Sonntag, 31. Dezember 2017

2017

Das Jahr ist schon zu Ende. Irgendwie ging das diesmal gefühlt viel schneller als sonst...

Die Hauptthemen bei uns waren wohl die (in diesem Moment etwas unerwartete) Schwangerschaft und der Umzug. Vor einem Jahr saßen wir mit den Resten unserer Sachen noch in Shanghai. Dann haben wir einige Wochen bei meinen Eltern gewohnt, bis wir endlich zum April in die Wohnung einziehen konnten. Ab da ging dann alles so richtig schnell. Zum 1. Mai startete ich einen neuen Job, kurz darauf bemerkte ich, dass das baby bat es sich bei uns gemütlich gemacht hatte. Aus dem kleinen Raben, der Anfang des Jahres noch kaum frei stehen konnte und Angst vor Fremden hatte wurde ein 2jähriger Wirbelwind, der herum rennt und lachend davon läuft und wildfremde Frauen zum spielen einladen will. Wir kamen in der neuen Wohnung und so langsam auch im neuen Leben hier an.

Und was noch vor einem Jahr ein wilder und wagemutiger Plan war, stellt sich heute als eine der besten Entscheidungen unseres Lebens heraus. Und das alles ist in diesem Jahr passiert.

Das ging nicht spurlos an uns vorüber. Wir haben dieses Jahr viele Nerven und viel Kraft gebraucht. Es war alles trotz der enormen Hilfe durch meine Familie, ohne die wir das so mit Sicherheit nicht gepackt hätten, alles auch ganz schön anstrengend.

Im kommenden Jahr steht uns mit der Geburt des baby bat wieder einiges an Veränderungen ins Haus. Und ich bin gespannt, wie es wird. Aber jetzt sind wir erstmal angekommen.

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Insgesamt würde ich sagen eine solide 7. Es war einfach sehr anstrengend, wenngleich sich die Anstrengungen gelohnt haben.

Zugenommen oder abgenommen
Schwangerschaftsbedingt zu. Allerdings deutlich weniger, als damals beim Raben.

Haare länger oder kürzer
Länger. Sie wachsen und wachsen und wachsen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gute Frage. Ich habe meine Augen schon ewig nicht mehr checken lassen. Aber schwanger macht das ja offenbar auch nicht so viel Sinn... Und im übertragenen Sinn: Gleich geblieben, denke ich. Aktuell müssen wir einfach situationsbedingt etwas kurzfristiger planen, aber auch die lange Sicht habe ich noch mit im Auge.

Mehr Geld oder weniger
Weniger. 3 Monate komplett ohne Einkommen und dann erstmal ein Einstiegsgehalt machen sich deutlich bemerkbar. Ohne meine Eltern wären wir finanziell nicht über die Runden gekommen.

Mehr ausgegeben oder weniger
Mehr. Ein Umzug ist teuer...

Der hirnrissigste Plan?
Ohne Job und Anschluss in eine neue Stadt ziehen? Ist aber aufgegangen. :)

Die gefährlichste Unternehmung?
Da fällt mir höchstens ein: Meinen Arbeitgeber erst sehr spät offiziell über die Schwangerschaft informieren und bis zur Krankschreibung noch alles an Überstunden abreißen, was rechtlich erlaubt ist.

Die teuerste Anschaffung?
Möbel. Alle. Eine komplette Wohnungseinrichtung. Aber eben größtenteils von meinen Eltern bezahlt.

Das leckerste Essen?
Boah, das weiß ich echt nicht.

Das beeindruckenste Buch
Ich habe dieses Jahr keins gelesen.

Der ergreifendste Film? 
Ich habe auch so gut wie keine Filme geschaut. Dafür habe ich gerade eben bei "It" Rotz und Wasser geheult. Wegen Georgie...

Die beste Serie?
American Horror Story - Cult

Die beste CD?
Auch für Musik war kaum Zeit und Raum und Muse dieses Jahr.

Das schönste Konzert?
Ich war auf genau einem: Scary bitches (während des WGT) und es war so gut, wie ich es erhofft hatte. :)

Die meiste Zeit verbracht mit?
Dem Haselchen und dem Raben, arbeiten, twittern

Die schönste Zeit verbracht mit? 
Dem Raben

Vorherrschendes Gefühl 2017? 
Glück

2017 zum ersten Mal getan?  
Aus dem Ausland zurück nach Deutschland umgesiedelt

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Einen deutschen Arbeitsvertrag unterschrieben

Dingeauf die ich gut hätte verzichten mögen
- Stress
- Streit
- Sorgen

Die wichtigste Sachevon der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich die Richtige für den Job bin (hat geklappt).
 
Das schönste Geschenkdas ich jemandem gemacht habe? 
Der Reaktion nach zu urteilen: Die New Rocks für meinen Bruder.

Das schönste Geschenkdas mir jemand gemacht hat?
Die innigen Umarmungen des kleinen Raben.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
- Du hast die Mama ganz doll lieb!
- Mamas Bauch ist die Welt.
 
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe 
- I got the job!
- Ich bin hier, mein Schatz. Ich lasse dich nicht alleine und ich beschütze dich.
  
Besseren Job oder schlechteren?
Erstmal eigentlich schlechteren. Aber gute Aussichten auf einen besseren.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erkenntnisse über mich selbst.

Mehr bewegt oder weniger?
Insgesamt wohl etwa gleich. In Deutschland kann man schließlich unabhängig von der Luftqualität immer spazieren gehen. Aber dafür fahre ich nicht mehr mit dem Rad zur Arbeit.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Ein oder zwei Erkältungen, glaube ich.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Wirklich schlimm war nix davon.

Dein Wort des Jahres?
Schwangerschaft

Dein Unwort des Jahres?
Papierkram

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich würde sagen Nooborn. Zwar ist es dort aktuell aus schönem Grund ziemlich still, aber ich habe dieses Jahr hier viel dazu gelernt und bin immer wieder sehr dankbar für die Denkanstöße und die dabei so vollkommen undogmatische, reflektierte und ruhige Art.

Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
- Dass die Geburt des baby bat so wird, wie ich denke, dass sie wird.
- Dass wir den ganzen Papierkram im Anschluss ohne große Probleme hinbekommen und das Elterngeld etc dann auch gezahlt wird.
- Dass ich die in Aussicht gestellte Beförderung erhalte.

