist den Chinesen traditionell sehr wichtig. Daher kommt ja auch das Tragen von Schlafanzügen in der Öffentlichkeit („Sehr her! Ich habe so viel Geld, ich kann mir extra separate Kleidung zum Schlafen leisten!“). Und womit könnte man besser seinen eigenen „Reichtum“ und Überfluss verdeutlichen, als indem man andere Menschen dafür arbeiten lässt und bezahlt, einem Essen kochen und bringen. Und dann wirft man es einfach weg. So viel Überfluss hat man!


Trinkgeld

Da muss ich mich, glaube ich, in Deutschland dann erstmal umgewöhnen: Trinkgeld ist hier absolut nicht üblich. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich verboten ist. Aber wir haben ins 6 Jahren kein einziges Mal mitbekommen, das irgend jemand jemals irgend jemandem Trinkgeld gegeben hätte. Einzige Ausnahme in teuren europäische restaurants. Da läuft dann halt vieles wieder westlich...


Löffel, Stäbchen und Co.

Das Essgerät der Wahl sind in China, oh Wunder, die Stäbchen. Manch einer, der es noch nicht gesehen hat, mag jetzt lachen und meinen, dass man damit viele Dinge ja aber doch gar nicht essen kann. Und die Antwort ist: Doch, kann man. Ich habe Chinesen nicht nur Geschnetzeltes und buntes Gemüse und lockeren Reis (bis auf das letzte Korn, sofern es nicht mit Soße am Teller festklebte) mit Stäbchen Essen sehen. Nein, ebenso Erbsen, Wachteleier, Schnitzel, ganze Hühnerbeine oder Pizza. Nichts davon wurde mit der Hand berührt, alles mit den Stäbchen. Und das ist kein Hexenwerk. Inzwischen kann ich das ebenso. Und Suppe? Ja, Suppe mit Stäbchen ist etwas schwerer, aber dafür gibt es ja auch in China Löffel (halt dann die Chinesischen Löffel, mit denen man besser Schlürfen kann, was ja aber normal ist) oder man trinkt die Brühe direkt aus der Schüssel und schnappt eventuelle Suppeneinlagen mit den Stäbchen raus. Ich mag das. Also das Essen mit Stäbchen und maximal noch einem Löffel. Zum einen, weil es Spaß mach und zum anderen, weil es auch hygienischer ist. Stäbchen lassen sich nämlich viel besser säubern, als die Zwischenräume der Zinken einer Gabel...


Gemeinsame Teller

In Deutschland bestellt sich im Restaurant jeder sein Essen und isst das dann. VIELLEICHT probiert man mal voneinander, das ist dann schon ungewöhnlich. MANCHMAL gibt es auch extra große Grill- oder Vorspeisenteller zum Teilen. In China läuft das ganz anders. Hier gibt es auf der Karte nicht „Ente mit Gemüse und Reis“, zum Beispiel. Es gibt „Ente“ und es gibt „Gemüse X“, „Gemüse Y“, „Gemüse Z“ und „weißer Reis“ oder „gebratener Reis“ etc. Und aus diesen Gerichten wählt man dann im Restaurant als Gruppe aus, was man essen möchte. Je nach Hunger und Anlass und Restaurant bestellt man im Schnitt etwa 2-3 Gerichte pro Person am Tisch. Und beim Bestellen gibt es auch kein Gewurschtel a la "Ich hätte gerne die Ente mit Gemüse und Reis, aber statt Reis bitte Nudeln und ist in dem Gemüse Broccoli? Wenn ja, bitte weglassen.", weil man ja einfach nur "Ente", "Wasserspinat", "Zuckererbsen" und "gebratene Nudeln" bestellt, wenn man genau das haben möchte. Das Essen wir dann in die Mitte gestellt. Vor sich hat jeder seinen eigenen, kleinen Teller und eine kleine Schüssel. Nun bedient man sich einfach nach Herzenslust vom gemeinsamen Essen. Für größere Gruppen gibt es dafür an runden Tischen extra drehbare Glasplatten, damit wirklich jeder an alles auch gut rankommt. Ganz unkompliziert, gemeinschaftlich und lecker. So kann man nämlich echt alles durchprobieren. Wenn einem irgendwas nicht schmeckt, muss man es nicht essen und wird trotzdem satt und wenn alle etwas ganz besonders lecker finden, bestellt man halt einfach noch eine Portion genau davon. Für alle gemeinsam. DAS werde ich mit Sicherheit in Deutschland vermissen!

Sonntag, 20. November 2016

Shanghai Alltag: Magen verderben leicht gemacht?

Es gibt immer so ein paar Klischees, die sich einfach hartnäckig halten. Und wenn man im Ausland lebt, bekommt man davon dann doch immer mal wieder was mit. So haben mich über die Jahre viele Leute immer wieder gefragt, ob ich denn das Chinesische Essen vertrage. Schließlich, so der allgemeine Konsens, sei das bestimmt nicht leicht für so einen Europäischen Magen und ich müsse mir wohl – vor allem, wenn ich lokal esse – oft den Magen verderben. Aber, mal in aller Kürze: Nein, das stimmt nicht. Sicherlich sind hier öfter mal Dinge im Essen, die da nicht hingehören (Lebensmittelskandale Ahoi), aber öfter unter Magen-Darm-Problemen gelitten als in Deutschland habe ich nie.

