Sonntag, 6. November 2016

Besuchen verboten - auf der NICU in China

Vor Kurzem hatte Mo von 2KindCaos in „Gegen die Geborgenheit“ ihre negativen Erfahrungen im Krankenhaus nach der Geburt ihrer Tochter verbloggt. Ich habe den Bericht gelesen, mich aufgeregt und mitgefühlt. Und danach ging es mir tagelang schlecht. Ich war niedergeschlagen und mehrfach den Tränen nahe. Denn bei mir hat dieser Bericht die Erinnerung an die erste Woche nach der Geburt des kleinen Raben getriggert. Seine Geburt war lang und hart und es wurde kristellert und so weiter. Keine schöne Geburt. Eine, nach der ich wortwörtlich gesagt habe „Also, wenn das beim nächsten Kind wieder so wird, dann gibt es bei Nummer drei einen geplanten Kaiserschnitt.“ Aber dass auch auf eine negative Geburtserfahrung eine ganz tolle folgen kann, davon hat mich seitdem nicht zuletzt die immer so unglaublich positive Motherbirth überzeugen können. Und darum soll es hier jetzt gar nicht gehen. Viel mehr möchte ich heute versuchen aufzuarbeiten, wie die erste Woche NACH der Geburt ablief und wie wir im Krankenhaus mit Baby, bzw. ja faktisch ohne, behandelt wurden. Dazu hat Anita von Mamanatur übrigens gerade eine Blogparade gestartet (und jetzt, nachdem ich meine Geschichte aufgeschrieben und dabei in gewissem Maße damit abgeschlossen habe, traue ich mich auch, die dortigen Beiträge zu lesen...).
 
 

Direkt nach der Geburt
  
  

Als ich meinen Geburtsplan aufgeschrieben habe (ja, ich habe tatsächlich einen Zettel mitgenommen, sozusagen als Spickzettel für das Haselchen, falls ich unter der Geburt zu fertig sein würde, mich noch weiter zu äußern), stand dort unter anderem:

-          Kind nach Geburt sofort auf die Brust bekommen, NICHT erst wiegen, messen, anziehen etc., dazu ist später noch Zeit

-          Nabelschnur auspulsieren lassen, nicht sofort durchtrennen

-          Käseschmiere nicht abwaschen

Was tatsächlich geschah: Der kleine Rabe war gerade erst geboren. Aber er war verschmiert mit Mekonium. Also musste die Nabelschnur sofort abgeklemmt und durchtrennt werden, was das Haselchen übernehmen durfte. Danach wurde er, der noch immer ganz still war, ganz schnell weggetragen. Die Schwester brachte ihn in den Nebenraum. Ich hatte ihn nicht einmal sehen können. Irgendwo im Chaos glaube ich, kurz protestiert zu haben. Aber es war in diesem Moment tatsächlich medizinisch Notwendig, dass er abgesaugt werden musste, weil er sonst mit all dem Kindspech im Gesicht nicht hätte atmen können. Warum das in einem anderen Raum stattfinden musste... Nun ja, das würde ich jetzt gerne diskutieren, aber dazu ist niemand da, mit dem ich das besprechen könnte. Schließlich wäre die Antwort hier ohnehin nur „Ist halt so“. Also wurde mein Baby sofort weggetragen un wir hörten seinen ersten Schrei nur von nebenan zu uns herüberschallen. Er wurde abgesaugt, gewaschen, gemessen, untersucht und angezogen. Dann, endlich endlich, bekam ich ihn auf die Brust gelegt. Dieses rosarote, quäkend brüllende kleine Bündel Menschlein. Er schrie und schrie mit dieser ganz besonderen Tonlage eines winzigen Babies. Seine Äuglein hielt er fest verschlossen. Zugekniffen, gegen das grelle Neonlicht, vermute ich. Ich streichelte ihm ganz vorsichtig über das winzige Köpfchen, er schrie weiter. Ich sprach ihn an. Ich weiß nicht mehr, was genau ich gesagt habe. Aber er erkannte meine Stimme, beruhigte sich augenblicklich und lag einfach da. Hörte auf meine Stimme, hielt die Augen in seinem leicht verknautschten Neugeborenengesicht geschlossen und entspannte sich. In diesem einen Augenblick war einfach alles gut.
 
 

Warten im Kreisssaal

 