2017 war mit 1 Wort…?
Ankommen

Freitag, 29. Dezember 2017

Von Ängsten, die ich nicht habe

Irgendwie ist mit diesem Baby bei mir alles komisch. Also im Sinne von "ganz anders, als ich es erwartet hätte und von mir gewohnt bin". Am deutlichsten fällt mir das in Bezug auf Ängste und Sorgen auf. Ich habe nämlich kaum welche. Dabei hatte ich eigentlich erwartet, dass ich mir sehr viele Gedanken machen würde. Schließlich liest man ja auch immer wieder davon, wie viele Sorgen sich Mütter gerade beim zweiten Kind so machen.

Klar, zwischendurch habe ich immer mal wieder so Momente, in denen ich mir denke "Uiuiuiuiuiui, wie das wohl wird?". So wie wenn ich gerade Babysachen gewaschen habe und mich darum sorge, ob ich überhaupt noch weiß, wie ich das Baby richtig halten und wickeln muss. Aber das sind Momente, die wieder vergehen. Und die auch nun wirklich irrational genug sind, sie nicht allzu ernst zu nehmen.

Gesundheit

Ok, hier habe ich mich zwischendurch mal verunsichern lassen. Als die Ärztin mir einen verkürzten Gebärmutterhals attestierte und ich kurz drauf wegen Wehen krank geschrieben war. Da ging mir dann schon die Muffe. Aber ansonsten war ich in der Schwangerschaft mit dem kleinen Raben um ein vielfaches ängstlicher. Ich habe ständig alles gegoogelt und mir um tausende Dinge Sorgen gemacht. Diesmal habe ich viel mehr Vertrauen in meinen Körper und darin, dass das Baby das schon so macht, wie es will. Sogar ganz am Anfang war meine Angst vor einer Fehlgeburt minimal. Weil ich einfach wusste, dass dieses Kind zu uns kommen will.

Geburt

Am wohl seltsamsten ist mein Gefühl zur Geburt. Von Anfang an freue ich mich richtig auf die Geburt. Ich weiß, dass es kein Spaziergang wird. Ich weiß, wie weh es tun wird und wie fertig ich körperlich hinterher sein werde. Aber ich weiß auch, dass ich es diesmal aus eigener Kraft schaffen kann. Dass ich mir die Verbindung zu meinem Bauchgefühl, die Intuition und auch die Bindung zu meinem Baby diesmal nicht mehr nehmen lassen werde. Ich gehe mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein in die Geburt hinein. Und ich freue mich schon seit Monaten wie blöde darauf, dieses Wunder zu vollbringen. Ich bin unglaublich positiv eingestellt, dass ich die Geburt diesmal als einen selbstbestimmten und kraftvollen Akt meistern werde, statt einen angsterfüllten, fremdbestimmten und hilflosen Vorgang.

Geschwister

Ich habe eigentlich kaum Angst vor der Entthronung des kleinen Raben. Ich bin sehr gespannt, wie er auf sein Geschwisterchen reagieren wird und ich bin mir bewusst, dass es am Anfang nicht so einfach sein wird mit beiden. Ich gehe davon aus, dass es ein wenig Eifersucht geben wird und dass wir darauf achten müssen, den Raben und seine Bedürfnisse, vor allem sein enormes Bedürfnis nach Nähe, nicht aus den Augen zu verlieren im anfänglichen Babystress. Aber letztendlich denke ich, dass er das ganz toll machen wird und seinen Bruder richtig lieben wird.

Ebenfalls häufiger gelesen habe ich davon, dass Mütter vor dem zweiten Kind Angst haben, sie könnten dies vielleicht nicht so lieben wie das erste. Oder umgekehrt. Aber auch das macht mir überhaupt keine Sorgen.

Ja, ich liebe den kleinen Raben auf eine andere Weise, als das ungeborene Baby Bat. Schließlich kenne ich ihn jetzt seit fast 2 1/2 Jahren. Das Baby Bat muss ich erst noch kennen lernen. Und mir ist sehr bewusst, dass sie unterschiedlich sein werden. Jeder mit seinem eigenen Charakter. Aber ich weiß, dass ich sie schon bald gleich lieben werde. Jeden für sich, für seine eigenen Qualitäten und sein eigenes Wesen. Und das gänzlich unabhängig voneinander. Liebe wird schließlich mehr, wenn man sie teilt. Und unendlich ist immer unendlich.

Finanzen

Das ist der einzige Punkt, der mir etwas Kopfschmerzen bereitet. Denn das Geld wird bei uns nächstes Jahr ziemlich knapp. Schließlich habe ich erst im Mai angefangen zu arbeiten. Das bedeutet auch, dass das Elterngeld dann nur auf das Gehalt eines halben Jahres gerechnet wird. Dementsprechend haben wir fast 2/3 weniger Geld raus, als jetzt... Und das wird knapp. Aber wir sind in der glücklichen Position, eine Familie im Hintergrund zu haben, die uns jederzeit finanziell unterstützen kann. Sollte also am Ende des Geldes noch viel Monat übrig sein, reicht ein Anruf und wir bekommen sofort unter die Arme gegriffen. Das ist zwar trotzdem keine schöne Vorstellung, schon wieder nicht selbst finanziell für die Familie sorgen zu können, aber es ist gut zu wissen, dass diese Hilfe im Hintergrund da ist. Wir müssen also nie eine exentielle Sorge haben, unsere Miete nicht mehr zahlen oder den Kühlschrank nicht mehr füllen zu können. Und spätestens ab 2019 wird es dann ja ohnehin wieder ganz anders.

Montag, 25. Dezember 2017

Weihnachten 2017

Unser diesjähriges Weihnachtsfest war schön. Ganz anders, als die vergangenen Jahre. Für mich viel, viel schöner...
 
Meine Eltern und mein Bruder waren bei uns zu Besuch. Sie kamen am 23. an. Heiligabend gab es ein gemütliches Frühstück, dann gingen Oma und Opa mit dem Raben spazieren. Mittags gab es Nudeln mit Käse. Dann schauten wir einen Film. Da der Rabe von "nightmare before Christmas" Angst bekam, wurde es "Cars 3". Um 18:00 Uhr etwa kam das Christkind und der Rabe freute sich wie irre über seine Geschenke. Er bekam ein Duplo Set von Cars, ein Wimmelbuch, ein Vorlesebuch und ein Spielset zu Cars mit einem Buch und 9 kleinen Figuren. Vor allem die beiden Duplo Rennautos wurden gar nicht mehr aus den Augen gelassen. Nachdem alle beschenkt und glücklich waren, aßen wir Räucherfisch und Brot. Dann ging der Rabe ins Bett und der Rest der Mannschaft machte es sich (abzüglich des erkältungsgeplakten Opa, der ins Bett ging) bei Mensch-ärger-dich-nicht und Getränken auf dem Sofa bequem.
 