 

Das gleiche habe ich auch vor meinem Aufenthalt auf Bali immer wieder gehört und das selbe Resultat erlebt. Ok, mein Magen ist auch nicht der empfindlichste, aber trotzdem gibt es da so Mythen, die mich inzwischen einfach nerven...

  

 

Die Mär des ausländischen Magens

 

Sobald man die Landesgrenze verlässt, scheint – so das Klischee – der Magen plötzlich und sofort ganz anders zu funktionieren, als sonst. Statt Kohlenhydraten, Vitaminen, Fetten, Proteinen und so holt er sich aus den fremdländischen Nahrungsmitteln nur noch böse Bakterien, die für Durchfall und Erbrechen oder beides sorgen. Der rassistische Arsch. Oder vielleicht das rassistische Arschloch-Essen, dass Ausländer gezielt krank macht? Fakt ist: Klar, wenn ich Dinge esse, die ich noch nie gegessen habe, kann mein Bauch auch mal ungewohnt reagieren. Das hat aber nichts damit zu tun, dass das ausländische Essen so unhygienisch wäre. Ihr glaubt nicht, was für Geschichten ich schon über deutsches Essen gehört habe. Ein Australier fragte mich mal, wie wir Deutschen das eigentlich wegen dem ständigen Durchfall vom Sauerkraut machen. Er habe das mal probiert und sei danach kam noch vom Klo gekommen. Tjanun. Da kann aber ja das „deutsche“ Essen nichts für. Und das liegt auch nicht an gar katastrophalen Bedingungen in der Produktion bei Kühne. Und auch nicht daran, dass er Ausländer war. Einem Deutschen, der zum ersten mal oder ungewohnt große Mengen Sauerkraut isst ergeht es da ja auch nicht anders. 

 

  

Survival-tipp: Iss mit den Locals!

 

Vor Bali bekam ich einen ganz wichtigen Tipp bezüglich des Essens: Eat where the locals eat. Klar, so eine kleine mobile Garküche KANN hygienisch sehr, sehr fragwürdig sein. Und ein winziger food stall wird auch selten vom Gesundheitsamt kontrolliert (wenn es denn eines gibt). Aber auch in großen Restaurants kann man sich übelste Geschichten einfangen. Da wird dann ggf kontrolliert, aber genug Geld wandert von einer Hand in die andere und alles ist gut – auf dem Papier. Als Tourist hat man dann erstmal das Risiko und fängt sich gegebenenfalls was ein. Und geht dann natürlich da nicht mehr hin. Aber Touristen reisen halt auch eh bald wieder ab. Und wenn man nur danach geht, wo die Touristen essen, ist man am Ende auch nicht wirklich schlauer. Wenn ich aber irgendwo wohne, dauerhaft lebe, und weiß, in welchem Laden mich Montezuma's Rache erwischt und bei welcher Garküche es gut schmeckt, ohne dass ich mir das Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen muss, gehe ich wohl eher zur letzteren. Und erzähle davon dann auch meinen Freunden, Verwandten und Bekannten, die auch in der Nähe leben. Als Tourist sollte ich mich daher nicht danach richten, wo andere Touristen futtern. Die sind höchstwahrscheinlich auch zum ersten Mal in dem Restaurant und eher dessen Marketing als dessen durchgängig guter Qualität erlegen. Wenn jedoch die Einwohner selbst irgendwo essen, dann kann ich mir recht sicher sein, dass mir davon nicht schlecht wird.

  

 

Lebensmittelvergiftungen in Shanghai

 

Ja, auch hier in Shanghai kann man sich den Magen ordentlich verderben. Ich persönlich habe genau 3 Fälle kennen gelernt (abgesehen von dem einen Mal, als uns die Hühnersuppe umgekippt war und wir es zu spät realisiert hatten... Aber Fälle zu Hause zählen jetzt mal nicht).

1.     Der alte Caterer hier im Büro – der hatte ein echtes Problem mit der Hygiene. Da wurde auf Teufel komm raus am falschen Ende gespart. Keine Ahnung, wie es dort in der Küche aussah, aber es wurden zuvor schon 2 x Kakerlaken im Essen gefunden, bis dann eines Tages fast 40 Kollegen Magen-Darm bekamen. Letztendlich musste der Caterer dann die Arztrechnungen und den Verdienstausfall für 35 Leute zahlen und war natürlich sofort vom Tisch bei uns in der Kantine.

2.     Fancy Mexikaner – eine ehemalige Kollegin war zu einer Geburtstagsfeier bei einem Mexikaner, der locker 3-4 mal so viel kostete, wie ein durchschnittliches Restaurant hier. Und genau da holte sie sich eine echt üble Lebensmittelvergiftung, offenbar an schlechtem Fisch, die sie sogar stationär ins Krankenhaus brachte (wo sie dann im Bad ohnmächtig wurde, mit dem Kopf auf dem Waschbecken aufschlug und wegen der Gehirnerschütterung noch länger bleiben musste...)

