Freitag, 26. Mai 2017

Schwangerschaftstagebuch - 8. Woche

7+0

Der zarte Hauch von schalem Biergestank mit den Morgenzigaretten der arbeitenden Bevölkerung treiben mir den Frühstückskaffee falsch herum in den Hals. Aber ich bin mitten vorm Bahnhof und muss mich auf dem Weg zur Arbeit beeilen.

Am Vorabend habe ich noch mit großem Appetit mein Essen fürs Büro eingepackt. Beim Mittagessen dann traue ich mich kaum, die Tupperdose überhaupt zu öffnen. Aus berechtigter Sorge, durch den Geruch meine Übelkeit bis zum Erbrechen zu treiben.

Statt mit meiner Familie zusammen ein leckeres und gesundes Abendessen zu genießen, spucke ich zum 3. Mal heute und lege mich vollkommen erschöpft ein bisschen hin.

Dafür schmiere ich mir um 23:00 mit riesen Hunger Brote mit extra viel Butter, nachdem mein Heißhunger auf Karottenkuchen unbefriedigt bleiben muss.

7+4

Der Rest der Woche war relativ entspannt. Mit Familienbesuch und viel zu tun. Schließlich kommt das WGT mit großen Schritten näher...

Besonders freut mich, dass ich endlich Rückmeldung von einer Hebamme aus dem Geburtshaus bekommen habe. Wir haben heute telefoniert und werden uns am 9.6. zum ersten Mal treffen. Ich bin sehr gespannt und hoffe, dass die Chemie stimmt. Ein bisschen traurig ist es ja schon, dass man sich schon so dermaßen früh darum kümmern muss - ich hatte dort schon vor 2 Wochen angefragt! Aber andererseits habe ich mir ja auch schon einen Gynäkologen gesucht (den ich noch nicht kenne und erstmal auch nur hoffen kann, dass die Chemie stimmt...)...
Und ich freue mich jetzt erstmal einfach, dass die Chancen auf Wahlfreiheit und ein positives Geburtserlebnis für mich ein Stück näher gekommen ist. Denn so, wie es beim kleinen Raben abgelaufen ist, möchte ich nicht nochmal gebären...

7+5

Ich hab Hormone. Und davon ganz schön viel... Jetzt geht es so richtig los mit der Gefühlsachterbahn. Und ich fühle mich in etwa so berechenbar wie ein pubertierender Teenie. Mit der kleinen Ausnahme, dass ich als Teenager nicht grundlos vor Rührung heulen wollte. Oder auch einfach so. Nur, um Minuten später genervt rumzuzicken.

Ich stelle mir das für meinen armen Mann sehr anstrengend vor...

7+6

Das WGT geht los. Ein bisschen wehmütig bin ich ja irgendwie schon, dass ich dieses Jahr wieder nicht viel werde feiern können. Aber was will man machen. Selbst alkoholfrei bis in die frühen Morgenstunden tanzen ist nicht drin, weil ich ständig müde bin... Dafür kommt das baby bat mit zu den Scary Bitches. So cool muss man erstmal werden! ;)



Montag, 22. Mai 2017

Hallo, du

Hallo, du kleines Menschlein.

Du kamst in der Tat ganz unerwartet zu uns. Zumindest in diesem Moment. Wir wollten dich eigentlich in ein paar Monaten zu uns einladen. Vor allem, weil deine Mama gerade erst einen neuen Job angefangen hat und noch mitten in der Probezeit steckt und eigentlich ab September / Oktober dann ein eigenes Team übernehmen sollte. Lauter so Pläne. So dumme, langeweile Erwachsenen-Pläne. Die hast du jetzt erstmal ein bisschen über den Haufen geworfen. Du wolltest halt unbedingt schon jetzt zu uns kommen.

Und wir freuen uns so sehr darüber!