Ich musste mich irgendwann wegen ständiger Übungswehen zurücklehnen und für mich ziehen lassen. Meine Mama prophezeite mir daraufhin, dass das baby bat am 28. kommen würde (Spoiler: Sie hatte Unrecht).
 
Am ersten Feiertag gab es wieder ein ausgiebiges Frühstück. Gefolgt von einem ausgiebigen Spaziergang mit Spielplatzbesuch. Wieder zu Hause ruhte ich mich etwas aus, bevor wir Raclette aßen. Danach ging ich mit dem Raben in die Wanne und schlief (wohl auch Dank Lavendelbad) mit ihm zusammen ein. Das Haselchen holte mich dann nochmal für eine Runde Mensch-ärger-dich-nicht.
 
Und ziemlich genauso entspannt war dann auch der zweite Feiertag.

Unsere Deko 

Die Krippe wird gleich umdekoriert

Der Rabe hat sich chic gemacht 

Die Krippe wurde erstmal in Sicherheit gebracht 

Bescherung 





Spazieren sind wir auch noch gegangen 

Und Raclette gab es 

Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 - Dezember 2017

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der Kater will unbedingt schmusen und verfolgt mich dazu gleich mit zum frühmorgendlichen Pullern. 

Der Rabe hat seine Gummibärchen schneller aus dem Kalender geholt, als ich fotografieren kann 

Die frisch gepackten Taschen für die Geburt werden inspiziert

Heute ein schnelles Frühstück mit leckerer selbstgemachter Erdbeer-Zitronenmelisse-Marmelade von meiner Mama 

Spaziergang mit dem kleinen Haifisch-Raben

Ich finde die Tür faszinierend, der Rabe will auf der Bank sitzen 

Fast am Ziel 

Wir suchen einen Weihnachtsbaum aus - für 5 EUR bringt der Mitarbeiter ihn dann morgen Abend zu uns nach Hause 

Für mich nur ein schnelles Mittagessen, während Rabe und Haselchen spielen. Ich muss gleich wieder los. 

Ich habe heute Vorsorge bei der Hebamme im Geburtshaus. Alles tip top. Ich höre den Herzschlag des baby bat mit dem Stethoskop und bin ganz begeistert - es klingt so viel realer als durch einen Doppler... Und der warme Tee hat sehr gut getan! 

Wieder zu Hause spiele ich mit dem Raben. Wir essen ein paar Plätzchen (auch von meiner Mama), bauen Duplo, machen Chaos, räumen auf, kuscheln und lauschen am Bauch

Nach dem Essen (Tortilla Española) und dem "bei der Einschlafbegleitung fast mit einschlafen" gönne ich mir nochmal Pralinen und Jamon. Mein Sodbrennen freut sich, aber mein Gaumen sich auch. 

Dienstag, 5. Dezember 2017

Tagebuchbloggen Dezember 2017

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier meine Antwort für heute - die im Vegleich mit den bisherigen Mutterschutz-Tagen tatsächlich sehr fleißig ausfällt.

 

1:39 Nachdem ich über Schätzungen zum Elterngeld und dem Antragsformular gebrütet habe und nochmal pullern war, will ich eigentlich schlafen. Ein zappelndes Baby im Bauch, das sich gefühlt mit aller Kraft gegen den Cervix stemmt, als wolle es jetzt sofort da durch raus, hält mich jedoch erfolgreich davon ab.

8:38 Der Rabe wacht auf. Er beschwert sich unglaublich niedlich theatralisch, dass er sooo traurig wäre, weil er gar nichts hätte. Ich werde derweil erstmal richtig wach.

8:50 Das Haselchen und der Kater kommen zu uns. Der Rabe freut sich und wir kuscheln, toben, streicheln und reden miteinander und durcheinander.

9:31 "Ein Türchen aufmachen" lockt den Raben dann doch aus dem Bett. Ich liebe es ja, dass mein Kind da morgens genauso gerne drin bleibt, wie ich... 

10:09 Frühstück. Joghurt, Haferflocken, Honig, Milch, Kaffee, Quarkstollen und Brot mit Fisch, Käse und Wurst. Alle essen alles wild durcheinander gewürfelt. 

11:03 Frühstück zu Ende. Ausnahmsweise lasse ich mal das Haselchen sitzen und räume selbst ab. 

11:30 Mit viel gutem Zureden bugsiere ich den Raben aus dem Bad. Er hatte offenbar Angst, dass ich zur Arbeit gehen würde. Dann mache ich mich fertig, während er mit dem Haselchen spielt.

11:54 Frisch gewaschen und angezogen mache ich mit der begeisterten Unterstützung des Raben eine Maschine Wäsche über. 

12:01 Ich versuche, ein bisschen zu arbeiten, während ich zeitgleich mit dem kleinen Raben spiele. Immerhin schaffe ich es, unser eBay Konto soweit auf Vordermann zu bringen. 

12:35 Alle gehen aufs Klo, ziehen sich Schuhe und Jacke an und wir machen uns auf den Weg zum Bürgeramt. 

14:15 Endlich fertig. Wir wollten nur eben schnell eine Gewerbeanmeldung (für den Verkauf von verschiedenen Sachen auf eBay - wir haben da noch so einiges an Neuware und wenn, dann machen wir das lieber von Anfang an richtig, statt uns hinterher abmahnen zu lassen) abgeben. Aber die Schlange war recht lang heute... 

14:43 Während das Haselchen noch schnell einkaufen geht, sind der Rabe und ich zu Hause angekommen. Einer von uns darf auf dem Töpfchen Video schauen und einer macht das Essen warm. 

Dann kommt das Haselchen auch heim und während die Jungs zusammen essen, mache ich mir aufgrund akuten Heißhungers Pizza Baguettes und Feldsalat. 

15:22 Ich fange jetzt auch an zu essen. 