Nach nur wenigen Minuten, die sich für mich wie Sekunden anfühlten, nahm eine Schwester mir mein Baby wieder weg. Es müsse nochmal untersucht werden. Wegen des Kindspech. Weil er ja unter der Geburt unter starken Stress gestanden habe und man müsse genau schauen, ob es ihm denn jetzt auch wirklich gut ginge. Dazu müsse er jetzt erstmal kurz unter Beobachtung. Aber später am Morgen, gegen 6:00 Uhr, könnte ich auf die Station umziehen und er könne mitkommen. Das Haselchen ging dann erst einmal mit, um ein paar Papiere zu unterschreiben und den Kleinen zum Wärmebettchen zu begleiten. Ich konnte mich erstmal nicht bewegen. Einerseits mangels jeglicher Kraft, andererseits, weil ich gerade ja auch noch genäht werden musste. Und ich fühlte mich auch noch immer high like a kite im Hormonrausch und scherzte zwischen den Stichen mit der Ärztin, die mich nähte. Irgendwann kam das Haselchen wieder. Irgendwann kam das Haselchen wieder. Irgendwann war die Naht fertig. Ich trank ein wenig Wasser und war jetzt viel zu aufgeregt, als dass ich hätte schlafen können. Wir redeten und warteten alleine zusammen im Kreisssaal. Dann wurde es langsam 6:00 Uhr. Eine Schwester kam und brachte mir einen frischen Krankenhauspyjama. Das Haselchen fischte eine alte Unterbuxe und die extra großen Binden aus dem Rucksack (Netzschlüppies oder Vorlagen vom Krankenhaus gibt es hier nicht) und half mir, das alles zusammen zu kleben. Irgendwie zog ich mich mit Hilfe um und war dann aber doch froh, in einem Rollstuhl sitzen zu können. Länger als ein paar Sekunden konnte ich mich noch nicht auf den Beinen halten. Hier allerdings fragte ich dann nach, wo denn nun unser Baby sei. Er sollte doch mit mir auf die Station umziehen. Er müsse noch weiter beobachtet werden, hieß es. Seine Atemfrequenz sei zu hoch, hieß es. Man müsse einen Bluttest machen und die Werte abwarten, hieß es. Um 8:00 Uhr seien die Ergebnisse aus dem Labor da und dann könne man weiter sehen. Ich fragte, ob er denn nicht wenigstens zum Warten bei mir sein könnte. Aber das ginge nicht. Er müsse überwacht werden. Aber ich sollte mir jetzt keine Sorgen machen und mich erstmal ein wenig ausruhen. Eigentlich hätte ich an diesem Punkt schon stutzig werden müssen. Schließlich weiß ich ja, dass Chinesen nur ungern Probleme zugeben und man schlechte Nachrichten hier immer nur ganz langsam und scheibchenweise präsentiert bekommt. Aber ich war, wir beiden waren, einfach viel zu fertig. Hilflos gutgläubig durch schiere Erschöpfung. Und so ließ ich mich ohne weiteren Protest auf mein Zimmer fahren.

 

Wieder vereint – auf Zeit

 