Dein Papa war gleich richtig aus dem Häuschen, als wir von dir erfahren haben. Du hast einen ganz lieben Papa. Er ist nicht perfekt, aber das ist niemand. Und er hat dich und deinen Bruder und deine Mama ganz, ganz doll lieb. Er spielt schön Gitarre. In ein paar Wochen, wenn du langsam anfangen kannst, zu hören, wird er dir in Mamas Bauch etwas vorspielen. Das ist besonders deshalb schön, weil du dann ein Stück seiner Seele hören kannst. Und er kocht ganz leckere Sachen. Das wirst du auch noch merken. So ein bisschen vielleicht schon in Mamas Bauch. Also wenn das Fruchtwasser besonders lecker ist, war das mit großer Wahrscheinlichkeit dein Papa.

Du hast außerdem einen großen Bruder, der sich schon jetzt sehr auf dich freut. Dein Bruder ist noch nicht ganz 2 Jahre alt. Da versteht man noch nicht soooo viel von der Welt und der Biologie. Aber er möchte dich gerne sehen. Und er hat dir auch schon Hallo gesagt. Also zu Mamas Bauch, in dem du drin bist. Er sagt, dass du ein Schwesterchen bist. Und er möchte gerne ein Schwesterchen haben. Aber auch ein Brüderchen. Also freut er sich so oder so auf dich. Und wenn du dann später auf der Welt bist und weinen musst, dann wird er dir immer einen Kuss geben.

Und dann hast du natürlich auch noch eine Mama. Das bin ich. Ich bin auch nicht perfekt. Aber ich habe dich und deinen Bruder und deinen Papa ganz, ganz doll lieb. Von mir wirst du wahrscheinlich in den nächsten Wochen am meisten mitbekommen. Ich werde dir und deinem Bruder ganz oft vorsingen. Und ich werde ganz oft mit dir reden. Meistens ganz leise. Dann werde ich dir erzählen, was so um uns herum passiert, während du in meinem warmen Bauch schwimmst und meinem Herzschlag lauschst.

Dann wird alles ein bisschen aufregend und anstrengend. Aber du brauchst keine Angst zu haben. Wir schaffen das zusammen. Und dann können wir alle dich in den Arm nehmen und küssen und kuscheln. Du wirst sehen, das wird ganz toll.

Also, mein kleines Baby, mach es dir bitte ganz gemütlich in meinem Bauch und wachse und fühle dich wohl. Du kamst früher als geplant zu uns, aber du bist uns mehr als willkommen. Wir freuen uns sehr über und auf dich. Wir lieben dich!

Sonntag, 21. Mai 2017

Schwangerschaftstagebuch - 7. Woche

Der Anfang der 7. Woche ist für mich eine riesen Zitterpartie. Am schlimmsten Tag meines Lebens hatte auch gerade die 7. Woche begonnen... Aber diesmal geht alles gut. Denn unser baby bat wollte ja unbedingt zu uns. Und ist gekommen, um zu bleiben. Da bin ich mir ziemlich sicher.

6+2

Morgendliches Spucken und ein schwacher Beckenboden sind nicht unbedingt die beste Kombination. Aber ändern kann ich es ja nicht. Und so nehme ich es mit Humor.
Der kleine Rabe begrüßt baby bat am Morgen, indem er eine Hand auf meinen Bauch legt und "Baby!" sagt. Und ich schmelze ein bisschen.

Ansonsten bin ich einfach sehr, sehr müde. Und nutze jetzt den Mittagsschlaf des kleinen Raben auch dazu, selbst ein Nickerchen zu halten, statt hier noch viel zu schreiben. ;)

6+4

Ich kann plötzlich nur ganz kleine Portionen essen. Und sobald ich zu viel esse oder trinke (so ein Glas Wasser am Stück zum Beispiel) wird mir schlecht. Das ist ein bisschen doof.

Lustig ist, dass der kleine Rabe jetzt "Mama muss kotzen!" sagen kann.