16:05 Ich hänge die Wäsche vom Vormittag auf und werfe ein paar Teile in den Trockner. Derweil schicke ich Mann und Kind zusammen einen Spaziergang machen. Der Rabe ist aktuell so unausgeglichen, dass er das wirklich braucht. 

16:24 Ich lege mich ein wenig hin. Der Bauch ist heute irgendwie besonders schwer... 

16:49 Mann und Kind kommen wieder. 

16:54 Meine Bettruhe wird vom Raben als beendet erklärt. Er will jetzt mit mir spielen. Zwischendurch bereite ich noch ein paar Dinge für das Gewerbe vor. Wir haben jetzt auch ein Template für die Rechnungen und eine Tabelle zur Übersicht über die Verkäufe. Außerdem eine für die EÜR. Ich bin ganz froh darum, dass ich das nicht zum ersten Mal mache... 

18:38 Der Rabe heult eine Weile, weil er unbedingt ein Kaubonbon haben will. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass er auch einfach ganz normal fragen kann, wir aber auf ein behfehlsmäßiges "Kaubonbon!" nicht so gerne reagieren, beruhigt er sich langsam. Dann geht er in die Küche und fragt das Haselchen mit süßer Zuckerstimme und "pashalsta". Und bekommt, oh Wunder, sein Kaubonbon. Anschließend räume ich den Wäschetrockner aus.

18:54 Ich habe es endlich geschafft, mit meiner "zweiten" Hebamme (also der zweiten, die zur Geburt Rufbereitschaft für mich haben und auch bei der Geburt dabei sein wird) einen Termin für die Vorsorge nächste Woche auszumachen. Dann bauen der Rabe und ich ein wenig Duplo. Während ich mich einer schiefen Ebene aus Schienen widme, baut er ganz alleine eine "Kosmostruck" mit Augen. Der hat einen gelben Spoiler und Augen und kann bis in den Kosmos fliegen. 

19:19 Wir gehen zum Abendessen. Der Kosmostruck kommt natürlich mit. Es gibt auf meinen Wunsch hin Spinat, Kartoffeln, Eier und Tomate-Gurke-Zwiebel-Feta Salat.

20:29 Das Essen ist zu Ende. Der Rabe darf nochmal Video schauen, während das Haselchen und ich den Tisch abräumen. Dann machen wir ihn bettfertig. Im Schlafzimmer sagt das Haselchen ihm Gute Nacht. Ich lese ihm noch eine Geschichte vor. Er kuschelt sich ganz nah an mich und legt seine Hände auf meine Wangen. So fallen ihm langsam die Augen zu. 

21:15 Der kleine Rabe schläft.

21:45 Nachdem ich noch ein wenig auf Twitter gelesen habe, gehe ich leise aus dem Zimmer. Das Haselchen hat heute keine Lust, einen Film zu schauen. Ich mache mir eine Gesichtsmaske und erledige mit Schokolade ein paar Sachen am Computer. Dann schreibe ich auf, was ich den Tag über so gemacht habe.

 

23:10 Ich bin soweit mit allem fertig. Ich nehme meine Eisentabletten, putze mir die Zähne und gehe ins Bett.

Sonntag, 26. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 34. Woche

33+2

... Und es hat PLOPP gemacht. Naja, nicht so ganz wirklich. Also es ging komplett geräuschlos und Stück für Stück vor sich, aber jetzt schaut mein Bauchnabel hervor. Beziehungsweise er ist ganz platt und nicht mehr nach innen gewölbt. Ich glaube, beim Rabe kam der Moment früher. Aber ich bin mir nicht sicher.

In other news: Aufstehen oder mich im Bett umdrehen ist inzwischen ziemlich anstrengend. Noch schaffe ich es irgendwie, aber ich schnaufe dabei ganz schön.

Und Sodbrennen. Urgs. Praktisch jeden Abend brodelt es im Hals und es nervt. Ich muss wohl etwas mehr aufpassen, was ich esse und trinke...

Ansonsten ist morgen der erste Tag, an dem ich theoretisch hätte arbeiten müssen, aber praktisch nicht mehr arbeiten werde. Und ich freue mich tierisch über diesen Luxus. Ich bin der Meinung, eigentlich noch ein paar Wochen arbeiten zu können. Aber ich muss es nicht und verliere dadurch nichts, sondern gewinne nochmal etwas extra exklusive Zeit mit dem Raben, bevor er für den Rest seines Lebens ein großes Geschwisterkind sein wird. Das wird eine große Umstellung für ihn. Und für uns.



Samstag, 25. November 2017

Warum eigentlich Shanghai?

Ich habe offenbar noch gar nicht die (tatsächlich immer wieder gestellte) Frage erläutert, weshalb wir ursprünglich eigentlich in Shanghai gelandet sind. Also:

 

Nachdem das Haselchen und ich uns kennen gelernt hatten, ging ich ziemlich bald (also noch im selben Jahr, wir kannten uns da dann knapp ein halbes Jahr) nach Bali. Dort machte ich ein Auslandssemester in Denpasar.

 

Das Haselchen studierte derweil weiter in Madrid.

 

Aber das Ende seines Studiums rückte immer näher. Und damit die Frage, was er danach machen würde. In Spanien, da war er sich ziemlich sicher, sah die berufliche Zukunft nicht gerade rosig aus. Es war 2009 und das Land war von der Wirtschaftskrise gebeutelt.

 

Nun war er ja letztendlich jung und frei. Er hatte schon immer einen Faible für China gehabt. Und China, BRIC, Potential für Zukunft und so. Also beschloss er, nach dem Bachelor seine Zelte in Europa für 2-3 Jahre abzubrechen und nach China zu gehen. Der Plan war, Mandarin zu lernen und Kontakte zu knüpfen, um sich ein business aufzubauen.

 

Er erzählte mir von diesem Plan. Ich saß gerade in einem Restaurant mit WLAN an meinem Laptop (in meiner Unterkunft hatte ich kein Internet). Und erstmal sackte mir ein großer Klos in den Hals.

 

In meinem "Plan" kam China nicht vor. Aber eigentlich kam darin ja auch er nicht vor. Und überhaupt hatte mich die Zeit im Ausland bereits derart verändert und mir so viel neue Perspektiven geöffnet, wie ich es zuvor nicht für möglich gehalten hätte...

 

Und ohne zu zögern und ohne, dass er mich gefragt hatte und ohne Angst antwortete ich ihm sofort, dass ich mitkommen würde.

