Mittwoch, 4. Oktober 2017

Tagebuchbloggen Oktober 2017

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen möchte wieder einmal wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

6:45 Mein Handy vibriert. Noch bevor der Wecker irgend ein Geräusch machen kann, schalte ich ihn aus. Draußen werden gerade die Mülltonnen geleert und ich überlege, dass das wirklich arsch früh ist. Es scheint zu regnen, aber noch mag ich nicht sofort unter meiner warmen Bettdecke raus kommen.

6:57 Ich stehe auf und schaue vorsichtig aus dem Fenster. Wie Twitter mich schon hatte erahnen lassen regnet es junge Hunde. Mäh. Ich suche mir ein Kleid, Leggins und einen Pullover aus dem Schrank, mache das Babyphone an und gehe ins Bad. Mit ständigem Blick auf die Zeit gehe ich duschen (natürlich ohne Haarewaschen, das dauert ne ganze Weile länger bei mir), öle mich mit FreiÖl ein, mache meine Zupfmassage, creme mir das Gesicht ein, mache mir die Haare, ziehe mich an und schminke mich sogar noch. Die ganze Zeit über lächle ich über die Szene aus dem Kommunikationstraining von Gestern:

Der Kollege, der im Firmenchat eine genervte Kollegin mit „Da hat wohl jemand seine Tage“ kommentierte und auf die Reaktionen mit „humorloses Pack!“ reagierte behauptete, er überlege sich immer sehr genau, was er wie sage. Ein anderer Kollege erzählte dann kurz darauf, eine tolle Übung, seine Kommunikation zu verbessern, sei für ihn, vor dem Reden kurz zu überlegen, ob er vielleicht gerade – seine eigene Wortwahl – „sexistische Kackscheiße“ sagen wollen würde. Schließlich sei das gerade unter Männern oft so alltäglich, dass man da nicht drüber nachdenke, aber wenn man es sich bewusst mache, komme es immer seltener vor. Ich weiß nicht, ob Kollege 2 das bewusst auf Kollege 1 bezogen hat. Aber ich feiere es ziemlich.

7:32 Gerade, als ich das Patchouli wieder in die Schublade lege, klingelt der „Jetzt langsam losgehen“-Wecker. Ich bringe dem Haselchen, der inzwischen aufgewacht ist, den Monitor des Babyphone, packe mir noch eine große Tupperschüssel für den Suppentag im Büro heute ein und gehe dann los. Dank des Regens mit ausgesprochen minimaler Motivation, aber was soll man machen…

7:53 Ich bin im Büro angekommen und logge mich ein. Unterwegs musste ich feststellen, dass die Solen meiner geliebten chicen Büroschuhe nicht mehr wasserdicht sind. Scheiß Qualität… Ab sofort gibt es für mich nur noch Gummistiefel und Barfußschuhe. Bequem und trocken. Oder dann später Winterstiefel. Basta. Ich hole mich einen Kaffee und mache mir ein Müsli. Dann beginne ich mit der Arbeit.

8:30 Ich gehe zu der heutigen Session unserer Kommunikationsschulung. Nach der gestrigen Theorie stehen heute vor allem die Punkte „richtig Feedback geben“ und „Rollenspiele“ auf dem Plan. Kollege 1 von gestern geht mir noch immer auf den Keks mit seiner überheblichen Gesamthaltung.

12:08 Leider, leider ist die Schulung rum und ich muss wieder ans Telefon. Das klingelt, wie schon die ganze letzte Zeit, mal wieder ununterbrochen.

13:11 Mittagspause. Da Suppentag ist, hole ich mir erst eine Schüssel Kartoffelsuppe, dann eine Schüssel Kürbissuppe. Dann noch eine Schüssel Kartoffelsuppe.

13:41 Und wieder an die Arbeit.

14:31 Bevor der Rest abgeholt wird, packe ich mir noch Suppe für Morgen in meine Tupperschüssel. Außerdem hole ich mir noch einen Kaffee. Das Telefon wird erstaunlicherweise und erfreulicherweise so langsam, aber sicher ein wenig ruhiger und ich kann einige andere Arbeiten erledigen.

15:35 Ich werde komplett zur Mailbearbeitung abgestellt. Woohoo!

17:02 Feierabend! Ich quatsche noch rund 10 Minuten mit einer netten Kollegin und gehe dann nach Hause. Es ist extrem windig und ich bin froh darum, dass die Straßenbahn sofort kommt.