Wir haben außerdem ein bisschen hin und her gerechnet und überlegt. Und ich habe einen tatsächlich umsetzbaren Plan für Kinder, Karriere und Kohle. Nicht unbedingt so wie erträumt, aber nun denn... Leben ist halt das, was passiert, während man andere Pläne macht. Jetzt muss ich abwarten, was dann mein Gespräch mit meinem neuen Arbeitgeber ergibt. Aber das werde ich auf jeden Fall erst nach dem ersten Frauenarzt-Termin am 21.6. anberaumen. Damit ich erstens erstmal unvoreingenommen zeigen kann, was ich drauf habe und damit ich dann gleich auch einen ET etc "präsentieren" kann. Dann kann man doch etwas konkreter planen und in einem Monat kann ich wohl auch besser einschätzen, wie ich das Gespräch angehen muss. Und bis dahin muss ich halt ein wenig aufpassen, was ich anziehe und so. Denn das Bäuchlein ist schon jetzt ganz dezent verdächtig - vor allem in Verbindung mit weniger Kaffee, eventuell Übelkeit oder Heißhunger im Büro etc. Also zumindest eine Tratschtante könnte da dann was draus spinnen, was halt stimmen würde und wenn das dann die Runde macht, wäre es nicht optimal.

6+5

Ich saß heute im Büro neben einer Kollegin, die gerade in der 19. Woche ist. Und musste mich so beherrschen, nichts auszuplappern... Doof war, dass sie Schwangerschaftsdiabetes hat. Also vor allem für sie. Und ich musste natürlich auch gleich über die theoretische Möglichkeit von Messgerät, Insulin und Caprisonnen nachdenken... Aber immerhin weiß ich jetzt schonmal, dass die Firma einen wohl schon fast feiert, wenn man als Schwangere nicht im 3. Monat gleich in die Krankschreibung oder ins BV "wegen Stress" geht. Und dass der Mutterschutz wirklich ganz ohne Murren eingehalten wird. Das klingt schonmal ganz gut...

6+6

Die Übelkeit wird stärker. Es ist ein bisschen doof, aber nun ja. Ändern kann ich es nicht. Da müssen wir jetzt durch und es wird ja auch wieder besser. :)



Mittwoch, 17. Mai 2017

Pink und Blau und überhaupt

Es gibt so Themen, da denkt man eigentlich sein halbes Leben gar nicht drüber nach. Und auf einmal wird es sehr präsent und man entwickelt eine ganz deutliche Meinung zu einem Thema, das einem bis kurz vorher noch ziemlich wurscht gewesen ist. So ging es mir mit der "Einteilung" von Babies oder Kindern in "Team Blau" und "Team Rosa".

 

In der Schwangerschaft war es mir tatsächlich sehr wichtig, das Geschlecht zu erfahren. Hauptsächlich, weil ich einfach sehr neugierig bin. Hätte man mir Augenfarbe, Haarfarbe, spätere Lieblingsfarbe, ob Rechts- oder Linkshänder, Körpergröße als Erwachsener oder Schuhgröße im Alter von 7 Jahren sagen können - ich hätte es ebenfalls wissen wollen. Und außerdem machte das unsere (sehr akribisch recherchierte und langwierige) Namenssuche ein kleines bisschen einfacher (nicht, dass wir nicht auch einen Mädchennamen ausgesucht hätten - aber dann konnten wir uns erstmal auf einen Namen einigen und dann nochmal neu suchen).

 

Nun gehört der kleine Rabe zu den Menschen, die mit ihrem "Pinsel am Popo" (wie mein ca. 2jähriges ich gesagt hätte) Pipi machen. Als uns das nach dem Ultraschall gesagt wurde, waren wir total aufgeregt. Und freuten uns einen Ast. Obwohl wir beide eigentlich eher auf ein Mädchen gehofft hätten (ich war wegen eines Traumes davon ausgegangen, das Haselchen kam eigentlich immer mit Mädels besser klar und hat auch deutlich mehr weibliche denn männliche Freunde). Und dennoch freuten wir uns einen Ast, weil wir ein klitzekleines bisschen mehr über unser Baby wussten. Lediglich die Sache mit dem Pinkeln beim Wickeln machte mir auf einmal große Sorgen, die letztendlich in der Sache berechtigt, aber letzendlich als Sorgen doch unbegründet waren (Will heißen: jupp, er hat sich selbst und mich und alles um uns herum mehr als einmal voll gestrullt, aber das war überhaupt nicht schlimm).

