Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 - Dezember 2017

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der Kater will unbedingt schmusen und verfolgt mich dazu gleich mit zum frühmorgendlichen Pullern. 

Der Rabe hat seine Gummibärchen schneller aus dem Kalender geholt, als ich fotografieren kann 

Die frisch gepackten Taschen für die Geburt werden inspiziert

Heute ein schnelles Frühstück mit leckerer selbstgemachter Erdbeer-Zitronenmelisse-Marmelade von meiner Mama 

Spaziergang mit dem kleinen Haifisch-Raben

Ich finde die Tür faszinierend, der Rabe will auf der Bank sitzen 

Fast am Ziel 

Wir suchen einen Weihnachtsbaum aus - für 5 EUR bringt der Mitarbeiter ihn dann morgen Abend zu uns nach Hause 

Für mich nur ein schnelles Mittagessen, während Rabe und Haselchen spielen. Ich muss gleich wieder los. 

Ich habe heute Vorsorge bei der Hebamme im Geburtshaus. Alles tip top. Ich höre den Herzschlag des baby bat mit dem Stethoskop und bin ganz begeistert - es klingt so viel realer als durch einen Doppler... Und der warme Tee hat sehr gut getan! 

Wieder zu Hause spiele ich mit dem Raben. Wir essen ein paar Plätzchen (auch von meiner Mama), bauen Duplo, machen Chaos, räumen auf, kuscheln und lauschen am Bauch

Nach dem Essen (Tortilla Española) und dem "bei der Einschlafbegleitung fast mit einschlafen" gönne ich mir nochmal Pralinen und Jamon. Mein Sodbrennen freut sich, aber mein Gaumen sich auch. 

Dienstag, 5. Dezember 2017

Tagebuchbloggen Dezember 2017

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier meine Antwort für heute - die im Vegleich mit den bisherigen Mutterschutz-Tagen tatsächlich sehr fleißig ausfällt.

 

1:39 Nachdem ich über Schätzungen zum Elterngeld und dem Antragsformular gebrütet habe und nochmal pullern war, will ich eigentlich schlafen. Ein zappelndes Baby im Bauch, das sich gefühlt mit aller Kraft gegen den Cervix stemmt, als wolle es jetzt sofort da durch raus, hält mich jedoch erfolgreich davon ab.

8:38 Der Rabe wacht auf. Er beschwert sich unglaublich niedlich theatralisch, dass er sooo traurig wäre, weil er gar nichts hätte. Ich werde derweil erstmal richtig wach.

8:50 Das Haselchen und der Kater kommen zu uns. Der Rabe freut sich und wir kuscheln, toben, streicheln und reden miteinander und durcheinander.

9:31 "Ein Türchen aufmachen" lockt den Raben dann doch aus dem Bett. Ich liebe es ja, dass mein Kind da morgens genauso gerne drin bleibt, wie ich... 

10:09 Frühstück. Joghurt, Haferflocken, Honig, Milch, Kaffee, Quarkstollen und Brot mit Fisch, Käse und Wurst. Alle essen alles wild durcheinander gewürfelt. 

11:03 Frühstück zu Ende. Ausnahmsweise lasse ich mal das Haselchen sitzen und räume selbst ab. 

11:30 Mit viel gutem Zureden bugsiere ich den Raben aus dem Bad. Er hatte offenbar Angst, dass ich zur Arbeit gehen würde. Dann mache ich mich fertig, während er mit dem Haselchen spielt.

11:54 Frisch gewaschen und angezogen mache ich mit der begeisterten Unterstützung des Raben eine Maschine Wäsche über. 

12:01 Ich versuche, ein bisschen zu arbeiten, während ich zeitgleich mit dem kleinen Raben spiele. Immerhin schaffe ich es, unser eBay Konto soweit auf Vordermann zu bringen. 

12:35 Alle gehen aufs Klo, ziehen sich Schuhe und Jacke an und wir machen uns auf den Weg zum Bürgeramt. 

14:15 Endlich fertig. Wir wollten nur eben schnell eine Gewerbeanmeldung (für den Verkauf von verschiedenen Sachen auf eBay - wir haben da noch so einiges an Neuware und wenn, dann machen wir das lieber von Anfang an richtig, statt uns hinterher abmahnen zu lassen) abgeben. Aber die Schlange war recht lang heute... 

14:43 Während das Haselchen noch schnell einkaufen geht, sind der Rabe und ich zu Hause angekommen. Einer von uns darf auf dem Töpfchen Video schauen und einer macht das Essen warm. 

Dann kommt das Haselchen auch heim und während die Jungs zusammen essen, mache ich mir aufgrund akuten Heißhungers Pizza Baguettes und Feldsalat. 

15:22 Ich fange jetzt auch an zu essen. 

16:05 Ich hänge die Wäsche vom Vormittag auf und werfe ein paar Teile in den Trockner. Derweil schicke ich Mann und Kind zusammen einen Spaziergang machen. Der Rabe ist aktuell so unausgeglichen, dass er das wirklich braucht. 

16:24 Ich lege mich ein wenig hin. Der Bauch ist heute irgendwie besonders schwer... 

16:49 Mann und Kind kommen wieder. 

16:54 Meine Bettruhe wird vom Raben als beendet erklärt. Er will jetzt mit mir spielen. Zwischendurch bereite ich noch ein paar Dinge für das Gewerbe vor. Wir haben jetzt auch ein Template für die Rechnungen und eine Tabelle zur Übersicht über die Verkäufe. Außerdem eine für die EÜR. Ich bin ganz froh darum, dass ich das nicht zum ersten Mal mache... 

18:38 Der Rabe heult eine Weile, weil er unbedingt ein Kaubonbon haben will. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass er auch einfach ganz normal fragen kann, wir aber auf ein behfehlsmäßiges "Kaubonbon!" nicht so gerne reagieren, beruhigt er sich langsam. Dann geht er in die Küche und fragt das Haselchen mit süßer Zuckerstimme und "pashalsta". Und bekommt, oh Wunder, sein Kaubonbon. Anschließend räume ich den Wäschetrockner aus.

18:54 Ich habe es endlich geschafft, mit meiner "zweiten" Hebamme (also der zweiten, die zur Geburt Rufbereitschaft für mich haben und auch bei der Geburt dabei sein wird) einen Termin für die Vorsorge nächste Woche auszumachen. Dann bauen der Rabe und ich ein wenig Duplo. Während ich mich einer schiefen Ebene aus Schienen widme, baut er ganz alleine eine "Kosmostruck" mit Augen. Der hat einen gelben Spoiler und Augen und kann bis in den Kosmos fliegen. 

19:19 Wir gehen zum Abendessen. Der Kosmostruck kommt natürlich mit. Es gibt auf meinen Wunsch hin Spinat, Kartoffeln, Eier und Tomate-Gurke-Zwiebel-Feta Salat.

20:29 Das Essen ist zu Ende. Der Rabe darf nochmal Video schauen, während das Haselchen und ich den Tisch abräumen. Dann machen wir ihn bettfertig. Im Schlafzimmer sagt das Haselchen ihm Gute Nacht. Ich lese ihm noch eine Geschichte vor. Er kuschelt sich ganz nah an mich und legt seine Hände auf meine Wangen. So fallen ihm langsam die Augen zu. 

21:15 Der kleine Rabe schläft.

21:45 Nachdem ich noch ein wenig auf Twitter gelesen habe, gehe ich leise aus dem Zimmer. Das Haselchen hat heute keine Lust, einen Film zu schauen. Ich mache mir eine Gesichtsmaske und erledige mit Schokolade ein paar Sachen am Computer. Dann schreibe ich auf, was ich den Tag über so gemacht habe.

 

23:10 Ich bin soweit mit allem fertig. Ich nehme meine Eisentabletten, putze mir die Zähne und gehe ins Bett.

Sonntag, 26. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 34. Woche

33+2

... Und es hat PLOPP gemacht. Naja, nicht so ganz wirklich. Also es ging komplett geräuschlos und Stück für Stück vor sich, aber jetzt schaut mein Bauchnabel hervor. Beziehungsweise er ist ganz platt und nicht mehr nach innen gewölbt. Ich glaube, beim Rabe kam der Moment früher. Aber ich bin mir nicht sicher.

In other news: Aufstehen oder mich im Bett umdrehen ist inzwischen ziemlich anstrengend. Noch schaffe ich es irgendwie, aber ich schnaufe dabei ganz schön.

Und Sodbrennen. Urgs. Praktisch jeden Abend brodelt es im Hals und es nervt. Ich muss wohl etwas mehr aufpassen, was ich esse und trinke...