3.     Steak und Salat – ein ehemaliger Chef war, als er in China ankam, zunächst sehr „vorsichtig“ mit dem Essen. Er hatte Sorge, sich den Magen zu verderben. Also aß er nicht lokal, sondern nur westliches Essen in entsprechend vergleichsweise teuren Restaurants. Dabei holte er sich erstmal eine Magenverstimmung nach einem Sandwich bei „element fresh“ (oh the irony^^) und dann nochmal eine handfeste Lebensmittelvergiftung nach Steak und Salat in einem westlichen, teuren Restaurant. Danach hatte er die Nase voll und aß lokal, in kleinen Garküchen, street food usw und hatte kein Problem mehr.

 

Sicherlich, das sind alles nur Anekdoten. Aber da ich keine größere Studie zu dem Thema zur Hand habe, lasse ich das jetzt mal einfach so stehen.

  

 

Manchmal läuft’s doch

 

Ja, also eine richtige Lebensmittelvergiftung oder größere Magenverstimmung hatte ich (bis auf die unheilvolle Hühnersuppe...) hier noch nicht. Natürlich geriet meine Verdauung auch mal ein kleines bisschen aus den Fugen. Grund oder Anlass war hierfür aber grundsätzlich eine Ernährung, die mir auch in Deutschland, Spanien oder den USA Probleme gemacht hätte: Zu viel Öl und zu viel Chillies. Ich habe früher sehr gerne sehr scharf gegessen. Seit der Schwangerschaft kann ich das nicht mehr so (was ich teilweise bedauere). Und in China wird, entgegen des Klischees vom gesunden, fettarmen Wok-Gemüse, verdammt viel frittiert und oftmals triefen die Teller nur so vor Öl. Und dann kann man noch so geübt drin sein und der Magen sich dran gewöhnt haben, aber nach ein paar Portionen Essen, bei dem die Chillies fröhlich im Öl herum schwammen, flutscht’s. Bei jedem. Egal, wo man her kommt oder wo oder wie das Essen gekocht oder serviert wurde.

 

Freitag, 18. November 2016

Anders als gedacht - Streit nach dem Baby-Jahr

Aus der schier endlosen Reihe „Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt“ kommt heute: Streit. Also vor allem, dass man sich – entgegen aller schlauen Ratgeber – auch nach den Anstrengungen und der neuen Rollenbildung des Babyjahres noch streitet.

 

  

Die Vorstellungen von vor der Geburt

 

Vor der Geburt habe ich ein paar Ratgeber-Webseiten gelesen. Babycenter und so. Da wurde immer wieder angesprochen, dass so ein neues Familienmitglied natürlich die Paarbeziehung verändert. Mann und Frau müssten ihre Rollen neu definieren und sich als Vater und Mutter zusammen finden. So wird das da immer schön postuliert und erklärt. Dazu gibt es noch ein paar gute Ratschläge. Man solle sich trotz allem Zeit füreinander nehmen und sich aber auch Zeit miteinander lassen. Aufeinander eingehen und nichts erzwingen wollen. Macht ja Sinn, ist verständlich. Und sei dann, gemäß der schlauen Ratgeber, aber auch nur ein Temporäres Problem. So nach den ersten paar Monaten, allerspätestens nach dem anstrengenden Babyjahr, hat man sich zusammengerauft und alles ist wieder Friede-Freude-Eierkuchen. Das Baby wird ja dann zum Kleinkind und dann wird alles gut.

 

 

Das erste Jahr in echt

 

Unser kleiner Rabe wurde geboren und nun wartete ich fast schon darauf, dass das Haselchen und ich, so als frischgebackene Eltern, mit wenig Schlaf, viel Stress und neuen Rollen in der Partnerschaft, streiten würden. Wir gehören noch nie zu den Paaren, bei denen alles immer so ekelhaft klebrig stinkend harmonisch ist. Manchmal fliegen bei uns die Fetzen, beziehungsweise es knallen die Türen und wir schreien uns nicht so nette Dinge entgegen. Aber irgendwie blieben diese Situationen aus. Praktisch die ganze Schwangerschaft über waren wir nicht über ein kurzes Zischen und höchstens eine halbe Stunde böse Gucken hinweg gekommen. Und das änderte sich auch nach der Geburt nicht. Ja nicht einmal mit Schwiegermutter zu Besuch. Klar, wir waren  nicht immer einer Meinung und wir diskutierten auch mal den einen oder anderen Punkt aus, ohne dabei vorbildlich pädagogisch wertvoll zu bleiben. Vor allem, nachdem ich wieder arbeiten musste. Denn ja, nach 4 Stunden Schlaf in der Nacht, aufgeteilt auf 8 Etappen, dann voller Arbeitstag bei mir und voller Babytag inklusive Mittagsschlaf nur in der Trage und dadurch Rückenschmerzen beim Haselchen ist man irgendwann nicht mehr in der Stimmung für ein liebevoll gesäuseltes „Ich verstehe ja, dass du einen harten Tag hattest. Aber ich würde mich trotzdem freuen, wenn du meine Anstrengungen mehr wertschätzen könntest, indem du deine Sachen ein wenig ordentlicher platzieren könntest und deine übelriechenden Socken nicht einfach liegen lassen würdest“. Da grunzt man irgendwann halt einfach nur „Räum deinen Scheiß doch mal weg! Vor allem deine stinkenden Socken, verdammt!“ und der andere grunzt dann halt auch nicht zurück „Oh, Verzeihung. Ja , du hast Recht. Tut mir Leid.“, sondern eher „Orrrrr, nerv nicht!“. Aber es hielt sich alles wirklich in Grenzen. Und auch diese Frage der „Rollenfindung“ gab es nicht. Also nicht aktiv und mit Konflikt beladen. Natürlich haben wir uns in unserer Beziehung zueinander geändert. Und zwischendurch mussten wir auch ein paar kleine Kurskorrekturen machen, um nicht voneinander weg zu driften. Aber das lief ohne richtigen Streit ab.