 

Nach dem Artzbesuch gingen wir essen und kauften uns vorher noch schnell in einem Convienience Store was kühles zu trinken (in China nimmer man seine Getränke von draußen problemlos mit rein). Da sahen wir dann an der Kasse "Kinder Joy" in blau und rosa. Und kauften ganz übermütig ein blaues. Ein Foto davon wurde zu unserem "Outing" an Freunde und Familie gesendet.

 

Ein rosafarbenes Ei hätte ich eher nicht genommen. Weil ich rosa nicht leiden kann. Noch nie. Für mich ist rosa so hässlich, wie beige oder ocker oder khaki. Das hat mit Sicherheit auch ganz viel mit den Assoziationen für "typisch Mädchen" zu tun, von denen ich mich immer schon weitmöglichst distanzieren wollte. Ich war eigentlich immer gerne ein Mädchen und ich bin sehr gerne eine Frau. Aber keine Prinzessin, die die Hände in den Schoß legt und brav ist. Ich trug Latzhosen, kletterte auf Bäume und saute mich von oben bis unten mit Schlamm voll. Ich kann Lampen aufhängen, Löcher bohren (wenn es denn sein muss) und Reifen wechseln.

 

Aber ich finde rosa trotzdem auch einfach hässlich.

 

Das ist einer der Gründe, weshalb der kleine Rabe nichts in rosa hat. Und wenn wir eine Tochter bekommen, dann werden wir auch ihr nichts rosafarbenes anziehen. Zumindest nicht, so lange sie nicht selbst danach fragt. Genauso möchte ich das auch beim kleinen Raben handhaben. Er fängt derzeit an, pink zu mögen. Und hat sich zum Geburtstag eine LKW-Party in pink und blau (oder vielleicht schwarz, er war noch nicht sicher) gewünscht. Und bekommt sie.

 

Hätte er gerne eine ocker-Party, dann würde er auch die bekommen.

 

Eine Farbe ist schließlich nur das. Nicht mehr und nicht weniger. Kann ich hässlich finden, aber muss ja der Rest der Welt nicht genauso sehen.

Und für die Assoziationen, die wir damit verbinden, sollte das gleiche gelten. Was ich persönlich so sehe, muss ein anderer Mensch nicht ebenso sehen. Und dass auch eine kleine Prinzessin in pink Reifen wechseln oder ein Bauarbeiten im Blaumann Ponys mögen kann, sollte doch eigentlich klar sein. Eigentlich...

Klar, gefeit bin ich vor den ganzen Klischees bei Weitem auch nicht. Deshalb würde ich auch nie behaupten, dass der kleine Rabe genderneutral aufwächst. Das wäre gelogen. Er trägt hauptsächlich Jungsklamotten (bis auf ein Set mit Leggins in Türkis und T-shirt mit lila, das laut Waschzettel für Mädchen ist - es steht ihm, ist super niedlich und sein Genital ist bis jetzt noch nicht davon abgefallen...). Wir sagen ihm, dass er einen Penis hat und dass er ein Junge ist. Das Gros seiner Spielsachen ist "jungstypisch". Er hat einen Faible für Bagger und Laster und Autos. Er hat ebenfalls einen Puppenwagen, den er absolut liebt. Die Puppe dazu interessiert ihn hingegen nicht. Genauso wenig, übrigens, wie seine Plüschtiere. Da sind keine Räder dran. Ergo recht unspektakulär für ihn. Ist einfach so.

Und klar, sagen wir ihm, dass er später einmal groß und stark wird. So wie sein Papa. Weil das einfach das bessere Beispiel ist, da ich einfach objektiv kleiner bin als das Haselchen und weniger Körperkraft habe. Aber ich käme niemals auf die Idee, ihm zu sagen, dass Jungs nicht weinen. Oder dass Feen (die er auch mag) nicht für Jungs seien. Oder sonst irgend einen Käse.

Aber überhaupt sind wir in unserer Familie ja weder Team Rosa, noch Team Hellblau. Wir sind Team schwarz. Und das steht allen Menschen gleich. ;)

Freitag, 12. Mai 2017

12 von 12 Mai 2017

12 Bilder vom 12. Des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Eigentlich ist das mein Mittagessen. Ich futtere es bereits eine Stunde zuvor. 