Ansonsten ist morgen der erste Tag, an dem ich theoretisch hätte arbeiten müssen, aber praktisch nicht mehr arbeiten werde. Und ich freue mich tierisch über diesen Luxus. Ich bin der Meinung, eigentlich noch ein paar Wochen arbeiten zu können. Aber ich muss es nicht und verliere dadurch nichts, sondern gewinne nochmal etwas extra exklusive Zeit mit dem Raben, bevor er für den Rest seines Lebens ein großes Geschwisterkind sein wird. Das wird eine große Umstellung für ihn. Und für uns.



Samstag, 25. November 2017

Warum eigentlich Shanghai?

Ich habe offenbar noch gar nicht die (tatsächlich immer wieder gestellte) Frage erläutert, weshalb wir ursprünglich eigentlich in Shanghai gelandet sind. Also:

 

Nachdem das Haselchen und ich uns kennen gelernt hatten, ging ich ziemlich bald (also noch im selben Jahr, wir kannten uns da dann knapp ein halbes Jahr) nach Bali. Dort machte ich ein Auslandssemester in Denpasar.

 

Das Haselchen studierte derweil weiter in Madrid.

 

Aber das Ende seines Studiums rückte immer näher. Und damit die Frage, was er danach machen würde. In Spanien, da war er sich ziemlich sicher, sah die berufliche Zukunft nicht gerade rosig aus. Es war 2009 und das Land war von der Wirtschaftskrise gebeutelt.

 

Nun war er ja letztendlich jung und frei. Er hatte schon immer einen Faible für China gehabt. Und China, BRIC, Potential für Zukunft und so. Also beschloss er, nach dem Bachelor seine Zelte in Europa für 2-3 Jahre abzubrechen und nach China zu gehen. Der Plan war, Mandarin zu lernen und Kontakte zu knüpfen, um sich ein business aufzubauen.

 

Er erzählte mir von diesem Plan. Ich saß gerade in einem Restaurant mit WLAN an meinem Laptop (in meiner Unterkunft hatte ich kein Internet). Und erstmal sackte mir ein großer Klos in den Hals.

 

In meinem "Plan" kam China nicht vor. Aber eigentlich kam darin ja auch er nicht vor. Und überhaupt hatte mich die Zeit im Ausland bereits derart verändert und mir so viel neue Perspektiven geöffnet, wie ich es zuvor nicht für möglich gehalten hätte...

 

Und ohne zu zögern und ohne, dass er mich gefragt hatte und ohne Angst antwortete ich ihm sofort, dass ich mitkommen würde.

 

Später erzählte er mir übrigens, dass er von dieser Entscheidung sehr überrascht war. Im positiven Sinne. Aber er hatte gar nicht damit gerechnet.

 

In den kommenden Wochen dann konkretisierten wir die Pläne weiter.

 

Da China jetzt doch etwas größer ist, mussten wir zunächst die Stadt festlegen. Es sollte auf jeden Fall eine Großstadt werden. Es standen also hauptsächlich Peking oder Shanghai im Raum. Und da Shanghai noch mehr Internationalität, angenehmeres Klima und vor allem bessere Luftwerte zu finden sind, fiel die Entscheidung auf Shanghai.

 

So zog erst das Haselchen los. Er wohnte die ersten Wochen bei einer Bekannten (was mich so lange eifersüchtig machte, bis ich sie kennengelernt hatte sie meine beste Freundin wurde) und zog dann in unsere erste Wohnung. Das war dann Mitte 2010. Zum Jahreswechsel kam ich zum ersten Mal für 2 Wochen in die Stadt. Aber ich war mit der Uni noch nicht ganz durch und musste erstmal wieder nach Deutschland, um die letzten Vorlesungen und Prüfungen zu absolvieren und meine Bachelor-Arbeit zu schreiben. Kaum war das erledigt, saß ich auch schon praktisch im Flieger und landete am 2.5.2011 in Shanghai.

 

Noch mit meinem Touristenvisum fand ich ein Praktikum in einem deutschen Start-up.

 

Das Haselchen gab den Sprachkurs auf (so, wie fast alle Teilnehmer ohne Vorkenntnisse und ohne Erfahrungen mit Zeichen - der Kurs war wirklich Mist für Anfänger) und machte kleine Jobs.

 

Aus meinem Praktikum wurde eine Festanstellung mit richtiger Aufenthaltsgenehmigung. Das Haselchen begann, sich ein business aufzubauen. Wir adoptierten den Kater. Wir heirateten, zogen in eine größere Wohnung, adoptierten die Katze, ich wechselte den Arbeitgeber und wir lebten so unser Leben.

 

Die angedachten 1-2 Jahre vergingen schnell, aber wir hatten jetzt eine schöne Wohnung, zwei Katzen, ich hatte einen festen Job, das business des Haselchens lief nicht schlecht. Und so sahen wir irgendwie keinen Grund dafür und keinen richtigen Sinn darin, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen und woanders hin zu ziehen. Und wohin auch?

 

Wir zogen erneut in eine größere Wohnung und der kleine Rabe wurde geboren. Erst mit ihm kam ein wirklicher Grund für uns, China wieder zu verlassen. Ohne den Raben wären wir wohl noch immer in Shanghai. Aber so ist der Rest nun Geschichte.

Montag, 20. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 33. Woche

32+3
 
Ich habe das erste Kolostrum. Gestern Abend saßen wir beim Essen und der Rabe war etwas mäkelig und wir waren uns nicht sicher, ob er satt oder gelangweilt war. Außerdem wollte er partout kein Gemüse. Ich dachte also so darüber nach, dass das alles mit Stillbaby ja erstmal viel einfacher sein würde. Weil: Milch ist immer richtig und das Baby macht ja ganz deutlich, wenn es Hunger hat... Und plötzlich fühlten sich meine Brüste so an, als habe gerade mein Baby Hunger und mir würde gleich die Milch einschießen. Und zack, dass war sie auch schon. Also nur minimal und so, aber eindeutig da...
 
Tja, und heute hat mein Chef mich darauf angesprochen, ob ich nicht vielleicht besser doch meinen Resturlaub noch verbraten könnte, damit ich nicht so viel ins nächste Jahr schleppen würde. Und zack, jetzt ist dieses schon meine letzte Arbeitswoche und ich habe nächste Woche frei und gehe dann direkt in den Mutterschutz. Sehr krass, aber ich freue mich sehr. Der Rabe sich übrigens auch, der jauchzte richtig laut, als ich ihm das heute Abend erklärte. Und das Haselchen freut sich sowieso. Also alle happy hier.





Mittwoch, 15. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 32. Woche

31+5
 
Es geht mir wirklich deutlich besser. Mein Bauch hat sich soweit beruhigt, dass ich ein moderates Maß an Übungswehen habe, die ich aber kaum spüre.
 
Heute habe ich übrigens meinen Antrag auf Mutterschaftsgeld an die Krankenkasse und auf Elternzeit an die Personalabteilung in München geschickt. Jetzt bin ich sehr hibbelig und freue mich tierisch auf die Zeit mit meinen Lieben. Vor allem die Vorstellung, nach 6 Monaten Elternzeit erstmal ganz langsam mit 20 Wochenstunden wieder einzusteigen, statt gleich von 0 auf 100 gehen zu müssen, ist ein toller Luxus!



Shanghai Alltag: Drink hot water und ähnliche Tipps

Auch, wenn unser Leben sich nicht mehr in Shanghai abspielt, gibt es doch noch immer so ein paar Stories und Dinge, die ich nicht unaufgeschrieben lassen möchte. Daher hier nun eine kleine Sammlung kurios anmutendender, aber durchaus nett gemeinter Tipps und Tricks, die uns in China geraten wurden:

Warmes Wasser trinken

Warmes oder auch heißes Wasser ist in China eine Art Wundermittel für einfach alles. Egal, ob Erkältung, Kopfweh, Rückenschmerzen, Schwangerschaftswehwehchen, Husten, Magenprobleme oder sonstwas. Jeder rät eigentlich immer dazu, man sollte möglichst viel heißes Wasser trinken.

Zitronenwasser

Zum Schutz vor bzw als Behandlung bei Erkältungen und als Frau überhaupt immer zum Abnehmen oder Figur halten wird Wasser mit Zitrone getrunken. Das wäre ja an sich gar nicht ganz so abwegig. Wenn ich nicht live dabei gewesen wäre, wie sich eine Kollegin in Ermangelung frischer Zitronen ein Bonbon mit Zitrusgeschmack in heißem Wasser aufgelöst hat, weil sie erkältet war.

