Freitag, 16. Dezember 2016

Shanghai Alltag: Ayi

Ja, vieles hier aus China werde ich in Deutschland vermissen. Unsere Ayi gehört da auf jeden Fall dazu.

Die Tante für alles

Ayi bedeutet übersetzt soviel wie „Tante“. Und so eine liebe Tante, die macht nahezu alles. Grundsätzlich ist eine Ayi eine Haushaltshilfe. Das heißt, sie hilft bei allem, was im Haushalt so anfällt. Ayis putzen, spülen, waschen, bügeln, beziehen Betten, kaufen ein, kochen. Es git auch Ayis, die Babysitten oder komplett die Kinderbetreuung übernehmen, inklusive Abholen von Kita oder Schule, Wickeln, Hausaufgabenbetreuung, etc pp. Und unsere Ayi kam zudem beispielsweise während unserer Urlaube alle 2 Tage vorbei, fütterte die Katzen und machte das Katzenklo sauber. Manche Ayis kommen stundenweise, andere sind fest angestellt. Unserer zum Beispiel kommt inzwischen 2 x pro Woche. Einmal für 3 Stunden, einmal für 2 Stunden. In der Zeit spült und putzt sie. Und manchmal spielt sie ein bisschen mit dem kleinen Raben, weil sie ihn mag. Er mag sie auch total gerne und freut sich immer riesig, wenn die Tante kommt. Andere haben ihre Ayi 8 Stunden täglich (oder auch noch mehr) und sie macht den gesamten Haushalt und kümmert sich um die Kinder. Auch die lieben Damen in unserem Büro, die hier sauber machen, das Obst für alle waschen und schnibbeln, die Kaffeemaschine auffüllen, Tassen spülen, die Mülleimer leeren etc sind Ayis.  So ist eine Ayi letztendlich echt eine Tante für alles.

Die Bezahlung

Es gibt wohl Verträge, bei denen das anders läuft. Ich vermute zum Beispiel, dass unsere Büro-Ayis einen Festvertrag haben und ihr Gehalt jeden Monat überwiesen bekommen. Andere Ayis sind bei Agenturen angestellt und werden von dort bezahlt und der Kunde selbst zahlt an die Agentur. Bei uns bekommt die Ayi ihr Geld einfach bar nach jedem Besuch. Ich habe gehört, dass Chinesen meist ca. 25 RMB pro Stunde zahlen. Wir zahlen unserer Ayi 30 RMB pro Stunde. Andere Expats zahlen wohl auch so 35-45, je nachdem was die Ayi macht und ob Sie (wenigstens ein bisschen) Englisch spricht etc.

Die Suche

Wie man eine Ayi findet ist von außen betrachtet viel schwerer, als wenn man schon in China lebt, glaube ich. Hier kennt man dann ja schon den einen oder anderern, der selbst eine Ayi hat und kann mal fragen. Zum einen gibt es, wie erwähnt, Agenturen, die Ayis vermitteln. Dann gibt es Bekannte, die ihre eigene Ayi empfehlen können (was besonders bei den stundenweise kommenden gut klappt – oder bei den fest angestellten, wenn die Bekannten wegziehen und einem dann ihre Ayi „vererben“). Aber es geht auch anders.Wir bekamen zum Beispiel unsere Ayi über den Immobilienmakler vermittelt. Der gab uns nämlich sein Wechat und bekundete, wir könnten ihn jederzeit kontaktieren. Was auch stimmt. Er hat uns nicht nur geholfen, die Ayi zu finden, sondern übersetzt auch immer fleißig zwischen dem Vermieter und uns, um alles zu klären, was so anfällt. Aber trotzdem ist unsere Ayi cooler und wir werden sie mehr vermissen. Ganz besonders der kleine Rabe...

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