Sonntag, 12. Januar 2020

2 Jahre Morgenstern

Mein wundervoller kleiner Morgenstern! Jetzt bist du schon ganze zwei Jahre alt und irgendwie fühlt sich das diesmal einfach ganz richtig an. Du bist derzeit mitten in der Autonomiephase. Das ist für uns einerseits echt anstrengend, aber andererseits auch wirklich zauberhaft zu beobachten. Du bist unglaublich selbstständig und willst am liebsten alles „LEINE!“ machen. Du gehst mit einer riesigen Begeisterung in den Kindergarten und bist am liebsten draußen unterwegs. Oder in der Badewanne. Du liebst Tiere, Fahrzeuge, Toben, Kuscheln, Musik, Süßigkeiten, … Du bist grundsätzlich ein so positiver kleiner Mensch, dass es einfach wunderbar ist. Außer natürlich, wenn gerade etwas nicht nach deinem Willen läuft oder nicht klappt. Dann bist auch mal sehr schnell sehr laut und wild in deinem Frust, deiner Wut und deiner Verzweiflung.

 

Abenteuer

 

Für dich war das größte Abenteuer im vergangenen Jahr wohl der Urlaub in Bulgarien und das Baden im Meer. Die Wellen waren dir augenscheinlich nicht immer so ganz geheuer. Umso besser fandst du den Sandstrand und bist dann auch immer wieder auf den Dielenwegen lachend davongelaufen. Das war uns dann nicht so ganz geheuer, aber du hattest definitiv deinen Spaß.

 

Essen

 

Du isst alles. Dabei hast du immer mal wieder auf neue Dinge Appetit. Mal sind das Bananen, mal Wurst, Käse, rote Beete, Brot mit Butter, Mais, Tomaten, Pizza, Waffeln oder Schokolade. Dabei wechselst du deine Leibspeisen immer mal wieder und es ist nicht immer ganz einfach, vorherzusagen, was dir heute am besten schmecken wird. Aber wenn es dir schmeckt, dann haust du richtig rein. Dabei isst du am liebsten selbst und nutzt dafür Gabel und Löffel.

 

Fortbewegung

 

Du läufst. Du rennst. Du kletterst. Du versuchst mit ersten Erfolgen, zu hüpfen. Du krabbelst, wenn dir danach ist. Du rutschst vorwärts und rückwärts auf dem Rücken und dem Bauch herum. Du fährst gerne Straßenbahn auf deinem eigenen Sitz. Du lässt dich gerne Huckepack tragen. Du fährst gerne im Bollerwagen. Nur im Kinderwagen, in dem willst du nicht mehr fahren.

 

Geschwisterplüschstatus

 

Dein Bruder und du. Ihr seid ein ganz besonderes Gespann. So langsam aber sicher fangt ihr an, auch längere Zeit miteinander zu spielen. Auf jeden Fall lebt ihr euch absolut innig. Du suchst nach ihm, wenn er nicht da ist. Du nervst ihn bis zur Weißglut. Du küsst ihn, wenn du uns Küsse gibst. Ihr umarmt euch so fest, dass ihr euch gegenseitig wehtut. Ihr haut euch und sollte natürlich wenn, dass das SELBE Spielzeug haben. Dein Bruder sitzt oft da und erklärt dir die Welt und erzählt und du hörst ihm mal mehr und mal weniger aufmerksam zu. Auf jeden Fall hörst du auf ihn. Wenn er dir sagt „Setz dich hin!“ dann setzt du dich hin. Manchmal nutze ich das zum Wickeln, weil dir das nicht so gefällt und du mir immer weglaufen willst. Absolut Zucker ist es, wenn ihr euch nachts sucht. Manchmal schlaft ihr unruhig und dann rollt ihr so lange durchs Bett, bis ihr euch findet, kuschelt euch aneinander oder haltet Händchen und schlaft ruhig weiter.

 

Gesundheit

 

Du hattest seit Oktober einige Infekte und wir haben zu Hause freudiges Viren Ping-Pong gespielt. Richtig fies sah es aus, als du Hand-Mund-Fuß hattest. Für dich war das aber nicht so schlimm wie deinen beginnende Mittelohrentzündung. Da hast du richtig gelitten. Das waren aber auch echt fiese Schmerzen.