17:25 Ich komme zur Tür hinein und werde von einem Haselchen mit Müsli Packung auf dem Kopf und einem freudig kreischenden Raben empfangen. Ich setze mich erstmal aufs Sofa. Das Haselchen spielt auf dem Kinder-Keyboard und der Rabe läuft herum und spielt mit einem Auto. Wir unterhalten uns. Aus dem Müslikartonhut wird ein Helm gebastelt. Dann geht das Haselchen sich duschen. Ich packe den kleinen Raben in Regenhose, Jacke und Gummistiefel.

18:15 Der kleine Rabe und ich gehen zum nahe gelegen Pfützen-Paradies. Hier laufen wir von Pfütze zu Pfütze und platschen in selbigen mit den Füßen herum dass es nur so spritzt. Bei jeder Windböe klammert der Rabe sich zitternd an mir fest, besteht aber darauf ihm sei nicht kalt. Und er wolle nicht nach Hause gehen.

18:49 Auf den Hinweis hin, dass wir in spätestens 10 Minuten wieder nach Hause gehen werden, sagt der Rabe, dass er auch jetzt nach Hause gehen wolle. Wir machen uns also langsam auf den Weg. Mir ist das sehr recht. Mir ist kalt.

Der Rückweg dauert etwas länger, weil in bester Kleinkind-Manier alle paar Schritte ein Blatt, eine Kastanienschale oder ein Stein betrachtet und kommentiert werden müssen. Ich kommentiere jedes Mal in blödester Mutter-Manier mit "Komm weiter, bitte."

19:12 Wir sind zu Hause und der kleine Rabe trägt eine Jogginghose und warme, trockene Socken. Dann spiele ich mit ihm, während das Haselchen kocht. Wir schicken immer wieder ein Auto im Raum zwischen uns hin und her und der Rabe kommentiert jeden dritten Versuch mit "Ah, fast!".

20:07 Nach einer kurzen Diskussion um Kakao oder Nudeln (ihr dürft raten, wer für was war....) essen wir zu Abend. Es gibt gebratene Nudeln mit Gemüse.

20:54 Der kleine Rabe ist fertig und geht spielen, während das Haselchen und ich noch die letzten Nudeln naschen und wie zwei Idioten an unseren Handys sitzen.

21:23 Wir beginnen damit, den Tisch abzuräumen. In der Küche bekomme ich Heißhunger und esse noch schnell im Stehen eine Schüssel "Honey Wheat".

Dann spiele ich noch ein wenig mit dem Raben.

21:50 Der Rabe sitzt mit einem Cartoon auf dem Töpfchen und ich mache mich bettfertig.

22:20 Wir sind alle drei soweit. Wir kuscheln noch eine Runde im Schlafzimmer, bevor wir schlafen gehen.

22:49 Ich hoffe darauf, dass der Rabe jetzt bald schläft, denn ich bin müde. Wahrscheinlich werden wir wieder zusammen einschlafen. Oder ich ein bisschen vor ihm, so wie die letzten Tage.

Kommentare:

  1. Ihr scheint Euch ja im Kollegenkreis gut zu verstehen ;-)
    Ich dusselige Kuh habe den #wmdedgt im Oktober völlig verpasst. Dabei mag ich das Tagebuchbloggen so gerne. Im November muss ich unbedingt daran denken. Aber so schaue ich mir eben mal an, was andere am 5.10. gemacht haben und lerne so wieder neue Blogs kennen. Dein #wmdedgt gefällt mir wirklich gut. Werde noch etwas auf deinem Blog stöbern. Ich habe am Wochenende eine etwas andere Blogaktion gestartet vielleicht hast Du Lust dabei zu sein?
    Es geht um meinen Wandermole. Du kannst selbst ein Teil von Mole werden ....
    https://dieplaudertasche.com/2017/10/07/freyas-wandermole-die-idee/
    Würde mich sehr freuen, wenn Du Lust auf die Aktion hast, darfst es auch gerne weitersagen ;-)
    Wünsche Dir einen schönen Tag
    Liebe Grüße
    Freya

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    1. Ja, bis auf diesen einen Typen verstehen die meisten Kollegen sich echt gut, obwohl wir ein ziemlich heterogenes Team sind.

      Das mit der Wandermole klingt klasse. Aber ich befürchte, dass ich das aktuell zeitlich einfach nicht sinnvoll hinbekommen würde, darin etwas wirklich Gutes zu hinterlassen...

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