 

 

Eierkuchen? Pustekuchen!

 

Der erste Geburtstag des kleinen Raben kam und ging. Und nun, so hatten die weisen Elternratgeber prophezeit, würde Streit der Vergangenheit angehören und es würde eine neue Ära der Harmonie zu Hause einkehren. Ja Pustekuchen! Die Zeit kurz nach dem ersten Geburtstag war bei uns die, in der wir uns in den letzten zwei Jahren am dollsten in die Haare bekommen haben. Denn: Gar so viel mehr Schlaf bekommen wir noch immer nicht (also vor allem ich mit dem Stillen des Öfteren nicht und auch an den freien Tagen ist der kleine Rabe ja morgens um eine normale Zeit wach und lässt einen nicht einfach mal so bis in den Nachmittag hinein den ganzen Schlaf der letzten Woche nachholen). Dazu hat der Kleine aber nun auch manchmal schlechte Laune und kreisch-heult den halben Tag nur herum. Außerdem ist er inzwischen mobil geworden und die Ära „Es ist so still, was macht das Kind... ACH DU SCHANDE!“ hat begonnen. Beides nicht unbedingt hilfreich zum Stressabbau. Oder wenn man als Pärchen endlich mal wieder wenigsten ein bisschen miteinander SPRECHEN möchte. Und dazu kommt halt auch noch, dass wir beide ziemlich unterschiedliche Ansichten zum Thema Kindererziehung haben. Was bei einem Baby erstmal egal war – dass man ein Baby nicht erziehen muss, bzw. das gar nicht kann, sondern da einfach nur kümmern und lieben und Bedürfnisse erfüllen möglich ist, da sind und waren wir uns einig. Aber jetzt, jetzt sieht das ein wenig anders aus. Also die Einigkeit in en Überzeugungen. Und so schwelten die Uneinigkeiten eine Weile unausgesprochen vor sich her, um sich dann hier und da zu entladen. Mit Blitz und Donner. Mit Vorwürfen, dem Ausgraben alter Geschichten, vom Hundertsten ins Tausendste kommend und dann beleidigt, wütend und besorgt ab. Und letztendlich des Pudels Kern doch unausgesprochen gelassen. Teils, weil man dann gerade zu sauer war, um sich richtig zu öffnen und teils, weil uns manches auch nicht ganz bewusst war. Bei letzterem unter anderem, wie tief doch das Trauma noch saß, direkt nach der Geburt von unserem Baby getrennt worden zu sein. Statt er bewussten Erkenntnis waren da nur dumpfe Gefühle, die ich teilweise ein Ventil gegen den anderen suchten.

 

  

Und jetzt?

 

Ja, jetzt. Jetzt haben wir wohl tatsächlich das Stadium erreicht, in dem es weitergehen darf. Es scheint, als hätten wir unsere Kämpfe für’s Erste ausgefochten und uns selbst endlich so weit reflektiert, dass uns einiges deutlicher ist. Und manchmal kann es echt hilfreich sein, sich bewusst zu machen, WARUM man sich gerade so fühlt, wie man sich fühlt und dann von dort aus die Sache anzugehen. Wir sind noch immer nicht in allen Belangen der gleichen Meinung. Weit davon entfernt. Aber wir haben unseren Weg gefunden. Der einzige Tipp, den ich dabei habe: Reden. Reden, reden reden. Oder halt auch schreiben. Wir haben teilweise unsere Unterhaltungen auf die Einschlafbegeleitung verlegt – während ich den kleinen Raben ins Bett bringe, liege ich dann mit dem Handy in der Hand bei ihm und schreibe mit dem Haselchen Nachrichten in Wechat. Denn wir haben für uns gemerkt: Das größte Konfliktpotential haben wir, wenn wir etwas nicht aussprechen. Manche Dinge waren früher diesbezüglich einfacher. Wir waren ausgeschlafener und mehr aufeinander fokussiert und merkten dem anderen manche Stimmung schon an, ohne dass es extra gesagt werden musste. Das klappt heute einfach nicht mehr so gut, weil wir beide immer ein bisschen müde und oft ein bisschen gestresst sind. Oder einfach mit den Gedanken woanders. Also müssen wir es halt einfach mal laut sagen. Egal, ob uns irgendwas auf die Nerven geht, belastet, immer wieder durch den Kopf kreist oder auch besonders positiv auffällt. Damit werden wir sicherlich nicht bis ans Ende aller Tage glücklich und ohne ein missmutiges Wort zusammen leben. Klar. Aber es läuft.

  

  

Fazit

Und was lernen wir daraus? Sprecht miteinander. Und glaubt nicht alles, was Erziehungsratgeber so schreiben.

Mittwoch, 16. November 2016

Umzugsgedöns #2

Es wird, es wird... der Mietvertrag ist – dank der besten Familie der Welt - in trockenen Tüchern. Die wichtigsten Eckdaten für den Umzug stehen und ich möchte gerne ein bisschen schreiend im Kreis rennen...