 

Maße

 

88,5 cm

11,7 kg

Du trägst je nach Schnitt und Teil 92 oder 98. Bei Oberteilen brauchst du meist eine größere Größe als bei Hosen. Bei deinem Bruder war das lustiger weise in dem Alter genau anders herum.

 

Motorik

 

Du hast motorisch überhaupt keine Probleme. Du kannst alles greifen und werfen und halten, Bonbons auswickeln, andere Dinge teilweise auspacken. Du hast von Oma und Opa deine erste Schere bekommen und arbeitest auch mit der schon teilweise erfolgreich.

 

Schlaf

 

Du gehst zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr schlafen und schläfst bis 6:00 Uhr bis 7:00 Uhr. Tagsüber hältst du 1-2 Stunden Mittagsschlaf. Nachts wachst du ab und zu auf, das ist aber sehr tagesformabhägig. Du schläfst auch mal durch. Meiste aber hast du irgendwann irgendwas – oft Durst, manchmal wohl schlechte Träume, mal ist dir warm oder kalt etc – und brauchst Nähe.

 

Sozialverhalten

 

Du interagierst ganz wundervoll mit allen Menschen um dich herum. Du zeigst deutlich, wenn du jemanden nicht magst. Und genauso läufst du freudig auf Menschen zu, die du magst. Du ziehst und zuppelst gerne mal an mir und sagst dazu „Mama komm!“. Du gibst uns allen gerne Küsse. Sagst aber genauso deutlich auch „nein.“ Wenn du das gerade nicht möchtest. Besonders süß ist es, wenn du die Menschen um dich herum fütterst. Das tust du mit großer Passion. Du „kochst“ gerne oder nimmt richtiges Essen und dann müssen alle probieren. Dabei lässt du dann auch keine Ruhe, bis man wenigstens kurz geschmatzt oder abgebissen hat. Im Kindergarten bist du unglaublich gerne. Morgens beim Bringen gehst du (bis auf eine einzige Ausnahme nach den Weihnachtsferien) winkst du uns kurz und gehst dann freudig rein, freust dich beim Abholen aber genauso, uns zu sehen. Mit anderen Kindern interagierst du auch immer mehr. Du hast schon 1,2 Kinder aus deiner Gruppe, nach denen du immer wieder fragst und du winkst zumindest beim Abholen auch den anderen Kindern.

 

Sprache

 

Du redest immer mehr. Mit deinem Bruder ist es absolut kein Vergleich, aber es wird und wir verstehen dich immer besser. Was dich augenscheinlich freut. Kaum etwas sorgt zuverlässiger für Wutanfälle deinerseits als wenn wir dich nicht verstehen.

 

Zu deinem aktuellen Wortschatz zählen unter anderem:

Mama

Papa

Buda / Gruda

Ja

Nein

Mama, Komm!

Tiga

Mäh (Schaf oder scharf)

Auto

Latta (Laster und Bus)

Bonbon

Ugaga (Affe)

Igaga (Pferd)

Wua (Löwe)

Uuua (Elefant)

Lle (Musik / Singen)

Pi (pit – trinken)

Bang (Bank)

Kran

Tonn (Betonmischer)

Lug (Flugzeug / Helikopter)

Ulala (Schokolade)

Kita (Katze)

Bäa (Bär)

Lama (Lama und Schlange)

Ei

Ahn (Hahn)

Muh (Kuh)

Ente

La Le Lu (gesungen)

Heiß (für heiß, aber auch als Synonym für Kochen)

Kall

Leg! (Leg dich hin)

Bot (Brot)

Buttern (Butter)

Käse

Lecker

Apo (Opa)

Amo (Oma)

Binde (Benni)

Eine

DEI (drei)

Au (auch)

Meine

(a)leine

Kra (Rabe)

Teller

Alle alle

Kaka

Pipi

Runter

Da lang!

Du

Üde (müde)

Lepard (Leopard)

Danke

Bett

Krako (Traktor)

Gngn (gucken)

Kakao

Nee

Gukä (Gurke)

Mate (Tomate)

Arm

Bagga

Backa (sabacka - Hund)

Ende

Baby

Ang (Angst)

 

Zähne

 

Bis auf die letzten Backenzähne hinten hast du inzwischen alle Zähne und putzt diese auch ganz brav. Offensichtlich findest du Zahnpasta sehr lecker.