Nachdem ich im Bett lag und zum ersten mal seit Monaten keine Tritte in meinem Bauch spürte, vermisste ich mein Baby plötzlich sehr. Das Haselchen machte sich auf den Weg nach Hause um etwas zu essen und sich auch ein wenig auszuruhen. Er wollte dann später am Vormittag wieder kommen. Ich sollte mich jetzt erstmal ausruhen, so der allgemeine Konsens. Und so lag ich alleine in meinem riesigen Einzelzimmer, legte sehnsüchtig die Hand auf meinen Bauch, dachte an mein Baby, versuchte, auch über mehrere Stockwerke hinweg eine "Verbindung" zu ihm aufzunehmen und dämmerte dann doch binnen Sekunden weg. Als ich wieder aufwachte, zeigte die Uhr auf meinem Handy bereits kurz nach 8:00 Uhr. Jetzt sollten doch die Ergebnisse aus dem Labor da sein und ich sollte mein Baby endlich zu mir holen dürfen! Da ich nicht gerade krankenhauserfahren bin, fiel mir gar nicht ein, dass ich theoretisch nach der Schwester hätte klingeln können. Habe ich letztendlich auch nicht ein einziges Mal gemacht. Stattdessen rappelte ich mich auf, stand auf und setzte vorsichtig und zittrig einen Fuß vor den anderen. Und war recht froh darum, dass der gesamte Flur mit einem Handlauf ausgestattet war. Mein Beckenboden fühlte sich an, als würden gleich alle Organe einfach aus mir heraus purzeln. Unterwegs überlegte ich, ob das vielleicht nicht ganz so gut für die Rückbildung wäre... Aber ich wollte mein Baby haben! Also ging ich nach vorne zur Schwesternstation (die auf der VIP Station aussieht wie eine Rezeption in einem netten Hotel – passend zu den Hotelzimmergleichen, riesigen Zimmern) und fragte nach. „Excuse me, Ma'am. I wanted to ask about my son... This morning the nurse told me he needs to remain under supervision, but the lab results should be back at 8:00. Can I please see him now?”. Offenbar war ich die einzige Frisch entbundene Laoweimama. Denn auch ganz ohne meinen Namen zu buchstabieren wusste die Schwester sofort, wer ich war, rief auf der Neugeborenenstation an und erklärte mir dann: Die Ergebnisse seien noch nicht wieder da. Aber das würde schon werden. Sie würde jetzt mit mir nach unten fahren, wir könnten den Kleinen abholen und sie würde dann einfach zu uns aufs Zimmer kommen und mir die Ergebnisse mitteilen, sobald das Labor fertig sei. Genau das war noch 2 Stunden früher un möglich gewesen, aber ich dachte gar nicht daran, mich darüber aufzuregen. Viel mehr freute ich mich einfach riesig! Und so fuhren wir mit dem Aufzug runter auf das gleiche Stockwerk, auf dem auch der Kreissaal gewesen war. Dort war ebenfalls das Zimmer für die Neugeborenen, die beobachtet werden mussten. Die Schwester instruierte eine andere Schwester und dann musste ich kurz vor dem Zimmer warten. Und plötzlich überkam mich eine riesige Panik. Was, wenn ich mein Baby nicht erkennen würde? Neugeborene sehen ja alle irgendwie ähnlich aus. Wie Neugeborene halt. Selbst die Form der Augen ist da nicht so präsent. Klar, er hatte blaue Augen, die meisten Chinesen werden mit dunkelbraunen Augen geboren... Ich war plötzlich so nervös, dass ich am liebsten weggelaufen wäre. Aber ich wollte doch mein Baby haben und kennen lernen und stillen und kuscheln... Also wartete ich und die Schwester rollte mir zielgenau das kleine Bettchen entgegen. Da lag er nun, eingewickelt in zu große Krankenhausklamöttchen in einem viel zu weich gepolsterten Plastikbett mit Decke. Halleluja, schrien die Empfehlungen zur Vermeidung des SIDS in meinem Hinterkopf. Aber das war mir jetzt erstmal alles egal. Mein Baby! Mein Sohn! Ich wurde noch instruiert: Er spucke die ganze Zeit. Man habe ihm schon Medizin gegeben. Und ich dürfe ihm auf gar keinen Fall die Brust geben. Wegen dem Spucken, irgendwie. Und er habe gerade schon eine Flasche Milch bekommen. Und Glukose. Alles ohne mein Wissen und ohne meine Zustimmung. Mein Mutterherz blutete ein wenig. Und die Panik wechselte von „eigenes Kind nicht erkennen“ zu „Saugverwirrung! Milchpulver! Welches Pulver habe die gegeben? Chinesisches? Importiertes? Was ist da drin?!“. Dass er spuckte und Medizin brauchte, das nahm ich, seltsamerweise, einfach erstmal hin und war mir mit einer Gewissheit, die ich sonst so niemals hatte, absolut sicher, dass es ihm bald wieder gut gehen würde. Und so nahm ich mein Neugeborenes mit auf mein Zimmer. Alleine. Ohne jegliche Anleitung oder Hilfe. Ich bekam kurz Angst, was ich wohl machen sollte, wenn er gewickelt werden müsste. Aber ich beschloss, dann doch einfach eine Schwester um Hilfe zu bitten. Ich legte ihm mitgebrachte Spucktücher unter, wechselte sie nachdem er gleich erstmal Schaum erbrach und zog ihm, gegen die kühlende Klimaanlage, ein Mützchen auf. Ich setzte mich aufs Bett und legte ihn auf meinen Schoß, ich legte ihn ins Babybettchen neben mich und streichelte seine winzigen Finger mit den blau angelaufenen Fingernägeln (ein Zeichen für den Sauerstoffmangel unter der Geburt, wie ich später las). Irgendwann fing er an, leise zu schmatzen und zu suchen. Ich wusste, dass er jetzt eigentlich auf der Suche nach der Brust war und ich wollte ihn so gerne anlegen! Aber ich dachte an die Worte der Schwester, dass das jetzt nicht gut sei. Und so streichelte ich ihn stattdessen und redete mit ihm. Er beruhigte sich wieder. Dann kam die Schwester nach höflichem Klopfen herein und eröffnete mir die nächste schlechte Nachricht: Die Laborwerte seien nicht gut. Er habe eine Infektion und müsse ins Kinderkrankenhaus verlegt werden. Ich solle meinen Mann anrufen, damit der mitkommen könnte. Und so rief ich das Haselchen an. Er hatte zwar geduscht und was gegessen, aber nicht geschlafen und machte sich sofort auf den Weg zu uns.

 

Schlechte Nachrichten Scheibchenweise

 

Das Haselchen kam. Mit einer Schwester fuhren wir wieder nach unten auf den Stock, auf dem auch der Kreisssaal war. Es wurde ein „Krankenwagen“ gerufen und wir mussten ein paar Minuten warten. Nachdem ich mehrfach gebeten und fast schon gebettelt hatte, erlaubte mir eine andere Schwester endlich mit einem halb genervten und halb mitleidigen "Well... ok.", dass ich den kleinen Raben anlegen dürfte, bis der Wagen da sei. Also lies man uns in eine kleine Kammer, wo ich auf einem unbequemen Metallhocker und ohne jegliche Unterstützung (so von wegen Tipps, wie man so ein Neugeborenes als absolut ungeübte Erstlingsmama anlegt oder so...) gnädigerweise anlegen durfte. Irgendwie hielt ich ihn im Wiegegriff (halt so, wie man das so in Filmen etc. sieht) und erinnerte mich an den Tipp meiner Mama, das Kind ruhig deutlich an die Brust zu drücken und dass möglichst viel Brust im Babymund sein sollte. Aber er machte das schon von ganz alleine, unser kleiner Kämpfer. Und so nuckelte er fleißig vor sich hin, als die Schwester nach nur wenigen Minuten plötzlich hereinplatzte. Der Kranken“wagen“ sei jetzt schon da. Er müsse jetzt mit, sonst würde die wieder wegfahren. Also musste ich mein Baby schnell und leider nicht ganz so vorsichtig abdocken. Das Haselchen nahm ihn auf den Arm und stieg mit ihm in den Aufzug und weg war er. Ich blieb alleine zurück, ging wieder auf mein Zimmer und wartete auf Nachricht vom Haselchen.

