Montag, 23. Januar 2017

Unser Stoffwindelversuch - vorläufiges Fazit

Nachdem Sonnenschyn ihren Stoffwindelversuch vorerst für gescheitert erklärt hat fiel mir auf, dass ich unser diesbezügliches Fazit ja noch gar nicht verbloggt hatte. Daher jetzt hier Stoffwindelfazit, auch als lange Antwort auf Sonnensyn’s Artikel, der meinen Kommentar irgendwie nicht speichern wollte:


Nasse Anfänge

Wer Lust hat, kann die Details hier und hier nachlesen. Aber am Anfang liefen uns die Stoffwindel ständig aus. Also echt ständig. Schuld waren mangelnde Saugkraft und blöd gesetze Nähte. Außerdem manchmal die Passform, wenn sich zum Beispiel am Bein ein kleiner Spalt bildete und es da dann eben heraus kam. Wir kauften dann nochmal andere Windeln, die ja hier zum Glück echt nicht viel kosten, und ich probierte mit den neuen Windeln und Variationen von Einlagen herum. Auch hier gab es immer mal wieder Reinfälle und Malheure, bis ich die für uns richtige Kombination gefunden hatte.


So klappt es

Also so klappt es jetzt bei uns: In die Überwindel mit Druckknöpfen (die wir jetzt in ganz vielen bunten Farben haben – alle, die es außer hellblau und rosa gab^^) der chinesischen No-Name Marke „Qianqunui“ kommt es ein Stück zurecht geschnittene und an den Seiten umgenähte Wickelunterlage. Damit kann ich nämlich die Überhose für 2-4 Mal Wickeln verwenden, bevor sie zu müffeln beginnt, was viel Wascherei erspart. Und auch Trockenzeit, die Windeln trocknen nämlich nicht so schnell, wie die Wickelunterlagenstückchen und ohne Wäschetrockner ist das halt auch ein Thema. Darauf kommt jetzt ein 4-fach zusammengelegtes, zugeschnittenes und an den Seiten mit Zickzack-Stichen versäubertes altes Handtuch. Das saugt bei uns besser, als jede gekaufte Einlage. Darauf kommt ein Mulltuch. Wenn die Windel länger halten soll, lege ich auch nochmal genau vorne, wo halt der meiste Urin landed, ein extra Mulltuch hinein. Und wenn der kleine Rabe sich länger trocken fühlen soll (zum Beispiel beim Mittagsschlaf oder beim Abendessen, wo halt ein schnelles Wickeln zwischendurch etwas unpraktisch wäre) kommt noch ein Microfasertuch obendrauf. Das fühlt sich nämlich bei gleicher Nässe trockener an als ein Mulltuch. Das alles wird dann so gewickelt, dass vor allem das Beinbünchen fest abschließt und gut sitzt.

Das ist die Überhose - durch die Druckknöpfe lässt sich die Größe gut variieren 


Erst das Stück Wickelunterlage 

Handtuchstreifen mit extra Mulltuch 

Mull obendrauf 

Ordentlicher Abschluss gegen nasse Beine 


Ich weiß, dass die Windeln, die wir hier haben, theoretisch Pocketwindeln sind. Also dass ich eigentlich in das Vlies einfach die Einlagen hineinschieben könnte. Und das macht auch beispielsweise für unterwegs sehr viel Sinn. Aber ich finde es komisch, dem Kind dann das nasse Vlies wieder an den Po zu packen. Außerdem müffelt es dann ja nach urin. Daher wasche ich dann die Windel komplett, wenn sie einmal nass geworden ist. Und daher lege ich die Einlagen eben, sofern möglich, einfach direkt hinein, anstatt sie in die Tasche zu schieben. Das spart uns Wäsche.


Wie wir wickeln

Auch so bleibt nicht jede Windel immer 100% dicht. Insbesondere, wenn der kleine Rabe viel getrunken hat und die Windel etwas länger an hat kommt es immer mal wieder vor, dass doch was daneben geht, weil die Windel einfach voll ist. Und die Stoffis müssen deutlich öfter gewechselt werden, als das bei Pampers der Fall ist. Tagsüber ist der Standard bei uns so alle 2 Stunden. Plus minus. Also wenn der kleine Rabe nicht zwischendrin sowieso ansagt, dass er mal muss und aufs Töpfchen geht. Das Haselchen hatte nach einigen Ausläufen keinen Bock mehr und wickelt daher nur noch mit Wegwerfwindeln. Daher hat es sich bei uns jetzt so eingependelt, dass der kleine Rabe nachts (wenn er eh meistens trocken bleibt) und wenn ich zu Hause bin Stoffwindeln trägt. Ausnahme dabei sind längere Ausflüge. Denn bevor ich nochmal einen motzenden, nassen Raben bei 5 °C auf irgend einer Parkbank zu wickeln beginne (sowas wie Wickeltische im öffentlichen Raum gibt es hier höchst selten. Ich habe selbst bis jetzt genau einen gesehen...), mir dabei Gedanken um Wind und Blasenentzündungen mache und danach ein protestierend wütend heulendes Kleinkind beruhigen muss, ziehe ich ihm doch lieber einen Plastikwindel an.


Aussicht

In Deutschland wollen wir auf jeden Fall mit den Stoffwindel weitermachen. Da wir vorerst eine für uns passende Lösung gefunden haben, werden wir erstmal keine neue Systeme oder Marken testen (außer ich kann das Haselchen so davon überzeigen, doch selber auch mal mit Stoff zu wickeln... Aber ich befürchte, der Mann ist da stur...). Gegebenenfalls probiere ich noch ein bisschen mit anderen Einlagen herum. So habe ich gelesen, dass Hanfeinlagen ganz tolle Saugkraft haben sollen und will das mal probieren. Und von den derzeit hier praktisch alternativlosen Pampers wollen wir auf eine andere Marke Wegwerfwindeln umsteigen. Derzeit tendiere ich dazu, Lillydoo auszuprobieren.

Und tja, dann wir der kleine Rabe aber ohnehin eh nicht mehr allzu lange Windeln tragen müssen. Denn er sagt ja jetzt schon immer öfter an. Sobald das mit dem Trocken werden konkreter wird, möchte ich dann für den Übergang eigentlich gerne die Käferhose bestellen.

Und beim nächsten Kind wird auf jeden Fall von Anfang an zumindest teilweise mit Stoff gewickelt. Mal schauen, wie das dann wird. Weil dann gibt es ja auch wieder Stillstuhl-Windeln und ich glaube das ist dann ja nochmal eine neue Anforderung und Herausforderung... Aber das steht – zumindest für uns derzeit -  erstmal noch auf einem anderen Blatt.

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