Mittwoch, 5. Juli 2017

Tagebuchbloggen Juli 2017

Es ist der 5. des Monats und diesmal habe ich nicht vergessen, dass Frau Brüllen wieder wissen will: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
 
Here we go:
 
00:28
Ich habe noch Bahnkarten für den nächsten Besuch bei Oma und Opa gekauft, was Dank der tollen App der Bahn auch nur 4 Anläufe und einen Wutanfall gedauert hat (und letztendlich nur am Laptop klappte). Danach saßen das Haselchen und ich noch wie so ein modernes Ehepaar nebeneinander an den Handys auf dem Sofa und unterhielten uns zwischendurch über das, was wir da so lasen (anders kommt man, glaube ich, auch nicht von "BahnCard Bonusprogramm" auf "Idiot in der vk-Gruppe" auf "Urlaubsplanung" auf "Freundin schickt uns ein Geschenk"...). Zu müde, um uns aufzurappeln und ins Bett zu gehen. Irgendwann klappte das aber doch. Und nun schlafe ich. Gute Nacht!
Danach wird es nochmal richtig lustig und bis ich eigentlich eingeschlafen wäre, ist der kleine Rabe wach und wälzt sich hin und her. Er trinkt Wasser und sagt mir irgendwann, dass ihm kalt ist. Aber unter meiner Decke bleibt er auch nicht, weil er sich immer wieder raus strampelt. So geht es eine ganze Weile, bis wir endlich beide fest eingeschlafen sind.
 
06:12
Der kleine Rabe wacht offenbar aus einem Traum auf und ruft irgend etwas. Aber binnen Minuten ist er wieder eingeschlafen. Ich nutze das frühe Erwachen, um meine Schilddrüsen-Tabletten zu nehmen. Dann kann ich nachher wenigstens gleich ohne Blick auf die Uhr frühstücken.
 
8:14
"Der Rabe möchte haben!" tönt es neben mir. Aber statt Spielzeug gibt es erstmal eine Runde Kuscheln. Und während er sich mit dem Gesicht an meine Hand schmust und meinen Arm fest umklammert hält, schläft der kleine Mensch neben mir auch wieder ein. Ich döse ebenfalls nochmal weg.
 
8:47
"Essen!" - jetzt ist der kleine Rabe komplett wach. Aber jetzt ist es auch trotz der späten Nachtruhe für mich absolut OK, aufzustehen. Das Haselchen kommt zu uns und zu dritt kuscheln, kitzeln und spielen wir noch eine Runde. Seit seiner Impfung letzte Woche geht es dem Kleinen zwar gut, aber er ist plötzlich ganz verschmust. Ich genieße das sehr und lasse mir gerne ein paar liebevoll gemeinte Kopfnüsse geben.
 
9:14
Wir stehen alle zusammen auf. Während der kleine Rabe auf dem Töpfchen sitzt, suche ich überall nach meinem Anamnesebogen für die Hebamme. Dabei hatte ich den so ausführlich ausgefüllt... Letztendlich findet das Haselchen ihn und ich muss mich erstmal bei ihm dafür entschuldigen, dass ich ihn während der Suche angeblafft habe.
 
10:00
Wir frühstücken. Das heißt das Haselchen bereitet Mittagessen vor, während der kleine Rabe seinen Porridge verschmäht und dafür das letzte Stück Geburtstagskuchen, das ich eigentlich essen wollte, verputzt. Aber wenn da ein pinker, essbarer Lieferwagen vor einem steht, kann man ja auch nicht mit schnöden Haferflocken mit Obst und Joghurt abgespeist werden... Ich trinke derweil Vanillemilch. Meine neueste Schwäche.
 
Danach mache ich mich fertig. Also ich dusche, ziehe mich um, schminke mich und schmiere mir noch schnell ein Brötchen, während ich immer wieder einem lauthals lachenden 2jährigen hinterher laufe, der abwechselnd Deo, meine diesjährige WGT-Karte und meinen Anamnese-Bogen "klaut", um mit seinem "Diebesgut" verfolgt zu werden. Außerdem fordert er immer wieder "Erschrecken!" und quietscht in dieser Ekstase zwischen Fluchtinstinkt, Spieltrieb und Freude, wenn ich darauf hin mit überzogen gekünstelt drohendem "Dududu!" auf ihn zu springe. Bis ich fertig bin zum losgehen, habe ich Bauchschmerzen vor Lachen.
 