 

Man hatte uns erklärt, das Kinderkrankenhaus habe eine VIP Station. Da würden wir den Kleinen dann auch besuchen können. Aber sein Infekt müsse in der Spezialklinik behandelt werden. Ich dachte ganz kurz an die Rechnung, die uns wohl erwarten würde. Eine Kollegin war mal im Krankenhaus und zahlte dort 20.000 RMB pro Nacht, bis all ihre Ersparnisse aufgebraucht waren und sie sich - noch immer nicht ganz genesen - selbst entlassen musste. Und ich dachte kurz an das deutsche Gesundheitssystem. Aber nur kurz. Änderte jetzt ja eh nix mehr. Und glücklicherweise wusste ich, dass unsere Familien im Notfall einspringen und uns aushelfen könnten. Aber dass man in Deutschland nicht erst seinen Kontostand überprüfen muss, wenn das gerade geborene Baby auf die Intensivstation soll, das gehört zu den Dingen, für die ich in meiner Zeit im Ausland eine tiefe Dankbarkeit gelernt habe.

 

Dann kamen nach und nach immer verzweifeltere und traurigere Sprachnachrichten vom Haselchen bei mir an, deren Umstände mich im Nachhinein wütend machen. In diesem Moment hatte ich dazu keine näher definiterte Emotion. Ich nahm es einfach hin, weil ich es nicht ändern konnte. 

Der Krankentransport war eine Art besserer Lieferwagen gewesen, in dem das Haselchen den Kleinen unangeschnallt auf einer nackten Bank sitzend festgehalten hatte und für den er dann direkt 80 RMB in bar mit Neugeborenem auf dem Arm zahlen musste.

Der kleine Rabe sollte nicht nur auf die „normale“ Kinderstation, sondern die NICU (also Neugeborenenintensivsation).

Es gibt keine VIP NICU, auf der man das Kind besuchen kann. Nur eine VIP Kinderstation für die älteren, auf der Besuch gestattet ist (auf der normalen Kinderstation ist er auch verboten!!!)

Auf der NICU ist Besuch verboten. Jeglicher Besuch. Auch nach langen Diskussionen.

Die Ärzte rechnen damit, dass der Kleine mindestens 2, vielleicht sogar 3 Wochen dort bleiben muss.

Wir dürfen abgepumpte Muttermilch bringen, sobald ich welche habe.

Aber sehen können wir den Kleinen trotzdem nicht.

Wir bekommen 2 Mal pro Woche einen Anruf mit dem aktuellen Status und werden sofort informiert, wenn etwas passiert.

Am Ende nahm eine Schwester dem Haselchen das Neugeborene ab und ging mit ihm auf dem Arm weg, durch die Flügeltüren der Station.

Der Kleine war die ganze Zeit ganz ruhig.

Es gab tausend Tonnen Papierkram zu unterzeichnen und bis das Haselchen fertig war, brachte eine andere Schwester die Klamotten, die ja vom ersten Krankenhaus waren und die wir wieder dorthin zurückbringen mussten.

 

Dann kam das Haselchen zu mir und brachte Mittagessen mit (das Essen im Krankenhaus war sau teuer und sah absolut nicht gut aus, sodass wir uns gegen diesen zusätzlichen Service entschieden hatten und lieber direkt vor der Tür Nudeln und Dumplings und so für 10-20 RMB anstatt für 100 RMB kauften). Zusammen aßen wir (ich kaum, ich brachte noch tagelang kaum einen Bissen herunter) und redeten...

 

Die Nächte

 

Irgendwann ging das Haselchen nach Hause. Ich blieb alleine, aber wenigstens mit gutem WLAN. Nur richtig schlafen, das konnte ich nicht. Ich fühlte mich fremd und alleine und ich weinte mich jeden Abend in den Schlaf, weil ich mein Baby so sehr vermisste. Weinte in der Nacht, wenn ich alleine im Dunkeln wach lag. Oder ich lag wach und las und las und las. Ich las davon, was genau der Kleine denn jetzt habe oder haben könnte und wie es behandelt wird und wie die Aussichten sind und was es für mögliche Komplikationen gibt und was die beste Prognose ist. Ich las davon, wie ich auch ohne Baby bei mir meine Milchproduktion anregen könnte, damit ich mein Baby bald würde stillen oder zumindest mit abgepumpter Milch versorgen können. Ich lies mich per Email von einer Beraterin der La Leche Ligue beraten, was ich am besten machen sollte. Ich schrieb – zunächst nur für mich – meinen Geburtsbericht auf. Ich spielte sinnlose Spiele auf dem Handy, um nicht nachzudenken und weinend alleine im Dunkeln zu liegen. Und ab der zweiten Nacht dann stellte ich mir alle 2 Stunden einen Wecker, um mit der Handpumpe, die das Haselchen mit mitgebracht hatte, unter Schmerzen zu pumpen und immer verzweifelter auf das erste Kolostrum zu warten.