 

Montag, 30. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019

Jetzt ist schon wieder ein Jahr fast vorbei, wir schweben in den Rauhnächten zwischen den Jahren und es ist an der Zeit, zurück zu blicken um dann neu zu starten. So here we go:

 

 

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

 

Insgesamt etwa eine 7. Es ist viel Gutes passiert und wir haben, so glaube ich, einige Weichen gestellt, die wichtig waren und die mich positiv in die Zukunft blicken lassen. Aber so war es nicht das ganze Jahr über. Es gab auch einige unschöne Momente voller Zweifel. Das war nicht so schön.

 

Zugenommen oder abgenommen?

 

Erst zu, dann ab. Aktuell weiß ich es nicht genau, da ich mich seit Beginn der Adventszeit auf keine Waage mehr gestellt habe und das auch erst im neuen Jahr wieder tun werde.

 

Haare länger oder kürzer?

 

Vermutlich minimal länger, da ich dringen zum Spitzen schneiden muss und einfach wachsen lasse.

 

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

 

Grundsätzlich gleichbleibend. Aber da mir aufgrund der aktuellen Lage der Welt der Blick in die weitere Ferne etwas Sorgen bereitet, konzentriere ich mich tendenziell auf kürzere Zeiträume.

 

Mehr Geld oder weniger?

 

Deutlich mehr da Vollzeit.

 

Mehr ausgegeben oder weniger?

 

Da mehr vorhanden: Mehr.

 

Der hirnrissigste Plan?

 

Ich war dieses Jahr erstaunlich vernünftig, daher nicht viel. Vielleicht alleine mit zwei kleinen Kindern 4 Stunden Zug fahren?

 

Die gefährlichste Unternehmung?

 

Auch nicht viel. Der Statistik nach vermutlich das eine Mal, als meine Familie uns in Frankfurt am Bahnhof mit dem Auto abgeholt hat.

 

Die teuerste Anschaffung?

 

Der neue Laptop.

 

Das leckerste Essen?

 

Kann ich so nicht mehr sagen. Lecker ist immer das, was ich mit viel Appetit esse. Zum Beispiel bei richtig Kohldampf drauf ein Halloumi Döner ohne Fleisch oder Spaghetti oder Mamas selbstgemachte Spätzle oder das letzte Essen im Asia-Restaurant.

 

Das beeindruckenste Buch?

 

Ich hatte keine Zeit, bis auf das BGB irgendein Buch in die Hand zu nehmen.

 

Der ergreifendste Film?

 

Die Neuverfilmung von König der Löwen.

 

Die beste Serie?

 

The Mandalorian? Ansonsten habe ich bis auf Peppa Wutz und Co keinerlei Serien gesehen.

 

Die beste CD?

 

Also am meisten Spaß hatte ich mit dem Weihnachtsalbum der roten Rosen im Büro mit meinen liebsten Kolleginnen.

 

Das schönste Konzert?

 

Job Karma.

 

Die meiste Zeit verbracht mit…?

 

Den Kindern.

 

Die schönste Zeit verbracht mit…?

 

Den Kindern.

 

Vorherrschendes Gefühl 2019?

 

Glück und Genervtheit.

 

2019 zum ersten Mal getan? 

 

-          Alleine mit zwei Kindern Zug gefahren

-          Richtig frei im Mittelmeer geschwommen

-          Kinder in der Kita eingewöhnt

 

2019 nach langer Zeit wieder getan?

 

-          Auf einer Hochzeit getanzt

-          Ohne Kinder Urlaub gemacht

-          Mich so RICHTIG abgeschossen du den folgenden Tag praktisch nur leidend im Bett verbracht

 

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

 

-          Erwerbsarbeit mit Überstunden

-          Gewisse Streitigkeiten

-          den (an)gebrochenen Zeh

 

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

 

Das Haselchen von bestimmten Lösungsansätze für gewisse Knackpunkte. Und es hat bis dato ganz gut funktioniert.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

 

Ich glaube tatsächlich das war der Elefant, den der Morgenstern zu Weihnachten bekommen hat. Ein blauer Plüschelefant aus der Sendung mit der Maus, der als Einschlafhilfe Licht und Musik hat.

 

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

 

Das Bügelperlenherz, dass der Rabe in der Kita für mich gemacht hat

 

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

 

Ok, let’s.