12:02
Ich werfe noch schnell den Biomüll in die Tonne und gehe zur Bahn.
 
12:27
Ich komme am Geburtshaus an. Heute nehme ich sogar den richtigen Eingang. Meine Hebamme begrüßt mich und bittet mich, es mir schonmal mit einem Glas Wasser bequem zu machen. Sie isst gerade noch und kommt dann in 5 Minuten.
 
Wir reden über meinen Bluttest, wie es mir geht etc. Außerdem über die Rufbereitschaftspauschale. Alles ist super. Lediglich mein Blutdruck ist mit 85/50 ein bisschen niedrig. Aber ich fühle mich gut dabei. Außerdem müssen wir nochmal Blut abnehmen, weil das Labor vergessen hatte, meinen Röteln-Titer zu bestimmen. Dann ertastet sie meinen Fundusstand. Im Anschluss sagt sie "So, wir schauen einfach mal, ob wir den Herzschlag schon über die Bauchdecke hören können. Es könnte klappen. Aber wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Du hast es ja im Ultraschall gesehen. Wir probieren es mal so eine Minute und wenn nicht, dann halt beim nächsten Mal. ". Sprach's, setzte den Kopf des Dopplers auf meinen Bauch und machte große Augen zum sofort und klar erklingenden 'bu-bumm bu-bumm bu-bumm".
 
13:31
Wir haben einen neuen Termin gemacht und uns verabschiedet. Jetzt bin ich auf dem Weg ins Büro. Theoretisch hätte meine Schicht vor einer Minute begonnen, aber praktisch hatte ich das ja mit dem Teamleiter schon so abgesprochen.
 
14:00
Ich bin im Büro angekommen, habe mir erstmal noch eine Cola für den Blutdruck geholt und logge mich jetzt ins Telefon ein. Die nächsten Stunden arbeite ich so vor mich hin. Es passiert nichts Außergewöhnliches. Es ist halt Hochsaison für den Tourismus und damit entsprechend viel zu tun.
 
20:04
Ich gehe mit 34 Minuten Verspätung in die Pause. Ich bin am Verhungern und mache mir sofort meinen mitgebrachten Eintopf warm.
 
20:34
Die Pause ist zu Ende und ich muss weiter arbeiten.
 
22:00
Ich mache ganz genau auf die Minute pünktlich mit Abschluss meines letzten Vorgangs Feierabend. So elegant klappt das sonst nie! Ich stelle mein schmutziges Geschirr in die Spülmaschine, räume meine leeren Flaschen weg, rede noch ein paar Worte mit einer Kollegin und bin weg.
 
22:32
Ich war gehfaul und habe die Straßenbahn genommen, die aber ein wenig auf sich hatte warten lassen. Daher komme ich erst jetzt zur Tür hinein nach Hause.
 
22:47
Ich trinke noch eine Tasse Vanille-Kaba. Dann setzte ich mich mit dem Haselchen aufs Sofa. Wir bestellen E-liquids für ihn. Wir reden über eine Bekannte, die uns Anfang August besuchen wird, über unseren Tag und über Urlaubspläne. Er versucht, ein Lied von Dimmur Borgir auf dem Kleinkinder-Keyboard zu spielen.
 
Irgendwann gehe ich Zähne putzen und mich bettfertig machen. Anschließend belade ich noch schnell die Waschmaschine mit der hellen Wäsche und stelle den Timer ein. Wie immer ist die helle Maschine nur halb bis dreiviertel voll, aber irgendwann brauchen wir die Sachen ja auch wieder.
 
Zum Abschluss des Tages folgen das Haselchen und ich noch unserem guten Vorsatz und kuscheln ein paar Minuten. Dabei reden wir über das baby bat und Politik.
 
00:00
Der Tag ist rum und ich gehe schlafen.

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