Freitag, 29. Dezember 2017

Von Ängsten, die ich nicht habe

Irgendwie ist mit diesem Baby bei mir alles komisch. Also im Sinne von "ganz anders, als ich es erwartet hätte und von mir gewohnt bin". Am deutlichsten fällt mir das in Bezug auf Ängste und Sorgen auf. Ich habe nämlich kaum welche. Dabei hatte ich eigentlich erwartet, dass ich mir sehr viele Gedanken machen würde. Schließlich liest man ja auch immer wieder davon, wie viele Sorgen sich Mütter gerade beim zweiten Kind so machen.

Klar, zwischendurch habe ich immer mal wieder so Momente, in denen ich mir denke "Uiuiuiuiuiui, wie das wohl wird?". So wie wenn ich gerade Babysachen gewaschen habe und mich darum sorge, ob ich überhaupt noch weiß, wie ich das Baby richtig halten und wickeln muss. Aber das sind Momente, die wieder vergehen. Und die auch nun wirklich irrational genug sind, sie nicht allzu ernst zu nehmen.

Gesundheit

Ok, hier habe ich mich zwischendurch mal verunsichern lassen. Als die Ärztin mir einen verkürzten Gebärmutterhals attestierte und ich kurz drauf wegen Wehen krank geschrieben war. Da ging mir dann schon die Muffe. Aber ansonsten war ich in der Schwangerschaft mit dem kleinen Raben um ein vielfaches ängstlicher. Ich habe ständig alles gegoogelt und mir um tausende Dinge Sorgen gemacht. Diesmal habe ich viel mehr Vertrauen in meinen Körper und darin, dass das Baby das schon so macht, wie es will. Sogar ganz am Anfang war meine Angst vor einer Fehlgeburt minimal. Weil ich einfach wusste, dass dieses Kind zu uns kommen will.

Geburt

Am wohl seltsamsten ist mein Gefühl zur Geburt. Von Anfang an freue ich mich richtig auf die Geburt. Ich weiß, dass es kein Spaziergang wird. Ich weiß, wie weh es tun wird und wie fertig ich körperlich hinterher sein werde. Aber ich weiß auch, dass ich es diesmal aus eigener Kraft schaffen kann. Dass ich mir die Verbindung zu meinem Bauchgefühl, die Intuition und auch die Bindung zu meinem Baby diesmal nicht mehr nehmen lassen werde. Ich gehe mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein in die Geburt hinein. Und ich freue mich schon seit Monaten wie blöde darauf, dieses Wunder zu vollbringen. Ich bin unglaublich positiv eingestellt, dass ich die Geburt diesmal als einen selbstbestimmten und kraftvollen Akt meistern werde, statt einen angsterfüllten, fremdbestimmten und hilflosen Vorgang.

Geschwister

Ich habe eigentlich kaum Angst vor der Entthronung des kleinen Raben. Ich bin sehr gespannt, wie er auf sein Geschwisterchen reagieren wird und ich bin mir bewusst, dass es am Anfang nicht so einfach sein wird mit beiden. Ich gehe davon aus, dass es ein wenig Eifersucht geben wird und dass wir darauf achten müssen, den Raben und seine Bedürfnisse, vor allem sein enormes Bedürfnis nach Nähe, nicht aus den Augen zu verlieren im anfänglichen Babystress. Aber letztendlich denke ich, dass er das ganz toll machen wird und seinen Bruder richtig lieben wird.

Ebenfalls häufiger gelesen habe ich davon, dass Mütter vor dem zweiten Kind Angst haben, sie könnten dies vielleicht nicht so lieben wie das erste. Oder umgekehrt. Aber auch das macht mir überhaupt keine Sorgen.

Ja, ich liebe den kleinen Raben auf eine andere Weise, als das ungeborene Baby Bat. Schließlich kenne ich ihn jetzt seit fast 2 1/2 Jahren. Das Baby Bat muss ich erst noch kennen lernen. Und mir ist sehr bewusst, dass sie unterschiedlich sein werden. Jeder mit seinem eigenen Charakter. Aber ich weiß, dass ich sie schon bald gleich lieben werde. Jeden für sich, für seine eigenen Qualitäten und sein eigenes Wesen. Und das gänzlich unabhängig voneinander. Liebe wird schließlich mehr, wenn man sie teilt. Und unendlich ist immer unendlich.

Finanzen

Das ist der einzige Punkt, der mir etwas Kopfschmerzen bereitet. Denn das Geld wird bei uns nächstes Jahr ziemlich knapp. Schließlich habe ich erst im Mai angefangen zu arbeiten. Das bedeutet auch, dass das Elterngeld dann nur auf das Gehalt eines halben Jahres gerechnet wird. Dementsprechend haben wir fast 2/3 weniger Geld raus, als jetzt... Und das wird knapp. Aber wir sind in der glücklichen Position, eine Familie im Hintergrund zu haben, die uns jederzeit finanziell unterstützen kann. Sollte also am Ende des Geldes noch viel Monat übrig sein, reicht ein Anruf und wir bekommen sofort unter die Arme gegriffen. Das ist zwar trotzdem keine schöne Vorstellung, schon wieder nicht selbst finanziell für die Familie sorgen zu können, aber es ist gut zu wissen, dass diese Hilfe im Hintergrund da ist. Wir müssen also nie eine exentielle Sorge haben, unsere Miete nicht mehr zahlen oder den Kühlschrank nicht mehr füllen zu können. Und spätestens ab 2019 wird es dann ja ohnehin wieder ganz anders.

Kommentare:

  1. Hallo Fledermama,
    Ich lese schon sehr lange Deinen Blog mit und ich wünsche Dir alles Gute für die bevorstehende Geburt und für danach ein erholsames Wochenbett. Ich freue mich schon im Voraus auf Deine neuen Artikel mit Deiner dann vierköpfigen Familie so Du denn im Babytrubel dazu kommen solltest.
    Viele Grüße vom Fledertierchen

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