Das wird unser Wohnzimmer <3 

Seefracht

Datum steht: Am 14.12. ab 9:30 kommen die Packer

Ok, das ist weniger als ein Monat, jetzt werde ich ganz dezent panisch. OMFG!!! *rennt schreiend im Kreis* *hyperventiliert in eine Papiertüte*

Ich habe bis jetzt die Abstellkammer, den großen Spiegelschrank, das Wohnzimmer und einen Teil meines Kleiderschranks durchsortiert. Außerdem haben wir Kinderklamotten nach Größen sortiert und vakuumiert.

Bis die Packer kommen, müssen wir noch alle Klamotten durchgehen. Außerdem die Kinderspielsachen, den Wickeltisch, das Babybett, die jetzt noch übrig gebliebenen Kinderklamotten, die Badezimmer und das Büro. Das sollte eigentlich zu schaffen sein... Und dann habe ich mir ab 10.12. bis einschließlich 14.12. frei genommen. Am 10. Hat das Haselchen Geburtstag, am 11. Sind wir noch auf einer Party eingeladen und dann haben wir wohl genug Zeit, alles ordentlich vorzubereiten. Hoffe ich...

Und von den Sachen, die NICHT in den Container gehen werden wir dann später versuchen, ein paar zu verkaufen (zum Beispiel die Luftfilter) oder zu verschenken (zum Beispiel das Katzenklo). Andere kommen in den Koffer. Ganz vielleicht schicken wir uns selbst auch noch ein Paket per Post. Das müssen wir mal schauen. Und dann kommt der Rest weg, bzw. bleibt hier.

Durchsortierte Kinderklamotten 

  
Katzen

Der Kater hat seine Impfung bekommen und war am 9.11. zum Bluttest. Ende des Monats soll das Ergebnis aus dem deutschen Labor per Email kommen und wir werden dann von der Tierklinik angerufen. Dort hat man zudem geraten, dass wir in der Shenpu Klinik noch eine Übersetzung des Impfstoffes auf Englisch in den Impfpass eintragen lassen. Außerdem sollen wir zu der Klinik, in der er damals seinen Mikrochip bekommen hat, gehen und das Datum an dem der Chip implantiert wurde mit Stempel der Klinik eintragen lassen. Die Tierärztin meinte „Das müsste eigentlich ok sein, aber wenn die euch in Deutschland Stress machen wollen, dann können sie damit Stress machen.“ Sehr lustig fand ich übrigens, dass in der Klinik, in der wir die Blutprobeentnahme machen lassen (eine andere als unsere „Hausklinik“ – die wollte nämlich über 3000 RMB, in der Klinik jetzt haben wir 1500 RMB bezahlt), ein Poster auf Deutsch hing (da arbeitet nämlich auch eine deutsche Tierärztin).

Deutsche Poster in chinesischen Tierkliniken

  
Wohnung einrichten

Dank der besten Familie der Welt nimmt auch unsere Einrichtung für die neue Wohnung bereits Formen an. Wir haben nun schon:
-          Küche (mit echt ALLEM, was das Herz begehrt! Die wird soooooo gut!!!)
-          Sofa (neue, große, bordeauxrote Eckcouch mit Schlaffunktion – pflegeleichter Stoffbezug)
-          Tisch (alter Esstisch, den ich auch mit in meine Studentenbude genommen hatte)
-          Elternbett (2 x 2 m hell yeah!)
-          Zum Bett passende Kleiderschränke und eine Kommode (also praktisch eine komplette Schlafzimmereinrichtung)
-          Ein super geniales Hochbett fürs Kinderzimmer (das ist echt der Hammer! Unten 140 cm breit, oben 100 cm breit, also auch für 3 Erwachsene geeignet, mit einer Treppe mit Schubkästen statt einer Leiter und aus massivem Zirbeholz ökologisch gebaut... <3 )
Jetzt fehlen nur noch wenige Sachen, um die Einrichtung komplett zu machen. Das meiste können wir dann auch einfach nach und nach besorgen, wenn wir schon in Deutschland sind. Zum Beispiel brauchen wir halt noch
-          Wohnzimmertisch (groß soll er sein, am besten ausziehbar und höhenverstellbar und schwarz und ohne scharfe Kanten – nicht ganz so einfach, scheinbar)
-          Schränke fürs Kinderzimmer und den Flur (und ggf eine „Schatztruhe“ für Spielzeug)
-          Garderobe für den Eingangsbereich
-          Sideboard o.Ä. für Fernseher, Stereoanlage etc.
-          Fernseher, Stereoanlage etc. (bis dahin haben wir aber ja einen Laptop und einen PC-Bildschirm. Damit sind wir die ersten 2 Jahre hier auch ausgekommen, also keine übermäßige Eile)
-          Lampen
-          Teppiche, Deko und Kleinkram
Nochmal ein Brocken wird wohl die Waschmaschine. Aber auch da wollen meine Eltern helfen und ggf findet sich sogar Platz für einen Trockner. Das wäre richtig genial (vor allem mit Gedanken an Stoffwindeln...).