 

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? 

 

I love you.

 

Besseren Job oder schlechteren?

 

Aktuell noch den gleichen. Das wird sich im nächsten Jahr dann allerdings ändern.

 

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

 

Ein paar Payback-Punkte.

 

Mehr bewegt oder weniger?

 

Mich selbst: Deutlich mehr. Ich habe das Laufen in Barfußschuhen für mich entdeckt.

 

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

 

Puh… Erstmal niccht viel, aber der erste Kita-Winter hat uns ziemlich umgehauen und seit ca. Oktober sind wir einfach alle immer der Reihe nach krank.

 

Davon war für Dich die Schlimmste?

 

Hand-Mund-Fuß. Das Fieber und der dadurch einfach nicht vorhandene Kreislauf waren schlimm, der Ausschlag im Rachen und das deshalb 3 Tage praktisch nichts essen können und die Schmerzen waren furchtbar.

 

Dein Wort des Jahres?

 

Betreuungsplatz

 

Dein Unwort des Jahres?

 

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

 

Dein Lieblingsblog des Jahres?

 

Irgendwie sind ganz viele Blogs dieses Jahr gefühlt 2verloren“ gegangen. Also es haben sehr viele Leute aufgehört, zu bloggen. Und auch, wenn ich es nicht täglich zum Lesen schaffe, dann fällt mir da doch immer die gute Frau Rabensalat ein.

 

Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?

 

Dass das Jobding für mich und meinen Mann gut läuft (bei mir: dass der neue Job gut ist – bei Haselchen dass er einen Job findet).

2019 war mit 1 Wort…?

 

Achterbahnfahrt

 

Freitag, 13. Dezember 2019

12 von 12 - Dezember 2019

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Samstag, 12. Oktober 2019

12 von 12 Oktober 2019

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.













Montag, 12. August 2019

12 von 12 - August 2019

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.













Sonntag, 21. Juli 2019

Shanghai Alltag: Einkaufen

Heute mal ein Kleinod aus dem Entwürfeordner. Geschrieben in Shanghai.

 

Jedes Mal, wenn ich in Deutschland bin, will ich am liebsten den ganzen Drogeriemarkt und dann auch noch den halben Supermarkt leerkaufen! Man denkt ja gar nicht drüber nacht, wie sehr man sich an bestimmte Produkte und Annehmlichkeiten beim Einkaufen gewöhnen kann - und WIE sehr man das dann vermissen kann, wenn man es nicht mehr hat!

 

Denn das Einkaufen hier in China geht anders von statten, als man das aus Deutschland gewohnt ist.

 

 

Einkaufszentren

 

Shopping malls gibt es hier zwar nicht wie Sand am Meer, aber schon in etwa so, wie Muscheln am Strand. Die riesigen, glitzernden, leuchtenden Klötze aus Beton, Stahl und Glas stehen in Shanghai an jeder zweiten Ecke. Spannend ist vielleicht zu wissen: Oft finden sich in malls die besseren (insbesondere internationalen) Restaurants und Cafes. Beispielsweise „unser“ Teppanyaki ist auch in einer mall. Ansonsten findet man dort so gut wie alles, was das Herz begehrt. Vor allem (Marken-) Kleidung, Schuhe, Accessoires etc. Aber auch Sportläden, Elektronikgeschäfte oder ab und zu einen Expat-Supermarkt findet man in malls. Genauso wie Babyausstattung, Spielzeug und Kosmetika. Dabei sind malls 7 Tage die Woche geöffnet, meistens so irgendwann ab Vormittag bis in den Abend hinein (grob 9 – 22), wenn ich mich recht entsinne (war halt lange nicht mehr in einer drin).

 

Weil: truth be told, ich HASSE malls. Eigentlich betrete ich sie ausschließlich für die darin liegenden Restaurants. Ansonsten mache ich einen großen Bogen drum. Das liegt nicht daran, dass ich so intensiv Kapitalismuskritik üben würde oder was auch immer. Aber erstens sind Einaufszentren hier schweineteuer und man bekommt die genau gleichen Artikel auf taobao für einen Bruchteil des Preises (weil Mieten in der Stadt halt so scheiß teuer sind und weil die Leute es halt zahlen). Zweitens hasse ich shoppen wie die Pest. Und drittens haben die am Ende eh nichts, was mir gefällt.