Bloß keinen Kaffee

Sehr interessant für mich als Deutsche, die ich an einen eher hohen Kaffeekonsum meiner Umwelt gewöhnt bin, war für mich die Beobachtung zum Thema Kaffee. Niemals hat auch nur ein Kollege in Shanghai (also von den Chinesen natürlich) je morgens gesagt "Puh, ich brauche erstmal nen Kaffee!". Unzählige Male wurde mir beim zweiten Kaffee des Tages geraten, nicht so viel Kaffee zu trinken. Das sei total ungesund. Auf Erklärungen, dass es in Deutschland völlig normal sei, dass man an manchen Tagen zumindest auch gerne mal 3 oder 4 Tassen Kaffee trinken kann, wurde richtig schockiert reagiert. In der Schwangerschaft verzichtet ich dann - auch auf Anraten meiner OB Gyn komplett auf Kaffee. Und als ich wieder arbeiten ging und Kaffee im Büro trank, waren sich alle sicher, dass ich nicht mehr stillen würde. Denn Stillen und Kaffee ginge überhaupt nicht, das sei ganz schlecht für das Baby.

Tee

Statt Kaffee solle ich doch besser grünen Tee trinken. Der sei total gesund. Davon könne man immer zu jeder Tageszeit so viel trinken, wie man wollte. Mein Einwand, dass Teein und Koffein ja doch letztendlich das gleiche seien, wurde skeptisch angehört und beflissentlich ignoriert oder vielleicht auch als Quatsch abgetan. Und dass ich von vielen Tees Herzrasen bekomme, konnte sich auch absolut niemand vorstellen.

Strahlenschutz

Ein weiterer Punkt, der besonders in der Schwangerschaft scheinbar ganz wichtig wurde: Schutz vor gefährlicher Strahlung. Obwohl sie im Büro von verschiedenen Kolleginnen getragen wurden, hat mir direkt niemand zu einer Schwangerschafts-Strahlenschutzschürze geraten. Wohl jedoch zu Aufklebern für das Handy, die die schlechte elektromagnetische Strahlung neutralisieren sollen. Außerdem sei es vollkommen unverantwortlich, in der Schwangerschaft direkt neben der Mikrowelle stehen zu bleiben. Das sei total gefährlich wegen der Mikrowellenstrahlen und ich müsse einen großen Abstand einhalten, um mein Baby nicht zu gefährden.

Nur nichts zu kaltes!

Kaltes wie Getränke mit Eiswürfeln oder auch Eiscreme sind nach chinesischer Auffassung schlecht für die Gebärmutter. Warum, weiß keiner, aber isso. Deshalb verzichteten die meisten Chinesinnen während ihrer Menstruation auf alles Kalte. Und mir wurde in der Schwangerschaft immer wieder gesagt, eine Limo aus dem Kühlschrank sei aber doch viel zu kalt und jetzt gar nicht gut für mich. Und auch meine Entscheidung, Eiscreme zu essen (im Hochsommer, mind you) wurde immer mal wieder kritisch beäugt.

Ionen an die Macht

Viele Chinesen lieben Ionen. Daher kann man überall Geräte kaufen, die die Luft ionisieren sollen. Die gibt es in groß zum aufstellen und in klein zum Beispiel mit USB-Anschluss für den Schreibtisch. Durch die Ionisierung der Luft wird angeblich die Luftverschmutzung unschädlich gemacht und die Luft soll nach Aussage mancher sogar mehr Sauerstoff enthalten. Während ich also im Büro regelmäßig umher ging, um bei miserablen Smog-Werten und laufenden Luftfiltern und Klimaanlage die Fenster zu schließen, drängten andere Kollegen darauf, ich solle mir besser einen Ionisator mit USB-Anschluss holen. Das wäre doch viel effektiver.

Kälte gegen Bakterien

Eine andere Anekdote zum Thema offene Fenster: Im Winter müsse man lediglich immer die Fenster offen stehen lassen. Bakterien, zum Beispiel auf der Toilette, würden dadurch abgetötet. Desinfektion mit 3°C.

Wäsche raus hängen

Und noch was zum Desinfizieren: Klar, UV-Strahlung hat eine desinfizierende Wirkung. In China geht man dafür aber auch gerne mal soweit, seine frische Wäsche bei übelstem Smog an der Hauptstraße auf rostigen Zäunen aufzuhängen. Hauptsache draußen. Dann wird die Wäsche nämlich keimfrei. Ich denke mir das wirklich nicht aus. In unserem compound hingegen regelmäßig die Zäune voll und die halb wilden Compound-Katzen streunerten zwischen frisch gewaschenen Bettlaken und Kinderklamotten umher. Alles im Namen der Hygiene...

Sonntag, 12. November 2017

12 von 12 - November 2017

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der Tag startet mit einem gemütlichen Familienfrühstück 

Auch die Autos müssen Bananenkakao bekommen. 

Dann stehen sie im Stau. 

Während das Haselchen duscht, hilft der kleine Rabe mir beim Waschen der ersten Ladung Babykram (hier: Spucktücher und Stoffwindeln) 

Dann bin ich dran mit Sidecut nachschneiden und Haare waschen. 

Zu Mittag gibt es Rohkost mit Dip und eine Art Pfannkuchen, die mit Kartoffeln und Ziegenkäse gefüllt sind. Ich habe wieder vergessen, woher das Rezept kam... 

Von unserem Spaziergang gibt es dank Regen keine Fotos. Dafür von der Kuh, die hinterher beim Spielen zu den Hühnern musste, weil sie nicht auf dem Parkplatz stehen durfte. Aber ihr glaubt mir bestimmt auch so, dass der Rabe in seinem leuchtend gelben Regenponcho unglaublich niedlich aussieht. 

Abendessen. Und endlich bekomme ich mein Sauerkraut, auf das ich schon seit ner Woche Appetit hatte. 

Der Rabe futtert und futtert und futtert, während er sich immer wieder die selbe Seite im Feuerwehrbuch ansieht. 

Während das Haselchen den Raben badet, erledige ich ein paar Dinge am Laptop. 

Nachdem ich den Raben ins Bett gebracht habe, mache ich eine Gesichtsmaske mit Schlamm vom Toten Meer. 

Leerer Eisentabletten-Blister an der letzten Tablette meiner Antibiotika.

Sonntag, 5. November 2017

Tagebuchbloggen November 2017

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen möchte wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Bei mir heute mit einem extrem ruhigen Sonntag. Aber ich soll mich ja auch schonen...

0:05 Ich nehme mein Eisen und putze schonmal meine Zähne. Dann schauen wir noch weiter den Underwoods zu.

0:45 Ich schlafe jetzt.

8:20 Der kleine Rabe wacht auf und fragt nach seinen Autos. Ich gebe ihm die 3, die wir im Bett liegen haben. Dann dreht er sich erstmal auf die Seite und legt meinen Arm um sich.

8:36 Der Rabe hat sich aufgesetzt und sagt unentwegt "Der Papa soll kommen. Der Papa soll kommen. Der Papa soll kommen."

Da das so nicht funktioniert, helfe ich ihm aus dem Schlafsack und vom Bett runter und öffne das Rollo und die Tür. Und schneller, als ich gucken kann, steht er plappernd und mit Autos in den Händen vor dem verschlafenen Haselchen.

Wir spielen und kuscheln noch ein bisschen. Der Rabe malt mir mit Wasserfarben aus einem Ü-Ei auf die Schlafanzugshose.

Dann machen wir uns alle fertig. So mit Gesicht waschen, eincremen, umziehen und so. Außerdem backen wir Brötchen auf und decken den Tisch.

9:57 Frühstück. Sonntag ist bei uns Brötchen-Tag. Der Rabe hat sich einen kleinen Eimer voller Autos mitgenommen, die fleißig bespielt und am Nutellaglas aufgetankt werden.

11:06 Tisch abräumen. Alle sind satt und zufrieden. Der Rabe geht spielen, während das Haselchen und ich den Tisch ab- und die Küche aufräumen.

Anschließend skyped das Haselchen mit seiner Mutter, der Rabe spielt und ich lege mich aufs Sofa, wo ich Twitter leer lese und ein paar Sachen auf dem Handy erledige.

Dabei rennt der kleine Rabe immer wieder bei mir vorbei und piekst mir einmal versehentlich ins Auge.

13:19 Wandtattoo, das ausdrücklich gewünschte pinke Sweatshirt für den Raben und Klebehaken fürs Bad sind bestellt. Ich übersetze dem Haselchen, wie die Brezeln aufgebacken werden sollen und gehe im Keller nach dem Rausfallschutz fürs Bett suchen und den Biomüll wegbringen. Dabei treffe ich den Nachbarn von gegenüber, der vor Kurzem Papa geworden ist. Ich versichere ihm, dass das mit dem Schlafen mit Sicherheit irgendwann besser wird.