Unsere Küche - mit kleiner Essecke

Die andere Seite der Küche 

Das wird das Bett im Kinderzimmer - das Foto stammt vom Hersteller http://www.holz-sigi.de/moebel/kinderzimmer/

  
Flug

Flug ist gebucht. Am 7.2., unserem 5. Hochzeitstag, fliegen wir über Hong Kong (wo wir geheiratet haben) nach Frankfurt. Die Strecke nach HK sogar in der business class, danach premium economy mit Cathay Pacific. Mit denen bin ich damals nach Bali geflogen und der Service war richtig gut. Außerdem haben die ein extra compartment für Tiere, das der Captain bezüglich Temperatur und Druck regulieren kann und laut Aussage am Telefon keine Restriktionen, dass Tiere im Winter nicht fliegen dürfen. Und „infant with seat“ kostet das gleiche wie „infant without seat“ – auch laut der Dame am Telefon. Gelandet wird planmäßig am 8.2. gegen 6 Uhr morgens in Frankfurt.

Der Flug geht vergleichsweise spät ab und wir fliegen dann von HK aus nach 4 Stunden Aufenthalt erst nach Mitternacht weiter. Das wird ggf nochmal ein bisschen stressig mit dem Raben... Aber wir werden ihm extra ein paar neue Spielzeuge für den Flug kaufen, damit er was neues zu bestaunen hat. Außerdem nehmen wir natürlich wieder die Manduca mit. Und diesmal kann er ja schon viel mehr Sachen essen, als bei unserem letzten Flug, sodass auch die Versorgung mit Futter nicht so schwer wird. Leider passt er nicht mehr in das baby bassinet, aber er bekommt seinen eigenen Sitz. Dann kriegen wir das mit dem Schlafen auch irgendwie hin. Wir werden halt versuchen, ihn dann schon 1-2 Wochen vorher immer ein bisschen später hinzulegen, damit Mitternacht für ihn nicht mehr soooo krass spät ist. Und dann quer über 2-3 Sitze und unsere Beine verteilt oder halb auf mir hängend oder so wird das schon werden.
  
  
Arbeit

Offiziell habe ich hier noch immer nicht gekündigt. Für Deutschland habe ich schon mal 3 Skype Interviews geführt. Eines gab eine Absage, bei der es aber glaube ich auch echt gut so war. Bei zwei sind wir jeweils so verblieben, dass wir uns dann vor Ort nochmal richtig persönlich kennen lernen wollen. Beide Stellen würden mir gut gefallen. Eine ist finanziell reizvoller. Dafür arbeitet die andere mit „freiem Urlaub“, diesem Konzept, bei dem man nicht eine begrenzte Anzahl von X Urlaubstagen einreichen und bewilligt bekommen muss, sondern sich immer dann Zeit nehmen kann, wenn man sie braucht und selbst glaubt, dass der Laden trotzdem nicht zusammenbrechen wird. Also eine unlimited vacation policy – was ich sehr, sehr spannend finde. Also drückt mir die Daumen – dafür, dass eine von beiden klappt! :-)
  
  
Emotional

Wheeeeee!

Ja, das ist und wird alles stressig. Mir graust es ein kleines bisschen vor dem ganzen Papierkram in Deutschland. Aber: Da VERSTEHE ich den Papierkram wenigstens und muss nicht chinesischen Schriftzeichen automatisch übersetzen lassen... ;-) Und ich habe auch ein bisschen Bammel vor dem Moment, wenn ich hier gekündigt, aber noch keine neue Stelle in der Tasche habe. Aber wir haben zum Glück ja Netz und doppelten Boden.

Und ja, ein bisschen wehmütig werde ich schon, wenn ich an die fast 6 Jahre denke, die ich jetzt hier gelebt habe. Wir hatten eine tolle Zeit hier. Keine Frage. Und ein bisschen gespannt bin ich auch darauf, wie das Haselchen sich in Deutschland zurechtfinden wird. Er spricht nicht so viel Deutsch und dass er mal mit 15 Jahren für 8 Monate in Deutschland gelebt hat, zählt irgendwie nicht ganz... Also ist es für ihn ja auch praktisch ein neues Land.

Aber allgemein überwiegt bei uns derzeit echt das „Wheeeee!“ Wir freuen uns so sehr auf das Leben in Deutschland. Gesundheitssystem („Oh, und dann hat der kleine Rabe eine Kinderarzt, der ihn kennt und bei dem man auch mal anrufen und was kurz nachfragen kann!“), gesamter Bildungsapparat („Und dann können wir anfangen, uns nach Kindergärten umzusehen. Bekommen bestimmt nicht gleich einen Platz, aber irgendwann schon. Und das kostet keine 2000 EUR im Monat. Und in 4 Jahren um die Zeit reden wir dann von der Einschulung kommenden Sommer. Und das kostet auch keine 2000 EUR im Monat...“), rechtliche Rahmenbedingungen als Arbeitnehmer („Ach, und wenn ich mal krank bin, bekomme ich auch für mehr als 5 Tagen im Jahr mein volles Gehalt weiter gezahlt!“), Menschen („Und dann spucken die Menschen nicht mehr überall in der Gegen herum oder rauchen im Aufzug...“) und – klingt komisch, is aber so – Essen (Käse! Saure Sahne! Dickmilch! Vollkornbrot! Bio! Hurz!) und Preise (das Leben in Shanghai ist verdammt teurer geworden!). Und überhaupt. Der Mann freut sich auf Schnee (ich  mich ja nicht so...), wir freuen uns auf Fenster, die tatsächlich dicht sind. Auf Leben ohne den Smog-Alarm auf dem Handy ständig checken zu müssen. Natur, Wald, Wiese uns alles. Und auf Freizeitaktivitäten, die man auch mit Kind machen kann. Weihnachtsmarkt, bezahlbare Schwimmbäder, SPIELPLÄTZE for Christ’s sake! Und das WGT kommt zu uns, höhö^^ Und dann ist da natürlich auch noch die Tatsache, dass dann Familie und Freunde (endlich auch räumlich) viel, viel näher sind... 