 

Später erzählte er mir übrigens, dass er von dieser Entscheidung sehr überrascht war. Im positiven Sinne. Aber er hatte gar nicht damit gerechnet.

 

In den kommenden Wochen dann konkretisierten wir die Pläne weiter.

 

Da China jetzt doch etwas größer ist, mussten wir zunächst die Stadt festlegen. Es sollte auf jeden Fall eine Großstadt werden. Es standen also hauptsächlich Peking oder Shanghai im Raum. Und da Shanghai noch mehr Internationalität, angenehmeres Klima und vor allem bessere Luftwerte zu finden sind, fiel die Entscheidung auf Shanghai.

 

So zog erst das Haselchen los. Er wohnte die ersten Wochen bei einer Bekannten (was mich so lange eifersüchtig machte, bis ich sie kennengelernt hatte sie meine beste Freundin wurde) und zog dann in unsere erste Wohnung. Das war dann Mitte 2010. Zum Jahreswechsel kam ich zum ersten Mal für 2 Wochen in die Stadt. Aber ich war mit der Uni noch nicht ganz durch und musste erstmal wieder nach Deutschland, um die letzten Vorlesungen und Prüfungen zu absolvieren und meine Bachelor-Arbeit zu schreiben. Kaum war das erledigt, saß ich auch schon praktisch im Flieger und landete am 2.5.2011 in Shanghai.

 

Noch mit meinem Touristenvisum fand ich ein Praktikum in einem deutschen Start-up.

 

Das Haselchen gab den Sprachkurs auf (so, wie fast alle Teilnehmer ohne Vorkenntnisse und ohne Erfahrungen mit Zeichen - der Kurs war wirklich Mist für Anfänger) und machte kleine Jobs.

 

Aus meinem Praktikum wurde eine Festanstellung mit richtiger Aufenthaltsgenehmigung. Das Haselchen begann, sich ein business aufzubauen. Wir adoptierten den Kater. Wir heirateten, zogen in eine größere Wohnung, adoptierten die Katze, ich wechselte den Arbeitgeber und wir lebten so unser Leben.

 

Die angedachten 1-2 Jahre vergingen schnell, aber wir hatten jetzt eine schöne Wohnung, zwei Katzen, ich hatte einen festen Job, das business des Haselchens lief nicht schlecht. Und so sahen wir irgendwie keinen Grund dafür und keinen richtigen Sinn darin, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen und woanders hin zu ziehen. Und wohin auch?

 

Wir zogen erneut in eine größere Wohnung und der kleine Rabe wurde geboren. Erst mit ihm kam ein wirklicher Grund für uns, China wieder zu verlassen. Ohne den Raben wären wir wohl noch immer in Shanghai. Aber so ist der Rest nun Geschichte.

Montag, 20. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 33. Woche

32+3
 
Ich habe das erste Kolostrum. Gestern Abend saßen wir beim Essen und der Rabe war etwas mäkelig und wir waren uns nicht sicher, ob er satt oder gelangweilt war. Außerdem wollte er partout kein Gemüse. Ich dachte also so darüber nach, dass das alles mit Stillbaby ja erstmal viel einfacher sein würde. Weil: Milch ist immer richtig und das Baby macht ja ganz deutlich, wenn es Hunger hat... Und plötzlich fühlten sich meine Brüste so an, als habe gerade mein Baby Hunger und mir würde gleich die Milch einschießen. Und zack, dass war sie auch schon. Also nur minimal und so, aber eindeutig da...
 
Tja, und heute hat mein Chef mich darauf angesprochen, ob ich nicht vielleicht besser doch meinen Resturlaub noch verbraten könnte, damit ich nicht so viel ins nächste Jahr schleppen würde. Und zack, jetzt ist dieses schon meine letzte Arbeitswoche und ich habe nächste Woche frei und gehe dann direkt in den Mutterschutz. Sehr krass, aber ich freue mich sehr. Der Rabe sich übrigens auch, der jauchzte richtig laut, als ich ihm das heute Abend erklärte. Und das Haselchen freut sich sowieso. Also alle happy hier.





Mittwoch, 15. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 32. Woche

31+5
 
Es geht mir wirklich deutlich besser. Mein Bauch hat sich soweit beruhigt, dass ich ein moderates Maß an Übungswehen habe, die ich aber kaum spüre.
 
Heute habe ich übrigens meinen Antrag auf Mutterschaftsgeld an die Krankenkasse und auf Elternzeit an die Personalabteilung in München geschickt. Jetzt bin ich sehr hibbelig und freue mich tierisch auf die Zeit mit meinen Lieben. Vor allem die Vorstellung, nach 6 Monaten Elternzeit erstmal ganz langsam mit 20 Wochenstunden wieder einzusteigen, statt gleich von 0 auf 100 gehen zu müssen, ist ein toller Luxus!



Shanghai Alltag: Drink hot water und ähnliche Tipps

Auch, wenn unser Leben sich nicht mehr in Shanghai abspielt, gibt es doch noch immer so ein paar Stories und Dinge, die ich nicht unaufgeschrieben lassen möchte. Daher hier nun eine kleine Sammlung kurios anmutendender, aber durchaus nett gemeinter Tipps und Tricks, die uns in China geraten wurden:

Warmes Wasser trinken

Warmes oder auch heißes Wasser ist in China eine Art Wundermittel für einfach alles. Egal, ob Erkältung, Kopfweh, Rückenschmerzen, Schwangerschaftswehwehchen, Husten, Magenprobleme oder sonstwas. Jeder rät eigentlich immer dazu, man sollte möglichst viel heißes Wasser trinken.

Zitronenwasser

Zum Schutz vor bzw als Behandlung bei Erkältungen und als Frau überhaupt immer zum Abnehmen oder Figur halten wird Wasser mit Zitrone getrunken. Das wäre ja an sich gar nicht ganz so abwegig. Wenn ich nicht live dabei gewesen wäre, wie sich eine Kollegin in Ermangelung frischer Zitronen ein Bonbon mit Zitrusgeschmack in heißem Wasser aufgelöst hat, weil sie erkältet war.