Dafür hole ich mir noch etwas zu Mittag. 

Auf dem Rückweg von der Bäckerei zur Arbeit 

Aussicht aus dem Bürofenster. 

... Obwohl wir es natürlich dürfen. Feministischer Vandalismus ftw. 

Sogar die Fenster im Treppenhaus hier sind schön. ❤

Unsere Flurlampen hängen. ❤

Ich muss mich erstmal kurz hinlegen. Der kleine Rabe kümmert sich derweil um die Post. 

Magnesium für Mama. 

Und eine tolle Aussicht! 

Die Hälfte des Abendessens (Gemüse noch nicht auf dem Tisch). 

Überall verfügbares, bezahlbares und trinkbares alkoholfreies Bier. Ein weiterer Segen für mich zurück hier in Deutschland... 














Schwangerschaftstagebuch - 6. Woche

5+0

Wenn die Übelkeit mal weg ist, mache ich mir sofort Sorgen. Ein Glück, dass ich morgens schon würgen und nach dem Frühstück dann auch spucken muss. Klar, Übelkeit ist kein Garant für eine intakte Schwangerschaft. Aber sie ist beruhigend für mich...

Außerdem habe ich Hunger. Ständig und auf alles. Das kenne ich schon. Mein Mittagessen fürs Büro hatte ich schon 45 Minuten vor der Mittagspause aufgegessen. Und einen Pudding. Also musste ich mir natürlich noch was vom Bäcker holen...
Ein unangenehmes Ziehen im Bauch bereitet mir dann Sorge und ich ruhe mich mit Magnesium ein bisschen im Bett aus. Dort kommt es zu der niedlichsten Szene ever:

Wir hatten dem kleinen Raben, dem großen Bruder in Spe, bereits erklärt, dass in Mamas Bauch ein winziges Baby ist. Ein Brüderchen oder Schwesterchen für ihn. Während ich also so daliege:

- Mama aufstehen! Mamas Arm.
- Tut mir leid, Schatz. Aber Mama muss sich ein bisschen ausruhen und aufpassen, dass es dem Baby im Bauch gut geht...
- Baby angucken!
- Das ist ja im Bauch, das kann man noch nicht sehen. Schau. *hebt Shirt hoch und legt Bauch frei*
*kleiner Rabe schaut, piekst mit einem Finger sanft in meinen Bauchnabel*
- Hallo Schwesterchen!

5+1

Es sind die Mutterbänder. Es sind die Mutterbänder. Es sind die Mutterbänder... Mein wichtigstes Mantra für heute, um nicht allzu nervös und ängstlich zu sein. Auf jeden Fall zieht es ganz schön in der Leistengegend.

5+2

Heute ging es mir - bis auf ein kleines bisschen Übelkeit zwischendrin - so gut, dass ich mich gar nicht richtig schwanger gefühlt habe. Auch wieder doof... Aber dafür zeigt mein Bäuchlein mir, dass das Ziehen wohl tatsächlich einfach die Dehnung war. Scheinbar macht unser Baby Bat es sich so richtig schön gemütlich und baut sein Ein-Zimmer-Apartment schon deutlich früher ein bisschen aus, als der große Bruder seinerzeit. Ich hoffe es... Und naja. Der immer wiederkehrende Heißhunger auf Schokolade und Nougat leistet da wohl auch noch seinen Beitrag.

5+3

Spucken am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Oder so. Heute hat eine Kollegin mein Bäuchlein gemustert. Ob sie wohl etwas vermutet?

5+4

Ich fühle mich wohl, sehe toll aus und bin glücklich. Ich bin einfach echt gerne schwanger... :) Und bis jetzt bin ich auch viel entspannter, als es beim kleinen Raben der Fall war. Ich weiß schon, was ich essen darf und was nicht und so weiter. Also muss ich nicht wegen jedem Pipifax googlen und mich verrückt machen. Überhaupt ist weniger Google toll...

5+5

Unterschwellige Übelkeit, die nicht mehr weggehen will - here we go again. Aber wenigstens nur bis zum Mittag.