 

 

Supermarkt

 

Unser normale „Standard-Supermarkt“ hier ist der Lianghua. Das sind mal größere, mal kleinere Supermärkte einer chinesischen Kette, die so das grob gewöhnliche Supermarktsortiment abdecken. Obst, Gemüse, Fleisch, Milch, Jogurt, Getränke mit und ohne Alkohol, Reis, Öl, Nudeln, Frühstücksflocken, Süßigkeiten, Regenschirme, Unterhosen, Damenbinden (allerdings fast nie Tampons – die benutzt man hier kaum), Windeln, Feuchttücher, Pappbecher, Teekannen, Tupperdosen, Besteck, Putzzeug, Gewürze, Zigaretten, Klopapier, Zahnpasta. Halt so alles, was man im Alltag mal mehr und mal weniger dringend braucht. Die meisten Sachen sind Chinesisch, aber es gibt auch importierte Produkte und internationale Marken (zum Beispiel Ritter Sport, Pampers, spanischen Wein, deutsches Bier, Snickers etc). Geöffnet sind die Läden dann meist so 8 – 20 Uhr und auch 7 Tage die Woche (hier hat grundsätzliche bis auf Banken ALLES 7 Tage die Woche auf).

 

Aber auch an den chinesichen Supermärkten stören mich ein paar Dinge. Zum einen sind die sowas von chaotisch! JEDER Laden hat eine eigene „Ordnung“ und „Logik“ dafür, was wo zu finden ist. Und die ist teilweise so logisch wie... Wie halt nur Chinesen es sein können. Dass Mehl zu Instantnudeln, Zucker zu Öl und Chips zu Trockenobst gehören oder zwischen Zahnbürsten und Zahnpasta mindestens zwei Reihen Abstand sein müssen, wusstet Ihr ja bestimmt auch noch nicht. Und Salz gehört auch nicht zu den Gewürzen, sondern mit der Suppenbrühe zusammen neben das Glutamat, die Stärke und die eingelegten Gurken und Chillies, um die Ecke beim Essig, aber weit weg von der Sojasoße (und dem Mehl und dem Zucker, natürlich). Aber nur in diesem einen bestimmte Laden. Sobald man den nächsten betritt, beginnt die Suche wieder ganz von vorne. Das kann recht nervig werden, wenn man halt nur noch schnell irgendwas bestimmtes besorgen will. Und dann haben die halt auch alle ein leicht unterschiedliches Sortiment. Einer bei uns in er Nähe hat zum Beispiel keine Feuchttücher, dafür aber Trockenobst und Nüsse, die ich im anderen bis jetzt vergeblich gesucht habe. Bei einem gibt es kein Obst und Gemüse, dafür aber sechs verschiende Sorten losen Reis, den man im anderen nur im 20 kg Beutel bekommt.

 

Ein anderer Punkt, der mich vor allem jetzt mit dem kleinen Raben total nervt: Diese Supermärkte sind in etwa so kinderwagentauglich wie ein altes Kloster. Fast alle sind nur über Stufen zu erreichen (ich befürchte fast, die Rampe wird weggelassen, damit keiner mit dem Mofa reinfährt, das traue ich den Chinesen schon zu...). Und wenn man es doch hinein geschafft hat, dann muss man gleich wieder raus, weil es viel zu eng ist, um einen Kinderwagen zwischen den Regalen zu bewegen. Selbst mit einem Rucksack auf dem Rücken tue ich mir schon manchmal schwer damit, mich umzudrehen, ohne einmal komplett die Auslage abzuräumen. Es gibt dementsprechend natürlich auch keine Einkaufswägen, sondern nur Körbchen. Mit Kind, das nicht selbst läuft, ist ein Einkauf daher extrem schwer bis ganz unmöglich.

 

Und dann nervt mich halt manchmal auch einfach das Sortiment an sich. Mit fehlen da nämlich oft Dinge, die ich aus Deutschland einfach gewohnt bin. So wie Vollkornbrot, Backzutaten (schon so basics wie Butter oder Schokostreusel gibt es hier GAR nicht), Milchprodukte (außer Milch und künstlichen, gesüßten Jogurt gibt es NICHTS), Babynahrung, Kräutertees, Kaffee, bestimmte Süßigkeiten (Gummibärchen, Doppelkekse usw.), BIO-Lebensmittel und so.