Dann backen wir Brezeln auf, machen Weißwürste heiß und decken den Tisch. Zwischendrin plappert der kleine Rabe fröhlich "Wegdose, Wegdose" vor sich hin und ich finde ihn, wie er mit einem Duplo-Teil in einer Steckdose puhlt. Zum Glück ist da eine Kindersicherung drin. Aber ich erschrecke mich trotzdem, schimpfe sofort mit ihm und versuche dann, ihm (nochmal) ruhig zu erklären, warum er das nicht darf. Erst findet er, auf Krawall gebürstet wie er die Tage irgendwie ist, das total lustig. Bei dem Gedanken, was alles passieren könnte, breche ich dann jedoch in Tränen aus und der Rabe wird ganz traurig. Wir trösten uns gegenseitig und gehen zum Essen.

14:30 Essen. Weißwurst, Brezeln, süßer Senf, alkoholfreies Weizen und Rohkost mit Dip. Hmmmmmm... Dabei telefoniere ich mit meiner Mama.

15:30 Essen fertig. Wir räumen den Tisch ab. Dann kuscheln wir uns alle zusammen ins Bett. Ich lese dem Raben ein Buch vor, das Haselchen ein Kindergedicht.

16:10 Da zumindest wir Erwachsenen irgendwie müde sind, mache ich uns einen Kaffee, während die Jungs noch reimend und tobend im Bett bleiben.

Dann baut das Haselchen das Bettgitter an, während ich mit dem Raben spiele. Als er mir allerdings einen Plastikeimer ans Ohr haut, bin ich ziemlich sauer. Da er schimpfen nur mit Lachen und dem Werfen von Duplo in meine Richtung quittiert, erkläre ich ihm ganz ruhig, dass ich erst wieder mit ihm spielen will, wenn er lieb ist und mir nicht mehr wehtut. Irgendwie ist diese Phase anstrengend.

17:02 Das Bettgitter ist fertig angebaut, der kleine Rabe hat sich wieder eingekriegt und ich helfe ihm dabei, ein ganz bestimmtes Auto zu suchen. Das Haselchen geht in die Küche, um die Linsensuppe fertig zu machen.

17:08 Ich habe das Auto gefunden und der Rabe ist happy. Also lege ich mich erstmal wieder hin und suche noch mehr Kleinigkeiten im Internet. Zwischendrin male ich dem kleinen Raben kleine Autos auf Papier. Und einen Autotransporter dazu.

18:30 Der kleine Rabe beginnt mit dem Essen. Das Haselchen und ich sind noch satt. Daher genießt der Kleine unsere vollkommen ungeteilte Aufmerksamkeit, während er eine große Portion Linsensuppe futtert.

Danach spielt er ein paar Minuten und wir machen ihn gemeinsam langsam bettfertig.

20:00 Das Haselchen hat ihm gute Nacht gesagt und das Licht gelöscht. Jetzt besteht der kleine Rabe darauf, dass ich was auf dem Handy machen soll. Er fragt noch nach seinem kleinen ICE und dem Polizeiauto, die das Haselchen gleich bringt. Dann kuschelt er sich ganz nah an meine Schulter.

20:11 Rabe schläft.

20:20 Ich stehe auf und schleiche aus dem Schlafzimmer. Im Wohnzimmer essen das Haselchen und ich Linsensuppe und Rohkost sowie Pellkartoffeln mit Quark-Dip und schauen dabei zwei Folgen House of cards und eine Folge Southpark. Zwischdrin mache ich mir eine Gesichtsmaske.

23:14 Wir stehen auf, räumen alles in die Küche und putzen Zähne. Dabei wird der kleine Rabe wach und ich sage ihm durch das Babyphone, dass ich gleich komme. So ganz scheint er damit aber nicht zufrieden zu sein und wird immer unruhiger. Kaum bin ich jedoch bei ihm, entspannt er sich, plappert noch ein wenig und schläft dann wieder ein.

23:47 Ich lege das Handy zur Seite und schlafe.

Freitag, 3. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 31. Woche

30+0
 
Nachdem ich mich die ganze Woche geschont und viel gelegen habe, fühle ich mich heute, als könnte ich Bäume ausreißen. Wir waren auch schon groß im DM einkaufen und ich habe Wäsche verräumt und aufgehängt, ohne dass dabei mein Bauch unangenehm oft hart geworden wäre. Also aktuell bin ich ganz guter Dinge, dass ich vielleicht doch noch 2-3 Wochen arbeiten kann, bevor der Mutterschutz beginnt. Und dass das baby bat dann ganz brav Anfang 2018 aus dem Bauch heraus kommt.
 
30+4
 
Tja, der aktive Tag rächte sich dann am nächsten Tag mit einem ständig harten Bauch. Also habe ich dann mal wieder einfach viel gelegen.
 
Dafür war ich am Montag bei der Frauenärztin. Eigentlich nur, um meine Krankschreibung nochmal bis zu unserem regulären Termin am Donnerstag zu verlängern. Allerdings rief sie mich dann nochmal rein und erklärte mir, dass beim Abstrich eine bakterielle Infektion gefunden wurde. Normalerweise ist die wohl total harmlos und stört nicht mal weiter. In manchen Fällen allerdings kann sie Wehen auslösen. Also nehme ich jetzt schwangerschaftsverträgliche Antibiotika.
 
Ich weiß nicht, ob es Einbildung oder sonstwas ist. Aber heute hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass es trotz vergleichsweise wenig Schonung schon merklich besser ging. Ich konnte mit dem Raben ganz problemlos einen ruhigen Spaziergang machen, ohne dass mir dabei ständig der Bauch hart wurde und ich mich lieber hinsetzen wollte.
 
Lediglich die Symphyse macht mir immer mehr zu schaffen. Aktuell ist es so ein ziemlich konstanter, leichter und stechender Schmerz. Also mehr unangenehm, als wirklich schlimm. Wenn ich mich ungünstig bewege, sticht es ganz deutlich. Aber ich sehe da eine unschöne Tendenz und weiß ja auch noch, wie es beim Raben war. Da hätte ich zumindest zum Ende der Schwangerschaft hin getötet für einen Symphysengürtel, aber in China gab es sowas irgendwie gar nicht. Ich versuche es jetzt aber erstmal, indem ich vorsichtig bin und die Symphyse nicht zu sehr belaste.
 
30+6
 
Gute Neuigkeiten: Der Gebärmutterhals ist stabil. Gemessen hat die Ärztin ihn heute sogar wieder länger. Und kein Trichter und auch bei Belastung stabil. Das heißt hier schonmal alles gut. Außerdem hat das baby bat einen ordentlichen Wachstumsschub gemacht und liegt jetzt ziemlich genau richtig auf der Kurve.
 
Damit war ich heute zum letzten Mal bei der Frauenärztin und gehe für die restlichen Vorsorgetermine nur noch zur Hebamme. Und bin jetzt deutlich entspannter, als noch gestern.



Mittwoch, 1. November 2017

Schwangerschaftstagebuch - 30. Woche

29+5
 
Am Wochenende war der Geburtsvorbereitungskurs. Es war sehr angenehm und ich fand die Teilnehmerinnen allesamt ziemlich sympathisch. Die Hebamme wird uns auch noch eine Online-Runde einrichten, wo wir uns weiter austauschen können und nächstes Jahr, sobald die letzte ihr Wochenbett durch hat, treffen wir uns nochmal.
 
Allerdings hat das Wochenende mit ganz viel Beschäftigung zum Thema Geburt bei mir dann wohl auch noch ein paar mehr Wehen ausgelöst, als ich es als normal empfunden hätte. Und es waren sogar leicht schmerzhafte und nach unten drückende mit dabei. Meine Hebamme brachte mir dann gleich auch am Sonntag ein pflanzliches Pulver und ein Massageöl gegen vorzeitige Wehen mit. Und gleich am Montag ging ich zur Frauenärztin.
 
Der Gebärmutterhals hatte sich zwar nicht weiter verkürzt, aber ich nehme jetzt 600mg Magnesium täglich (statt vorher 400mg) und bin für eine Woche krank geschrieben, in der ich mich viel schonen soll. Was ich hauptsächlich im liegen tue.
 
Sogar auf der Halloweenparty im Darkflower, auf der wir dann am Montag waren, habe ich hauptsächlich auf dem Sofa herumgelegen. :)
 
Was aber ganz toll war, war für mich, wie nett die Ärztin mit mir war. Mein persönliches Highlight war, als sie meinte "Jetzt schallen wir nochmal über den Bauch. Das ist dann nicht für mich, sondern für sie." und mir daraufhin ganz lange das Gesicht des baby bat zeigte. Der nuckelte in dem Moment gerade an seinem Daumen und spielte dann ein wenig mit der Nabelschnur vor dem Gesicht herum. Soooo süß!
 