 

Die Visiten

 

Mehrmals am Tag kam irgend eine schon ganz nette, aber nicht besonders gut informierte Schwester, fragte, ob ich Stuhlgang hatte, maß meine Temperatur, trug alles irgendwo ein und verschwand wieder. Wenn ich sie irgendwas fragen wollte, wusste sie die Antwort nicht, verstand oder sprach nicht genug Englisch oder hatte vielleicht auch einfach keinen Bock. Auf jeden Fall vertröstete sie mich immer auf die Ärztin. Ein oder zweimal am Tag kam zudem eine Schwester, um sich meine Naht sowie meinen Katheter, der mir am zweiten Tag wegen Urinverhalt gelegt werden musste, anzusehen und zu reinigen. Nicht, dass ich mich nicht selbst ständig wusch und das verordnete Spay nutze... Aber nun denn. Besser einmal zu viel, als einmal zu wenig. Gerade beim Katheter war ich schon ganz froh drum, da ich mich da nicht so wirklich dran traute aus Angst, ich könne mir versehentlich wehtun. Zu der Visite kamen dann zwischen einer Ärztin und einem gefühlten kompletten Bataillon an Ärzten (oder angehenden Ärzten? Keine Ahnung, mir wurde niemand vorgestellt oder so). Es wurde kurz in meine Daten geschaut, auf meinem Bauch herumgedrückt, an meiner Brustwarze gepresst (dazu gleich noch mehr) und meine omnipräsente Frage, ob ich bitte nach Hause gehen dürfte, verneint. All die anderen Fragen, die ich hatte, stellte ich schon gar nicht mehr. Ob dieses Gefühl der herausfallenden Organe normal sei und was ich ggf schon jetzt für die Rückbildung machen könnte (die hier überhaupt nicht stattfindet) – las ich lieber online von einer deutschen Hebamme. Und wie das mit dem Stillen würde, klärte ich auch lieber selbst. Ohne meine eigene Recherche online wäre ich wohl recht aufgeschmissen gewesen... Und menschliche Wärme, Fragen danach, wie es mir jetzt ginge, aufmunternde Worte oder ähnliches gab es nicht. Nie. Von niemandem. Kein einziges Mal. Ich wurde behandelt wie ein Punkt auf der Liste, der abgehakt werden musste. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Einerseits ist das scheiße. Andererseits war ich in diesem Moment irgendwie froh darum. Es wäre mir unangenehm gewesen, vor wildfremden Ärzten und Schwestern in Tränen auszubrechen. Ich weinte lieber alleine für mich in der Nacht und wartete darauf, bald entlassen zu werden, wo zu Hause ein liebevoller und mitfühlender Mann auf mich wartete, mit dem ich über alles reden konnte und der mich nachts in den Arm nehmen könnte.

 

Hilfe zum Stillstart

 

Ich wollte stillen. Unbedingt. Kleiner Spoiler: Wir stillen ohne Probleme bis heute. Aber das wusste ich ja noch nicht, als ich im Krankenhaus lag und der kleine Rabe von mir getrennt in der Kinderklinik. Und ohne meinen eisernen Willen und des Raben unbeirrlichen Instinkt und die online Hilfe einer Stillberaterin und einer Hebamme aus Deutschland wäre es wohl auch nie dazu gekommen. Denn die Hilfe, die ich diesbezüglich im Krankenhaus bekam, war gleich Null. Ich fragte sehr früh zunächst die Schwester und dann bei der Visite die Ärztin, was ich tun sollte, um meinen Milchfluss in Gang zu bringen. Ich würde nämlich gerne stillen. Die Schwester zuckte mit den Schultern. Die Ärztin drückte irgendwie meine Brustwarze zwischen ihren Fingern zusammen und meinte, ich solle das so machen und irgendwann käme was raus. Einen Tag lang drücke und drückte ich meine Brustwarzen zwischen meinen Fingern. Da ich nicht verstanden hatte, wie genau, und die einzige Erklärung, die ich bekam „Like this“ *drück* war, machte ich es natürlich falsch und das einzige Resultat waren schmerzen Brustwarzen. Also las ich online und lies mir vom Haselchen am nächsten Morgen meine Handpumpe mitbringen. Ursprünglich hatten wir die „just in case“ gekauft. Jetzt war sie Gold wert. Ich fragte also die Ärztin, ob ich es auch damit versuchen könnte. Und ich hätte gelesen, man solle alle 2 Stunden pumpen, ob das denn stimme. Die einzige Reaktion war Schulterzucken und ein lapidares 'das könne ich so machen, wenn ich wollte'. Das war’s. Das war die einzige Unterstützung, die wir jemals bezüglich des Stillens bekamen.

