Mittwoch, 14. Dezember 2016

Sie ist weg

Heute wurde die Seefracht abgeholt. Wir waren nicht optimal vorbereitet. Weil wir beide in den letzten Tagen erkältet waren. Dazu kam ein motzig-forderndes Kleinkind. Aber es hat trotzdem geklappt und so wie es scheint haben wir nichts wichtiges vergessen. Ok, es wurden des Haselchens Ersatzakkus, Ladegerät und Liquids für die E-cigarette eingepackt, die er eigentlich noch hier braucht. Aber Ersatz ist dafür schnell bestellt und das ist kein Beinbruch.


Das Umzugsunternehmen war echt gut. Alles wurde schnell, sicher und professionell mit Karton, Papier und Bubble wrap verpackt. Dazu kam ein ganzer Sack "Silica"-Tütchen gegen Feuchtigkeit, der unseren Hausstand hoffentlich erfolgreich trocken hält. Alle Kisten wurden ordentlich beschriftet, durchnummeriert und mit Barcodes versehen.



Zuerst kamen der englisch sprechende Coordinator und meldete die Truppe an. Ein paar Minuten später brachte er erstmal den chinesischen Vorarbeiter mit und gemeinsam gingen wir unter lauten und freudig "Mann! Mann! Männer! Wiiiiüüüwiiiüüüwiiiiüüü" - Rufen des kleinen Raben durch die ganze Wohnung und erklärten, was eingepackt werden sollte.

Dann ging es los. Während der kleine Rabe jeden einzelnen Möbelpacker fröhlich mit "Mann! Wiiiiüüüwiiiüüüwiiiiüüü" begrüßte¹, baute das Haselchen den Reisebuggy zusammen und ich zog ihm Jacke und Schuhe an. Dann gingen wir spazieren. Beziehungsweise erst einmal den Container, der schon vor dem Haus geparkt wurde, anschauen. Den fand der Rabe super spannend.



Danach spazierten wir. Im Family Mart schnappte sich der Buggy-Passagier einfach eine Flasche Nonfu Spring. Das günstigste stille Wasser. Die wurde seinerseits dann als "Nyamka! Nyamka!" gepriesen und nicht mehr losgelassen. Nun denn.

Außerdem lernte er auf dem Spaziergang das Wort "Baudse" (eine Art gedämpfte, (meist herzhaft) gefüllte Hefe-Klöße). Ich lernte, ihm die Handschuhe richtig anzuziehen. Inklusive Daumen separat.

Währenddessen schrieb das Haselchen, dass alles soweit laufe und er aber vor lauter Nervosität zittere. Ich war ja schon seit Wochen nervös und seit etwa einer Woche durch den Wind, während der noch vor 2 Tagen seelenruhig ein halbes Stündchen nachmittags im Bett entspannen konnte, statt was für die Seefracht vorzubereiten. So hatten wir beide wohl am Ende die gleiche Nervosität, nur halt in verschiedenen "Dichten"...

Dann machten die Umzugsleute Mittag, wir gingen wieder heim, das Haselchen fütterte den Raben, ich verräumte ein bisschen Wäsche. Dann lag ich erstmal fast 1 1/2 Stunden mit dem kleinen Raben im Bett und begleitet ihn beim Mittagsschlaf. Normalerweise schläft er ja locker eine Stunde länger, aber heute war dank anhaltendem Klebebandabrollgeräusch nicht mehr drin. Aber immerhin. Ich hatte mit Schlimmerem gerechnet.








Danach war eigentlich gar nicht mehr viel. Aus den dröfzig Kleinigkeiten, die uns noch einfielen, packten die Jungs noch eine "Misc."-Kiste. Der Vorarbeiter trug alle Kisten zum Wiegen in den Hausflur. Ich musste ungefähr 20 Mal irgendwo unterschreiben. Dann war alles plötzlich fertig und die Wohnung leer.




Der kleine Rabe war bei alldem erwartungsgemäß anstrengend. Auf den Arm, doch runter. Zu Papa, doch Mama, da doch runter, nee doch nicht, wieder auf den Arm und den Packern winken, das ist aber auch nach 2 Minuten doof, doch Papa, nein Mama, vielleicht Cartoons, nee langweilig, Sticker sind toll, oh aber da sind Männer, auf den Arm, doch runter, etc pp...



Beendet haben wir nun alles flüsternd, mit dem fiebrigen Gefühl von Erschöpfung (und Kälte draußen) bei Pizza, Pommes und Burger. Das erste Mal so richtig volle Kanne unhealthy shit, seit wir in China leben. Jetzt fix und alle, aber mit Fresskoma. Gute Nacht!

¹er scheint zu glauben, die Mehrzahl von Mann müssen immer Feuerwehrmänner sein...

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