Sonntag, 13. November 2016

Liebster Award - Der Hermann-Kuchen geht in die nächste Runde

Ich war ehrlich gesagt ganz perplex, dass der virtuelle Hermann-Kuchen plötzlich wieder bei mir gelandet ist. Es erstaunt mich halt doch immer wieder, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ich (noch) nicht kenne (ob persönlich oder aus diesem Internet, so via Twitter oder so), die meinen Blog tatsächlich lesen... :-) Aber ich mache gerne wieder mit. Ein paar Texte mussten einfach vorher noch raus. Aber nun komme ich endlich zeitlich dazu die Fragen der Stahldame zu beantworten. Vielen Dank für die Nominierung, ich habe mich sehr gefreut! :-)



1. Wozu bloggst du?

Hmmmm... Das fragt mich das Haselchen auch regelmäßig! ;-) Hauptsächlich eigentlich als Erinnerung für später, weil so ein Blog einfach online und mit Suchfunktion praktischer ist, als handschriftliche Notizen. Und wenn wir dann doch mal was zum Anfassen haben wollen, kann man getipptes Wort ja doch auch ausdrucken und binden lassen... Außerdem kann ich über den Blog auch meine Gedanken teilen, beispielsweise liest meine Familie hier immer mit *wink* und weiß damit, was bei uns so los ist. Und ich kann mich mit anderen Menschen aus diesem Internet austauschen – sei es über den Gothic Friday oder über diese „Elternblogger“-Schiene. Und manchmal schreibe ich eigentlich nur für mich, aber so ganz ohne Anlass würde ich wohl kaum in die tasten hauen, obwohl es mir gut tut. So hat es mir beispielsweise sehr geholfen, über meine Ausschabung oder die Zeit nach der Geburt des kleinen Raben zu schreiben. Sozusagen Trauma-Aufarbeitung durch Schreiben – worauf ich ohne den Blog wohl nie gekommen wäre.

2. Wann und wo entstehen deine Blogposts?

Wann immer ich dazu komme. Anfangs auf dem Handy während unserer Still-Marathons im Bett liegend. Heute mehr auf der Arbeit am PC, wenn gerade nichts zu tun ist, ich Mittagspause habe, das System down ist etc. Oder auch weiter auf dem Handy, beispielsweise während der Rabe Mittagsschlaf macht (und mich aber nicht gehen lässt) oder so. Und ganz manchmal nehme ich meinen Arbeitslaptop mit nach Hause und tippe da noch am Abend ein wenig drauf los.

3. Was war dein erster Blogpost (die Blogvorstellung mal ausgenommen)?

Das war der Geburtsbericht des kleinen Raben. Der war da zwar schon fast 3 Monate alt, aber ich fand, dass er der Vollständigkeit halber nicht fehlen durfte. Geschrieben hatte ich den allerdings eigentlich schon vorher in „meinem“ Schwangerschaftsforum.

4. Android oder iPhone? Oder gar kein Smartphone?

Auf jeden Fall Android. Apple ist nicht so meins, da ich nicht gerne an einen einzigen Anbieter gebunden bin. Und ganz ohne Smartphone könnte ich es mir gar nicht mehr vorstellen.

5. Welches Kleidungsstück dürfte in deinem Leben niemals fehlen?

BHs! Ohne BH fühle ich mich gar nicht wohl. Team Rollmops und so... ;-) Ansonsten, mal abseits von Unterhosen, würde ich sagen Leggings (mit Longshirts) und Schlafanzüge. Man merkt, ich mag es gemütlich... ;-)

6. Da heute der 31.10. ist: Süßes oder Saures?

Heute ist zwar schon Mitte November inzwischen, aber: Schwanger war es bei mir Saures. Also als Geschmack. Ich hatte immer eine Flasche mit „Zu“ (spezieller, milder chinesischer Essig) im Büro dabei und habe mal ein ganzes Glas Gurkenbrühe ausgetrunken... Normalerweise aber lieber süß. Zu Hause bin ich beispielsweise die Einzige, die Nuss-Nougat-Creme isst – und trotzdem brauchen wir ständig neue Gläser. Vor allem bei Stress löffle ich die Creme dann auch gerne mal direkt aus dem Glas.