Ansonsten habe ich online eine Wickelkommode und ein paar Aufbewahrungsboxen bestellt und einen Gefrierschrank und einen Heizstrahler ausgesucht. Das geht ja zum Glück alles ganz problemlos auch im Liegen. ;)



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Schwangerschaftstagebuch - 29. Woche

28+5
 
Am Montag war ich bei der Frauenärztin. Es sollte eigentlich der letzte Ultraschall werden und danach wollte ich komplett zur Hebamme für die restlichen Vorsorgetermine. Nun meinte die Ärztin aber, dass mein Gebärmutterhals bereits verkürzt ist. Zudem sei das baby bat etwas zu dünn. Also sein Bauchumfang zu gering.
 
Letzteres könnte auch einfach daran liegen, dass er etwas ungünstig für die Messung lag. In perfekter Startposition für die Geburt, aber halt nicht, um ihn auszumessen. 
 
Ersteres macht mir mehr Sorgen. Denn noch ist es wirklich zu früh und der Kleine sollte noch eine ganze Weile im Bauch bleiben.
 
Ich habe daher jetzt auf der Arbeit erstmal darum gebeten, soweit als möglich aus dem Telefon genommen zu werden, um hier meinen Stresspegel zu reduzieren. Und wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, lege ich mich erstmal hin, statt noch auf Teufel komm raus irgendwas zu erledigen. Ich hoffe, dass das ausreicht. In 2 Wochen bin ich wieder zur Kontrolle bei der Frauenärztin...
  
Ach ja, und Eisentabletten muss ich jetzt auch nehmen, da meine Eisenwerte weiter gesunken sind und jetzt richtig im Bereich der Anämie liegen.
  
Alles irgendwie ein bisschen doof im Moment. :(



Freitag, 20. Oktober 2017

Bulgarien 2017

Anreise
 
Wir hatten das alles ganz toll durchgeplant, ne. Also packen und Wohnung urlaubsfertig machen (ohne, dass man hinterher in Chaos, Schimmel oder Wäschebergen verschollen geht) klappte auch super. Der kleine Rabe machte keinen Mittagsschlaf und war dafür kurz vor 18:00 Uhr im Land der Träume. Allerdings dann auch um kurz vor 20:00 Uhr wieder wach. Und ein wenig durch den Wind, sodass er nur noch bei Mama sein konnte. Ich aß also extra schnell auf und legte mich zu ihm, während das Haselchen die letzten Schritte (Spülen, Müll runter bringen etc) alleine machte.
 
Der Wecker war auf 2:30 Uhr gestellt, aber wir waren schon früher wach und zogen uns leise um. Flüsternd packte ich den Raben in eine Windel, warme Socken und Jacke. Und er schlief und schlief.
 
Plötzlich dann schlug er die Augen auf, strahlte bis über beide Ohren und rief "Wir gehen in den Urlaub!" Ab dem Moment war er voller ungebremster Euphorie. Mental hatten wir uns auf viele Stunden Gemotze und Tränen eingestellt. Bekommen haben wir ein total glückliches Kind, das nur die ganze Zeit zum Wasser wollte.
 
Im Flieger schlief er eine knappe Dreiviertelstunde auf meinem Schoß und war dann wieder ganz aufgeregt. Ich trank übrigens den besten Flugzeug-Kaffee ever. Da kann ich Sun Express wirklich nur für loben! Im Hotelzimmer, das eigentlich echt keine 4 Sterne verdient hätte, aber sauber war, kam er noch immer nicht zur Ruhe. Also gingen wir erstmal zum Mittagessen. Da saß dann unser kleiner Rabe fast 90 Minuten brav am Tisch, ohne Spielsachen oder Videos, und futterte. Und futterte und futterte. Am besten fand er offenbar, dass es Maggie gab. XD
 
Danach war es ein kleiner Marathon, ihn zum Schlafen zu bewegen. Wir waren total durch, aber er wollte am liebsten sofort schwimmen gehen. Irgendwann klappte es dann doch und er schlummerte mit uns zusammen ein.
 
Das Haselchen und ich wachten deutlich vor dem Raben auf. Ich ging einen Kaffee trinken und brachte ein paar Stücke Pizza mit. Der Rabe aß eines, dann hielt ihn aber nichts mehr. Wir machten uns also auf zum Pool. So planschten wir, ich schwomm auch ein bisschen und mir wurde - anhand meiner extrem schnell müden Arme - klar, dass ich auf jeden Fall wieder regelmäßig schwimmen gehen muss. Ich war mal eine so gute Schwimmerin und habe locker 90 Minuten am Stück meine Bahnen gezogen. Und jetzt halte ich kaum 5 Minuten durch?! Das geht so nicht.
 
Absolut genial war der Moment, als der kleine Rabe, den ich gerade in seiner Schwimmhilfe unter den Armen durchs Wasser trug, sagte, er würde jetzt schwimmen. "Kak legushka" - wie der Frosch. Und einen richtigen Brustschwimm-Beinschlag hinlegte, als feile er nur noch an der optimalen Technik. Ich schwöre feierlich - wir haben das vorher nie geübt oder ihm erklärt. Er hat das einfach so von sich aus gemacht.

Nachdem der Rabe langsam blaue Lippen bekam, gingen wir aufs Zimmer und duschten uns warm ab. Ich feixte, dass die mintgrünen Fliesen und dieses angenehme Gefühl einer heißen Dusche nach dem Schwimmen bestimmt des Raben erste Urlaubserinnerung werden würden. Ich bin mal gespannt, ob ich damit Recht behalten werde. Begeistert war er auf jeden Fall.
 
Dann gingen wir zum Abendessen, wo sich der Rabe erst einmal ein volles Glas Saftschorle über kippte und ich nochmal mit ihm zum Umziehen ging, bevor wir wieder ausgiebig aßen. Statt vom Kinderbuffet futterte er natürlich bei uns mit und sogar mein Rosenkohl (den ich übrigens liebe!) schmeckte ihm super. Nach dem Essen gingen wir auf sein Drängeln hin nochmal im Dunkeln ins Kinderbecken, wo er einen aufblasbaren Delfin umher jagte.
 
Nach einer erneuten warmen Dusche und ausgiebigem Kuscheln, Einölen und auf dem Bett herumtoben schlief er dann auch erstaunlich schnell ein, während auch das Haselchen schon sehr bald schnarchte. Mich hielt der Kaffee noch ein wenig auf Trab.









  
Tag 1
 
Der Morgen begann erstmal damit, dass der Rabe wieder nach Hause wollte. Weil wir sein großes Töpfchen nicht dabei hatten. Aber wir konnten ihn mit der Aussicht auf "Planschwasser" doch davon überzeugen, dass es im Urlaub auch schön ist. Nach dem Aufstehen und einem ausgiebigen Frühstück, bei dem der Rabe seine alte Liebe für baked beans wiederentdeckte, gingen wir zum Strand. Der Weg war etwas weiter, als erhofft. Aber nach ein paar hundert Metern auf einem Plankenweg durch die Dünen waren wir da. Es war zwar vergleichsweise viel los, aber man fühlte sich nicht wie die Sardinen in der Dose. Wir hatten nur einen kleinen Rucksack mit Sandspielzeug und Getränken sowie die GoPro dabei. Den legten wir einfach in den Sand. Dank Barfußschuhen bzw Strandschuhen konnten wir alle ohne heiße Füße bequem direkt vom Strand ins Wasser gehen.
 
Und da war der kleine Rabe nun zum ersten Mal in seinem Leben am Meer. Und hatte erstmal Angst davor.
 
Statt ihn weinen zu lassen und darüber zu lachen (wie ich leider bei anderen Familien beobachtet habe), setzte ich mich mit ihm erstmal so weit hinein, dass er zwar je nach Welle Wasser bis zum Bauch bekam, aber auch ganz entspannt im Sand buddeln konnte. Das Haselchen watete derweil ein wenig nach draußen. Irgendwann dann fand der Rabe das Wasser trotz Wellen nicht mehr so angsteinflößend und wollte gerne zum Papa. Also trug ich ihn immer weiter hinein. Der Strand ist aber auch wirklich kindgerecht: Der reine Sand, ohne Kiesel etc fällt ganz langsam und flach ab, sodass man wirklich weit gehen kann, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Zudem war das Wasser richtig kristallklar und offensichtlich auch sauber. Es schwamm kein Müll herum. Dafür jede Menge kleine Fische. Und über den Sand konnte man auch hier und da eine Krabbe rennen sehen.
 
So planschten wir eine Weile und buddelten dann nochmal in der Brandung. Bis wir wirklich überall Sand hatten und eine nervige Wespe das Haselchen nicht in Ruhe lassen wollte. Wir packten alles wieder ein und gingen einfach so, wie wir waren, zurück. Im Hotel angekommen duschten wir uns ab und sprangen nochmal kurz in den Pool, bevor wir uns auf dem Zimmer warm duschten und umzogen und dann zum Mittagessen gingen.
 