 

Der erste Anruf

 

Montags und freitags, wenn ich mich recht entsinne, sollten wir zwischen 15 und 17 Uhr jeweils einen Anruf aus der Kinderklinik bekommen. Das war unsere EINZIGE Verbindung zu unserem neugeborenen Baby. Zwei Telefonate pro Woche mit einer Ärztin. Wir selbst sollten nicht anrufen, weil kaum jemand Englisch sprach und überhaupt, man würde sich ja melden, wenn etwas wichtiges wäre. Einfach mal zwischendurch wüsste dann sowieso die Person am Telefon gar nicht Bescheid. Geboren wurde der kleine Rabe an einem Donnerstag, also kam das Haselchen am nächsten Tag zu mir ins Krankenhaus und gemeinsam warteten wir auf den Anruf. Pünktlich um 15:00 Uhr klingelte das Handy:

 

Sein Zustand ist stabil, er bekommt Antibiotika und trinkt alle 3 Stunden eine Flasche mit X ml. In voraussichtlich 10 Tagen kann er entlassen werden. Auf extra Rückfrage: Sobald ich Milch habe, darf ich die zu Hause abpumpen, gekühlt ins Krankenhaus bringen, sie wird getestet und dann kann er die bekommen. Bis Montag dann! Und Tschüß.

 

Erleichterung mischte sich mit Sorge und Trauer. Und aus der retrospektive auch ganz viel Verzweiflung. Denn wenn ich daran denke, dass damals mein kleines, gerade erst auf die Welt gekommenes Baby alleine in einem Krankenhausbettchen lag... Ohne zu verstehen, was passiert. Ohne meine Stimme, ohne unsere Nähe... Und dann daran denke , dass er die ersten Monate eigentlich so alle Stunde gestillt hat und damit ein Fütterungsturnus von alle 3 Stunden geheißen haben muss, dass er regelmäßig 2 Stunden hungrig war. Und dass er eine verdammte Kuhmilchproteinintoleranz hatte und bis um den ersten Geburtstag herum sogar dann Blähungen und Bauchschmerzen bekam, wenn ICH zu viel Kuhmilch zu mir genommen hatte und er da mit Milchpulver aus Kuhmilch als einziger Nahrungsquelle vollgepumpt wurde... Dann wird mir richtig körperlich übel vor hilflosem, nachträglichem Mit-Leid. Ein Teil von mir will gar nicht wissen, wie viel er wohl geschrien haben muss. Und ich war nicht da für ihn. Er war allein. Ganz allein, hilflos und unter Schmerzen.

 

Der zweite Anruf

 

Auf mein beständiges Drängen hin war ich nach 3 Nächten endlich entlassen worden (mit Pinkelbeutel in der Hand, denn den Katheter wollte man mir partout erst ein paar Tage später entfernen, wenn auch der Faden der Naht gezogen würde). Und so lagen bzw. saßen wir zu Hause am Montag Nachmittag ab 15:00 wie festgewachsen vor dem Sofa. Wir trauten uns nicht, auch nur für eine Minute das Handy unbeaufsichtigt liegen zu lassen. Wir könnten vielleicht den Klingelton überhören und den Anruf verpassen. Aber es tat sich nichts. Wir warteten und warteten. Nichts. Um 17:05 dann suchten wir mit zitternden Fingern doch endlich selbst die Nummer des Kinderkrankenhauses heraus und riefen an. Minuten später, in denen immer wieder auf Chinesisch am anderen Ende der Leitung hin und her gebrüllt wurde und wir mehrfach verbunden und in die Warteschleife gesetzt wurde endlich: Ja, doch, die Ärztin war zwar gerade am gehen, aber man hat sie noch erwischt. Sie hätte versuch, uns anzurufen, aber der Anruf sei nicht durchgegangen. Warum auch immer... Also der neue Lagebericht, nach 3 Tagen ohne jegliche Neuigkeiten über unser noch nicht ganz eine Woche altes Baby:

 

Ja, es geht ihm besser. Er braucht keinen extra Sauerstoff mehr.

Mein Herz blieb einen Moment stehen. Was? Wie? Wo? Sauerstoff? Was war denn da los gewesen? Sauerstoff? Warum Sauerstoff? Mir wurde kurz schwindelig und es hämmerte in meinen Schläfen. „But... Why oxygen? He needed oxygen?!“

Ach Moment, ob ich den Namen nochmal kurz buchstabieren könnte. Tat ich dann nochmal, ganz deutlich, so mit „K like kilo, O like Oskar,...“. Achso ja, hupsi. Hihi, falscher Bericht. Das mit dem Sauerstoff war ein anderes ausländisches Baby. Nee, bei uns kein Sauerstoff. Es ginge ihm immer besser. Er trinkt alle 3 Stunden 80 ml und erholt sich gut.