Bloß keinen Kaffee

Sehr interessant für mich als Deutsche, die ich an einen eher hohen Kaffeekonsum meiner Umwelt gewöhnt bin, war für mich die Beobachtung zum Thema Kaffee. Niemals hat auch nur ein Kollege in Shanghai (also von den Chinesen natürlich) je morgens gesagt "Puh, ich brauche erstmal nen Kaffee!". Unzählige Male wurde mir beim zweiten Kaffee des Tages geraten, nicht so viel Kaffee zu trinken. Das sei total ungesund. Auf Erklärungen, dass es in Deutschland völlig normal sei, dass man an manchen Tagen zumindest auch gerne mal 3 oder 4 Tassen Kaffee trinken kann, wurde richtig schockiert reagiert. In der Schwangerschaft verzichtet ich dann - auch auf Anraten meiner OB Gyn komplett auf Kaffee. Und als ich wieder arbeiten ging und Kaffee im Büro trank, waren sich alle sicher, dass ich nicht mehr stillen würde. Denn Stillen und Kaffee ginge überhaupt nicht, das sei ganz schlecht für das Baby.

Tee

Statt Kaffee solle ich doch besser grünen Tee trinken. Der sei total gesund. Davon könne man immer zu jeder Tageszeit so viel trinken, wie man wollte. Mein Einwand, dass Teein und Koffein ja doch letztendlich das gleiche seien, wurde skeptisch angehört und beflissentlich ignoriert oder vielleicht auch als Quatsch abgetan. Und dass ich von vielen Tees Herzrasen bekomme, konnte sich auch absolut niemand vorstellen.

Strahlenschutz

Ein weiterer Punkt, der besonders in der Schwangerschaft scheinbar ganz wichtig wurde: Schutz vor gefährlicher Strahlung. Obwohl sie im Büro von verschiedenen Kolleginnen getragen wurden, hat mir direkt niemand zu einer Schwangerschafts-Strahlenschutzschürze geraten. Wohl jedoch zu Aufklebern für das Handy, die die schlechte elektromagnetische Strahlung neutralisieren sollen. Außerdem sei es vollkommen unverantwortlich, in der Schwangerschaft direkt neben der Mikrowelle stehen zu bleiben. Das sei total gefährlich wegen der Mikrowellenstrahlen und ich müsse einen großen Abstand einhalten, um mein Baby nicht zu gefährden.

Nur nichts zu kaltes!

Kaltes wie Getränke mit Eiswürfeln oder auch Eiscreme sind nach chinesischer Auffassung schlecht für die Gebärmutter. Warum, weiß keiner, aber isso. Deshalb verzichteten die meisten Chinesinnen während ihrer Menstruation auf alles Kalte. Und mir wurde in der Schwangerschaft immer wieder gesagt, eine Limo aus dem Kühlschrank sei aber doch viel zu kalt und jetzt gar nicht gut für mich. Und auch meine Entscheidung, Eiscreme zu essen (im Hochsommer, mind you) wurde immer mal wieder kritisch beäugt.

Ionen an die Macht

Viele Chinesen lieben Ionen. Daher kann man überall Geräte kaufen, die die Luft ionisieren sollen. Die gibt es in groß zum aufstellen und in klein zum Beispiel mit USB-Anschluss für den Schreibtisch. Durch die Ionisierung der Luft wird angeblich die Luftverschmutzung unschädlich gemacht und die Luft soll nach Aussage mancher sogar mehr Sauerstoff enthalten. Während ich also im Büro regelmäßig umher ging, um bei miserablen Smog-Werten und laufenden Luftfiltern und Klimaanlage die Fenster zu schließen, drängten andere Kollegen darauf, ich solle mir besser einen Ionisator mit USB-Anschluss holen. Das wäre doch viel effektiver.

Kälte gegen Bakterien

Eine andere Anekdote zum Thema offene Fenster: Im Winter müsse man lediglich immer die Fenster offen stehen lassen. Bakterien, zum Beispiel auf der Toilette, würden dadurch abgetötet. Desinfektion mit 3°C.

Wäsche raus hängen

Und noch was zum Desinfizieren: Klar, UV-Strahlung hat eine desinfizierende Wirkung. In China geht man dafür aber auch gerne mal soweit, seine frische Wäsche bei übelstem Smog an der Hauptstraße auf rostigen Zäunen aufzuhängen. Hauptsache draußen. Dann wird die Wäsche nämlich keimfrei. Ich denke mir das wirklich nicht aus. In unserem compound hingegen regelmäßig die Zäune voll und die halb wilden Compound-Katzen streunerten zwischen frisch gewaschenen Bettlaken und Kinderklamotten umher. Alles im Namen der Hygiene...

Sonntag, 12. November 2017

12 von 12 - November 2017

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der Tag startet mit einem gemütlichen Familienfrühstück 

Auch die Autos müssen Bananenkakao bekommen. 

Dann stehen sie im Stau. 

Während das Haselchen duscht, hilft der kleine Rabe mir beim Waschen der ersten Ladung Babykram (hier: Spucktücher und Stoffwindeln) 

Dann bin ich dran mit Sidecut nachschneiden und Haare waschen. 

Zu Mittag gibt es Rohkost mit Dip und eine Art Pfannkuchen, die mit Kartoffeln und Ziegenkäse gefüllt sind. Ich habe wieder vergessen, woher das Rezept kam... 

Von unserem Spaziergang gibt es dank Regen keine Fotos. Dafür von der Kuh, die hinterher beim Spielen zu den Hühnern musste, weil sie nicht auf dem Parkplatz stehen durfte. Aber ihr glaubt mir bestimmt auch so, dass der Rabe in seinem leuchtend gelben Regenponcho unglaublich niedlich aussieht. 

Abendessen. Und endlich bekomme ich mein Sauerkraut, auf das ich schon seit ner Woche Appetit hatte. 

Der Rabe futtert und futtert und futtert, während er sich immer wieder die selbe Seite im Feuerwehrbuch ansieht. 

Während das Haselchen den Raben badet, erledige ich ein paar Dinge am Laptop. 

Nachdem ich den Raben ins Bett gebracht habe, mache ich eine Gesichtsmaske mit Schlamm vom Toten Meer. 

Leerer Eisentabletten-Blister an der letzten Tablette meiner Antibiotika.

Sonntag, 5. November 2017

Tagebuchbloggen November 2017

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen möchte wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Bei mir heute mit einem extrem ruhigen Sonntag. Aber ich soll mich ja auch schonen...

0:05 Ich nehme mein Eisen und putze schonmal meine Zähne. Dann schauen wir noch weiter den Underwoods zu.

0:45 Ich schlafe jetzt.