Obwohl der kleine Rabe am Tisch fast eingeschlafen wäre, wollte er im Bett lieber toben. Irgendwann dann schlief er endlich ein - mit dem Kopf auf meiner Hand. Ich döste ebenfalls weg.
 
Vielleicht eine Stunde später wachte ich aus wirren Träumen mit Kopf- und Rückenschmerzen und einem eingeschlafenen Arm auf. Ich schaffte es, meine Hand vorsichtig unter dem Raben heraus zu ziehen und ging einen Kaffee trinken. Außerdem holte ich ein Eis und ein Stück Pizza. Zurück auf dem Zimmer weckte ich dann den Raben, der sich gleich mein Eis einverleibte. Kaum war es leer, wollte er wieder schlafen - nicht, weil er noch müde war, sondern weil er davon ausging, dass dann beim aufwachen wieder ein Eis auf ihn warten würde. Der Schelm.
 
Wir gingen nochmal zum Pool, aber weil das Wasser im Schatten lag und doch eher frisch war, blieben wir nicht lange,bevor wir zu einer erneuten Dusche und dem Abendessen aufbrachen. Nachdem wir alle drei gut und reichlich gegessen hatten, ging es auf den Hoteleigenen Spielplatz. Auf dem Weg hatte der Rabe erstmal Angst vor den grünen und roten Punkten, die die Laser der Disko-Beleuchtung auf den Weg warfen, weil er sie für Mücken hielt. Aber auf dem Arm ging es.
 
Der Rabe freute sich einen Ast über die Kleinkind-Schaukel, die seiner Überzeugung nach von den Smeshariki, genauer vom Pinguin Pin, repariert worden war, rutschte einmal und kletterte sogar allein einmal durch das Gerüst. Dann allerdings kletterte hinter ihm ein anderes Kind und er bekam es mit der Angst zu tun. Also buddelte er ein wenig im Sand, während die Animateure auf der Bühne eine abgewandelte Version von Dinner for one aufführten. Beim Buddeln schüttete er sich dann auch gleich mal eine volle Schippe Sand über den Kopf. Danach schaukelte er noch, gab uns dabei immer wieder high five und wollte wegen der Musik gar nicht mehr weg. Ich hätte mir hingegen gerne die Ohren zugehalten. Vor allem bei dem komplett dämlichen Lied zum Club-Tanz, aber nun denn...
 
Irgendwann beschlossen wir, dass es jetzt wirklich Zeit sei und gingen aufs Zimmer, wo der Rabe auch nur noch eine halbe Stunde herumtobte und alles sandig machte, bevor er an meine Schulter gekuschelt einschlief.





Tag 2
 
Der Tag begann für mich viel zu früh, da ich aus einem blöden Traum wütend aufwachte und dann erstmal nicht mehr einschlafen konnte. Und auch, als ich endlich wieder schlief, blieb es nicht lange so und ich schreckte bald wieder aus einem anderen Traum hoch. Aber es war ohnehin langsam Zeit und wir standen auf.
 
Auf dem Nachbarbalkon streiten sich derweil zwei Geschwister und die zugehörigen Eltern waren ordentlich genervt, weil sie wohl schon eine halbe Ewigkeit versuchten, den Nachwuchs endlich soweit zu bekommen, dass man gemeinsam zum Frühstück gehen könnte. Bei uns klappte es glücklicherweise schneller und so hatte ich bald einen Kaffee und die besten Hotel-Pfannkuchen, die ich bis dato gegessen habe, vor mir. Es waren nämlich richtige Blini und keine American pancakes. Letzte finde ich nämlich absolut bäh und ärgere mich immer wieder, dass es in Hotels irgendwie nur diese gibt.
 
Nach dem Frühstück gingen wir zum Pool. Erst fuhr der Rabe im Kinder Planschbecken mit einem aufblasbaren Polizeiauto umher und dann verliebte er sich auch noch in ein Auto aus dem Spielzimmer. Dann übte er im großen Pool nochmal eine Runde schwimmen, bis ihm so kalt war, dass er freiwillig aus dem Wasser ging.
 
Nach dem Mittagessen blieb das Haselchen beim Raben, der mal wieder recht spät schlief. Ich hingegen ging nochmal zum Pool und zog zumindest 20 Minuten meine Bahnen. Außerdem holte ich mir meinen Lieblingcocktail von der Poolbar: Ananassaft mit Grenadine und Sprudelwasser. Und dachte mal wieder, dass all inclusive irgendwie unschwanger noch besser wäre, während ich die eiskalten Biere der anderen Gäste anstarrte.
 
Gerade, als ich auf dem Zimmer eigentlich mit dem Aufschreiben des bisherigen Tages beginnen wollte, nachdem das Haselchen und ich alles für den Strand gepackt hatten, wachte der kleine Rabe ganz unerwartet früh schon wieder auf. Ich holte ihm und mir ein Eis, konnte aber leider mein Versprechen, ihm ein blaues zu bringen, nicht halten, weil es heute keines gab. Er knusperte dann zwar unsere beiden Eiswaffeln weg, aber er fragte trotzdem den ganzen Tag nach blauem Geschmack...
 
Anschließend gingen wir zum Strand. Die Sonne schien von hinten und war nicht mehr gar so heiß. Der Rabe buddelte im Sand und saß dabei in der Brandung. Das Haselchen baute ihm immer neue Burgen zum kaputt hauen und ich sammelte ein paar Muscheln. Irgendwann wurde der Rabe dann etwas mutiger und wollte auf meinem Schoß sitzend weiter in die Wellen hinein. Gerade, als er sagte, dass das Wasser lecker sei und er es essen wolle, klatschte uns eine große Welle entgegen und schlug ihm eine ordentliche Portion Wasser ins Gesicht. Ab dem Moment war er dann auch mit der Rückkehr zum Hotel einverstanden.
 
Dort angekommen wuschen wir uns den omnipräsenten Sand so gut als möglich ab und gingen dann essen.
 
Danach stand wieder Spielplatz auf unserem Programm. Und Fremdschämen. Denn: Es war Karaoke-Abend. Eine Deutsche sang während der Rabe auf der Schaukel und im Sand spielte gleich 4 mal. Aber derart schief und falsch, dass es zum Davonlaufen war. Das Haselchen regte sich auf, als ein kleiner Junge ein russisches Lied über drei Panzerfahrer zum besten gab - das Hintergrundbild des dazugehörigen Videos war auch noch ein Stern mit Hammer und Sichel auf rotem Grund und das Lied feiert den Heldenmut der russischen Soldaten und ihren glorreichen Sieg. Nicht unbedingt passend für ein internationales Publikum im Jahr 2017 und vor allem nicht gesungen von einem Kind...








 
Tag 3
 
Wir schliefen etwas länger und ich futterte beim Frühstück nichts als Pfannkuchen - mit Banane und Nutella, mit Käse, mit Wurst, mit Marmelade und Käse,... Bis ich absolut nicht mehr konnte. Auf dem Weg aus dem Restaurant fanden wir endlich heraus, weshalb der Rabe immer ein Getränk mit blauem Geschmack verlangte: Cola, Limos, Säfte und Wasser holt man sich aus einem Getränkespender - und das Label am Zapfhahn mit dem Wasser ist - taddaaa - blau.
 
Nach dem Frühstück gingen wir Richtung Pool. Dabei blieben wir erstmal eine Weile an der Kleinkind-Schaukel hängen. Der Rabe saß darin und wollte gar nicht mehr heraus. Irgendwann war er dann doch einverstanden, ein wenig ins Wasser zu gehen. Wir gingen erstmal ins Kinderbecken und später dann in den großen Pool, wo wir das aufblasbare Polizeiauto wiederfanden, sodass er damit umher paddeln konnte. Als er langsam blaue Lippen bekam, aber partout im Wasser bleiben wollte und der festen Überzeugung war, ihm sei nicht kalt, mussten wir ihn dann mit Engelszungen überreden, raus zu kommen. Kaum an Land bibberte er dann los und wir zogen ihm sofort die nassen Sachen aus und wickelten ihn in mein Kleid. Das fand er wiederum ganz toll - Mamas Kleid zu tragen. Die Klamotten von Mama und Papa sind halt immer ganz besonders gemütlich... :)
 
Nach dem Mittagessen wollte ich eigentlich gleich schwimmen gehen. Aber der kleine Rabe bat mich derart lieb darum, mit Mama einschlafen zu wollen und schlang im liegen seinen Arm um mich, dass ich einfach nicht nein sagen konnte.
 
Ich döste dann auch ein wenig mit weg, wachte aber zum Glück bald wieder auf und war fit genug, zum Pool zu gehen. Dort zog ich immerhin 25 Minuten lang meine Bahnen.
 