Bei mir war mittlerweile zu Hause die Milch eingeschossen und ich pumpte fleißig alle 2 Stunden ab. Also fragte ich nochmal, ob wir denn jetzt Milch bringen könnten. Oder ob wir vielleicht nicht einfach gleich unser Baby abholen dürften.

Abholen, das ginge noch nicht. Das sei noch zu früh und überhaupt müsse man da noch den neuesten Bluttest abwarten. Das Ergebnis käme morgen. Und heute sei es schon zu spät jetzt, jetzt würden ja alle Feierabend machen. Aber am nächsten Tag könnten wir kommen und die Milch mitbringen.

 

Frohe Botschaft für Milchmädchen

 

Mit einer rappelvollen, ordentlich beschrifteten 150 ml Flasche in einen Kühlakku gewickelt und einen Flaschenkühler gesteckt fuhren wir aufgeregt mit dem Taxi zum Kinderkrankenhaus. Das Haselchen wusste zum Glück noch in etwa den Weg zur Station und so kamen wir irgendwann vor der NICU / Neonatal an. Zu unserem Glück mussten wir uns nicht oft und lange und mehrfach bei chinesischen Schwestern erklären, sondern die Ärztin, mit der wir am Vortag gesprochen hatten, kam zufällig auf dem Flur vorbei - gerade, als wir zur ersten Erklärung bei der ersten Schwester angesetzt hatten. Nett war sie ja, die Ärztin. Lächelte freundlich und so.

 

Ja, wir hätten hier eine Flasche Muttermilch für unseren Sohn. Ob wir ihr die geben könnten, damit er sie trinken könnte.

Ja, gut, dass wir da seien. Der Bluttest sei aus dem Labor zurück und die Werte sähen gut aus. Morgend könnten wir ihn abholen. Ja, wirklich. Aber nein, jetzt heute könnte sie ihn leider nicht entlassen. Aber morgen, morgen wäre es ok und wir könnten kommen und ihn abholen. Die Milch? Naja, die könnten sie jetzt zwar noch nehmen, aber bis die fertig getestet sei und verfüttert werden dürfte, das würde etwa 24 Stunden dauern und dann wären wir ja schon zum Abholen wieder da und das würde jetzt nicht viel Sinn machen.

 

Also fuhren wir mit Milch und ganz aufgewühlt vor lauter Vorfreude auf unser Baby wieder nach Hause. Zu Hause stellten wir nun das Babybett an unser Bett (zuvor hatte das Haselchen es ins andere Zimmer rollen müssen, weil ich beim Anblick des leeren Bettchens immer wieder in Tränen ausgebrochen war), bezogen es neu (danke, Katzen), legten Kleidung und Spucktücher und alle Unterlagen bereit und gingen schlafen. Das Haselchen wollte noch nicht vor Freude ausflippen. Er wollte erst einmal abwarten, ob wir den Kleinen auch WIRKLICH mitnehmen könnten, oder ob wieder irgendwas passieren würde. Und bis heute frage ich mich ja, ob wir den kleinen Raben vielleicht erst am Samstag hätten abholen dürfen, wenn wir nicht selbst in die Klinik gefahren wären, um die Milch abzugeben, oder ob man uns vielleicht für diese kleine Neuigkeit vielleicht dann doch mal aus der Reihe angerufen hätte...

 

Abholen mit Hindernissen

 

Mit der Babyschale mit Neugeboreneneinsatz (anders als all die Chinesen, die Kinder grundsätzlich erstmal auf dem Arm tragen und auch beim Autofahren auf selbigem halten...) kamen wir im Kinderkrankenhaus an und rechneten damit, jetzt in ein paar Minuten endlich, endlich unseren genau eine Woche alten Sohn in Empfang nehmen zu dürfen. Davor kam aber noch ein unendlich langes Prozedere:

-          Fast eine Stunde Warten im Warteraum vor der Station mit einer chinesischen Familie, die unseren Autositz die ganze Zeit über abschätzig beäugte und bei der dann auch erwartungsgemäß die Oma anstatt der Mutter das Baby raus trug

-          Ausfüllen von einer halben Containerladung voller Dokumente

-          Krankenhausrechnung an einem Counter am anderen Ende des Krankenhauses bezahlen

-          Mit bezahlter und abgestempelter Rechnung zurückkommen

-          Rechnung für Windeln und andere Verbrauchsdinge im Krankenhaussupermarkt am anderen Ende des Krankenhauses, zu dem wir uns bei sage und schreibe 8 Leuten unterwegs durchfragen mussten und 3 Mal in die falsche Richtung geschickt wurden, bezahlen (über 200 RMB für 1 Woche Windeln!)

