Mittwoch, 4. Januar 2017

RIP Saphira

Heute wurde unsere Katze eingeschläfert.

Sie war nicht die liebste, sie war nicht die kuscheligste. Sie wurde als Kitten in einem Park halb tot, krank und misshandelt eingesammelt, war wochenlang wegen einer ansteckenden Hautkrankheiten in Isolation und wir adoptierten sie über eine Hilfsorganisationen, weil wir eine etwa gleich alte Katze für den Kater suchten.
Anfangs fauchte sie viel. Überhaupt fauchte sie schnell.

Sie wurde nicht gerne angefasst. Sie war sehr unabhängig. Aber sie liebte uns.
Sie leckte unsere Beine ab, wenn wir aus der Dusche kamen. Sie stupste uns mit der Nase an. Sie schnurrte zufrieden, wenn wir uns ihr mit dem Gesicht näherten. Sie war gerne in unserer Nähe. Immer einen Meter entfernt, aber im gleichen Raum. Sie warf sich uns vor die Füße und rollte dort herum.

Sie trank am liebsten direkt aus dem Wasserhahn der Badewanne oder Dusche. Sie kämpfte oft mit dem Kater. Sie hat ihm ein Stück aus dem Ohr gebissen. Sie hatte einen auffälligen Gang - als seien ihre Beine mal gebrochen gewesen. Sie kaute oft an Plastiktüten herum und rannte wie eine Irre mitten in der Nacht durch die Wohnung. Sie war wunderschön und hatte die schönste blau-grünen Augen, die ich je an einem Tier gesehen habe. Sie roch gerne an den Schuhen unserer Gäste. Sie kotze von Anfang an oft. Fast täglich. 

Dann pinkelte sie plötzlich aufs Sofa. Wir waren gehörig sauer. Sie verkroch sich in der neuen Transportbox. Dann kam sie plötzlich nicht zum fressen. Sie fraß nicht. Sie torkelte. Sie pinkelte überall hin, wo sie gerade saß oder lag. Sie putzte sich nicht mehr.

Heute morgen dann putzte der Kater sie.
Schweren Herzens brachte ich sie zum Tierarzt. Ihre Lieblingsdecke dabei und im Wissen, dass ich nicht mehr mit ihr nach Hause kommen würde. Das Haselchen verabschiedete sich von ihr und blieb beim kleinen Raben. Beim Tierarzt dann die Diagnose: Rechte Niere ist praktisch nicht mehr vorhanden, linke Niere ist nur halb so groß wie normal und hat die Funktion eingestellt. Blutarmut, dehydriert, die Leber versagt langsam. 

Sie wurde sediert und ich verabschiedete mich. Ich versprach ihr, dass sie nicht mehr leiden müsste und bald alles gut sei. Und das wir sie nicht vergessen würden. Dann bekam sie die tödliche Injektion und ich kraulte ihren Kopf - das einzige Körperteil, das sie uns gerne mit den Händen berühren ließ - und sie starb.

Ruhe in Frieden, Saphira.






1 Kommentar:

  1. Das tut mir sehr Leid. Die Katze meiner Schwester hatte einen ganz ähnlichen Charakter.

    AntwortenLöschen