Mittwoch, 4. Juli 2018

Tagebuchbloggen Juli 2018

Am 5. des Monats will Frau Brüllen wie immer wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Bei mir sieht es diesen Monat fast so aus, als hätte ich mein Leben so richtig im Griff:

4:57 Ich bin kurz wach, lege den Morgenstern auf der anderen Seite an, schaue auf die Uhr, stelle fest, dass ich noch Zeit habe und schlafe wieder ein.

5:40 Mein Wecker klingelt. Die Kinder liegen kreuz und quer im Bett und sind unruhig. Ich bleibe kurz dabei, aber es wird auch nicht besser, als der Rabe dem Morgenstern seinen Fuß ins Gesicht schiebt... Ich lege den Rabe rüber, gebe ihm einen Schluck Wasser und versichere ihm, dass es wirklich noch Nacht ist. Er murmelt etwas und schläft ein.

5:57 Morgenstern hingegen ist jetzt hellwach, freut sich, mich zu sehen, und brabbelt vor sich hin. Also klemme ich mir Babymonitor und Handy unter sowie Baby auf den Arm und schleiche aus dem Schlafzimmer.

Im Wohnzimmer lege ich Morgenstern auf die Krabbeldecke und lasse die Kaffeemaschine laufen, während ich meine Morgengymnastik mit der 7 Minuten App mache.

6:13 Ich schnappe Morgenstern, lege ihn im Bad in die Kinderwagenwanne, schalte ihm die Spieluhr ein und hüpfen unter die Dusche. Bei Anziehen, Schminken und Co schaut er mir gebannt zu.

6:39 Ich bin fertig, lege Morgenstern wieder ins Wohnzimmer und hole mir ein Stück Schokokuchen und einen Käsetoast sowie meinen Kaffee. Ich bin müde genug, um mir in letzteren noch einen Löffel Intantkaffee zu werfen.

6:48 Frühstück. Auf dem Boden im Schneidersitz, um gleichzeitig das Baby stillen zu können. Das Haselchen kommt zu uns und übernimmt dann jetzt die Verantwortung für die Kinder. Ich bringe mein Geschirr weg und ziehe Schuhe an.

7:08 Vor der Tür.

7:26 Im Büro angekommen und ins System eingeloggt. Diese Woche darf ich aus dem Telefon bleiben. Alles noch ganz entspannt.

Ich arbeite also so vor mich hin, hole mir zwei Schokocappuccino, esse eine Nektarine und greife auch bei den Nudeln zum Pastatag nochmal zu. Essen gratis lass ich nicht verkommen!

11:32 Feierabend.

11:52 Ich höre aus dem offenen Fenster den Morgenstern weinen und sprinte fast die Treppe hoch. Flasche findet er doof und ist dabei sturer als sein Bruder, sodass er jetzt dringend Milch braucht.

Ich stille, spiele mit dem Raben eine Weile Duplo Eisenbahn, verräume die Windelwäsche und bestelle telefonisch Essen beim Asiaimbiss. Darauf hatte ich schon seit Tagen Appetit und jetzt sind mal keine Reste da. Das Haselchen geht derweil zum Aldi und räumt die Einkäufe weg.

13:50 Ich wickle Morgenstern. Das Haselchen geht das Essen abholen und ich versuche, das Baby von den Vorzügen eines Nickerchens zu überzeugen. Das findet zunächst, es sei jetzt unbedingt Zeit zum Zehenlutschen und Stimme testen, aber letztendlich habe ich dann doch die besseren Argumente.

14:23 Ich schleiche aus dem Schlafzimmer und gehe essen. Gemüse in Mango-Kokos-Sauce und gebratene Nudeln. Mjam!

14:54 Das Haselchen muss kräftig niesen - und der Morgenstern wacht auf. Ich versuche eine Weile, ihm zurück in den Schlaf zu helfen, muss mich aber bald geschlagen geben. Also stehen wir auf und gehen ins Kinderzimmer. Wir spielen ein wenig und machen uns dann langsam fertig, um das Haus zu verlassen.

16:03 Wir gehen los Richtung Kinderarzt.

16:32 Fast pünktlich melden wir den Raben zur U7a an. Während dieser begeistert im Wartezimmer spielt, fülle ich mit Morgenstern im Tuch die Fragebögen aus. Dann werden wir in den Vorbereitungsraum gerufen. Rabe erzählt fröhlich, puzzelt fleißig, möchte den Hörtest am liebsten selbst bedienen, schaut in alle Schränke, malt ein Bild und hat beim Sehtest einfach keine Lust mehr.

Morgenstern schläft derweil im Tuch ein.

Dann geht es zum Arzt. Rabe entdeckt sofort die Kiste mit den kleinen Spielsachen zum Mitnehmen und beginnt, zu kramen und zu kommentieren. Bei der Untersuchung ist alles gut. Nur hüpfen kann er nicht. Kann er nämlich entweder nicht oder will es nicht. Hat er noch nie gemacht.

Dann holen wir noch die HIB Impfung nach. Da wir das vorher nicht wussten, ist der Rabe davon etwas überrumpelt. Aber der Kinderarzt nimmt ihn ganz lieb in den Arm und hält seine Hand, während eine neue, junge Ärztin die Impfung durchführt. Nach kurzem Weinen und Beruhigen auf Papas Arm möchte Rabe dann aber doch jetzt bitte nach Hause. Er hat keine Lust mehr.

Während er sich mit dem Haselchen fertig macht, bespreche ich noch mit dem Arzt, dass der Impfpass nochmal kopiert wird. Es könnte sein, dass wir auch noch eine zweite Windpockenimpfung nachholen müssen. Aber dazu würde man mich nochmal anrufen. Außerdem sollen wir hüpfen üben. Wie das genau gehen soll, wenn das Kind das einfach konsequent verweigert, frage ich jetzt nicht nach. Mehr, als Ermutigen, kann ich ja nicht. Er wird es schon lernen. Und auch zum Augenarzt gedenke ich nicht zu gehen. Nicht bei einem Kind, dass sowohl nah als auch fern selbst die kleinsten Details erkennt, wenn er denn möchte.

18:06 Wir sind auf dem Heimweg und alle ziemlich fertig.

Zu Hause schmieren wir ein paar Brote und ich rühre dem Baby einen Muttermilch-Schmelzflocken-Brei an. Wir essen - zur Schonung von Nerven und Zeit - im Kinderzimmer. Beim Spielen isst es sich nämlich irgendwie besser.

Die drückende, schwüle Hitze entlädt sich endlich in ein wenig Regen. Platt sind wir trotzdem.

Wir machen die Kinder bettfertig und ich begleite beide in den Schlaf. Dann schleiche ich wieder aus dem Zimmer. Das Haselchen und ich reden noch ein wenig, bevor ich mich fertig mache und hundemüde ins Bett falle.

23:22 Ich schalte das Handy in Flightmode und bin binnen Minuten eingeschlafen.

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