Ansonsten kneift meine Hose. Jetzt schon. Die, die mir vor 3 Wochen noch zu weit war und ohne Gürtel ständig gerutscht ist. Das ist einfach krass...

5+6

Ich bekomme Pickel. Wtf? Langsam glaube ich echt, dass der kleine Rabe mit seiner Vorhersage für ein Schwesterchen Recht hat. Als ich mit ihm schwanger war hatte ich nie Pickel. Meine Haut war der Hammer. Und mein Haar und meine Nägel ebenfalls. Außerdem ist die Übelkeit bis jetzt so eine andere...

Nach einem schönen Tag wird mir abends schlagartig bewusst, dass Morgen die 7. Woche beginnt. Bei 6+0 hatte ich meine erste Fehlgeburt. Und dass ich (beim Hinsetzen wohl wegen einer blöden Verrenkung) plötzlich ein unangenehmes Stechen im Unterbauch habe, trägt nicht unbedingt zu meiner Beruhigung bei. Aber alles wird gut. Alles wird gut. Alles wird gut...




Mittwoch, 10. Mai 2017

Schwangerschaftstagebuch - 5. Woche

Auch, wenn ich diese Posts wohl erst ein bisschen später veröffentlichen werde, will ich meine Gedanken, Gefühle und mein körperliches Empfinden auf diesem spannenden Weg nicht undokumentiert lassen. Daher kommt hier mein Schwangerschaftstagebuch.

9.5.2017 - 4+4

Ich bin gerade einmal einen Tag überfällig. Aber irgendwie denke ich am Morgen daran, einen Schwangerschaftstest zu machen. Nur, damit ich weiß, dass ich nicht schwanger bin und mir deswegen keinen Kopf machen muss. Aber dann taucht da plötzlich, während ich mich gerade fertig anziehen, eine zweite Linie auf. Oh. Oh! Was?! Wie?! Ähm... Oh! Sicher, wir wollten noch ein Kind. Aber halt frühestens so in einem halben Jahr. Wenn meine Probezeit rum ist und ich meine bereits angepeilte Beförderung bekommen habe. Wie wird wohl meine neue Firma reagieren? Wann und wie erzähle ich es meinem Chef? Und wie viel Elterngeld bekommen wir denn dann? Viel kann es ja nicht sein. Schließlich zählen ja immer die letzten 12 Monate und davon hatte ich 4 überhaupt kein Einkommen...

Mir schwirrt der Kopf. Und mir ist schlecht. Wie ja auch schon Gestern. Und den Tag davor. Als ich immer dachte, das sei halt der Stress...

Das Haselchen ist auch erst einmal ein wenig baff. Und dann einfach aus dem Häuschen. Er versucht mich den Tag über bestmöglich zu beruhigen, während ich Zahlen jongliere und mir Vorwürfe mache.

Also nicht dafür, schwanger zu sein. Sondern dafür, mich nicht genug zu freuen. Sollte ich eine Fehlgeburt haben, dann würde ich mich mit Sicherheit schuldig fühlen, weil ich mich nicht genug gefreut habe...

4+5

Wenn ich den ganzen Tag non-stop esse, wird mir weniger schlecht. Aber diesmal ist die Übelkeit irgendwie lustig. Morgens breche ich und auf dem Weg zur Arbeit würge ich und es sieht aus wie brutaler Schluckauf.

Ich beginne, mich mehr und mehr zu freuen. Damit kommt aber die Angst. Bei jedem Toilettengang die Panik, es könnte Blut am Papier sein. Bei jedem Ziepen die Panik, es könnte sich zu Krämpfen entwickeln...

Immerhin habe ich einen Termin bei einem Gynäkologen bekommen. Für den 21.6. Ein wenig spät für meinen Geschmack... Aber wenigstens ist DANN definitiv ein Herzschlag zu sehen. Also sollte zu sehen sein...

Freitag, 5. Mai 2017

Tagebuchbloggen Mai 2017

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wissen: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" - here we go:

0:26 Ich muss nochmal kurz Pipi und treffe dabei lustigerweise gerade zufällig das Haselchen im Flur, dem es ebenso geht.

