Donnerstag, 12. Januar 2017

12 von 12 Januar 2017

Heute ist mein Opa gestorben.

Ich habe am Abend chinesischer Zeit davon erfahren. Mein Opa war das, was man als echten Zeitzeugen bezeichnen kann. Als junger Mann von gerade einmal 18 Jahren musste er in den Krieg ziehen. Er sah Schreckliches. Dinge, die er sein Leben lang nicht mehr vergessen würde können. Er wurde verwundet. Nur durch Zufall entging er dem sicheren Tod. Er kam in russische Gefangenschaft. Eine junge Ärztin rettete ihm das Leben, indem sie ihm heimlich Medizin gab. Er kam in ein Arbeitslager. Für viele, viele Jahre. Der Krieg war schon viele Jahre zu Ende, bis er wieder nach Hause kam. Seine Schrecken trug er in der Seele weiter bei sich. Und seine Quintessenz aus allem war: Auf beiden Seiten gab es gute und schlechte Menschen. Und: Nie wieder Krieg!

Die Russen, die man ihm als Feind gegeben hatte, hatte er lieben gelernt und er war stolz und froh, mit dem Mann seiner Enkelin Russisch sprechen zu können.

Ich werde ihn vermissen. 

Familienkuscheln im Bett

Der kleine Rabe puzzelt 

Wir gehen zusammen los. Mein Rad schiebe ich erst noch neben her. Aber unterwegs muss ich mich dann auf den Weg zur Arbeit machen. 

Ein Tempel, an dem ich täglich vorbei fahre. 

Frühstück zum Schichtbeginn um 12:30

Mit Fensterplatz

Lunchbox zu Mittag 

Die Kantine ist leer 

Salzburger Bergbauern Milch. Typisch Chinesisch, ne? 

Es ist dunkel geworden. Im Hintergrund sieht man den Flaschenöffner. 

Die Weihnachtdeko ist der fürs Spring Festival gewichen. 

Das Leben gehört den Lebenden. Aber auch den Toten können wir einen Platz darin einräumen. Denn Leben und Tod sind keine Gegenteile, sondern lediglich zwei Seiten der selben Sache. Ohne die eine gäbe es die andere nicht.

Ich denke an dich, Opa. Und ich hoffe, dass du auf der anderen Seite Frieden gefunden hast. 

Kommentare:

  1. Mein Beileid, ihr Lieben. Fühlt euch gedrückt.

    Verrückt, bald eure 12 von 12 auch aus Deutschland zu sehen...

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