8:20 Der kleine Rabe wacht auf und fragt nach seinen Autos. Ich gebe ihm die 3, die wir im Bett liegen haben. Dann dreht er sich erstmal auf die Seite und legt meinen Arm um sich.

8:36 Der Rabe hat sich aufgesetzt und sagt unentwegt "Der Papa soll kommen. Der Papa soll kommen. Der Papa soll kommen."

Da das so nicht funktioniert, helfe ich ihm aus dem Schlafsack und vom Bett runter und öffne das Rollo und die Tür. Und schneller, als ich gucken kann, steht er plappernd und mit Autos in den Händen vor dem verschlafenen Haselchen.

Wir spielen und kuscheln noch ein bisschen. Der Rabe malt mir mit Wasserfarben aus einem Ü-Ei auf die Schlafanzugshose.

Dann machen wir uns alle fertig. So mit Gesicht waschen, eincremen, umziehen und so. Außerdem backen wir Brötchen auf und decken den Tisch.

9:57 Frühstück. Sonntag ist bei uns Brötchen-Tag. Der Rabe hat sich einen kleinen Eimer voller Autos mitgenommen, die fleißig bespielt und am Nutellaglas aufgetankt werden.

11:06 Tisch abräumen. Alle sind satt und zufrieden. Der Rabe geht spielen, während das Haselchen und ich den Tisch ab- und die Küche aufräumen.

Anschließend skyped das Haselchen mit seiner Mutter, der Rabe spielt und ich lege mich aufs Sofa, wo ich Twitter leer lese und ein paar Sachen auf dem Handy erledige.

Dabei rennt der kleine Rabe immer wieder bei mir vorbei und piekst mir einmal versehentlich ins Auge.

13:19 Wandtattoo, das ausdrücklich gewünschte pinke Sweatshirt für den Raben und Klebehaken fürs Bad sind bestellt. Ich übersetze dem Haselchen, wie die Brezeln aufgebacken werden sollen und gehe im Keller nach dem Rausfallschutz fürs Bett suchen und den Biomüll wegbringen. Dabei treffe ich den Nachbarn von gegenüber, der vor Kurzem Papa geworden ist. Ich versichere ihm, dass das mit dem Schlafen mit Sicherheit irgendwann besser wird.

Dann backen wir Brezeln auf, machen Weißwürste heiß und decken den Tisch. Zwischendrin plappert der kleine Rabe fröhlich "Wegdose, Wegdose" vor sich hin und ich finde ihn, wie er mit einem Duplo-Teil in einer Steckdose puhlt. Zum Glück ist da eine Kindersicherung drin. Aber ich erschrecke mich trotzdem, schimpfe sofort mit ihm und versuche dann, ihm (nochmal) ruhig zu erklären, warum er das nicht darf. Erst findet er, auf Krawall gebürstet wie er die Tage irgendwie ist, das total lustig. Bei dem Gedanken, was alles passieren könnte, breche ich dann jedoch in Tränen aus und der Rabe wird ganz traurig. Wir trösten uns gegenseitig und gehen zum Essen.

14:30 Essen. Weißwurst, Brezeln, süßer Senf, alkoholfreies Weizen und Rohkost mit Dip. Hmmmmmm... Dabei telefoniere ich mit meiner Mama.

15:30 Essen fertig. Wir räumen den Tisch ab. Dann kuscheln wir uns alle zusammen ins Bett. Ich lese dem Raben ein Buch vor, das Haselchen ein Kindergedicht.

16:10 Da zumindest wir Erwachsenen irgendwie müde sind, mache ich uns einen Kaffee, während die Jungs noch reimend und tobend im Bett bleiben.

Dann baut das Haselchen das Bettgitter an, während ich mit dem Raben spiele. Als er mir allerdings einen Plastikeimer ans Ohr haut, bin ich ziemlich sauer. Da er schimpfen nur mit Lachen und dem Werfen von Duplo in meine Richtung quittiert, erkläre ich ihm ganz ruhig, dass ich erst wieder mit ihm spielen will, wenn er lieb ist und mir nicht mehr wehtut. Irgendwie ist diese Phase anstrengend.

17:02 Das Bettgitter ist fertig angebaut, der kleine Rabe hat sich wieder eingekriegt und ich helfe ihm dabei, ein ganz bestimmtes Auto zu suchen. Das Haselchen geht in die Küche, um die Linsensuppe fertig zu machen.

17:08 Ich habe das Auto gefunden und der Rabe ist happy. Also lege ich mich erstmal wieder hin und suche noch mehr Kleinigkeiten im Internet. Zwischendrin male ich dem kleinen Raben kleine Autos auf Papier. Und einen Autotransporter dazu.

18:30 Der kleine Rabe beginnt mit dem Essen. Das Haselchen und ich sind noch satt. Daher genießt der Kleine unsere vollkommen ungeteilte Aufmerksamkeit, während er eine große Portion Linsensuppe futtert.

Danach spielt er ein paar Minuten und wir machen ihn gemeinsam langsam bettfertig.

20:00 Das Haselchen hat ihm gute Nacht gesagt und das Licht gelöscht. Jetzt besteht der kleine Rabe darauf, dass ich was auf dem Handy machen soll. Er fragt noch nach seinem kleinen ICE und dem Polizeiauto, die das Haselchen gleich bringt. Dann kuschelt er sich ganz nah an meine Schulter.

20:11 Rabe schläft.

20:20 Ich stehe auf und schleiche aus dem Schlafzimmer. Im Wohnzimmer essen das Haselchen und ich Linsensuppe und Rohkost sowie Pellkartoffeln mit Quark-Dip und schauen dabei zwei Folgen House of cards und eine Folge Southpark. Zwischdrin mache ich mir eine Gesichtsmaske.

23:14 Wir stehen auf, räumen alles in die Küche und putzen Zähne. Dabei wird der kleine Rabe wach und ich sage ihm durch das Babyphone, dass ich gleich komme. So ganz scheint er damit aber nicht zufrieden zu sein und wird immer unruhiger. Kaum bin ich jedoch bei ihm, entspannt er sich, plappert noch ein wenig und schläft dann wieder ein.

23:47 Ich lege das Handy zur Seite und schlafe.