Wieder auf dem Zimmer weckten wir gemeinsam den kleinen Raben und gingen dann zur Teatime. Hier gibt es täglich für eine Stunde Pizza und Eiscreme. Der Rabe und ich aßen zusammen Eis, das Haselchen und ich zusammen Pizza. Dabei überlegten wir, was wir als nächstes machen wollten. Für den Strand war es schon etwas spät (17:00 Uhr durch, bis wir fertig waren) und auch Geld wechseln und mit dem Mini-Zug ins Zentrum fahren klang jetzt nicht so verlockend. Also beschlossen wir, das Spielzimmer zu erkunden und danach vielleicht noch ein bisschen zu planschen.
 
Leider gehörte das Spielzimmer zum Kinderclub, der - wie die sonstige Animation auch - samstags nicht stattfindet. Dementsprechend war das Zimmer verschlossen. Der Rabe war darüber ganz schön enttäuscht, ließ sich aber mit der Schaukel gut ablenken. Und auch ins Wasser gingen wir nochmal. Dabei brauchten wir in etwa gleich viel Zeit, den Raben davon zu überzeugen, dass das Wasser zwar kühl war, aber ihm nichts tun würde, und - nachdem er ordentlich durchgefroren war - dass er wieder rauskommen und essen gehen sollte.
 
Das Abendessen stand ganz unter dem Motto "Bulgarien" und obwohl vor allem das Lamm und die vielen sauer eingelegten Gemüse sehr lecker waren, hatte ich mir irgendwie mehr erhofft.
 
Nach dem Essen gingen wir erneut auf den Spielplatz. Da heute auch kein Programm auf der Bühne stattfinden sollte, war es hier angenehm ruhig und der Rabe konnte einfach eine ganze Weile schaukeln, ausgiebig buddeln und sogar ganz alleine auf dem Kletterhaus herum klettern, ohne Angst vor anderen Kindern zu haben. Nur ins Bett wollte er dann natürlich mal wieder nicht...




 
Tag 4
 
Heute weckten wir den Raben um 8:00 Uhr auf. Nach dem Frühstück konnten wir endlich in den Kinderclub und er war selig, den Eimer mit den Autos und anderem Kleinkram auszuräumen außerdem malte er ein wenig und eine Animateurin schrieb ihm in bunt seinen Namen auf. Nach einer guten Stunde konnten wir ihn überreden, zum Polizeiauto ins Planschwasser zu gehen. Es dauerte wieder etwas, bis er seine Scheu vor dem kühlen Nass verloren hatte. Aber mit dem Laster eines englischen Jungen war es dann um ihn geschehen. Er planschte im Polizeiauto umher und schob den Laster im flachen Bereich auf dem Beckenrand hin und her. Er wollte sogar beim Club-Dance mittanzen und lachte den Animateur, der ihm vorher Angst gemacht hatte, fröhlich an.
 
Nach einem sehr gemüsereichen Mittagessen wollte ich eigentlich wieder schwimmen gehen. Stattdessen schlief ich zusammen mit dem Raben und dem Haselchen ein. Noch mit dem Gedanken im Kopf, wie schön es ist, dass man im Urlaub überhaupt nichts tun MUSS, wenn einem gerade nicht danach ist. So gegen 16:00 Uhr wachte ich auf. Kurz darauf auch das Haselchen. Wir weckten zusammen den kleinen Raben und ich holte uns Eis. Heute gab es blaues Eis, wie es sich der Rabe gewünscht hatte. Und eine Waffel noch extra dazu.
 
Während ich mich um den Raben kümmerte, packte das Haselchen alle Sachen zusammen. Wir zogen unsere Schwimmsachen an, cremten uns ein und gingen Richtung Strand.
 
Leider war das Meer heute gar nicht kindgerecht. Mit hohen Wellen, die viel Seegras anspülten und deren lautes Brechen dem Raben erstmal Angst machten. Also blieb er am Strand direkt neben den Wellenausläufern sitzen. Das Haselchen hingegen stürzte sich mit größter Wonne in die Fluten. Ich blieb beim Raben. Mir war der Seegang auch erstmal nicht ganz geheuer. Ich baute dem Raben Fische aus einem Förmchen, die er dann fein säuberlich mit der Schippe wie mit einem Messer zerschnitt. Das Haselchen kam wieder und baute Burgen und Mauern, die der Rabe wieder einriss. Ich schaute derweil einfach den Wellen zu, lauschte dem Meeresrauschen und ließ meine Gedanken schweifen. Für mich gibt es nichts meditativeres, als das Meer...
 
Das Haselchen ging wieder ins Wasser, um in den Wellen herum zu springen. Zum Glück musste er dafür heute nicht so weit raus, sodass ich mich immer wieder vergewissern konnte, dass es ihm gut ging. Ich weiß, ich bin ein alter Schisser. Aber ich weiß meine Liebsten einfach immer gerne in Sicherheit. Und ich bin um Längen ein besserer Schwimmer, als mein Mann... Der kleine Rabe buddelte derweil fröhlich im Sand und beschäftigte sich dabei fast allein. Eine besonders kräftige Welle spülte Wasser bis zu ihm und er erschrak sich fürchterlich. Danach wollte er immer wieder, dass ich ihm Wasser in seinem Eimer holte. Ich baute derweil einen Kanal und einen kleinen Teich, der von etwas größeren Wellen immer wieder erfolgreich gefüllt wurde.
 
Als das Haselchen irgendwann vollkommen fertig war und zurück kam, ging ich doch noch einmal selbst ins Wasser. Nicht weit hinaus. Nur etwa knietief, wo ich mich dann hinkniete und den Schaum der bereits gebrochenen Wellen um meinen Bauch blubbern ließ. Neben dem Genuss dieses Gefühls an sich auch in der Hoffnung, das Salzwasser möge gegen die dröfzigtausend kleinen, roten, juckenden Pickelchen helfen, die ich seit gestern hatte. Zumindest der Juckreiz ließ auch wirklich nach.
 
Zurück im Hotel mussten wir uns ein wenig sputen, um noch entspannt zu Abend essen zu können. Aber es klappte. Zurück auf dem Zimmer mussten wir über die Rezeption den Hausmeister rufen, weil die Lampe im Bad den Geist aufgegeben hatte. Das Problem war zum Glück schnell behoben. Danach gingen wir mit dem kleinen Raben zur Schaukel neben dem Kinder-Becken und ich schubste ihn - mit einem Drink in der Hand auf einem Gartenstuhl sitzend - an, bis ihm schlecht war. Er hing wie ein Schluck Wasser ganz kraftlos auf meinem Arm und wollte aufs Zimmer. Da gingen wir dann auch hin und er durfte im liegen noch einen Cartoon schauen, bis es ihm wieder so gut ging, dass er im Bett Kopfstand übte und wollte, dass ich ihn aus dieser Position in den Purzelbaum rollte. An dem Punkt machten wir uns dann alle bettfertig und schliefen nacheinander ein.








 
Tag 5
 
Nach dem Frühstück, dass ich wieder ausschließlich mit Pfannkuchen bestritt, gingen wir in den Pool. Es war sehr warm und das Wasser sehr angenehm. Der kleine Rabe stimmte dem erst nach einigem weinen und schreien und auf dem Arm getragen werden zu. Dann allerdings planschte er fröhlich und spielte mit seinem Laster und seiner neuen (geschenkt bekommenen) Gießkanne.
 
Selbstverständlich gab es wieder Tränen, als wir dem bibbernden Kind dann nach etwa 1 1/2 Stunden erklärten, dass er jetzt aus dem Wasser wieder raus müsse. Aber irgendwie klappte es dann doch und wir konnten duschen und zu Mittag essen.
 
Beim Essen wurde deutlich, dass die Saison dem Ende zugeht: Es gab deutlich weniger Auswahl als vorher und das Kinderbuffet wurde nach oben verlegt, wo vorher 3 oder 4 Speisen für die Erwachsenen angeboten worden waren.
 
Den Mittagsschlaf des Raben nutzte ich dann nochmal, um eine halbe Stunde zu schwimmen. Danach packten wir die Strandsachen, weckten den Raben, ich holte ein Eis und wir machten uns auf den Weg zum Strand.
 
Zum großen Bedauern des Haselchens war die See heute deutlich ruhiger. Zu unserem gemeinsamen Bedauern war das dem Raben aber recht egal, da er so oder so nicht ins Wasser wollte. Dafür buddelte er mit größter Hingabe im Sand drauf los und matschte mit Meerwasser, das wir ihm zwischendrin in seinem Eimer brachten.
 