 

 

Minimarkt

 

Minimärkte, auch Convenience stores genannt, gibt es hier wirklich an jeder Ecke. Also wirklich. Du gehst normalerweise nie länger als 15 Minuten, bis du am nächsten Minimarkt vorbei kommst. Meist sind es so 5. Es gibt einige große Ketten wie „7 Eleven“, „Q“ oder, hier allen voran, „Family Markt“. Aber es gibt auch kleine, namenlose Stores so wie den bei uns im Compound. Die meisten Minimarkts sind 24 Stunden, 7 Tage die Woche geöfnet, was sie VERDAMMT praktisch macht. Und je nach Größe des Ladens ist das Sortiment erstaunlich. Manch ein großer Family Markt kann mit dem Sortiment eines kleinen Lianghua locker mithalten oder ihn überbieten. Grundsätzlich gibt es immer kalte Getränke (im Winter auch heiße), Snacks, Süßigkeiten, Instant-Nudeln und Zigaretten. Dazu dann je nachdem Fertiggerichte, Hygieneartikel, Eis, Kaffee, Kosmetika, Regenschirme und – vorne an der Kasse – Kondome, Gleitgel, Schwangerschaftstest und Ovulationstests.

 

 

Obst- und Gemüseläden

 

In Puxi noch öfter als in Pudong, aber auch hier gibt es vor allem in kleineren Straßen überall kleine Obst- und Gemüseläden. Interessant ist vielleicht: Die sind meist voneinander getrennt. Dort bekommt man, oh wunder, Obst. Seltsamerweise öfter Obst, als Gemüse. Aber auch Gemüse. Und manchmal, je nach größe des Lädchens, auch Tofu, Fleisch, Fische aus dem Aquarium, Reis etc. Die Läden sind von den Konditionen her meistens in etwa so wie Märkte. Das Gemüse steht dann halt einfach in Kisten auf dem Boden und in alten Regalen herum, das Obst liegt auf Tischen angerichtet. Auch in unserem Compound haben wir so einen Gemüser, der Obst und Gemüse anbietet. Hier ist es etwas hygienischer weil gefliest und es wird regelmäßig ordentlich geputzt. Wenn wir nicht gerade Bio-Sachen auf taobao bestellt haben, dann kaufen wir hier unser Obst und Gemüse ein. Offenbar recht saisonal, zumindest das Obst wechselt (bis auf basics wie Äpfel und Nashi) nämlich ständig. Und unsere Erdnüsse, die haben sie nämlich auch.

 

 

Sontige kleine Läden

 

Es gibt sonst auch immer mal wieder kleine Läden, die bestimmte Sachen anbieten. Zum Beispiel Geschäfte, bei denen man nichts außer (einzeln verpackten) Süßigkeiten, Mini-Küchlein und Snacks bekommt. Oder Läden mit allerlei getrockentem – von Banenenchips und gesalzenen Plaumen zu Nüssen, Bohnen und Lotus-Samen.

 

 

Multistores

 

Ebenfalls sehr klein sind Geschäfte, die wir als „Multistores“ bezeichnen. Dort findet man Nadel und Faden, Putzzeug, Siebe, Steckdosenleisten, Batterien, Teekannen, Wäscheklammern, Plastikschüsseln, Schlüsselanhänger, Geschirr, Besteck, Nagelclipser, Haargummies,... Einfach alles, was man halt so brauchen könnte. Total chaotisch in die staubigen Regale geschmissen, sodass man es zu Hause erstmal sauber machen muss. Aber einfach um die Ecke und super günstig (mit Potential zum Verhandeln).

 

 

Mini-Baummärkte

 

Eine besondere Unterart der Multistores sind die Mini-Baummärkte. Dort bekommt man Steckdosenleisten, Batterien, Kabelbinder, Werkzeug, Glühbirnen, Rohre, Silikon, etc pp und bei entsprechender Größe des Ladens auch mal Toilettenschüsseln, Waschbecken usw. Aber man darf sich da jetzt keinen riesen Baumarkt vorstellen. Mehr so ein 20 Quadratmeter Lädchen, das abends beim Abschließen und Herunterlassen des Tors dann fast aus allen Nähten platzt, weil tagsüber die Hälfte der Auslage auf den Bürgersteig ragt.