5:45 Ich wache kurz auf, schaue auf die Zeit, drehe mich um und schlafe sofort wieder ein.

6:20 Der Wecker klingelt. Thank Goth it's Friday...

6:25 Ich stehe auf und packe mir meine Klamotten für den Tag zusammen. Heute schläft der kleine Rabe einfach friedlich weiter. Seit ca. 22 Uhr komplett durch, übrigens.

Ich gebe dem Haselchen das Babyphone und gehe ins Bad. Zum Schminken und Frisieren muss ich allerdings wieder in den Flur, weil im Moment nur da (und halt im Schlafzimmer, aber dort schläft ja gerade der kleine Rabe) ein Spiegel hängt.

7:00 Ich bin fertig und schaue, ob ich nicht doch noch Cranberries finden kann. Aus Gründen, wie man so schön sagt.

7:05 Ich finde keine Cranberries und gehe jetzt aber los. Ich will mir noch ein Frühstück beim "Backwerk" besorgen.

Ich hüpfe sofort in eine Straßenbahn. Das Backwerk ist jedoch recht voll und angesichts der Warteschlange lasse ich es dann doch sein.

7:19 Direkt vor der Bürotür fällt mir ein, dass ich mein am Vorabend noch liebevoll gerichtetes Brot für den Mittag zu Hause vergessen habe. Wenigstens gibt es in der Küche im Büro noch (trocken) Brot von Gestern und ein paar Mandarinen. Ich kann also wenigstens irgendwas frühstücken.

7:30 Wir beginnen unsere Schulung mit einer Fragerunde zur Wiederholung. 3-letter Codes, Airline-Codes, Datenschutz etc pp.

8:51 Erste Pause. Das Haselchen fragt mich, wann ich später runter kommen könnte, damit er mir meine Brotdose bringen könnte.

9:07 Weiter geht es mit dem Thema Versicherung.

11:20 Ich rufe das Haselchen an um herauszufinden, wo er ist. Er bringt mir nämlich mein vergessenes Mittagessen und wir machen jetzt Pause. Wir treffen uns, ich knuddle den kleinen Raben und nehmen meine Tupperdosen in Empfang.

11:31 Es geht weiter. Wir beginnen mit der ersten, gemeinsamen Buchungsbearbeitung.

12:35 Mittagspause. Ich esse und unterhalte mich mit Kolleginnen über Zahnärzte, Kinderärzte und das Leben in China.

13:10 Kollektiv leicht verspätet geht es weiter.

14:37 Auch der doppelte Espresso, den ich mir in unserer nachmittäglichen Pause jetzt hole, kann meine Müdigkeit nicht ganz vertreiben.

14:49 Es geht wieder weiter und wir müssen die ersten Buchungen selbst bearbeiten. Ich kämpfe derweil darum, dass mir die Augen nicht zufallen.

16:00 "Hoch die Hände, Wochenende!" ruft die Kollegin und ich kann mich gerade noch beherrschen, mit "Du twitterst?" zu reagieren.

16:07 Die Punks vorm Bahnhof hören lautstark Orgelmusik.

16:14 Die frische Luft tut mir sehr gut und ich fühle mich nicht mehr so, als müsse ich das komplette Wochenende durchschlafen.

16:22 Ich komme zu Hause an. Erst ignoriert mich der kleine Rabe ein wenig, weil er gerade auf dem Töpfchen sitzt und ein Video schaut. Dann begrüßt er mich doch noch und schmust sich ein wenig an, bevor er wieder spielen geht.

Ich lege mich kurz hin und trotz laut spielendem Rabe und Gitarre spielendem Mann schlafe ich halb ein. Für fast eine Stunde.

Dann gehen wir hoch in den 4. Stock, wo Hermes ein Paket für uns abgegeben hat. Es ist, wie erwartet, der Couchtisch und dementsprechend ein wenig schwer. Aber das Haselchen trägt den großen Karton souverän nach unten.