7. Gibt es einen Anlass, zu dem du dich verkleidest? Wenn ja, welchen und warum?

Fasching ist nicht so ganz meins, da es in weiten teilen zu viel sinnloses Saufen ist und mir die Witze meist zu platt sind. Dann lieber gute politische Satire das ganze Jahr über. Aber zu Halloween verkleide ich mich. Es macht einfach Spaß, mal in eine andere Rolle zu schlüpfen und mal ein bisschen lauter zu spinnen. Mit total hässlichen Kombinationen von Farben zu experimentieren, es mit dem Makeup total zu übertreiben und mit Kunstblut herum zu schmieren. Dabei gehe ich grundsätzlich NICHT in schwarz – schließlich verkleide ich mich und lebe nicht nur eine normale Facette meines Selbst aus. Meine Kostüme der letzten Jahren waren beispielsweise: Teufel, mad hatter, Porzellanpuppe und Kranke(n)schwester. Die schwarzen Halloweenkostüme kaufe ich immer und trage sie den Rest des Jahres als ganz normale Kleider.

8. Welchen Rat würdest du dir selbst gerne geben, wenn du dein halb so altes Ich treffen könntest?

Nimm nicht alles so ernt, genieße mehr und mach dir nicht so viele Sorgen. Es wird noch viel schlimmer, aber es wird auch noch so viel besser!

9. Du gewinnst im Lotto und hast genug Geld für den Rest deines Lebens. Was sagst du zu deinem Chef?

Du, Jonathan, ich kündige doch schon zum nächstmöglichen Termin. Oder wäre es vielleicht sogar möglich, mich ab Ende des Monats auszuplanen?

10. Worüber kannst du immer wieder herzhaft lachen?

Kinderlachen. Ganz besonders das des kleinen Raben, wenn er gerade etwas „anstellt“ (und zum Beispiel Wattestäbchen im ganzen Bad verteilt). Und diesen Witz: „Que hace un pez muerto? – Nada!“ (ich muss gerade echt zum dritten Mal binnen zwei Tagen darüber kichern^^)

11. Worüber kannst du dich immer wieder ärgern?

Oh, da gibt es viel. Sehr viel. Allen Voran Ungerechtigkeit und Ignoranz. Aber wirklich immer wieder in gleicher Intensität würde ich sagen die Sturheit meines Mannes. Ganz besonders dann, wenn er nicht einsehen will, dass Anekdoten und empirische Ergebnisse nicht das gleiche sind.



So, und jetzt wird es schwer. Ich muss nominieren. Ok... Also, ich stelle meine Fragen an die wunderbare Frau Hamschta, die herzensgute Erdbeerlila, die supercool „unangespiesste“ Julia, die vielleicht im Umzugsstress zu beschäftigte Rabenschnabli (versuchen kann man es ja mal) und die super gruftige Prinzessin von Traumzweiplus. Und hier kommen meine Fragen:

1. Was war das letzte Lied, das du gehört hast?
2. Was vermisst du am meisten aus deinem Leben vor dem (ersten) Kind?
3. Wenn du dir einen materiellen Wunsch erfüllen könntest – was wäre das?
4. Kirschen oder Erdbeeren?
5. Wie sieht für dich ein perfekter Samstag Abend aus?
6. Glaubst du an Horoskope / Sternzeichen?
7. Eine wichtige Entscheidung steht an. Wer gewinnt: Herz oder Hirn?
8. Was ist deine seltsamste Macke?
9. Welche drei Dinge kannst du ganz besonders gut?
10. Welche Band / Welchen Künstler würdest du unbedingt gerne mal gerne live sehen?
11. Wenn du innerhalb deiner eigenen Lebenszeit eine Zeitreise machen könntest – wohin (bzw. wann“hin“) würdest du gehen?



Und auch, wenn die meisten sie wohl schon mal irgendwo gelesen haben, zur Vollständigkeit auch nochmal die Regeln:
-          Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag.
-          Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat stellt.
-          Nominiere zwei bis elf weitere Blogger für den Liebster Award.
-          Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
-          Schreibe diesen Leitfaden in deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
-          Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel.

Samstag, 12. November 2016

12 von 12 November 2016


12 Bilder vom 12. Des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf Draußen nur Kännchen.

Chaos vor dem Frühstück. Und ganz vielleicht ein bisschen zu viel Spielzeug... 

Und schon vor dem Frühstück Kunst schaffen und dabei ständig Mango fordern. Nun, die Farbe passt ja. 

Da ich nicht fit bin, lege ich mich nochmal ein halbes Stündchen hin, während die Männer frühstücken. Der Kater fordert dabei ein paar Streicheleinheiten. 

Ich bin noch immer im Schlafanzug. Aber jetzt wird der Kater gemeinschaftlich gekrault und geschmust, bis es ihm zu viel wird. 

Im Haus heiratet jemand. Das Brautauto ist schön. Die Braut auch. Ihre Leggings und Plastik-Hausschlappen unter dem Brautkleid nicht so sehr...

Das Haselchen kauft eine Mango. Ohne geht derzeit gar nichts beim kleinen Raben. 

Der Eingang zum kleinen Park bei uns in der Nähe. Mit sehr chinesischem Monument... 

Blick aus dem Park auf Shanghai tower und Flaschenöffner. Ja, ein bisschen werde ich das vermissen... 


Wasser darf in einem chinesischen Park oder Garten nicht fehlen. 

Bei über 20°C lässt sich so ein November-Tag gut aushalten... 

Schnelles Essen: Kartoffeln und Kräuter-Frischkäse (in Ermangelung von Quark)  

Es ist Batscheltag für den kleinen Raben. Hier unser Duschvorhang.