Freitag, 26. Januar 2018

Warum "außer" Mutter?

Aktuell geht mit den 1000 Fragen eine "Challenge" durch die Bloggerwelt meiner timeline. Die Fragen sind teilweise ganz spannend, teilweise ziemlich banal und manche wiederholen sich irgendwie in leicht abgewandelter Formulierung.

Wer daran Freude hat, soll und darf sehr gerne dabei mitmachen und sich allen 1000 Fragen stellen. Darum geht es mir gar nicht.

Mir ist darüber etwas anderes aufgefallen. Auf Twitter wurde das ganze auch bereits angesprochen:

https://twitter.com/fruehesvogerl/status/954423199122575360

Was mich an vielen Posts zu einem gewissen Grad irritierte, ist die Suche nach dem Selbst "außer" dem Dasein als Mutter.

Ich kann nachvollziehen, dass Kinder einen gerade in den ersten Jahren sehr in Beschlag nehmen. Wir verbringen den Großteil unserer Zeit mit ihnen. Und ja, manchmal kommt dabei die Selbstfürsorge und die Zeit für sich selbst ein wenig zu kurz. Das ist wohl so normal, wie es manchmal anstrengend oder auch frustrierend ist.

Ich habe auch gerade heute Abend erst ein klitzekleines bisschen wehmütig auf meine Schminke im Badezimmerschrank geschaut und überlegt, wann ich wohl das nächste Mal abends tanzen gehen werde. Und dann quäkte der Morgenstern wieder los und brauchte mich halt hier und jetzt voll und ganz für sich.

Aber hier kommt für mich jetzt das große Aber: Wenn ich meine Person betrachte und darüber nachdenke, wer ich bin, kann ich die Tatsache, dass ich Mutter bin, nicht außen vor lassen.

Meine Mutterschaft ist für immer ein integraler Bestandteil meiner Person.

Das heißt nicht, dass ich nur Mutter und sonst nichts anderes bin. Keinesfalls. Aber es heißt, dass ich meine Mutterschaft nicht einfach ausklammern kann.

Ich selbst könnte nicht fragen "Wer bin ich außer Mutter?". Genauso wenig würde ich fragen "Wer bin ich außer (Cis) Frau?" oder "außer Grufti" oder "außer Katzenbesitzerin" oder oder oder. Wenn ich darüber nachdenken will, wer ich bin, dann muss ich einfach meine Rolle als Mutter als Teil des Gesamtpakets mit einbeziehen. Sie ist nicht das einzige, das mich ausmacht. Aber sie macht mich halt nun einmal mit aus.

Ich bin Mutter und ich werde für den Rest meines Lebens Mutter bleiben. Ganz egal, was kommt. Und natürlich auch in 30 Jahren, wenn meine Kinder vielleicht anfangen, selbst Familien zu gründen und Kinder zu bekommen. Auch mit erwachsenen Kindern oder als Oma. Ich werde immer weiter zeitgleich Mutter sein. So ein Kind ist halt etwas ziemlich dauerhaftes... ;)

Auf Twitter wurde dann noch erwähnt, diese Fokussierung auf die Person "hinter" der Mutter könnte von den mit der Muterrolle verknüpften gesellschaftlichen Erwartungen kommen. Aber auch das leuchtet mir irgendwie nicht so völlig ein. Klar, als Mutter kann man es nur falsch machen, egal wie man es macht. Aber auch an die Frau an sich werden doch so viele sinnfreie gesellschaftliche Erwartungen gestellt. Es gibt so viele Rollen zu erfüllen, auch ganz abseits von Kindern. Weshalb also sollte die Erwartungshaltung fremder Menschen mich dazu bewegen, einen Teil meiner Persönlichkeit ausklammern und ignorieren zu wollen, um mich selbst besser definieren zu können?

Für mich macht das keinen Sinn.

Deshalb werde ich auch nicht auf die Suche nach der "Fleder" hinter der Mama gehen. Denn beide sind immer gleichzeitig da.

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