18:23 Wir ziehen alle drei Schuhe und Jacke an. Ich trage den kleinen Raben. Das Haselchen trägt das Dreirad. Wir gehen lediglich ein paar Meter hoch zu der kleinen Grünanlage vor der Kirche. Dort dreiradelt und läuft der Rabe ein wenig, wir knuspern Snacks und trinken Cola. Zufällig treffen wir einen meiner neuen Kollegen. Irgendwann können wir den Raben davon überzeugen, doch endlich nach Hause zu gehen.

19:24 Wir sind wieder zu Hause. Den kleinen Raben parken wir kurz vor YouTube auf dem Töpfchen. Er musste sowieso und so können wir in Ruhe den neuen Couchtisch aufbauen.

Danach kümmere ich mich ums Kind, während der Mann das Essen warm macht. Es gibt Nudeln mit chinesischem Gemüse in Tomaten-Kräuter-Sauce und Sandwiches aus dem neuen Sandwichmaker.

19:53 Wir essen in aller Seelenruhe. Danach bringe ich den Raben wieder aufs Töpfchen und bereite sein Bad vor, während das Haselchen den Tisch abräumt und die Spülmaschine startet.

21:18 Der kleine Rabe sitzt glücklich in einer Wanne voller Schaum und fordert "Noch mehr ganz viel Schaum machen!".

21:56 Das Kind ist fertig gebadet und abgetrocknet und angezogen. Ich habe ihm seine Schlaflieder gesungen und jetzt übernimmt der Papa die Einschlafbegleitung, während ich mich abschminke, mein Gesicht wasche und mich eincreme.

22:08 Sowohl ich, als auch das Haselchen haben jetzt Feierabend. Um jetzt noch viel zu erledigen sind wir heute zu müde. Und Morgen ist ja auch noch ein Tag. Während ich die letzten Stunden hier aufschreibe, mixt das Haselchen uns Drinks.

22:26 Mit einem perfekten Gin Tonic lassen wir den Abend ausklingen.

Dienstag, 2. Mai 2017

Alles neu macht der Mai

Hier war es ja in letzter Zeit ein bisschen sehr ruhig. Das lag, selbstredend, hauptsächlich am Umzug. Und daran, dass wir die Tage - neben Chaos und Stress - als Familie und Paar genossen haben. Bis zum Umfallen (also vor Müdigkeit). Aber jetzt wird vieles anders. Und es kommt wieder etwas mehr Alltag und Struktur in unser Leben. Einerseits traurig um die wüste Freiheit, andererseits aber auch gut für sehr viel.

Ich habe einen neuen Job gefunden und hatte bereits heute meinen ersten Arbeitstag - nachdem ich die Zusage am Freitag bekommen habe. Ich bin derzeit sehr, sehr zufrieden mit der Situation. Klar, das Einstiegsgehalt könnte besser sein und die Arbeitszeiten zumindest im ersten Halbjahr sind auch mehr so lala. Aber dafür stimmt die Atmosphäre und die berufliche Aussicht. Das Team ist super nett, offen und bunt gemischt und der Geschäftsführer scheint von meinem Potential ziemlich überzeugt. Alles in allem gute Voraussetzungen für einen beruflichen Neustart in Deutschland.

Der kleine Rabe wird immer mehr zum waschechten Kleinkind. Dem geneigten Leser mag die Abwesenheit eines Monatsupdates aufgefallen sein. Einerseits mangelt es dafür ein wenig an Zeit - andererseits entwickelt sich dieser unglaublich tolle kleine Junge, den ich mein Kind nennen darf, zwar noch immer rasend schnell weiter, aber in einem anderen Tempo. In einem, das nicht nach monatlichen Updates, sondern nach Festhalten bestimmter Momente und Entwicklungsschritte schreit. Und so soll es denn auch sein.

Für mich selbst will ich außerdem auch noch etwas tun. Zwei Dinge sogar: Regelmäßige Gesichtspflege (Masken etc. in einem ausgeklügelten Turnus) und wieder mehr Bloggen. Letzteres habe ich mir erstmal 15 Minuten am Tag vorgenommen. Also jeden Abend vor dem Einschlafen schreibe ich ein bisschen. Das sollte klappen.