 

 

Markt

 

Gemüse, Obst, Fisch (oft noch lebend) und Fleisch kann man zudem auch auf dem Markt kaufen. Ebenfalls findet man hier Reis und Frösche, Schlangen oder Schildkröten (die letzten drei normalerweise lebendig). Unter der Saison auch Krabben (ebenfalls lebendig). Wohl auch Tauben und andere kleine Vögel, aber ich habe selbst noch keine gesehen.

 

Die Märkte finden aber nicht, wie in Deutschland üblich, auf Marktplätzen an bestimmten Tagen statt, sondern eigentlich täglich, dafür aber an bestimmten Orten, die jedoch meist überdacht sind. Es gibt Markthallen, die einfach so irgendwo stehen oder mitten in einem Compund liegen.

 

Die hygienischen Verhältnisse sind von Markt zu Markt unterschiedlich, aber insgesamt würde ich persönlich sie allgemein unter „geht so“ einordnen. Nicht für empfindliche Gemüter oder Mägen allerdings. Also auf Bali der Markt war ekelhaft (da rannten die Ratten überall rum, es stank, alles was ungekühlt und es sah so aus, als würde nie geputzt). Hier gibt es teilweise große Kühltruhen und ich habe schon gesehen, wie die Fliesen am Ende des Tages mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt wurden. Andernorts allerdings saugte der blanke Beton alles auf und gekühlt wurde nur durch die alte, ratternde Klimaanlage...

 

 

Expart-Supermärkte

 

Wer es sich leisten kann, den importierten Sachen auf taobao nicht traut (oder kein Taobao hat) und gerne importierte Dinge haben will, der geht in das, was ich einen “Expat-Supermarkt” nennen. Der bekannteste dabei ist wohl City Shop. Ich war bis jetzt nur einmal in so einem (da ich taobao habe und mir die importirten Sachen die geforderten Preise dort NICHT wert sind), daher bin ich mit dem Sortiment nicht so vertraut. Aber Essen und Getränke sind es in jedem Fall.

 

Hier ist grundsätzlich (fast) alles importiert. Und dementsprechend sau teuer. Für manche Sachen kann es einem das wohl mal wert sein. Aber als Bekannte von uns allen Ernstes 2 mikrig kleine Gurken rumliegen hatten, die zusammen in etwa so groß waren wie eine normale Salatgurke, die dick in Plastik gewickelt waren und auf denen ein Preisschild von 18 RMB prangte, habe ich mir nur noch an den Kopf gefasst. Wer bitteschön kauft ne Gurke für 2,40 Euro?!?

 

 

Hypermärkte

 

Eine ganze Nummer größer als ein gewöhnlicher Supermarkt sind die Hypermärkte. Die bedienen dann meist sowohl das gewöhnliche Supermarktsortiment (also das chinesische), als auch ein paar weitere Sachen wie Kleidung, Spielsachen, Babysachen, Haushaltselektronik, große Kühlthekenbereiche mit Milchprodukten (ein paar, manchmal sogar Käse) und Fleisch und Wurst und so. Außerdem Aquarien mit Fischen und Frösche, Schlangen, Krabben, Schildkröten, Hummer etc pp.

 

Hyppermärkte finde ich toll und könnte Stunden darin verbringen. Tue ich oft auch einfach deshalb, weil ich etwas suche und auch hier manchmal so die chinesische Logik der Warenanordnung greift...

 

Es gibt auch Carreefour und Metro, aber da hatten wir nie einen in der Nähe. Da gibt es wohl etwas mehr Importiertes. Aber auch der chinesische Century Mart erfüllt meine Wünsche. Ok, fast. Geburtstagskerzen oder Backzutaten habe ich auch da nicht gefunden. Aber gut, ich lebe halt auch in China und nicht in Deutschland.

Dienstag, 9. Juli 2019

4 Jahre kleiner Rabe

Mein heißgeliebtes Engelchen! Jetzt bist du schon vier Jahre alt. Und du bist so ein wundervoller kleiner Mensch, dass ich dich am liebsten den ganzen Tag herzen würde. Das magst du aber nicht so gerne. Deshalb lasse ich es meist und sage dir einfach, wie lieb ich dich habe. Mehr als alles auf der Welt!