Ich selbst setzte mich eine Weile in die Brandung und ließ die Wellen bis zur Brust über mich hinweg rollen. Dabei lasse ich meine Gedanken treiben, bis sie irgendwann bei Geburt hängen bleiben. Ich muss an Motherbirth denken und wie sie nie von Wehen, sondern immer nur von Wellen schreibt. Diese Vorstellung möchte ich gerne mitnehmen für die Geburt des baby bat. Und auf einmal habe ich den Wunsch, mir als Anker zur Erinnerung ein paar Muscheln mitzunehmen. Ja, das baby bat ist ein kraftvolles Kind und obwohl er er eigentlich ein Erd-Sternzeichen haben wird, hat er etwas feuriges. Aber ich kann nicht aus meiner Haut - ich bin Fisch von Kopf bis Fuß und Wasser ist mein Element. Ich glaube nicht, dass das baby bat im Wasser geboren wird, aber ich werde vielleicht einen Teil des Weges im Wasser gehen.
 
Nach dem Strand verabschieden wir uns vom Meer, gehen uns duschen und essen zu Abend. Anschließend gehen wir wieder zum Spielplatz. Hier überrascht uns der kleine Rabe und macht uns sehr stolz:
 
Unser schüchternes, kleines, ängstliches Kind, das nichts ohne Hilfe machen wollte, wird plötzlich innerhalb nur einer guten Stunde um Längen selbstständiger. Zuerst folgt er nach vielem gutem Zureden zwei älteren Jungs, die mit einem großen Laster spielen. Sobald er bei ihnen sitzt, weiß er zwar nicht so recht, was er nun mit ihnen anfangen soll, ruft wieder nach Mama und bricht in verzweifelt-frustrierte Tränen aus, als sie ihn den Laster nicht einfach nehmen lassen. Aber er war ganz alleine hin gegangen. Anschließend will er auf das Kletterhäusschen und rutschen. Und nach ein paar Probeläufen mit immer weniger Hilfestellung schafft er es in der Tat völlig alleine. Er klettert die Treppe hoch, hält sich selbst am Geländer fest, wenn er unsicher wird, krabbelt er auf allen Vieren nach oben, geht selbst die kleine Stufe wieder hinunter und rutscht ganz alleine. Ohne Hilfe, ohne Mamas Hand, ohne dass wir am Ende der Rutsche stehen und ihm gut zureden müssen. Wie ein richtig großer Junge. Das mag nicht nach viel klingen. Viele Kinder machen das alles noch viel früher. Aber für den kleinen Raben ist das ein riesen Schritt.
 
Weil es der vorletzte Abend ist und wir morgen früh ins Bett müssen, bleiben wir heute länger auf. Wir lassen den Raben so lange klettern und rutschen, bis er irgendwann von sich aus sagt, dass er ein bisschen müde ist und auf Mamas Schoß kuscheln will. Kurz darauf gehen wir wieder aufs Zimmer und schlafen alle drei ziemlich müde, aber sehr glücklich ein.







 
Tag 6
 
Heute war das Wetter zumindest am Morgen eher von der trüben Sorte. Daher gingen wir nach dem Frühstück auf den Spielplatz. Der Rabe freute sich sehr darüber und während wir einfach auf der Bank sitzen und etwas trinken konnten, kletterte er unermüdlich die kleine Treppe hoch und rutschte die kleine Rutsche runter. Nach und nach wurde es doch wärmer und der Rabe wurde in seinem nicht ganz so dünnen Sachen ziemlich rot. Aber er bestand darauf, dass ihm nicht zu warm sei und so ließen wir ihn erstmal weiter toben.
 
Wir aßen zu Mittag und statt Koffer zu packen, schlief ich zusammen mit Rabe und Haselchen ein. Nach dem Mittagsschlaf gingen mit Badesachen unter den Klamotten wir zum Eis essen. Der Rabe hatte dafür aber gar keinen Nerv. Deshalb machten wir uns schon sehr bald auf ins "Zimmer mit den ganz vielen Autos". Der Rabe räumte wieder fleißig die Kiste mit dem Kleinkram aus und kommentierte dabei jedes einzelne Teil. Er war absolut glücklich. Um 17:30 allerdings schloss der Mini - Club. Wir schafften es tatsächlich, den kleinen Raben ganz ohne Tränen von den Autos loszueisen und gingen nochmal in den Pool.
 
Mir war das Wasser etwas zu frisch und ich blieb hauptsächlich am Rand sitzen. Aber das Haselchen und der Rabe hatten nochmal viel Spaß im Wasser mit jeder Menge aufblasbaren Spielsachen. Wem die alle eigentlich gehörten, wissen wir bis heute nicht mit Sicherheit. Teilweise waren sie wohl wirklich vom Hotel für alle Kinder gedacht.
 
Irgendwann hatte der Rabe gehörig blaue Lippen und wir holten ihn - bibbernd betonend, ihm sei überhaupt nicht kalt und er wolle weiter planschen - aus dem Wasser.
 
Nach einer heißen Dusche und dem Abendessen durfte der kleine Rabe eine extra Portion Cartoon gucken, während wir den Koffer packten. Es passte alles hinein und es wäre sogar noch mehr Platz gewesen. Außerdem besorgte das Haselchen ein Souvenir für uns und eines der Autos aus dem hoteleigenen Minimarkt, in die der Rabe sich ganz unsterblich verliebt hatte.
 
Nachdem wir mit allem durch waren, gingen wir in den Garten am Kinderpool. Hier hatte das Haselchen sich mit einem anderen russischen Vater zum Gitarrespielen verabredet. Während die beiden Männer also Musik machten, schaukelte der kleine Rabe ein wenig, lief herum, bestaunte eine Schnecke (erschrak sich aber fast zu Tode, als er sie anfasste und hatte dann ein bisschen Angst vor ihr - von mir hat er das mit Sicherheit nicht!), schaukelte nochmal und protestierte dann heftig, als ich langsam ins Bett gehen wollte. Aber irgendwann war er dann überzeugt. Die Männer blieben noch unten, während ich mit dem kleinen Raben schlafen ging.











 
Abreise
 
Unser Wecker klingelte kurz nach 6. Wir zogen uns schnell an (wobei ich meine Kompressionsstrümpfe weglies - dank meiner Reaktion auf Sonne und Chlor oder so waren meine Beine noch immer mit kleinen Pusteln übersät und juckten wie bekloppt, was mich mit Kompressionsstrümpfen komplett um den Verstand gebracht hätte), warfen die letzten Sachen in den Koffer, packten den noch immer schlafenden Raben zur Sicherheit in eine Windel (das war unser Trick für unterwegs - eine Pampers unter der Unterhose, die wir bei Bedarf einfach ausziehen könnten) und waren fertig. Während ich den Raben auf den Arm nahm, wachte er auf und war ein wenig unzufrieden.
 
An der Rezeption checkten wir aus und bekamen noch ein Frühstückspaket zum mitnehmen. Dann warteten wir vor der Tür auf unseren Transfer. Der kam dann auch pünktlich. Es war wieder ein Minibus mit Gurten, aber ohne Kindersitz. Es schallte sich aber sowieso niemand an. Mir machte das aber ordentlich Bauchschmerzen. Unterwegs meckerte der Rabe erst ein bisschen und schlief dann in meinem Arm ein.
 
Wir waren viel zu früh am Flughafen und mussten noch auf den Check-in warten. Der Rabe war beim Aussteigen aufgewacht und schlief nun langsam wieder ein, während ich ihn im Kinderwagen umher schob. Aber die Warteschlange für den Check-in und das restliche Prozedere weckten ihn dann doch richtig auf. Seine Laune war schonmal besser, aber es war in Ordnung. Wir gingen alle ne Runde pullern, ich befreite den Raben von der trockenen, aber unbequemen Windel und dann ging es durch die Sicherheitskontrolle. Hier regten wir uns noch ein bisschen über zwei russische Mütter auf, die richtig dumm-dreist versuchten, sich vorzudrängeln (indem sie einfach ihren Kram vor unserem aufs Band legen wollten), aber auf Russisch von der Mitarbeiterin des Flughafens offenbar ordentlich zurecht gewiesen wurden. Ich hätte auch gerne was gesagt, aber zum höflich schimpfen fehlt mir das Vokabular...
 
Dann hatten wir noch massig Zeit und erkundeten den Frischluft-Spielplatz direkt am Gate. Auch nicht schlecht...
 
Im Flieger schlief der kleine Rabe dann nochmal ein und zurück in Leipzig waren wir ganz dezent gestresst wegen der Züge, bis ein Bahnmitarbeiter uns erklärte, dass wohl heute nix zum Hauptbahnhof fahren könnte und wir stattdessen nur bis Messe kämen. Von da ging dann aber eine Straßenbahn ohne Umsteigen nach Hause.
 
Es war ein schöner Urlaub.