-          Mit bezahlter und abgestempelter Rechnung zurückkommen

-          Medikamente am counter im 3. Stock bezahlen

-          Medikamente mit der abgestempelten Rechnung in der Apotheke im Erdgeschoss abholen

-          Erklärung erhalten, wann wir ihm welche Medizin geben sollten und dass wir in einer Woche nochmal zur Nachkontrolle kommen müssten

-          Babyklamotten bei der Schwester abgeben

-          Warten („Es ist gerade noch Fütterungszeit.“)

 

Nach beinahe 3 Stunden insgesamt dann ging endlich die Tür der Station auf und eine Schwester trug uns UNSER Baby entgegen. Da ist er. Bitte, danke, tschüß. Nicht ein einziges Wort dazu, wie Windeln gewechselt (wobei... angesichts des knallroten, wunden und mit dröfzig Schichten Puder total zugekleisterten Babypopos, den wir daheim dann erstmal tagelang mit viel frischer Luft, Muttermilch, Kokosöl und Lanolin "hochpeppeln" mussten... das wohl besser nicht!), Babies gebadet, hochgehoben, getragen, gestillt oder gefüttert, ein frischer Nabelstummel behandelt, ein Baby richtig angezogen oder sonst irgendwie versorgt werden sollten. Nichts. Nada. Niente. Ok, wir hatten auch nicht nachgefragt, weil wir einfach viel zu geflasht davon waren, jetzt wirklich und ehrlich unser Baby bei uns zu haben. Aber im Nachhinein hätte ich mir da doch zumindest die Rückfrage, ob wir denn diesbezüglich schon Bescheid wüssten, gewünscht... Wir waren dann auch erstmal redlich überfordert mit der Situation, als der kleine Rabe plötzlich noch vor dem Fahrstuhl im Krankenhaus zu schreien begann. Hektisch und nervös und überfordert und im Stehen klappte mein panischer Versuch, ihn zu stillen, natürlich nicht. Stattdessen half es, dass das Haselchen ihn auf dem Arm nahm. Vielleicht war das das erste Mal im Leben des kleinen Raben, dass er schrie und jemand ihn liebevoll und mit Hingabe tröstete. Mit schmerzendem Herzen vermute ich es. Denn auch hier war er, waren wir, nur eine Nummer auf einer Liste, die es abzuhaken galt...

 

Einmal Baby zum Mitnehmen, bitte

 

Auch, wenn wir keine guten Erfahrungen im Krankenhaus gemacht haben und uns nicht wie Menschen, sondern wir Nummern auf einer Checkliste behandelt fühlten (zumindest für die Zeit nach der Geburt), plane ich trotzdem weiterhin, auch mein (derzeit nur geplantes, nicht, dass da jetzt Gerüchte aufkommen^^) nächstes Kind in einem Krankenhaus auf die Welt zu bringen. Allerdings nicht mehr in China. Der Gedanken, im Falle von Komplikationen vielleicht wochenlang gänzlich von meinem Baby getrennt zu sein, es nicht nur nicht berühren und stillen und trösten, sondern nicht einmal wenigstens durch eine Glasscheibe SEHEN zu dürfen, während es alleine leidet, den ertrage ich nicht. In Deutschland hingegen dürfte ich mein Kind ja zumindest sehen, besuchen, stillen, trösten und begleiten. Was – je nach Umständen – sicherlich hart ist. Aber immerhin ist es möglich. Und tiefer, als das Gefühl nur eine Nummer und nicht ein Mensch zu sein, allerdings sitzt bei mir die Angst, im Falle von Komplikationen nicht rechtzeitig in eine Klinik zu kommen. Dass sie in einem Krankenhaus war, mit OP-Saal und sofort verfügbaren Blutkonserven, hat damals meiner Mama und meinem kleinen Bruder das Leben gerettet. Dieses Wissen prägt. Und ich bin lieber eine Nummer, die erfolgreich abgehakt wird, als tot. Und meine menschliche Wärme suche ich mir dann bei meinen Liebsten. Trotzdem klaue ich jetzt meine Mama einen Satz und sage: Ich hätte dann gerne beim nächsten Mal ein Baby zum direkt mitnehmen, bitte.

 

Kommentare:

  1. Das muss so hart gewesen sein für euch :..( Meine Mama hat das auch mitgemacht, aber in Deutschland und sie hatte noch meine Zwillingschwester bei sich in der Klinik nach dem Kaiserschnitt und mein Papa hat mich in der Kinderklinik am Inkubator besuchen dürfen. Dafür sind wir am Leben :) Und ich würde auch immer die Sicherheit eines Krankenhauses vorziehen, aber sollte ich noch ein drittes Kind bekommen, werde ich mich über eine interventionslose Geburt im Krankenhaus informieren, denn oft wird viel zu viel eingegriffen, wo es nicht nötig wäre. Liebe Grüße, Ella

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    1. Ja, das stimmt leider. Ich bin mal gespannt, wie es uns in Zukunft so in Deutschland ergeht... :)

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  2. Puh, da ist ein ganzes Sortiment von Dingen, die man sich NICHT wünscht, auf einmal drin...
    Wenigstens geht es euch und dem kleinen Raben jetzt gut.

    *schauder*

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    1. Ja, irgendwie hatten wir uns das anders erhofft. Aber es hätte auch viel schlimmer kommen können. Und dass heute alles gut ist, dafür bin ich sehr, sehr dankbar... :)

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