Du bist ein sensibles und sehr vorsichtiges Kind. Du bist unglaublich clever, hast ein super Gedächtnis, diskutierst alles aus, findest dabei richtig gute Argumente und bist wundervoll kreativ.

Du rennst kaum, kletterst nicht, rutschst nur ungern und nur mit Hilfe.

Du hast ganz feine Antennen und bist sehr empathisch. Wenn jemand traurig ist, bist du sofort zur Stelle.

Du kannst dich stundenlang alleine beschäftigen. Am liebsten spielst du dann mit allem möglichen. Autos, Holz-Obst, Figuren, Steckblumen, Tampons, Duplo, Magnet-Bausteine,… Dabei denkst du dir Geschichten aus und redest unentwegt. Zwischendurch bietest du uns was zu „essen“ an, brauchst mal Hilfe, weil etwas irgendwo festklemmt oder ein Auto aus einer Grube gerettet werden muss etc. Auch im Sandkasten oder sonst auf dem Spielplatz spielst du regelmäßig ganz entspannt vor dich hin. Du denkst dir dabei offenbar immer eigene Geschichten aus und redest die ganze Zeit. Mal auf Russisch, mal auf Deutsch. In letzter Zeit vermehrt auch in verschiedenen Rollen.

Du malst nicht besonders gerne. Aber wenn, dann malst du auch kein „Standbild“, sondern immer eine Geschichte. Während der Stift über das Papier gleitet, erzählst du dann, was gerade passiert. Zum Beispiel, dass da gerade ein Wesen irgendetwas jagt und du den Weg aufzeichnest, den es geht. Immer im Fluss, immer in Bewegung, immer lebendig.

Mit jüngeren oder gleichalten Kindern hast du manchmal noch so deine Schwierigkeiten. Wenn du mit einem anderen Kind redest und es antwortet dir nicht, nervt dich das ganz schnell und verwirrt dich. Dein kleiner Bruder ist der einzige Mensch, bei dem dir scheinbar bewusst ist, dass er dich zwar versteht, aber halt nicht antwortet.

Du merkst dir einfach alles. Ein bestimmter Zug, den ein Freund einmal vor über einem Jahr zum Spielen dabei hatte – du fragst plötzlich ganz gezielt danach. Ein bestimmtes Spielzeugauto aus dem Urlaub von vor fast 2 Jahren – du weißt noch genau, welche Farbe es hatte und wie wir dir erklärt haben, warum du es nicht mit nach Hause nehmen darfst. Etwas, dass wir vor Wochen beiläufig erwähnt hatten – du erinnerst uns aus heiterem Himmel und ohne, dass wir in der Zwischenzeit nochmal davon gesprochen hätten, wieder daran. Es ist faszinierend!

Zwischen deinem Bruder und dir herrscht ein ganz besonderes Band. Ihr zofft euch um alles, weil jeder immer genau das haben will, was der andere gerade hat. Und oft nervt er dich ziemlich. Aber genauso oft sagst du, dass du ihn total lieb hast und er immer bei uns bleiben soll. Du kümmerst dich auch richtig toll um ihn. Du holst uns, wenn er was Verbotenes macht und du nimmst ihn an der Hand und gehst mit ihm durch die Gegend oder bringst hin zurück, wenn er unterwegs irgendwo hin abgehauen ist. Dafür füttert er dich gerne und teilt mit dir alles.

Du bist auch weiterhin fit. Ernsthaft krank warst du im letzten Jahr eigentlich nicht. Also nicht über normale grippale Infekte hinaus. Wegen deiner enormen Vorsicht waren wir auch nochmal beim HNO und Augenarzt, aber auch da ist nichts Auffälliges bei herausgekommen.

Gelb ist deine Lieblingsfarbe. Deshalb hast du dir zum WGT auch ein gelbes Kleid gewünscht und hast es bekommen. Außerdem hast du derzeit grünen lack auf den Zehennägeln. Der gelbe und der blaue Lack auf deinen Fingern ist inzwischen abgegangen. Was dich nicht besonders stört, weil du dann beim popeln nicht mehr überlegen musst, ob du das jetzt darfst oder ob der Lack noch nicht trocken ist.

Du bist jetzt *weißnicht* cm groß und wiegst etwa 17,5 kg. Deine Klamotten hast du je nachdem ob sie aus der Jungs- oder der Mädchen-Abteilung kommen, in Größe 110 oder 116.