Freitag, 3. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 31. Woche

30+0
 
Nachdem ich mich die ganze Woche geschont und viel gelegen habe, fühle ich mich heute, als könnte ich Bäume ausreißen. Wir waren auch schon groß im DM einkaufen und ich habe Wäsche verräumt und aufgehängt, ohne dass dabei mein Bauch unangenehm oft hart geworden wäre. Also aktuell bin ich ganz guter Dinge, dass ich vielleicht doch noch 2-3 Wochen arbeiten kann, bevor der Mutterschutz beginnt. Und dass das baby bat dann ganz brav Anfang 2018 aus dem Bauch heraus kommt.
 
30+4
 
Tja, der aktive Tag rächte sich dann am nächsten Tag mit einem ständig harten Bauch. Also habe ich dann mal wieder einfach viel gelegen.
 
Dafür war ich am Montag bei der Frauenärztin. Eigentlich nur, um meine Krankschreibung nochmal bis zu unserem regulären Termin am Donnerstag zu verlängern. Allerdings rief sie mich dann nochmal rein und erklärte mir, dass beim Abstrich eine bakterielle Infektion gefunden wurde. Normalerweise ist die wohl total harmlos und stört nicht mal weiter. In manchen Fällen allerdings kann sie Wehen auslösen. Also nehme ich jetzt schwangerschaftsverträgliche Antibiotika.
 
Ich weiß nicht, ob es Einbildung oder sonstwas ist. Aber heute hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass es trotz vergleichsweise wenig Schonung schon merklich besser ging. Ich konnte mit dem Raben ganz problemlos einen ruhigen Spaziergang machen, ohne dass mir dabei ständig der Bauch hart wurde und ich mich lieber hinsetzen wollte.
 
Lediglich die Symphyse macht mir immer mehr zu schaffen. Aktuell ist es so ein ziemlich konstanter, leichter und stechender Schmerz. Also mehr unangenehm, als wirklich schlimm. Wenn ich mich ungünstig bewege, sticht es ganz deutlich. Aber ich sehe da eine unschöne Tendenz und weiß ja auch noch, wie es beim Raben war. Da hätte ich zumindest zum Ende der Schwangerschaft hin getötet für einen Symphysengürtel, aber in China gab es sowas irgendwie gar nicht. Ich versuche es jetzt aber erstmal, indem ich vorsichtig bin und die Symphyse nicht zu sehr belaste.
 
30+6
 
Gute Neuigkeiten: Der Gebärmutterhals ist stabil. Gemessen hat die Ärztin ihn heute sogar wieder länger. Und kein Trichter und auch bei Belastung stabil. Das heißt hier schonmal alles gut. Außerdem hat das baby bat einen ordentlichen Wachstumsschub gemacht und liegt jetzt ziemlich genau richtig auf der Kurve.
 
Damit war ich heute zum letzten Mal bei der Frauenärztin und gehe für die restlichen Vorsorgetermine nur noch zur Hebamme. Und bin jetzt deutlich entspannter, als noch gestern.



Mittwoch, 1. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 30. Woche

29+5
 
Am Wochenende war der Geburtsvorbereitungskurs. Es war sehr angenehm und ich fand die Teilnehmerinnen allesamt ziemlich sympathisch. Die Hebamme wird uns auch noch eine Online-Runde einrichten, wo wir uns weiter austauschen können und nächstes Jahr, sobald die letzte ihr Wochenbett durch hat, treffen wir uns nochmal.
 
Allerdings hat das Wochenende mit ganz viel Beschäftigung zum Thema Geburt bei mir dann wohl auch noch ein paar mehr Wehen ausgelöst, als ich es als normal empfunden hätte. Und es waren sogar leicht schmerzhafte und nach unten drückende mit dabei. Meine Hebamme brachte mir dann gleich auch am Sonntag ein pflanzliches Pulver und ein Massageöl gegen vorzeitige Wehen mit. Und gleich am Montag ging ich zur Frauenärztin.
 
Der Gebärmutterhals hatte sich zwar nicht weiter verkürzt, aber ich nehme jetzt 600mg Magnesium täglich (statt vorher 400mg) und bin für eine Woche krank geschrieben, in der ich mich viel schonen soll. Was ich hauptsächlich im liegen tue.
 
Sogar auf der Halloweenparty im Darkflower, auf der wir dann am Montag waren, habe ich hauptsächlich auf dem Sofa herumgelegen. :)
 
Was aber ganz toll war, war für mich, wie nett die Ärztin mit mir war. Mein persönliches Highlight war, als sie meinte "Jetzt schallen wir nochmal über den Bauch. Das ist dann nicht für mich, sondern für sie." und mir daraufhin ganz lange das Gesicht des baby bat zeigte. Der nuckelte in dem Moment gerade an seinem Daumen und spielte dann ein wenig mit der Nabelschnur vor dem Gesicht herum. Soooo süß!
 
Ansonsten habe ich online eine Wickelkommode und ein paar Aufbewahrungsboxen bestellt und einen Gefrierschrank und einen Heizstrahler ausgesucht. Das geht ja zum Glück alles ganz problemlos auch im Liegen. ;)



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Schwangerschaftstagebuch - 29. Woche

28+5
 
Am Montag war ich bei der Frauenärztin. Es sollte eigentlich der letzte Ultraschall werden und danach wollte ich komplett zur Hebamme für die restlichen Vorsorgetermine. Nun meinte die Ärztin aber, dass mein Gebärmutterhals bereits verkürzt ist. Zudem sei das baby bat etwas zu dünn. Also sein Bauchumfang zu gering.
 
Letzteres könnte auch einfach daran liegen, dass er etwas ungünstig für die Messung lag. In perfekter Startposition für die Geburt, aber halt nicht, um ihn auszumessen. 
 
Ersteres macht mir mehr Sorgen. Denn noch ist es wirklich zu früh und der Kleine sollte noch eine ganze Weile im Bauch bleiben.
 
Ich habe daher jetzt auf der Arbeit erstmal darum gebeten, soweit als möglich aus dem Telefon genommen zu werden, um hier meinen Stresspegel zu reduzieren. Und wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, lege ich mich erstmal hin, statt noch auf Teufel komm raus irgendwas zu erledigen. Ich hoffe, dass das ausreicht. In 2 Wochen bin ich wieder zur Kontrolle bei der Frauenärztin...
  
Ach ja, und Eisentabletten muss ich jetzt auch nehmen, da meine Eisenwerte weiter gesunken sind und jetzt richtig im Bereich der Anämie liegen.
  
Alles irgendwie ein bisschen doof im Moment. :(